Extreme Wetterereignisse und ihre wirtschaftlichen Folgen (eBook)
XVI, 246 Seiten
Springer Berlin (Verlag)
978-3-540-26864-2 (ISBN)
Dürresommer 2003, Hochwasser 2002, Lawinenwinter 1999/2000, Wintersturm Lothar 1999: Vier zentral-europäische Naturkatastrophen der letzten Jahre. Mit welchen extremen Wetterereignissen müssen wir in Zukunft rechnen? Welche wirtschaftlichen Folgen sind damit verbunden? Wie können sich besonders gefährdete Wirtschaftsbranchen vor zu großer Schadenswirkung schützen? Welche Aufgaben muss dabei die Politik übernehmen? Dies sind die zentralen Kernfragen des vorliegenden Buches, in dem erstmals KlimaforscherInnen gemeinsam mit VertreterInnen der Wirtschaftsbranchen dieses aktuelle Problemfeld behandeln.
Auf den bisherigen Erfahrungen mit Betroffenheit, Anpassung und Katastrophenmanagement aufbauend wurden Handlungsempfehlungen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik an gesellschaftliche Mechanismen erstellt, die allgemeine politische, fiskalische und ordnungspolitische Maßnahmen, aber auch Maßnahmen zur Sicherung der Versorgung im Katastrophenfall umfassen. Abschließend weist der vorliegende Band auf zukünftig notwendige Forschungsschwerpunkte und die Schaffung hierfür angemessener Rahmenbedingungen hin.
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 7
Tabellenverzeichnis 12
Abbildungsverzeichnis 13
1 Einleitung 14
1.1 Wirtschaft und extreme Wetterereignisse 15
1.2 Struktur des Buches und Überblick 18
Teil A: Grundlagen 22
2 Charakterisierung von extremen Wetterereignissen 24
2.1 Einleitung 24
2.2 Extreme Wetterereignisse - ein meteorologischer Zugang 24
2.3 Extreme Wetterereignisse in Europa 25
2.4 Naturkatastrophen - ein sozioökonomischer Zugang 31
2.5 Interdisziplinäre Betrachtung 34
Literatur. 35
3 Regionale Entwicklung und Auswirkungen extremer Wetterereignisse am Beispiel Österreich 38
3.1 Einleitung 38
3.2 Extreme Wetter-und Klimaereignisse 39
3.3 Beobachtete Wetterextreme in Österreich und in der Welt 40
3.4 Änderung von Wetterextremen durch Klimaänderung Theorie 41
3.5 Beobachtete Änderung von Wetterextremen in Österreich 43
3.6 Der Sommer 2003 in Europa als Beispiel für ein extremes Witterungsereignis 46
3.7 Beobachtete Änderung von Wetterextremen weltweit 47
3.8 Erwartete Änderung von Wetterextremen weltweit 48
3.9 Erwartete Änderung von Wetterextremen für Österreich 49
3.10 Zusammenfassung und Ausblick 51
Literatur. 51
Anhang (Martin König): Wetterextreme und die Notwendigkeit der Datenintegration 53
4 Wirtschaftliche Analyse von extremen Wetterereignissen: Struktur und Anwendung 58
4.1 Einleitung 58
4.2 Modellstruktur zur Analyse von Handlungsmöglichkeiten im Hinblick auf Extremereignisse 58
4.3 Das kollektive Entscheidungsproblem 62
4.4 Folgewirkungen von Schadensbeseitigung und Schadensprävention 63
4.5 Anwendungsaspekte am Beispiel Hochwasser 64
4.6 Das Maßkonzept BIP und Schäden durch extreme Wetterereignisse 66
4.7 Einige Schlussfolgerungen 68
Literatur 69
5 Integriertes Risikomanagement bei Naturkatastrophen 70
5.1 Einleitung 70
5.2 Risiko und Sicherheit 71
5.3 Schutzziele und Schutzdefizite 74
5.4 Risikokreislauf und Integrales Risikomanagement 74
5.5 Integrale Maßnahmenplanung 76
5.6 Risikominderung als gemeinsame und solidarische Aufgabe 78
5.7 Ausblick 79
Literatur. 80
6 Ausgestaltung nationaler Risikotransfermechanismen: grundsätzliche Überlegungen 82
6.1 Einleitung 82
6.2 Spezifische Problemlage des Einzelindividuums 83
6.3 Problemlage der Einzelversicherung 89
6.4 Spezifische Probleme der öffentlichen Haushalte 93
6.5 Schlussfolgerungen 100
Literatur 101
7 Vergleich von nationalen Risikotransfermechanismen am Beispiel Hochwasser 104
7.1 Einleitung 104
7.2 Internationaler Vergleich von Risikotransfersystemen für Überschwemmungsereignisse 105
7.3 Übersicht und Schlussfolgerungen 124
Literatur 125
8 Der Dialog Wirtschaft - Forschung - Politik: Erfahrungen aus der Schweiz 128
8.1 Einleitung 128
8.2 ProClim- Vermittler zwischen Forschung und NutzerIn 129
8.3 Das Beratende Organ für Fragen der Klimaänderung 131
8.4 Schlussfolgerungen 132
Literatur 132
Teil B: Wirtschaftssektorale Analyse 134
9 Tourismus und Naturgefahren: Mit Risikomanagement die Krise vermeiden 136
9.1 Einleitung 136
9.2 Auswirkungen von extremen Wetterereignissen 137
9.3 Adaptionsmaßnahmen in der Vergangenheit aufgrund von extremen Wetterereignissen 143
9.4 Zukünftige Kernstrategien der Anpassung an extreme Wetterereignisse 145
9.5 Handlungsmöglichkeiten der Politik 147
Literatur 148
10 Katastrophenmanagement und Gesundheitsversorgung vor neuen Herausforderungen - Eine Perspektive des Österreichischen Roten Kreuzes 150
10.1 Einleitung 150
10.2 Auswirkungen von extremen Wetterereignissen 151
10.3 Adaptionsmaßnahmen in der Vergangenheit aufgrund von extremen Wetterereignisse 155
10.4 Zukünftige Kernstrategien der Anpassung an extreme Wetterereignisse 159
10.5 Handlungsmöglichkeiten der Politik 161
Literatur 163
11 Land- und Forstwirtschaft: Bedrohung oder Umstellung 164
11.1 Einleitung 164
11.2 Auswirkungen von extremen Wetterereignissen 164
11.3 Adaptionsmaßnahmen in der Vergangenheit aufgrund von extremen Wetterereignissen 171
11.4 Zukünftige Kernstrategien der Anpassung an extreme Wetterereignisse 176
11.5 Handlungsmöglichkeiten der Politik 176
Literatur 177
12 Versicherungen: Erweiterung der Aufgabenbereiche in verbessertem Gesamtrahmen 180
12.1 Einleitung 180
12.2 Auswirkungen von extremen Wetterereignissen 180
12.3 Adaptionsmaßnahmen in der Vergangenheit aufgrund von extremen Wetterereignissen 183
12.4 Zukünftige Kernstrategien der Anpassung an extreme Wetterereignisse 185
12.5 Handlungsmöglichkeiten der Politik 186
Literatur 188
13 Energie und Wasser: Sicherung der Versorgung 190
13.1 Einleitung 190
13.2 Auswirkungen von extremen Wetterereignissen 190
13.3 Adaptionsmaßnahmen in der Vergangenheit aufgrund von extremen Wetterereignissen 196
13.4 Zukünftige Kernstrategien der Anpassung an extreme Wetterereignisse 198
13.5 Handlungsmöglichkeiten der Politik 199
Literatur 200
Teil C: Schlussfolgerungen 202
14 Zusammenfassung der wirtschaftssektoralen Analysen: Gefährdungen, Anpassungen und politische Forderungen 204
14.1 Gefährdungspotenzial für einzelne Wirtschaftsbranchen 204
14.2 Anpassung an extreme Wetterereignisse in der Vergangenheit 206
14.3 Zukünftige Kernstrategien der Anpassung an extreme Wetterereignisse 209
14.4 Handlungsmöglichkeiten der Politik 214
14.5 Schlussfolgerung und Überleitung 217
15 Forschungsbedarf und Ausblick 218
15.1 Einleitung 218
15.2 Unsicherheiten 218
15.3 Datenmangel 229
15.4 Resümee zum Forschungsbedarf 230
15.5 Handlungsbedarf 231
15.6 Resümee 231
Literatur 233
Autorinnen und Autoren 235
Sachverzeichnis 240
7 Vergleich von nationalen Risikotransfermechanismen am Beispiel Hochwasser (S. 91-92)
Franz Prettenthaler, Institut für Technologie- und Regionalpolitik, Joanneum Research Graz
Nadja Vetters, Institut für Volkswirtschaftslehre, Universität Graz
7.1 Einleitung
Das Augusthochwasser 2002, von dem Deutschland, Tschechien und Österreich am stärksten betroffen waren, hat in den betroffenen Ländern umfangreiche Finanzhilfen für die Betroffenen von Seiten der öffentlichen Haushalte erforderlich gemacht. In Österreich wurde beispielsweise der Katastrophenfonds, der dort sowohl die Funktion der Finanzierung von Hochwasserschutzeinrichtungen als auch der Entschädigung von Individuen und Körperschaften nach Katastrophen innehat, überfordert. Zahlreiche Umschichtungen im Bundeshaushalt waren die Folge, auch in Deutschland hat der enorme, durch die Katastrophe ausgelöste Finanzierungsbedarf die Frage nach der Adäquatheit des nationalen Risikotransfermechanismus (als Summe der Möglichkeiten zur Eigenvorsorge und der staatlichen Hilfszusagen) aufkommen lassen. Um aus der Katastrophe die richtigen Schlüsse für ein verbessertes volkswirtschaftliches Risikomanagement zu ziehen, werden in diesem Kapitel in einem ersten Schritt die Risikotransfermechanismen für Katastrophenereignisse verschiedener Länder einander gegenübergestellt.
Alle Länderberichte weisen dabei dieselbe Struktur auf, wobei beachtet werden muss, dass der Organisationsgrad sowie das staatliche Engagement in den untersuchten Ländern erheblich voneinander abweichen. Die Auswahl der Länder erfolgte zum einen aufgrund der Verfügbarkeit von entsprechenden nationalen Darstellungen, aber auch aufgrund der relativen Unterschiedlichkeit der Systeme, sodass ein möglichst breites Spektrum an Politikoptionen sichtbar wird. Für jedes Land wird zunächst untersucht, welche Optionen sich einem/einer ökonomischen AkteurIn bieten, sein Hab und Gut gegen Überschwemmungskatastrophen zu versichern, wobei naturgemäß auch Versicherungen gegen andere Katastrophenereignisse zur Sprache kommen. Der Länderbericht der Türkei stellt insofern eine Ausnahme dar, als er das dortige Risikotransfersystem im Bezug auf Erdbeben darstellt.
Dennoch wird der dort gewählte Ansatz als instruktiv für mögliche Reformen auf dem Gebiet der Versicherbarkeit gegen Hochwässer in anderen Ländern mit Reformbedarf erachtet, da er erst vor relativ kurzer Zeit auf die ebenfalls völlig unzureichenden bisherigen Regelungen angesichts steigender Vulnerabilität reagiert hat und durch die Unterstützung der Weltbank erhebliche ökonomische Expertise aufweist. Nach Darstellungen über drei wesentliche Details der nationalen Risikotransfermechanismen, die jeweils einer wichtigen Fragestellung von Anreiztheorie (Wie geschieht die Risikoprüfung, um Antiselektion1 auszuschließen?), sozialer Ausgewogenheit (wie sieht die Prämiengestaltung aus, ist sie auch für BürgerInnen in gefährdeten Gebieten erschwinglich?) und versicherungstechnischer Effizienz (Wie passiert die Risikobegrenzung der Primärversicherer?) zuzuordnen sind, erfolgt eine Analyse der nachahmenswerten und der verbesserungswürdigen Elemente des jeweiligen nationalen Risikotransfersysteme (RTS).
7.2 Internationaler Vergleich von Risikotransfersystemen für Überschwemmungsereignisse
7.2.1 Deutschland
Versicherungsoptionen In Deutschland sind Feuer- und Sturmschäden traditionell in der Deckung der Wohngebäudeversicherung inkludiert. Die Überschwemmungsversicherung besteht seit 1991 als Teil der so genannten erweiterten Elementarschadenversicherung. Man hat hier eine Paketlösung gewählt, das heißt gewisse Elementarschäden (Überschwemmung, Erdbeben, Erdrutsch, Erdsenkung, Schneedruck, Lawinen, Vulkanausbruch) können nur als Paket gegen eine Zusatzprämie im Rahmen der Hausrat- und Wohngebäude- sowie der Gewerbeversicherung versichert werden. Es besteht dabei allerdings keinerlei Deckungsverpflichtung, das heißt die Elementarschadensdeckung kann sowohl seitens der Versicherung als auch seitens der KundInnen ausgeschlossen werden.
| Erscheint lt. Verlag | 2.9.2005 |
|---|---|
| Zusatzinfo | XVI, 246 S. |
| Verlagsort | Berlin |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Naturwissenschaften ► Geowissenschaften |
| Sozialwissenschaften ► Politik / Verwaltung | |
| Technik | |
| Wirtschaft | |
| Schlagworte | climate change • ecotoxicology • Entwicklung • Forschung • Handel • Hochwasser • Katastrophenmanagement • Klima • Klimawandel • Naturkatastrophe • Naturkatastrophen • Risikomanagement • Sturm • Tourismus • Unwetter • Wasser • Wetter • Wirtschaftswissenschaften |
| ISBN-10 | 3-540-26864-2 / 3540268642 |
| ISBN-13 | 978-3-540-26864-2 / 9783540268642 |
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