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Mykotherapie für Tiere (eBook)

Vitalpilze: Heilkraft, Wirkung und Anwendung
eBook Download: EPUB
2025 | 3. Auflage
541 Seiten
Thieme (Verlag)
978-3-13-290594-8 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Mykotherapie für Tiere - Wanda May Pulfer
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<p><strong>Das heilsame Spektrum von Vitalpilzen therapeutisch nutzen</strong></p><p>Die Heilkraft von Pilzen bietet eine natürliche Ergänzung zu herkömmlichen Behandlungsmethoden und neue Perspektiven in der ganzheitlichen Tiermedizin. Profitieren Sie vom Wissen einer renommierten Expertin der Mykotherapie:</p><ul><li>Anwendungsspektrum bei Hund, Katze und Pferd bei häufigen Indikationen</li><li>die 15 wichtigsten Vitalpilze im Steckbrief</li><li>Konkret: Inhaltsstoffe, Wirkungen und Einsatzgebiete</li><li>umfangreiche Literaturstudien (über 700 Quellen) bieten fundiertes Wissen und Sicherheit</li><li>Indikations- und Wirkstofftabellen zur schnellen Übersicht</li><li>tierartliche Besonderheiten, Dosierungsempfehlungen und mykotherapeutischen Behandlungsvorschläge</li><li>Neu in der dritten Auflage: Ein Steckbrief zum Zunderschwamm</li></ul><p>So setzen Sie Chaga, Reishi &amp; Co gezielt und wirkungsvoll bei Tieren ein!</p>

1 Tiermykotherapie


1.1 Einführung in die Mykotherapie


Die moderne, wissenschaftliche Mykotherapie ist eine relativ junge Therapieform. Sie bestätigt, was alten Kulturen bereits seit vielen tausend Jahren bekannt ist: Pilze enthalten die wirkungsvollsten Wirkstoffe, die in der Natur zu finden sind ▶ [3]. Das Wissen über die heilsame Wirkung von Pilzen stammt ursprünglich aus dem ostasiatischen Raum, wo es besonders im alten China in der traditionellen Volksheilkunde Anwendung fand. Belege dafür reichen zurück bis in die Zeit vor Christus. Auch in Japan fiel das Wissen um die heilende Kraft gewisser Pilze auf fruchtbaren Boden. Die Pilze und deren Wirkstoffe wurden im „Land der aufgehenden Sonne“ weiter wissenschaftlich erforscht. Ihren Anfang nahm die moderne Mykotherapie vor rund 50 Jahren in Japan, als der wissenschaftliche Pionier Prof. Tetsuro Ikekawa zusammen mit seinen Mitarbeitern im Jahre 1968 die erste Studie zur antitumoralen Wirkung verschiedener Speisepilzextrakte vorlegte ▶ [536]. Diese wurde im Jahr darauf im „American Journal of Cancer“ publiziert. Bald darauf begannen auch andere Wissenschaftler mit der Erforschung der Pilze, was zur Entdeckung diverser neuer Wirkstoffe wie des Lentinan aus Shiitake, der D-Fraktion aus Maitake oder des PSK aus Coriolus versicolor führte. Ikekawa führte von 1972 bis 1986 auch die bislang größte epidemiologische Studie über die krebshemmende Pilzwirkung durch, in deren Zentrum der in Japan häufig angebaute und gern verspeiste Enokipilz stand. Anlässlich einer Konferenz im Jahre 1974 in Tokio wurden die neu gewonnenen Erkenntnisse in größerem Rahmen diskutiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, was schließlich zum Durchbruch und zur Neuentdeckung der Mykotherapie im Westen führte. Heute werden die durch Pilze ausgeübten heilsamen Wirkeffekte auf der ganzen Welt untersucht und weiter erforscht.

Der deutsche Begriff „Mykotherapie“ (griech. mykes = Pilz) beschreibt die Anwendung von bestimmten, ungiftigen Großpilzen für medizinische, therapeutische oder gesundheitsfördernde Zwecke. Diese Pilze werden auch Vitalpilze, Heilpilze oder Medizinalpilze genannt. In der englischen Sprache nennt man sie Healing Mushrooms oder Medicinal Mushrooms. Die wirkungsvollsten heilsamen Pilze stammen traditionell aus dem chinesischen Hochland, wo noch alte Stammlinien angebaut werden. Heute werden dank optimierter Kultivierungsmethoden funktionale Pilze auch in Nordamerika und Europa gezüchtet. Die TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) pflegt die Verwendung von Pilzen als Medizin und Nahrung vermutlich seit mehr als 2500 Jahren und verwendet Rezepturen für über 300 verschiedene Pilze. Die frühesten bekannten Aufzeichnungen über den medizinischen Einsatz von Pilzen in China stammen aus der Zeit zwischen dem 2. und 1. Jahrhundert vor Christus. Eine der ältesten medizinischen Schriften, das „Buch der 52 Rezepturen bei Krankheiten“ (Wu Shi Er Bing Fang), wurde 1973 in einem Grab der Mawangdui-Ausgrabungsstätte nahe Changsha entdeckt. Dieses Werk enthält medizinisches Wissen, das auch pflanzliche Heilmittel umfasst – möglicherweise einschließlich Pilzen –, und gehört zu den frühesten bekannten medizinischen Texten Chinas. Das „Shen Nong Ben Cao Jing“, auf Deutsch oft übersetzt als „Klassiker der Heilkräuter des Gottesbauern Shennong“ – ist eines der ältesten bekannten Werke der chinesischen Arzneimittelkunde. Es bildet eine der Grundlagen der Traditionellen Chinesischen Medizin. Besonders hervorgehoben wird darin der Reishi-Pilz. Im Laufe der Zeit entstanden in China viele weitere Schriften, in denen Rezepturen und Indikationen für die Verwendung von Pilzen beschrieben werden.

Pilze werden seit tausenden von Jahren auf der ganzen Welt als Nahrung und Medizin verwendet. So haben andere Kulturen bereits sehr früh die heilende Wirkung von Pilzen entdeckt, die zu den ältesten Naturheilmitteln der Menschheitsgeschichte gehören.

Info

Der wohl älteste diesbezügliche Beleg wurde bei der bekannten Gletschermumie „Ötzi“ gefunden. Der Mann vom Hauslabjoch trug in einem Lederbeutel neben diversen Pflanzenteilen auch einen Birkenporling und einen Zunderschwamm mit sich ▶ [18], ▶ [694]. Man geht heute davon aus, dass bereits die in der Steinzeit lebenden Menschen um die antimikrobielle Kraft dieser Pilze wussten.

Von den nordamerikanischen Ureinwohnern ist bekannt, dass sie Pilze zur Moxibustion, zur Behandlung und Vorbeugung von Erkrankungen sowie zur Blutstillung und damit zur Versorgung von offenen Wunden durch Verletzung oder Verbrennung verwendet haben. Der Stamm der Okanagan-Indianer badete seine neugeborenen Kinder in einer Pilzbrühe, in der Hoffnung, dass die starken Kräfte der Pilze auf diese übergehen mögen ▶ [2]. Auch die europäischen Ärzte der Antike wussten bereits von gewissen Pilzen und ihrer heilenden Wirkung. Darunter befand sich auch Oreibasios, ein bedeutender spätantiker Mediziner und später der Leibarzt des römischen Kaisers Julian. Den Grundstein dafür legte kein Geringerer als Hippokrates von Kos, der Urvater der Medizin. Bereits fünf Jahrhunderte vor Christus wird im „Corpus Hippocraticum“ über die Verwendung von getrockneten Pilzen zur Moxibustion berichtet. Obwohl sich im mittelalterlichen Europa später Abneigung und Misstrauen gegenüber Pilzgewächsen entwickelt haben, fand das Wissen um deren heilende Wirkung doch seinen Weg und wurde während vieler Jahrhunderte durch die Klostermedizin bewahrt. So schrieb auch die wohl berühmteste Naturforscherin und Heilerin des Mittelalters, Hildegard von Bingen (1098–1179 n. Chr.), in ihrem Werk „Physica“ über die Wirkung und Verwendung von Pilzen ▶ [6].

Info

Prof. Dr. med. Dr. phil. Dr. h.c. Gundolf Keil vom Institut für Geschichte der Medizin der Universität Würzburg kommt in seiner medizinhistorischen Studie zum Schluss, dass Penicillin, ein antibiotisches Produkt aus Schimmelpilzen, bereits im Mittelalter verwendet wurden, um Wundinfektionen zu bekämpfen ▶ [20]. Auch andere Berichte deuten darauf hin, dass in früheren Kulturen bakteriell infizierte Wunden mit Schimmelpilzen behandelt wurden. Zu den heute therapeutisch eingesetzten Antibiotika aus Pilzen zählen Penicillin, Cephalosporin, Fusidinsäure und Griseofulvin. Auch Zytostatika oder Immunsuppressiva wie Cyclosporin werden aus Pilzen gewonnen ▶ [19].

1.2 Heilende Pilze für unsere Tiere


Die Lehre von der Ausübung der Tiermykotherapie, also der Anwendung von heilsamen Pilzen beim Tier, ist in der Art, wie wir sie heute kennen, noch jung. Zur Erforschung der Pilzwirkstoffe wurden jedoch schon unzählige wissenschaftliche Untersuchungen an Tieren durchgeführt. Aus diesem Grund existieren hunderte von Studien und damit grundlegende Erkenntnisse über die Wirkung und Anwendung der Pilzwirkstoffe beim Tier. So moralisch bedenklich Tierversuche sind, ist in diesem Fall die Tatsache interessant, dass die Versuchstiere durch die Behandlung mit Pilzwirkstoffen in der Regel eine Verbesserung ihrer Gesundheit erfahren haben.

Die ersten grundlegenden Aufzeichnungen über die Tätigkeit von Tierärzten stammen aus dem alten China des 3. Jahrhundert v. Chr. Man kannte eine „Materia Medica“, in der verschiedene Arzneimittel für Menschen und Tiere beschrieben wurden. Unter allen Tierarten wurden im alten China den Pferden aufgrund ihrer Bedeutung für die Kriegsführung wohl am meisten Aufmerksamkeit geschenkt. Als Basiswerk gilt der „Pferdeklassiker“, eine alte chinesische Handschrift über die damalige Pferdeheilkunst. Heilende Pilze, ganz besonders Reishi, waren zu dieser Zeit aufgrund ihrer Seltenheit dem Kaiser und seiner Familie vorbehalten. Tiere kamen wohl nicht in den Genuss ihrer Heilkraft, außer sie fanden und aßen die Pilze beim Weiden auf den Wiesen, wie dies die Yaks im Hochland von Tibet und Nepal noch immer tun.

Da befinden sich unsere heutigen Haustiere in einer weit besseren Position. Vitalpilze, lange nicht mehr so rar wie einst, werden heute gezüchtet und zu fertigen Produkten verarbeitet. Jedem interessierten Tierhalter ist es möglich, Vitalpilze für sich selbst oder für seine Tiere zu kaufen. Immer mehr Veterinärmediziner und Heilpraktiker in Deutschland, Österreich und der Schweiz interessieren sich für die Mykotherapie und ihre Anwendung beim Tier. Die Praxis zeigt: Tiere reagieren aufgrund ihrer ausgeprägten Selbstheilungskräfte weitaus sensibler und schneller auf die Pilzwirkstoffe, als Körper von Menschen es tun. Wegen des geringeren Körpergewichtes ist bei Kleintieren auch die Verabreichung von höheren Dosen wesentlich einfacher als vergleichsweise beim Menschen. Die Behandlung wirkt dadurch besonders schnell und nachhaltig. Die Behandlungsmöglichkeiten sind dabei äußerst vielfältig und reichen von der...

Erscheint lt. Verlag 16.9.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Veterinärmedizin
Schlagworte Hund • Immunsystem • Indikationstabellen • Katze • Krebstherapie • Medizinalpilze • Mykotherapie • Pferd • Pilzinhaltstoffe • Tiermedizin • Vitalpilze
ISBN-10 3-13-290594-1 / 3132905941
ISBN-13 978-3-13-290594-8 / 9783132905948
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