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Einsatzmöglichkeiten der Mengenelementanalytik im Harn zur Überwachung einer anionenreichen Fütterung im Rahmen der prophylaktischen Bestandsbetreuung von Milchviehherden

Buch | Hardcover
IV, 150 Seiten
2004 | 1., Aufl.
Mensch & Buch (Verlag)
978-3-89820-663-1 (ISBN)
CHF 32,15 inkl. MwSt
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Ziel im Management von Hochleistungsmilchviehherden sind profitable Mengen in der Milchproduktion bei Erhaltung der Herdengesundheit sowie einer hohen Reproduktionsleistung (CHASE, 1993). Höchstleistungen sind in Großbeständen nur mit einer optimalen Mineralstoffversorgung zu erreichen, die wiederum nur bei geeigneter analytischer Überwachung gewährleistet werden kann (JONAS, 1971). Indikationsgebiete der Überwachung sind zum einen vorbeugende Stoffwechselkontrollen in Perioden besonderer metabolischer Belastung, des weiteren ein gehäuftes Auftreten von Tierverlusten, Leistungsdepressionen oder Qualitätsminderungen der Rohmilch (ROSSOW et al., 1989). Bei Verwendung von Stichprobenuntersuchungen lässt sich die Stoffwechselüberwachung effizient in die Bestandsbetreuung von Milchviehherden integrieren (LEHWENICH, 1999). Die Parameterauswahl sollte dabei nach dem höchsten diagnostischen bzw. frühdiagnostischen Informationsgehalt erfolgen (ROSSOW et al., 1989). Futtermitteluntersuchungen stellen eine wertvolle Ergänzung der Stoffwechselkontrollen dar und sollten eng mit diesen koordiniert werden (ROSSOW et al., 1974). Stoffwechselbedingte Gesundheitsprobleme beim Rind treten schwerpunktmäßig in Form von Energiemangelzuständen, Mineralstoffimbalanzen und latenten azidotischen Belastungen auf (ROSSOW et al., 1989).
Zu den bedeutendsten und häufigsten Störungen bei Milchleistungskühen gehört trotz intensiver Bemühungen um Aufklärung der Ursachen und zu Möglichkeiten der Prophylaxe immer noch die Gebärparese (KAMPHUES, 1996; FÜRLL et al., 1996a). Sie entsteht durch das Unvermögen der hormonellen Regulationsmechanismen, den Calciumverlust in der Milch durch genügend schnelle Mobilisierung und Resorption von Calcium auszugleichen (BLUM und FISCHER, 1974; HORST, 1986). Infolge der auf hohe Milchleistung ausgelegten Züchtung und Fütterung der Kühe ist es zu einem ständigen Anstieg der Gebärparesehäufigkeit gekommen. Die Erkrankungswahrscheinlichkeit liegt in der modernen Milchviehwirtschaft im Durchschnitt bei 5 bis 10 %, wobei die subklinisch verlaufenden Hypocalcaemien noch nicht berücksichtigt sind (ABELE, 1999; HOUE et al., 2001). Der hohen Inzidenz der Gebärparese kommt nicht zuletzt durch die mit ihr verbundenen Folgeerkrankungen sowie Beeinträchtigung der Fertilität und effektiven Nutzungsdauer der Tiere eine hohe wirtschaftliche Bedeutung zu (BLUM und FISCHER, 1974; BEENING, 1998). Die zur Verfügung stehenden Maßnahmen zur Gebärpareseprophylaxe können in fütterungstechnische und medikamentöse Maßnahmen unterteilt werden (GRÜNDER, 1985).
Tritt die hypocalcämische Gebärparese in einem Betrieb gehäuft, d. h. als Bestandsproblem auf, ist vor allem die Fütterung während der letzten drei Wochen der Trockenstehphase zu hinterfragen. Präventiv wirksam ist in dieser Zeit bekanntermaßen ein enges Calcium-Phosphor-Verhältnis im Mineralfutter, was aber nicht immer zum Erfolg führt (ABELE, 1999). Anstelle dieses über viele Jahre angewandten Verfahrens steht heute die vor der Geburt in der Ration vorhandene Kationen-Anionen-Differenz (DCAB) im Zentrum des Interesses (KAMPHUES, 1996). Der prophylaktische Einsatz von sogenannten sauren Salzen findet immer weitere Verbreitung (BENDER et al., 2001) und steht heute als Routinemethode zur Verfügung (STAUFENBIEL, 2000). In neueren epidemiologischen Untersuchungen wurde festgestellt, dass die unterschiedliche Frequenz der Gebärparese viel enger mit der Differenz von Kationen und Anionen im Futter als mit der Calciumkonzentration in der Ration korreliert (OETZEL, 1991). Der Einsatz saurer Salze stellt eine effektive Alternative zur restriktiven Calciumfütterung dar (OETZEL, 1993). Mit zunehmenden Überschüssen an Kationen im Futter korreliert ein Anstieg in Frequenz und Intensität der Gebärparese (KAMPHUES, 1996). Eine milde azidotische Stoffwechsellage zwei bis drei Wochen ante partum wirkt dagegen dem Auftreten von Kalbefieber effektiv entgegen (BENDER et al., 2001; OETZEL, 2002). Stark positive DCAB-Werte in den Rationen werden häufig durch einen Kaliüberschuss in der Grassilage verursacht. Da das Grundfutter meist nicht ausgetauscht werden kann, bleibt nur der Weg, ein anionenbetontes Mineralfutter spätestens während der letzten drei Trächtigkeitswochen einzusetzen (ABELE, 1999). Zur Senkung der Häufigkeit der Gebärparese kann in Abhängigkeit von der Grundfutterzusammensetzung die erforderliche Menge an Zusätzen erheblich variieren (KAMPHUES, 1996). Um eine sinnvolle Umsetzung des DCAB-Konzeptes zu erreichen, sollte der Einsatz saurer Salze nur nach vorangegangener Bestimmung der DCAB in der jeweiligen Ration erfolgen. Anhand der Ergebnisse ist die notwendige Menge an Mineralsalzzulage zu ermitteln. Weitere Analysen müssen folgen, um die Wirkung der eingesetzten Salze zu kontrollieren (BENDER et al., 2001). Die Laboranalyse von Chlorid und Schwefel gestaltet sich allerdings schwierig und wird auch nicht von allen futteranalytischen Labors angeboten (OETZEL, 2002).
Mithilfe dieser Arbeit soll 1. die Abhängigkeit der Mineralstoffkonzentrationen im Harn vom Laktationsstadium, 2. die Beziehung zwischen den Mineralstoffkonzentrationen und dem DCAB-Wert im Futter und 3. die Aussagekraft der Mengenelementkonzentrationen zum Effekt saurer Salze untersucht werden.
Sprache englisch; deutsch
Maße 148 x 210 mm
Einbandart gebunden
Themenwelt Veterinärmedizin
Schlagworte HC/Medizin/Veterinärmedizin
ISBN-10 3-89820-663-7 / 3898206637
ISBN-13 978-3-89820-663-1 / 9783898206631
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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