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Die unsichtbare Hand (eBook)

Ökonomisches Denken gestern und heute
eBook Download: PDF
2006 | 3., verb. Aufl. 2005
XVI, 344 Seiten
Springer Berlin (Verlag)
978-3-540-27688-3 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Die unsichtbare Hand - Ulrich van Suntum
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Ohne jeden formalen Aufwand, stattdessen mit einfachen Abbildungen und zahlreichen wirtschaftshistorischen Illustrationen, wird der Leser mit den Gesetzmäßigkeiten der Wirtschaft vertraut gemacht. Ein umfassendes Fachbuch der Volkswirtschaftslehre für jedermann.

Vorwort zur dritten Auflage 6
Worum es in diesem Buch geht 8
Inhaltsverzeichnis 12
Kapitel 1 Menschen und Märkte (Mikroökonomie) 18
Die unsichtbare Hand des Marktes 20
Vom Merkantilismus zur Marktwirtschaft 20
Monopol und Cournotscher Punkt 24
Hinweise zum Weiterlesen 27
Wettbewerb in Theorie und Praxis 28
Von "vollständiger Konkurrenz" zum dynamischen Wettbewerb 28
Wettbewerbspolitik: Harvard gegen Chicago 30
Natürliche Monopole und staatliche Marktzugangsschranken 33
Hinweise zum Weiterlesen 36
Preise, Kosten und Gewinne 38
Alfred Marshalls Scherentheorem 38
Das Gesetz der Massenproduktion und seine Grenzen 41
Turgots Ertragsgesetz und Marshalls Produzentenrente 43
Handelsspannen und Spekulation 45
Gerechte Preise und staatliche Markteingriffe 47
Hinweise zum Weiterlesen 50
Nutzen und wahrer Wert der Güter 52
Das Klassische Wertparadoxon und die Gossenschen Gesetze 52
Pareto-Optimum und Einkommensverteilung 55
Konsumentensouveränität und meritorische Güter 58
Hinweise zum Weiterlesen 61
Wenn der Markt versagt 62
Der Staat als Nachtwächter? 62
Natürliche Kollektivgüter 63
Nicht-Anwendbarkeit des Ausschlußprinzips 65
Externe Effekte und das Umweltproblem 66
Sind Umweltabgaben ungerecht? 70
Freiwillige Verhandlungen: Das Coase-Theorem 71
Die Umwelt und die Politik 72
Hinweise zum Weiterlesen 75
Der gerechte Lohn und das Recht auf Arbeit 76
Thünens Formel für den naturgemäßen Lohn 76
Die Arbeitswertlehre von Karl Marx 78
Probleme des Sozialismus 80
Die Pareto-Kurve 82
Mindestlöhne und Höchstverdienstgrenzen? 83
Produktivität und Lohnsatz 86
Hinweise zum Weiterlesen 88
Das Mysterium von Kapital und Zinsen 90
Zins und Zinsverbot 90
Wem gehört der Kapitalertrag? 93
Böhm-Bawerks dritter Grund 95
Paradoxa der Kapitaltheorie 97
Natürlicher Zinssatz und Geldpolitik 99
Hinweise zum Weiterlesen 103
Kapitel 2 Krisen der Marktwirtschaft (Makroökonomie) 105
Wie kommt das Geld in die Wirtschaft? 106
Vom Muschelgeld zur Peel'schen Bankakte 106
Geldmenge und Preisniveau 111
Hinweise zum Weiterlesen 115
Wirtschaftskreislauf und Nachfragemangel 118
Das Tableau Economique von Francois Quesnay 118
Das Saysche Theorem 121
Marxsche Krisentheorie und Kaufkrafttheorie der Löhne 123
Die Keynessche Revolution 125
Hinweise zum Weiterlesen 130
Warum kommt es zu Konjunkturschwankungen? 132
Wachstum auf des Messers Schneide 132
Aftalions Feuer-Beispiel: Das Akzelerator-Prinzip 136
Konjunkturpolitik oder: Kann man das Chaos beherrschen? 139
Politische Konjunkturtheorie 140
Politiker als Konjunkturverursacher 141
Hinweise zum Weiterlesen 144
Vernichtet der technische Fortschritt Arbeitsplätze? 146
Freisetzungstheorie gegen Kompensationstheorie 146
Der unbequeme Strukturwandel 149
Hinweise zum Weiterlesen 153
Inflation und Arbeitslosigkeit 156
Die Quantitätstheorie 156
Der Streit um die Phillipskurve 159
Die Bullionistenkontroverse 164
Hinweise zum Weiterlesen 166
Wachstum und Wohlstand 168
Lob des Sparens 168
Kapitalmangel und Unterentwicklung 170
Die Goldene Regel der Akkumulation 172
Der Zusammenhang zwischen Zinssatz und Wachstumsrate 176
Hinweise zum Weiterlesen 178
Grenzen des Wirtschaftswachstums 180
Die Ölpreisschocks der 70er Jahre 180
Gehen uns die Rohstoffe aus? 183
Räuber-Beute-Problem und Hotelling-Regel 185
Gerechtigkeit für künftige Generationen? 188
Hinweise zum Weiterlesen 191
Kapitel 3 Handel und Wandel in der Weltwirtschaft (Außenwirtschaft) 194
Soll man sich vor billiger Auslandskonkurrenz schützen? 196
Vom Merkantilismus zur Freihandelslehre 196
Ricardos Theorem der komparativen Kostenvorteile 199
Zollargumente 202
Dumping und Protektionismus 205
Hinweise zum Weiterlesen 208
Gewinner und Verlierer im Welthandel 210
Große Länder, große Vorteile? 210
Ausbeutung der Rohstoffländer? 212
Terms of Trade-Effekt und Optimalzoll 214
Hinweise zum Weiterlesen 216
Wenn Volkswirtschaften Schulden machen 218
Was ist außenwirtschaftliches Gleichgewicht? 218
Leistungsbilanzausgleich und J-Kurven-Effekt 220
Sind Leistungsbilanzdefizite ein Zeichen von Schwäche? 222
Hinweise zum Weiterlesen 225
Führt der internationale Wettbewerb zu sinkenden Löhnen? 226
Das Faktorproportionentheorem 226
Ausgleich der Faktorpreise und Stolper-Samuelson-Theorem 228
Globalisierung und dynamischer Wettbewerb 232
Hinweise zum Weiterlesen 234
Globalisierung und Standortwettbewerb 236
Mobiles Kapital - sinkende Löhne? 236
Standortwettbewerb als Nullsummenspiel? 238
Migration der Arbeitskräfte? 240
Hinweise zum Weiterlesen 243
Die Geschichte des Währungssystems 244
Die Goldwährung und ihr Ende 244
Bretton Woods und das Triffin-Dilemma 248
Feste Wechselkurse kann man nicht erzwingen 252
Hinweise zum Weiterlesen 253
Warum schwankt der Dollarkurs? 254
Die Kaufkraftparitätentheorie und ihre Grenzen 254
Die Rolle der internationalen Kapitalströme 257
Währungsspekulation 260
Kann eine Währungsunion helfen? 263
Währungspolitik im Hotel-Foyer 266
Hinweise zum Weiterlesen 267
Kapitel 4 Der Staat und das Soziale (Finanzwissenschaft) 270
Der Staat und seine Rolle in der Wirtschaft 272
Rechtsstaat oder Herrschaft der Elite? 272
Kirche und Staat 275
Merkantilismus und Sozialismus 277
Ordoliberalismus 280
Hinweise zum Weiterlesen 282
Demokratie und Marktwirtschaft 284
Gibt es einen "Dritten Weg"? 284
Mitbestimmung der Arbeitnehmer 286
Das Arrow-Paradoxon 288
Föderalismus als Ausweg? 292
Hinweise zum Weiterlesen 293
Das Soziale in der Marktwirtschaft 294
Vom Büchsenpfennig zum Sozialstaat 294
Gibt es eine optimale Staatsquote? 297
Das magische Dreieck der Sozialpolitik 301
Hinweise zum Weiterlesen 303
Steuern und Gerechtigkeit 306
Wer soll wieviel Steuern zahlen? 306
Grenzen der Gerechtigkeit 308
Pro und Contra Kopfsteuer 313
Hinweise zum Weiterlesen 317
Familienpolitik und Altersvorsorge 318
Geburtenrate und soziale Sicherung 318
Umlageverfahren oder Kapitaldeckungsverfahren? 320
Kinderreichtum als ökonomisches Gut 323
Subsidiaritätsprinzip oder Sozialstaatsprinzip? 325
Hinweise zum Weiterlesen 328
Ökonomische Gesetze und juristisches Denken 330
Lassen sich Werte eindeutig ordnen? 330
Gute Absichten und schlimme Folgen 333
Sisyphos oder Herkules? 335
Hinweise zum Weiterlesen 336
Wohlfahrtsstaat und Arbeitslosigkeit 338
Ist Vollbeschäftigung überhaupt möglich? 338
Natürliche Arbeitslosigkeit und Mismatch 339
Armutsfalle und Tarifautonomie 342
Kosten der sozialen Sicherung und negative Einkommensteuer 345
Hinweise zum Weiterlesen 348
Nachwort: Kommen Ökonomen in den Himmel? 350
Namensverzeichnis 354
Sachverzeichnis 356

Warum kommt es zu Konjunkturschwankungen? (S. 115)

Wachstum auf des Messers Schneide
Jeweils am 15. November jeden Jahres legt der Sachverständigenrat (die sogenannten fünf Wirtschaftsweisen) der deutschen Öffentlichkeit sein Gutachten zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung vor. Obwohl es sich dabei um einen dicken Wälzer mit weit über 400 Seiten handelt, stürzt sich die Presse meist nur auf die Prognose für das Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr. Und in der Tat hängt davon eine Menge ab. Die Konjunkturentwicklung entscheidet mit über den Spielraum für Lohnerhöhungen und über die künftigen Gewinnaussichten der Unternehmen.

Auch die Steuereinnahmen des Staates und das Beitragsaufkommen in den gesetzlichen Sozialversicherungen ist konjunkturabhängig. Vor allem aber bestimmt die Konjunktur zumindest kurzfristig auch die Höhe der Arbeitslosigkeit. Während im Aufschwung normalerweise die Beschäftigung steigt, muß man im Falle eines Abschwungs mit Entlassungen und entsprechend höheren Arbeitslosenquoten rechnen. Kein Wunder also, daß Konjunkturprognosen meist mit großer Spannung erwartet werden.

Wie aber kann man den ständigen Wechsel zwischen Aufschwung und Abschwung erklären? Allgemein versteht man unter Konjunktur mehr oder weniger regelmäßig auftretende Schwankungen der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage. Man mißt sie in erster Linie daran, wie stark die Produktionskapazitäten der Unternehmen ausgelastet sind. Während im Konjunkturboom nahezu Vollauslastung herrscht, sind in der Rezession die Produktionsanlagen der Industrie oft nur zu 70% beschäftigt. Dementsprechend ist im Boom auch die Nachfrage nach Arbeitskräften hoch, während es in der Rezession zu Entlassungen und Arbeitslosigkeit kommt.

Vereinfacht kann man sich die Konjunktur als eine Sinuskurve vorstellen, ähnlich wie eine Radiowelle. Natürlich entsprechen die Schwankungen der Nachfrage in der Realität nicht genau diesem idealisierten Bild. Auch die Länge eines Konjunkturzyklus ist recht unterschiedlich, meist liegt zwischen zwei Tiefpunkten ein Zeitraum von fünf bis sieben Jahren. Früher glaubte man sogar, daß sich dabei mehrere Wellen von unterschiedlicher Dauer überlagern. Der österreichische Ökonom Josef Schumpeter unterschied in seinem Buch "Business Cycles" von 1939 drei solcher Wellen, die er nach ihren Entdeckern benannte: Die drei- bis vierjährigen "Kitchins", die meist mit Schwankungen der Lagerhaltung erklärt werden, die siebenjährigen "Juglars", die auf Investitionszyklen zurückgehen sollen, und die 50jährigen "Kondratieffs", die als Bauzyklen gelten.

Diese Einteilung wird heute allerdings kaum noch verwendet, sicher nachweisbar sind auch nur die von dem französischen Konjunkturforscher Clement Juglar (1819 - 1905) beobachteten Zyklen mittlerer Dauer. Schon in vorindustrieller Zeit sind Schwankungen der Wirtschaftsaktivität beobachtet worden. Damals gab es allerdings noch keine systematischen Produktionsstatistiken, wenngleich sich einige frühe Ökonomen wie z.B. William Petty (1623 - 1687) bereits darum bemühten.

Daher mußte man zu Hilfsgrößen greifen, um den Konjunkturverlauf zu verfolgen. Schumpeter berichtet, daß dazu sogar die Zahl der sonntäglichen Kirchbesuche herangezogen wurde: In Krisenzeiten waren die Gotteshäuser voll, aber wenn es den Menschen gut ging, ließ die Frömmigkeit im allgemeinen nach. Schumpeter war zwar ein Zeitgenosse von Keynes, aber in der Frage der Konjunkturerklärung gingen ihre Meinungen weit auseinander. Auch heute ist noch umstritten, worauf die konjunkturellen Schwankungen letztlich zurückzuführen sind.

In der vorindustriellen Zeit bis etwa zur Mitte des 19. Jahrhunderts, als die volkswirtschaftliche Produktion noch zum größten Teil aus landwirtschaftlichen Gütern bestand, machte man die Ernteschwankungen dafür verantwortlich. Mißernten führten zu hohen Preisen und verteuerten damit auch die Produktion in allen nachgelagerten Wirtschaftsstufen, weil die Kosten für landwirtschaftliche Vorprodukte stiegen.

Erscheint lt. Verlag 3.3.2006
Zusatzinfo XVI, 344 S. 46 Abb.
Verlagsort Berlin
Sprache deutsch
Themenwelt Wirtschaft Volkswirtschaftslehre
Schlagworte Arbeitslosigkeit • Dogmengeschichte • Handel • Krise • Löhne • Makroökonomie • Mikroökonomie • Nationalökonomie • Ökonomie • Staat • Volkswirtschaft • Volkswirtschaftslehre • Weltwirtschaft • Wirtschaft • Wirtschaftsgeschichte • Wirtschaftsgesetze
ISBN-10 3-540-27688-2 / 3540276882
ISBN-13 978-3-540-27688-3 / 9783540276883
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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