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Wildvogelmonitoring in Brandenburg zum Nachweis aviärer Influenzaviren unter besonderer Berücksichtigung einer Sentinelanlage

Buch | Hardcover
202 Seiten
2012
Mensch & Buch (Verlag)
978-3-86387-127-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Wildvogelmonitoring in Brandenburg zum Nachweis aviärer Influenzaviren unter besonderer Berücksichtigung einer Sentinelanlage - Kerstin Albrecht
CHF 69,85 inkl. MwSt
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Aviäre Influenzaviren (AIV) sind bei Vögeln weit verbreitet. Unter ihnen findet sich der Erreger der wichtigsten anzeige- und bekämpfungspflichtigen Tierseuche beim Wirtschaftsgeflügel weltweit: die hochpathogene Form der aviären Influenza, ausgelöst durch bestimmte Virusstämme des Subtyps H5 und H7 (Alexander 1995; Alexander 2000; Werner und Harder 2006a; Werner und Harder 2006b; Capua und Alexander 2010). Ausbrüche von hochpathogener aviärer Influenza (HPAI) können sich katastrophal sowohl für den einzelnen Geflügelhalter als auch für die Geflügelwirtschaft in einer betroffenen Region auswirken und zu länderübergreifenden bis hin zu weltweiten Handelsbeschränkungen führen. HPAI-Ausbrüche werden im 21. Jahrhundert vermehrt nachgewiesen (Ellis et al. 2004; Hesterberg et al. 2009; Kou et al. 2009). Dies betrifft vor allem Infektionen mit dem hochpathogenen aviären Influenzavirus (HPAIV) des Subtyps H5N1, das sich seit 2003 weltweit sprunghaft ausgebreitet und Hausgeflügel, Wildvögel, Individuen verschiedener Säugetierarten einschließlich des Menschen (zooanthroponotisches Potential) infiziert hat. Es wurde bereits in über 60 Ländern in Asien, Afrika und Europa nachgewiesen, hat bei Geflügel zu Millionen und beim Menschen zu mehreren Hundert Todesfällen geführt (Murugkar et al. 2008; Kalthoff et al. 2010). Den letzten Höhepunkt erreichten die Infektionen mit HPAIV H5N1 bei Wildvögeln und Hausgeflügel in zahlreichen Ländern mehrerer Kontinente in den Jahren 2005 bis 2007 (Globig et al. 2009b). Wenn auch die Ausbrüche in Europa sämtlich getilgt werden konnten, bleibt HPAIV H5N1 auch weiterhin vor allem in den endemisch infizierten Regionen Südostasiens (Indonesien, Indochina, China) und Afrikas (Ägypten) ein gravierendes Problem für die Tierseuchenbekämpfung und das öffentliche Gesundheitswesen (Sims 2007; Vong et al. 2008; Hafez et al. 2010; Hogerwerf et al. 2010). Global muss jederzeit mit neuerlichen Einschleppungen dieses Virus gerechnet werden. Niedrigpathogene aviäre Influenzaviren (NPAIV) spielen nicht nur als Krankheitserreger insbesondere bei Puten mit durchaus erheblichen wirtschaftlichen Einbußen eine Rolle (AHO 2009), sondern können über Wirtspassagen durch Veränderungen des Virusgenoms zu einem HPAIV mutieren (Werner 2006). Wildvögel, insbesondere wild lebende Wasservögel, sind das natürliche Reservoir niedrigpathogener AIV. Ihnen wird bei der Übertragung der Erreger auf Hausgeflügel eine Bedeutung beigemessen (Webster et al. 1992; Alexander 2000; Werner et al. 2003; Keawcharoen et al. 2008). Deshalb stehen sie bei der Risikoabschätzung für das Wirtschaftsgeflügel in Bezug auf niedrigpathogene AIV im Fokus der Betrachtungen. Die Rolle von Wildvögeln im Rahmen der HPAI ist umstritten. Die bisherigen Fälle zeigten, dass HPAIV H5N1 in der Lage war, sich innerhalb weniger Tage und Wochen in weiträumigen geographischen Einheiten zu verbreiten. Das Virus erwies sich somit als ein hochmobiler Erreger (Wilking et al. 2009). Ob hierfür ausschließlich infizierte, migrierende Wildvögel verantwortlich waren oder nicht doch legale und illegale Praktiken des Handels mit Geflügel oder deren Produkten sowie gefangenen Wildvögeln bleibt umstritten (Tumpey et al. 2002; Van Borm et al. 2005; Feare und Yasue 2006; Burgos und Burgos 2007; Harder et al. 2009a; Schöne et al. 2009). Zunächst gab es nur punktuelle Untersuchungen mit wenigen aussagekräftigen Erkenntnissen (Sinnecker et al. 1982; Ottis und Bachmann 1983; Süss et al. 1994; Bolte et al. 1997; Schnebel et al. 2005; Hlinak et al. 2006). In den letzten Jahren wurden diese Daten durch zahlreiche Untersuchungen im Hinblick auf die Verbreitung von AIV bei Wildvögeln, Hausgeflügel und anderen Tierarten vervollständigt (Happold et al. 2008; Hesterberg et al. 2008; Pannwitz 2008; Globig et al. 2009b; Hesterberg et al. 2009; Brown 2010; Toennessen et al. 2011). Dabei fand eine Risikobeurteilung im Hinblick auf das Auftreten bestimmter Wildvogelarten in verschiedenen Regionen und deren Zugverhalten sowie das Gefährdungspotential für Standorte mit Hausgeflügel Berücksichtigung. Auf Grund der ständig existierenden und bisher nach wie vor nicht eindeutig definierten Gefährdung von Mensch und Tier durch die Wildvögel bleibt eine permanente Überwachung der wichtigsten in der Liste des internationalen Tierseuchenamtes (OIE) aufgeführten Tierseuche des Geflügels (OIE 2010) unerlässlich. Dies ist durch ein regelmäßig fortgeführtes Wildvogelmonitoring möglich. Da sich die Organisation einer kontinuierlichen Überwachung von Wildvögeln als schwierig erweist, können Untersuchungen von Sentineltieren, die nach einem bestimmten Schema über einen längeren Zeitraum von mehreren Jahren beprobt werden, zusätzliche relevante Daten liefern (Racloz et al. 2007; Globig et al. 2009a). In der vorliegenden Arbeit wird das Vorkommen von AIV bei Wildvögeln im Bundesland Brandenburg dargestellt. Dazu werden Daten aus den Untersuchungen des Wildvogelmonitorings und einer Sentinelanlage, die im Nordosten Brandenburgs eingerichtet worden ist, ausgewertet. Gleichzeitig erfolgt eine Erfassung der im Bereich der Sentinelanlage vorkommenden Wildvögel nach Art und Anzahl verbunden mit einer Risikobewertung im Hinblick auf eine Gefährdung der Hausgeflügelbestände.

Sprache deutsch
Einbandart gebunden
Themenwelt Veterinärmedizin
Schlagworte Aviäre Influenzaviren (AIV) • Geflügelproduktion • Geflügelwirtschaft • hochpathogene aviäre Influenza (HPAI) • Sentinelanlage • Vögel • Wildvögel
ISBN-10 3-86387-127-8 / 3863871278
ISBN-13 978-3-86387-127-7 / 9783863871277
Zustand Neuware
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