Biologische Bekämpfung pflanzenparasitärer Nematoden mit antagonistischen Bakterien
Seiten
2003
Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (JKI) (Verlag)
978-3-930037-08-7 (ISBN)
Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (JKI) (Verlag)
978-3-930037-08-7 (ISBN)
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Natürlich im Boden und in der Pflanze vorkommende antagonistische Mikroorganismen sind in erheblichem Maße an der Reduzierung pflanzenparasitärer Nematoden beteiligt. Neben pilzlichen Antagonisten sind es vor allem die Bakterien im Boden und Wurzelbereich der Pflanze, die für die Pflanzengesundheit bedeutsam sind. In der vorliegenden Arbeit wurde untersucht, wie antagonistische Bakterien zur biologischen Bekämpfung pflanzenparasitärer Nematoden eingesetzt werden können, welche Faktoren dabei zu berücksichtigen sind und wie sich die antagonistische Wirkung steuern lässt. Es wurden zwei Strategien verfolgt: 1. Einsatz antagonistischer Bakterien als biologisches Pflanzenschutzmittel und 2. Förderung natürlich im Boden vorkommender antagonistischer Bakterien. Einen Schwerpunkt der Arbeit stellten Untersuchungen zu endophytischen Bakterien dar. Zum einen, weil endophytische Bakterien bisher nur wenig untersucht wurden, zum anderen, weil sie aufgrund ihrer
engen Vergesellschaftung mit der Pflanze einen besonderen Nutzen für den Pflanzenschutz erwarten lassen. Die wichtigsten Ergebnisse für den Einsatz antagonistischer Bakterien lassen sich wie folgt zusammenfassen. Einen besonders hohen Anteil antagonistischer Bakterien findet man in der Rhizosphäre/Rhizoplane. Darüber hinaus treten antagonistische Bakterien auch im Wurzelinnern, vor allem der Wurzelrinde, auf. Durch Auswahl von Bakterien aus suppressivem Boden bzw. mit
bestimmten physiologischen Eigenschaften (Chitinaseaktivität, etc.) kann die Auffindungsrate antagonistisch wirksamer Bakterien deutlich gesteigert werden. Antagonistische Bakterien schützen die Pflanze vor Nematodenbefall und verbessern deren Wachstum. Der Bekämpfungserfolg dieser Bakterien liegt bei durchschnittlich 50 %, kann durch Optimierung von Formulierung und Applikation aber noch erhöht werden. Die Wirkungsbreite einzelner Bakterien kann recht hoch sein und sich über ein breites Wirtspflanzen- als auch Nematodenspektrum erstrecken. Unterschiedliche Wirkungsmechanismen wurden gefunden, die von der Bildung nematizider /nematostatischer Stoffwechselprodukte über die Störung von Anlockung und Eindringung der Nematoden bis hin zur systemischen Induktion pflanzlicher
Abwehrmechanismen reichen. Als Resistenzinduktoren können, wie am Beispiel des antagonistischen Bakteriums Rhizobium etli G12 gezeigt wurde, bakterielle Lipopolysaccharide beteiligt sein. Eine endophytische Lebensweise der antagonistischen Bakterien ist nicht Voraussetzung für einen guten
Bekämpfungserfolg, doch möglicherweise werden dadurch Wirkungshöhe und Wirkungssicherheit positiv beeinflusst. Entscheidend für den Bekämpfungserfolg sind die Formulierung und das pplikationsverfahren. Hier besteht auch noch der größte Forschungsbedarf. Neben der Applikation antagonistischer Bakterien stellt die Förderung natürlich vorkommender antagonistischer Bakterien eine weitere wichtige Pflanzenschutzmaßnahme dar. Die Ausführungen der Arbeit haben gezeigt, dass sowohl durch eine Behandlung des Bodens mit bestimmten organischen Substanzen, wie zum Beispiel Chitin, als auch durch den Anbau geeigneter Pflanzen der Anteil antagonistischer Bakterien im Boden und in der Pflanze erhöht werden kann. Eine gezielte Förderung der Bodengesundheit scheint damit möglich zu sein. Hiermit verbunden ist meist auch eine deutlich nachhaltigere Wirkung als beim Einsatz
biologischer Pflanzenschutzmittel. Abschließend bleibt festzuhalten, dass sowohl der Einsatz als auch die Förderung antagonistischer Bakterien eine ökologische wie auch ökonomische Alternative zu bestehenden Bekämpfungsverfahren für Pflanzenparasitäre Nematoden darstellen können. Erste Produkte werden für beide Vorgehensweisen bereits angeboten. Mit weiter zunehmenden Kenntnissen über die
Wirkungsweisen antagonistischer Bakterien und ihrer Einflussfaktoren ist auch ein zunehmender Einsatz biologischer Verfahren zur Bekämpfung pflanzenparasitärer Nematoden vorstellbar.
engen Vergesellschaftung mit der Pflanze einen besonderen Nutzen für den Pflanzenschutz erwarten lassen. Die wichtigsten Ergebnisse für den Einsatz antagonistischer Bakterien lassen sich wie folgt zusammenfassen. Einen besonders hohen Anteil antagonistischer Bakterien findet man in der Rhizosphäre/Rhizoplane. Darüber hinaus treten antagonistische Bakterien auch im Wurzelinnern, vor allem der Wurzelrinde, auf. Durch Auswahl von Bakterien aus suppressivem Boden bzw. mit
bestimmten physiologischen Eigenschaften (Chitinaseaktivität, etc.) kann die Auffindungsrate antagonistisch wirksamer Bakterien deutlich gesteigert werden. Antagonistische Bakterien schützen die Pflanze vor Nematodenbefall und verbessern deren Wachstum. Der Bekämpfungserfolg dieser Bakterien liegt bei durchschnittlich 50 %, kann durch Optimierung von Formulierung und Applikation aber noch erhöht werden. Die Wirkungsbreite einzelner Bakterien kann recht hoch sein und sich über ein breites Wirtspflanzen- als auch Nematodenspektrum erstrecken. Unterschiedliche Wirkungsmechanismen wurden gefunden, die von der Bildung nematizider /nematostatischer Stoffwechselprodukte über die Störung von Anlockung und Eindringung der Nematoden bis hin zur systemischen Induktion pflanzlicher
Abwehrmechanismen reichen. Als Resistenzinduktoren können, wie am Beispiel des antagonistischen Bakteriums Rhizobium etli G12 gezeigt wurde, bakterielle Lipopolysaccharide beteiligt sein. Eine endophytische Lebensweise der antagonistischen Bakterien ist nicht Voraussetzung für einen guten
Bekämpfungserfolg, doch möglicherweise werden dadurch Wirkungshöhe und Wirkungssicherheit positiv beeinflusst. Entscheidend für den Bekämpfungserfolg sind die Formulierung und das pplikationsverfahren. Hier besteht auch noch der größte Forschungsbedarf. Neben der Applikation antagonistischer Bakterien stellt die Förderung natürlich vorkommender antagonistischer Bakterien eine weitere wichtige Pflanzenschutzmaßnahme dar. Die Ausführungen der Arbeit haben gezeigt, dass sowohl durch eine Behandlung des Bodens mit bestimmten organischen Substanzen, wie zum Beispiel Chitin, als auch durch den Anbau geeigneter Pflanzen der Anteil antagonistischer Bakterien im Boden und in der Pflanze erhöht werden kann. Eine gezielte Förderung der Bodengesundheit scheint damit möglich zu sein. Hiermit verbunden ist meist auch eine deutlich nachhaltigere Wirkung als beim Einsatz
biologischer Pflanzenschutzmittel. Abschließend bleibt festzuhalten, dass sowohl der Einsatz als auch die Förderung antagonistischer Bakterien eine ökologische wie auch ökonomische Alternative zu bestehenden Bekämpfungsverfahren für Pflanzenparasitäre Nematoden darstellen können. Erste Produkte werden für beide Vorgehensweisen bereits angeboten. Mit weiter zunehmenden Kenntnissen über die
Wirkungsweisen antagonistischer Bakterien und ihrer Einflussfaktoren ist auch ein zunehmender Einsatz biologischer Verfahren zur Bekämpfung pflanzenparasitärer Nematoden vorstellbar.
| Reihe/Serie | Mitteilungen aus der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft Berlin-Dahlem ; 392 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Maße | 170 x 240 mm |
| Gewicht | 230 g |
| Einbandart | Paperback |
| Themenwelt | Weitere Fachgebiete ► Land- / Forstwirtschaft / Fischerei |
| Schlagworte | HC/Biologie/Landwirtschaft, Gartenbau, Forstwirtschaft, Fischerei, Ernährung • Nematologie • Pflanzenkrankheiten • Pflanzenpathologie |
| ISBN-10 | 3-930037-08-4 / 3930037084 |
| ISBN-13 | 978-3-930037-08-7 / 9783930037087 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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