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Zur Wirksamkeit unterschiedlicher Netzprototypen zum Schutz von Milchvieh und Kälbern vor Überträgern (Gnitzen, Culicoides spp.) der Blauzungenkrankheit und anderen Lästlingsinsekten

(Autor)

Buch | Softcover
166 Seiten
2011
Mensch & Buch (Verlag)
978-3-86387-056-0 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Zur Wirksamkeit unterschiedlicher Netzprototypen zum Schutz von Milchvieh und Kälbern vor Überträgern (Gnitzen, Culicoides spp.) der Blauzungenkrankheit und anderen Lästlingsinsekten - Oona Skrock
CHF 69,85 inkl. MwSt
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Im August 2006 kam es im Dreiländereck Holland, Belgien und Deutschland zu einem unerwarteten Ausbruch der Blauzungenkrankheit (Kampen und Kiel, 2006; Mehlhorn et al., 2007; Kampen, 2008), die die heimischen Wiederkäuerbestände bedrohte. Die im Ausbruchsjahr in Deutschland registrierten 900 Fälle stiegen im Sommer 2007 explosionsartig auf über 20.000 Fälle an. Neben den hohen wirtschaftlichen Einbußen (Tierverluste, Leistungseinbußen, Tierarztkosten, eingeschränkter Handel durch seuchenrechtliche Bestimmungen) verursachten die Infektionen einen erheblichen Leidensdruck bei den erkrankten Tieren (FLI, 2010d). Bei der Blauzungenkrankheit handelt es sich um eine ursprünglich aus Afrika kommende vektorübertragene Viruserkrankung der Haus- und Wildwiederkäuer, die sich über den Mittelmeerraum bis nach Mitteleuropa ausbreitete. Die Hauptvektoren für das Blauzungenvirus (BTV) sind 1-3mm kleine Mücken der Gattung Culicoides (Gnitzen). Die wichtigsten klinischen Leitsymptome dieser Erkrankung sind anhaltendes hohes Fieber, entzündliche Veränderungen an Haut und Schleimhaut von Auge, Maul und Nase, Erosionen an Zitzen und Klauen sowie Lahmheiten, Aborte und Abmagerung. Auf dem afrikanischen Kontinent und in Südeuropa gilt die Gnitzenspezies C. imicola als Hauptüberträger. Nördlich der Alpen wurde sie bisher noch nicht nachgewiesen. Neueste entomologische Untersuchungen in Deutschland und im westlichen Nordeuropa haben ergeben, dass auch die bei uns beheimateten Culicoides spp. potentielle Vektoren des Blauzungenvirus sein können (Mehlhorn et al., 2007; Mehlhorn et al., 2008c; Hoffmann et al., 2009; Mehlhorn et al., 2009). Die Aufstallung der Tiere zu den Hauptflugzeiten der Vektoren (Gnitzen) bietet nach bisherigen Erkenntnissen keinen absoluten Schutz (Baylis et al., 2010). Die Bekämpfung von ihren feuchten Bruthabitaten durch Trockenlegung (Soulsby, 1982; Boorman, 1993; Taylor et al., 2007; Carpenter et al., 2008a) oder Behandlung mit Insektiziden (Braverman, 1994; Taylor et al., 2007; EFSA, 2008) ist schwierig, da die Entwicklungshabitate der in Deutschland nachgewiesenen opportunistischen Culicoides spp.nur unzureichend bekannt sind (Werner und Kampen, 2007; EFSA, 2008). Als weitere Schutzmaßnahmen vor den Vektoren kommen neben der Umgebungsbehandlung auch verschiedene Insektizide am Tier in Form von pour on Behandlungen oder Ohrclips zum Einsatz. Ein Effekt der unterschiedlichen Formulierungen auf die Gnitzen konnte nur für eine geringe Zeitspanne nachgewiesen werden (Carpenter et al., 2008a; Mehlhorn et al., 2008a; Liebisch et al., 2008a). Eine Feldstudie auf einer Bullenstation in Brandenburg zeigte, dass trotz durchgeführter Insektizid-Behandlungen am Tier noch Gnitzen im Stall gefangen wurden, die eine Blutmahlzeit aufgenommen hatten (Bauer et al., 2009). Ein neuer Ansatz zum Schutz vor tiermedizinisch bedeutenden Vektoren ist der Einsatz von insektizidbehandelten Netzen. Erste Untersuchungen in Kenia zeigten im Rahmen der Bekämpfung von Tsetsefliegen abnehmende Infektionsraten mit Trypanosomen sowie auch bei Folgeuntersuchungen in Ghana geringere Einträge von Lästlingsinsekten und Stechmücken in die mit einem insektizidbehandelten Netz geschützten Bereiche (Maia et al., 2005; Bauer et al., 2006b). Auch in Deutschland liegen erste erfolgversprechende Ergebnisse insektizidbehandelter Netze zum Schutz von Rinderstallungen gegen Gnitzen und Lästlingsinsekten vor (Bauer et al., 2009; Rohrmann, 2010; Geerike, 2010). Aufgrund der voranschreitenden Resistenzlage gegen Insektizide, vor allem bei Fliegen (Musca domestica) (Jandowsky et al., 2009; Jandowsky, 2010; Jandowsky et al., 2010) sowie der nachgewiesenen Aqua- und Kaltblütertoxizität mancher Wirkstoffe (Ungemach, 2006), kann aber der Einsatz von Insektiziden nicht als alleinige Bekämpfungsmethode angesehen werden (Takken, 2002). Unbehandelte Netze als mechanische Barriere wurden bereits auf den Eintrag von Anopheles- Mücken in menschliche Behausungen (Darriet et al., 2000) und damit als Schutz vor Malariainfektionen (Clarke et al., 2001) untersucht. Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Prüfung der Wirksamkeit insektizidbehandelter und unbehandelter Netze gegen den Eintrag von heimischen Gnitzen und Lästlingsinsekten (Musciden) in Offenstallungen auf einem Milchviehbetrieb in Brandenburg. Neben entomologischen Untersuchungen sollen die Auswirkungen der Schutzmaßnahmen auch auf das Wohlbefinden und die Produktivität der Tiere beurteilt werden. In Laboruntersuchungen soll zusätzlich die biozide Wirksamkeit und Umwelt-Persistenz des insektizidbehandelten Netzes ermittelt werden.

Sprache deutsch
Einbandart Paperback
Themenwelt Veterinärmedizin
Schlagworte Blauzungenkrankheit • bluetonguevirus • cattle • Culicoides • disease vectors • Gnitzen • insecticides • Lästlingsinsekten
ISBN-10 3-86387-056-5 / 3863870565
ISBN-13 978-3-86387-056-0 / 9783863870560
Zustand Neuware
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