Verknüpfung ausgewählter Daten zur Bestandscharakterisierung beim Mastschwein
Mensch & Buch (Verlag)
978-3-86387-026-3 (ISBN)
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Der Verzehr von Fleisch betrug im Jahr 2006 in der EU 65,2 kg pro Kopf der Bevölkerung. Deutschland lag dabei mit 59 kg pro Kopf auf Platz 12 der Statistik des Gesamtverzehrs. Betrachtet man nur den Pro-Kopf-Verzehr von Schweinefleisch, so erreichte Deutschland 2006 mit 38,9 kg den 4. Rang innerhalb der EU (DFV 2007). Im Jahr 2008 lag der Pro-Kopf- Verzehr von Schweinefleisch in Deutschland bei 38,4 kg (DFV 2009). Schweinefleisch spielt eine wichtige Rolle als Überträger von Zoonosen. Als bakterielle Zoonoseerreger kommen beim Schwein vor allem Salmonella spp., Yersinia enterocolitica, Campylobacter spp., Erysipelothrix rhusiopathiae, Mycobakterien des MAIC [Mycobacterium avium intracellulare]-Komplex vor, was sich beim Menschen vor allem durch bakteriell bedingte Enteritiden bemerkbar macht. Nach dem Zoonosebericht der EU aus dem Jahr 2008 (EFSA 2010) wurden Salmonellen 2008 am häufigsten aus frischem Geflügelfleisch und Schweinefleisch isoliert, aus Schweinefleisch am häufigsten S. Typhimurium. Im Jahre 2006 meldete Deutschland (EFSA 2007a), dass Yersinia enterocolitica mit 26 % am häufigsten in frischem Schweinefleisch gefunden wurde. Campylobacter spp. wurden vor allem aus Geflügelfleisch isoliert, kamen aber auch beim Schweine- und Rindfleisch vor. Der Rotlauferreger Erysipelothrix rhusiopathiae verursacht beim Menschen das Erysipeloid. Dieses wird nicht nur durch den Verzehr von Lebensmitteln, sondern durch den Kontakt zu infizierten Schweinen übertragen und tritt eher bei Landwirten bzw. bei Schlachthofpersonal auf. Infektionen mit Erregern des MAIC können durch verschiedene Infektionsquellen, wie z.B. Wasser, Erdboden, hervorgerufen werden (BIET et al. 2005). Es ist noch nicht abschließend geklärt, ob nur eine gemeinsame Ansteckungsquelle für Schwein und Mensch besteht oder ob eine Infektion über Lebensmittel ebenso möglich ist (MEYER und FRIES 2006). Ein weiterer wichtiger Zoonoseerreger beim Schwein ist Trichinella spiralis. Im Jahr 2006 kamen EU-weit 231 Fälle von Trichinellose beim Menschen vor (EFSA 2007a). Obwohl auch in Deutschland Trichinellosefälle vorkommen, wurde lediglich 2003 bei Hausschweinen ein Trichinenbefall nachgewiesen (Statistisches Bundesamt 2004; RKI 2006; BfR 2007). Um Risiken zu minimieren und sichere Lebensmittel zu produzieren, werden Schlachttiere weltweit untersucht. In Deutschland und der EU erfolgt dies traditionellerweise durch eine ante mortem- und eine post mortem-Untersuchung. Die klassisch sichtbaren Zoonosen (z.B. Tuberkulose, Rotz) wurden durch gezielte Bekämpfungsmaßnahmen zurückgedrängt, heute auftretende Zoonoseerreger, wie Salmonellen-, Campylobacter-, Yersinien- und Mykobakterien-Infektionen, werden in der Regel durch die traditionelle Fleischuntersuchung nicht erfasst (GROSSKLAUS 1987; GROSSKLAUS 2001; FRIES 2001, BfR 2008a). Der Focus der Untersuchung muss daher in Zukunft verstärkt auf das Erkennen derartiger Zoonoseerreger ausgerichtet sein. Eine grundlegende Bekämpfung ist nur in der Primärproduktion möglich. Schon dort muss die Grundlage dafür gelegt werden, dass nur gesunde Tiere, möglichst ohne Kontamination, in die Schlachtbetriebe gelangen. Zusätzlich müssen in den Schlachthöfen verstärkt Präventivmaßnahmen ergriffen werden, um eine Verlängerung des Transfers dieser Agentien und auch den Übertrag auf das Schlachthofpersonal zu verhindern (BfR 2008a). Die VO (EG) 854/2004 greift dies auf und ermöglicht eine „risikoorientierte Fleischuntersuchung“ beim Mastschwein. In eine solche Untersuchung sollen epidemiologische und andere Daten einfließen, auch um Zoonoseerreger schon auf Bestandsebene erkennen zu können. Hier werden Angaben zur Infrastruktur und Labordaten, die zur Erarbeitung eines Bestandsprofils zur Erfassung der Herden- und Tiercharakteristik ante und post mortem und zur Dokumentation benötigt werden, erhoben und miteinander kombiniert. Das Projekt wurde im Sinne einer praktischen Umsetzung als Pilotstudie in den realen Datenfluss eines Schlachtbetriebs integriert.
| Sprache | deutsch |
|---|---|
| Einbandart | Paperback |
| Themenwelt | Veterinärmedizin |
| Schlagworte | data collection • livestock • Meat Inspection • Pigs • postmortem examinations • Salmonella • serological surveys • Trichinella • yersinia |
| ISBN-10 | 3-86387-026-3 / 3863870263 |
| ISBN-13 | 978-3-86387-026-3 / 9783863870263 |
| Zustand | Neuware |
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