Der Waldbau
Kessel, Norbert (Verlag)
978-3-945941-36-2 (ISBN)
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Karl Gayer (1822 – 1907) kam nach seiner praktischen Tätigkeit als Förster im rheinland-pfälzischen Weisenheim am Berg zunächst ab 1855 als Professor an die Forstlehranstalt für das Königreich Bayern in Aschaffenburg. Mit deren Verlegung ab 1878 an die Universität nach München wurde er der erste Waldbauprofessor. Für seine Lehren und richtungsweisenden Veröffentlichungen erwarb er sich bleibende Verdienste weit über seine Emeritierung 1892 hinaus. Karl Gayer gilt als einer der einflussreichsten und bekanntesten Forstwissenschaftler Bayerns und Deutschlands. Als einzigem Forstmann in Bayern ist ihm in München ein Denkmal gesetzt worden. Seine Werke „Der Waldbau“ und „Der gemischte Wald“ galten lange Zeit als Standardwerke der Forstliteratur und bildeten den Grundstein für die „naturgemäße Waldwirtschaft“. Lange Zeit wurde die auf den Lehren Karl Gayers fußende „naturgemäße Waldwirtschaft“ von vorgesetzten Stellen in der Forstverwaltung sehr kritisch gesehen, ja deren Umsetzung in den bayerischen Staatswäldern verboten. Forstleute, die diese trotzdem umsetzen wollten, wurden kritisiert, ausgegrenzt und teilweise auch disziplinarisch verfolgt. Der Widerstand der Staatlichen Forstverwaltung gegen die naturgemäße Waldwirtschaft in Bayern wurde erst mit den neuen Waldbaurichtlinien 1984 aufgegeben, die dem damaligen Waldbaureferenten Dr. Otto Seitschek zu verdanken waren. Der Einsatz des BUND Naturschutz in Bayern (BN) für die naturgemäße Waldwirtschaft hat dazu auch entscheidend mit beigetragen. Die Lehren Karl Gayers sind auch heute noch hochaktuell. So plädiert er für einen gemischten, ungleichaltrigen, strukturierten Wald und gegen einförmige Reinbestände, für eine kleinflächige Verjüngung der Eiche und gegen den Kahlschlag, für das Gesetz des Örtlichen und gegen Schematismus und Einseitigkeit im Waldbau. In seinem Vorwort zu „Der Waldbau“ führt er aus: „Wir sind noch gewohnt, mit den früheren großen Zinsen zu rechnen, ohne die Gefahr des Kapitalverlustes ausreichend in Frage zu ziehen und alle unsere Bemühungen auf Sicherstellung und Pflege unseres Kapitals zu richten.“ Das sind Leitsätze, von denen wir uns wünschen, sie hätten die hierzulande verantwortlichen Politiker gelesen und beherzigt, bevor sie eine Forstreform nach der anderen vom Zaun gebrochen haben, um die Geldgewinne der Staatsforsten zu erhöhen. Der BN, der bereits 1913 – nur 6 Jahre nach dem Tode Karl Gayers – gegründet wurde, hat seit seiner Gründung ein besonders enges Verhältnis zum Wald, zu dessen Erhaltung und Schutz, aber auch zu seiner naturverträglichen Bewirtschaftung. Sowohl der erste Vorsitzende Forstprofessor Carl Freiherr von Tubeuf wie auch die letzten beiden Vorsitzenden Hubert Weinzierl und Hubert Weiger sind Forstakademiker. Als einziger Naturschutzverband auf Länderebene hat der BN seit 2002 eine Vollzeitstelle für einen hauptamtlichen Wald- und Jagdreferenten geschaffen. Der BN war seit seiner Gründung ein Hafen für engagierte Forstleute, die sich auch kritisch mit Forstwirtschaft und Jagd im Sinne der Lehren Karl Gayers auseinandersetzten. Genannt seien hier nur beispielhaft der legendäre Geheimrat Karl Rebel (stellvertretender BN-Landesvorsitzender), Forstprofessor Richard Plochmann (Beiratsvorsitzender im BN), Dr. Georg Sperber (Sprecher BN Arbeitskreis Wald) oder Dr. Georg Meister (Sprecher BN Arbeitskreis Alpen). Insofern war es naheliegend, dass der BN mit der Vergabe einer Karl Gayer-Medaille das Werk des Karl Gayers würdigen und lebendig erhalten wollte, um ihm damit auch ein Denkmal zu setzen. So ehrt der BN in Abstimmung mit der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft Bayern Personen, die sich im Sinne der Lehren Karl Gayers um die naturgemäße Waldwirtschaft in außergewöhnlicher Weise verdient gemacht haben. Dabei werden insbesondere Verdienste im Bereich Waldbau und Jagd gewürdigt. Geehrt wurden dabei praktizierende Forstleute und Waldbesitzer sowie Forstprofessoren überwiegend aus Bayern, aber auch aus Österreich, Slowenien und Rumänien. Der erste Träger der Karl Gayer-Medaille war 1977 Paul Lang, der langjährige Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft – Bayern und Begründer und Herausgeber der Zeitschrift „Dauerwald“. In der privaten, kommunalen und staatlichen Forstwirtschaft haben sich die Preisträger vorbildlich im naturgemäßen Waldbau, Waldumbau und Waldnaturschutz engagiert – oft auch gegen den Widerstand vorgesetzter staatlicher Stellen. Grundvoraussetzung für deren erfolgreiche Arbeit war die Anpassung überhöhter Wildbestände – oft nur gegen große Widerstände in der Jägerschaft. Die deutsche Forstwirtschaft, in der es in den letzten Jahrzehnten sicher Fortschritte gegeben hat, leidet verbreitet immer noch an den Problemen, die Karl Gayer schon vor über 100 Jahren beschrieben hat. Wir wünschen daher der Neuauflage von Karl Gayer’s Buch „Der Waldbau“ eine weite Verbreitung – zum Wohle stabiler, naturgemäßer Wälder von morgen. Prof. Dr. Hubert Weiger Vorsitzender Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland e.V. (BUND) Vorsitzender BUND Naturschutz in Bayern e. V.
| Erscheinungsdatum | 16.02.2018 |
|---|---|
| Zusatzinfo | zahlreiche Abbildungen |
| Verlagsort | Remagen |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Weitere Fachgebiete ► Land- / Forstwirtschaft / Fischerei |
| Schlagworte | Forstwirtschaft • Forstwissenschaft • Nachhaltigkeit |
| ISBN-10 | 3-945941-36-9 / 3945941369 |
| ISBN-13 | 978-3-945941-36-2 / 9783945941362 |
| Zustand | Neuware |
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