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Vergleichende Untersuchung der Leberkonservierung mit Biseko-und mit UW-Lösung im Modell der normotherm hämoperfundierten Schweineleber

(Autor)

Buch
104 Seiten
2012
Mensch & Buch (Verlag)
978-3-86387-121-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Vergleichende Untersuchung der Leberkonservierung mit Biseko-und mit UW-Lösung im Modell der normotherm hämoperfundierten Schweineleber - Hannah Freund
CHF 69,85 inkl. MwSt
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Die Lebertransplantationschirurgie nimmt an Bedeutung zu. Dies ist u.a. daran ersichtlich, dass die Zahl der Organempfänger stetig wächst, was wiederum zur Folge hat, dass an die 14% der auf eine Lebertransplantation Wartenden an Leberversagen sterben, bevor sie ein Spenderorgan erhalten (Bessems et al. 2005). Daher steht dieses Organ im Zentrum des Interesses klinischer Forschungen im Bereich der Transplantationschirurgie mit dem Ziel, Menschen mit Leberversagen zu helfen. Es gibt zwei Aspekte, die bei einer Transplantation zu Komplikationen führen können: Auf der einen Seite spielt der Gesundheitszustand von Spender und Empfänger eine Rolle, auf der anderen Seite der Zustand des Organs selber, welches durch die Wahl der Konservierungslösung und die Dauer der kalten und warmen Ischämiezeit beeinflusst wird (Mimeault et al. 1989). Die Organschäden, die wegen der Konservierung, Lagerung und erneuten Durchblutung (Reperfusion) des Organs auftreten, werden als Ischämie- und Reperfusionsschäden bezeichnet. Die Ischämie bezeichnet die Unterbrechung der Durchblutung. Allerdings ist es schwierig, an dem Organ genau festzustellen, welche Schäden durch die Ischämie entstanden sind und welche durch die Reperfusion (Toledo-Pereyra 1987). Aufgrund der Ischämie, die bei einer Transplantation unvermeidlich ist, wird zwangsläufig die Leber nicht mehr mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Dies hat zur Folge, dass von Sauerstoffzufuhr abhängige Stoffwechselvorgänge zum Erliegen kommen. Weiterhin akkumulieren die Stoffwechselprodukte. Aus Mangel an Nährstoffen werden die Energiereserven aufgebraucht. Bei der anschließenden Reperfusion kommt es hauptsächlich zu Schädigungen des Organs durch Störungen in der Mikrozirkulation und durch Reperfusion bedingte Entzündungsreaktionen (Jaeschke 1998). Die Funktionsstörungen in der Mikrozirkulation sind auf ein Ungleichgewicht zwischen vasokonstriktiven (gefäßverengenden) und vasodilatativen (gefäßerweiternden) Substanzen zurückzuführen. Dieses Ungleichgewicht hat zur Folge, dass die lebenswichtigen Stoffwechselfunktionen gestört werden (Uhlmann et al. 2005). Weitere Gewebeschädigungen, welche durch Konservierung auftreten können, sind Zellschwellungen (Kvitsinskaia et al. 1978) und Störungen beim Gallenabfluss (Feng et al. 2007). Tierexperimentell wurden schon 1960 Versuche unternommen, Alternativen zur reinen Kalt-lagerung als Konservierungsmethode zu entwickeln. Die maschinelle Perfusion zur Aufrechterhaltung der Durchblutung diente der Überbrückung zwischen dem Zeitpunkt der Entnahme und dem Zeitpunkt des Einsetzens des Organs. Diese Methode sollte die Schäden der Kaltlagerung minimieren. Im Jahr 1990 wurden erste Erfolge mit kontinuierlicher maschineller Perfusion der Leber beschrieben (Pienaar et al. 1990). Obwohl die maschinelle Perfusion seitdem weiterentwickelt wurde, hat sie noch nicht die klinische Relevanz erhalten, die man sich erhofft hat (Dutkowski et al. 2008). Diese Methode dient weiterhin hauptsächlich Versuchszwecken. Vor allem führen die Konservierungs- und Perfusionsversuche am isolierten Organ zu einer Minimierung der Anzahl von Tierversuchen. Die Organstruktur bleibt hierbei weitestgehend unverändert (Groneberg et al. 2002). Studien im Bereich der Transplantationschirurgie widmen sich der gewebetechnischen und zeitlichen Optimierung durch eine Verbesserung der Konservierungslösungen. Die ersten tierexperimentellen Studien in Bereich der Lebertransplantation wurden durch Welch und Cannon durchgeführt (Welch 1955; Cannon 1956). Im Laufe der Zeit wurden zahlreiche Tierversuche durchgeführt, um die Lebertransplantationschirurgie zu verbessern. Um die Versuchstierzahlen zu minimieren, wurde jedoch nach Ersatzmethoden gesucht. Die isolierte Organperfusion erwies sich dabei als geeignete Alternative (Grosse-Siestrup et al. 2002; Thewes et al. 2007). Als Ersatz für Tierversuche hat sich vor allem die Verwendung von Schweinelebern von Schlachttieren bewährt (Grosse-Siestrup et al. 2002). Hierdurch wird dem Tierschutz mehr Rechnung getragen. Hinzu kommt bei der Verwendung der gesamten Leber im Vergleich zu Leberteilen der Vorteil, dass die Funktionstüchtigkeit der Leber im Ganzen beurteilt wird – so z.B. die Gallenproduktion, die Enzymherstellung und Zellinteraktionen (Grosse-Siestrup et al. 2002). Der Nutzen dieser Vorgehensweise wurde bereits nachgewiesen (Groneberg et al. 2002; Thewes et al. 2007). Bei der Verwendung von isolierten Organen aus Schlachttieren muss allerdings berücksichtigt werden, dass Ergebnisse durch lokale oder systemische Erkrankungen des Tieres negativ beeinflusst werden können. Interessanterweise wurden die Leberperfusionsmodelle an Schweinelebern etabliert. Die Nierenperfusionsmodelle wurden zuerst mit Ratten- bzw. Kaninchennieren durchgeführt (Frodin 1975; Raymond et al. 1975). Die Perfusionsversuche ermöglichen die genauere Untersuchung der Probleme, welche mit einer Lebertransplantation verbunden sind, vor allem die der Reperfusionsschäden. Reperfusionsschäden wirken sich auf die Funktionstüchtigkeit des Transplantats aus und spielen somit eine wesentliche Rolle bei der Überlebenschance des Empfängers. Die Zusammensetzung der Konservierungslösung beeinflusst die entstehenden Gewebeschädigungen durch Ischämie und Reperfusion. Aus diesem Grund stellt sie einen zentralen Erfolgsfaktor bei dem Gelingen einer Lebertransplantation und somit im Bemühen um eine Erhöhung der Überlebenschancen von Transplantatempfängern dar. Die Einführung der „University-of-Wisconsin-Konservierungslösung“ (UW-Lösung) in der Leber- transplantationsmedizin stellt bereits eine große Verbesserung der Organkonservierung dar (Janssen et al. 2004) und hat sich als „Goldstandard“ für die Leberkonservierung etabliert (Steininger et al. 1992). Schäden, die aus Ischämie und Reperfusion entstehen, sind jedoch trotz des medizinischen Fortschritts immer noch Hauptgrund für postoperatives Leberversagen nach erfolgreicher Transplantation (Nowak et al. 2002). Ziel vorliegender Studie ist es, zur Optimierung der Konservierung von Spenderlebern bei-zutragen. Es gilt, eine möglichst lange und gewebeschonende Lagerung dieser Spenderlebern zu gewährleisten ohne die Funktion der Leber einzuschränken. Die Art der Konservierung ist maßgeblich für den Erfolg einer Lebertransplantation.

Sprache deutsch
Einbandart gebunden
Themenwelt Veterinärmedizin
Schlagworte Konservierung • Leber • Lebertransplantation • Organtransplantation
ISBN-10 3-86387-121-9 / 3863871219
ISBN-13 978-3-86387-121-5 / 9783863871215
Zustand Neuware
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