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Genetische Konnektivität von Wildschweinen in von der Afrikanischen Schweinepest betroffenen Gebieten

Buch | Softcover
118 Seiten
2025
VVB Laufersweiler Verlag
978-3-8359-7223-0 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Genetische Konnektivität von Wildschweinen in von der Afrikanischen Schweinepest betroffenen Gebieten - Uta Viviane Simon
CHF 51,50 inkl. MwSt
Der Genotyp II des Afrikanische Schweinepestvirus hat Europa noch fest im Griff. Epidemiologisch ist der Seuchenzug durch hohe Virulenz, hohen Letalität und hohe Tenazität bei geringer Kontagiosität geprägt. Die bisherigen Maßnahmen, wie die intensive Suche nach Kadavern, das Reduzieren der Wildschweinpopulation und das Errichten von Zäunen, scheinen die Ausbreitung zwar zu einzudämmen, können sie bislang aber nicht komplett unterbinden. Für eine optimale Kontrolle großflächiger Ausbreitung über Wildschweinpopulationen scheint es wichtig, die Konnektivität der Populationen untereinander zu kennen. Diese Konnektivität sollte in vorliegender Studie anhand der genetischen Differenzierung zwischen den Wildschweinpopulationen im Zielgebiet bestimmt werden. Dafür standen 1262 Wildschweine (davon 389 ASP-positiv) aus 31 Gebieten zur Verfügung. Die Probensammlung und DNA-Analyse erfolgte in Kooperation mit dem FLI, Riems. Die Genotypisierung erfolgte anhand von 12 Mikrosatelliten. Der Austausch zwischen den Populationen wurde auf Basis populationsgenetischer Kenngrößen und Bayes’scher Clusterverfahren bestimmt und quantifiziert.
Das wichtigste Ergebnis war eine Differenzierung der nördlichen und südlichen Populationen entlang einer Linie von der Unteren- und Mittelelbe über Berlin und die A11 bis zur polnischen Grenze. In den beiden so getrennten Gebieten wiesen die untersuchten Populationen untereinander eine gute Konnektivität auf, insbesondere im Bereich Mecklenburg-Vorpommerns. Kleinere Barrierewirkungen ergaben sich aber auch innerhalb der südlichen Region. Durch die Kombination der genetischen Charakteristik der Wildschweine und der ASP-Viren konnte gezeigt werden, dass die Ausbrüche entlang der polnischen Grenze immer wieder durch Neueinträge über die Oder erfolgten, während die Ausbreitung parallel zur Oder und Neiße auf deutscher Seite nur eine lokale und untergeordnete Rolle spielte. Die Daten sprechen außerdem dafür, dass die Virusvarianten nicht auf deutscher Seite entstanden, sondern jeweils aus Polen eingetragen worden sind. ASP-Ausbrüche weiter westlich müssen durch direkte Virusverbreitung über den Menschen erfolgt sein. Hinweise auf eine Rolle von Wildschweinen konnten nicht festgestellt werden. Die populationsgenetischen Befunde, die genomischen Virusdaten und die Ausbreitungsdynamik der Viren belegen eine sehr langsame Ausbreitung innerhalb der Gebiete höchster genetischer Konnektivität und sprechen für einen hohen Infektionsdruck über die Oder und Neiße. Gleichzeitig zeigen sie die hohe Wirksamkeit der vor Ort angewandten Kontrollmaßnahmen.
Genotype II of African swine fever virus still has Europe firmly in its grip. Epidemiologically, the epidemic is characterized by high virulence, high lethality and high tenacity with low contagiousness. The measures taken so far, such as the intensive search for carcasses, the reduction of the wild boar population and the erection of fences, appear to be containing the spread, but have not yet been able to stop it completely. For optimal control of large-scale dispersal via wild boar populations, it seems important to know the connectivity of the populations with each other. In the present study, this connectivity was to be determined based on genetic differentiation between the wild boar populations in the target area. For this purpose, 1262 wild boar (389 of which were ASF-positive) from 31 areas were available. Sample collection and DNA analysis were carried out in cooperation with the FLI, Riems. Genotyping was carried out using 12 microsatellites. The exchange between the populations was determined and quantified based on population genetic parameters and Bayesian clustering methods.
The most important result was a differentiation of the northern and southern populations along a line from the Lower and Middle Elbe via Berlin and the A11 to the Polish border. In the two areas separated in this way, the populations studied showed good connectivity with each other, particularly in the Mecklenburg-Western Pomerania region. However, smaller barrier effects also occurred within the southern region. By combining the genetic characteristics of the wild boars and the ASF viruses, it was possible to show that the outbreaks along the Polish border were repeatedly caused by new entries via the Oder, while the spread parallel to the Oder and Neisse on the German side only played a local and subordinate role. The data also suggest that the virus variants did not originate on the German side but were each introduced from Poland. ASF outbreaks further west must have occurred through the direct spread of the virus via humans. No evidence of a role for wild boar could be found. The population genetic findings, the genomic virus data and the spread dynamics of the viruses prove a very slow spread within the areas of highest genetic connectivity and indicate a high infection pressure via the Oder and Neisse rivers. At the same time, they show the high effectiveness of the control measures applied on site.
Erscheinungsdatum
Reihe/Serie Edition Scientifique
Verlagsort Gießen
Sprache deutsch
Maße 148 x 210 mm
Gewicht 200 g
Themenwelt Veterinärmedizin Allgemein
Schlagworte Afrikanische Schweinepest Genotyp II • Anthropogene Virusverbreitung bei ASP • Deutschland • Konnektivität und Barriereeffekte Wildschweinpopulationen • Mikrosatellitenanalyse Wildtierseuchen • Populationsgenetik Wildschwein ASP • Virusausbreitung über Oder und Neiße
ISBN-10 3-8359-7223-5 / 3835972235
ISBN-13 978-3-8359-7223-0 / 9783835972230
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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