Monte Imperiale
Geymüller Verlag für Architektur
978-3-943164-07-7 (ISBN)
Die Villa Imperiale besteht aus einer Gruppe von drei selbstständigen, aber aufeinander bezogenen Bauwerken. Zuunterst liegt die bei Baubeginn schon bestehende Sforza-Villa, die als Villa Suburbana der Herzöge von Urbino in Sichtweite ihrer Winterresidenz Pesaro diente. Sie wurde von Genga historisierend mit einem Wehrturm in den Formen einer toskanischen Kastellvilla des 15. Jahrhunderts ergänzt und denkmalpflegerisch konserviert. Im Inneren wurde sie mit einem Historienzyklus ausgemalt, der die Geschichten des Herzogs verherrlicht. Dadurch wurde sie zu einem Memoriale des Bauherrn, das der Kunstwissenschaft als ein Meilenstein in der Geschichte der Historienmalerei gilt.
Oberhalb der Sforza-Villa liegt der Gartenpalast der Imperiale Nuova, der äußerlich ganz in den Formen der römischen Hochrenaissance gehalten ist. Der riesenhafte Bau umschließt in seiner Mitte einen Versunkenen Hof, der nach römischen Vorbildern als Antikenhof zur Aufstellung von Skulpturen angelegt war und zudem als Scenae Frons eines Theaters all’antica diente. Der talseitigen Fassade des Gartenpalastes war eine künstliche Ruine vorangestellt, die den gewaltigen Apparat der Staatsarchitektur mit einer nicht minder kolossal angelegten architektonischen Vanitasgeste einführte. Nur durch die Zwangsführung des Weges vorbei an der künstlichen Ruine und weiter durch die freskierten Räume des Memoriale konnte man zum Gartenpalast emporsteigen. Am Ende des Aufstiegs gelangte man auf der Höhe der Bergkuppe zu einer Aussichtswarte, die ausschließlich zum Zweck der Kontemplation der Naturschauspiele über dem Meer angelegt war, mit einem Ausblick, „der bis nach Dalmatien reichte“.
Das vorliegende Buch ist das Ergebnis von zwei Jahrzehnten akribischer Bauforschung vor Ort und des gründlichen Studiums aller verfügbaren schriftlichen und bildlichen Quellen. Es ist die erste umfassende und genaue Dokumentation des Baubestandes, dessen großartige Ikonologie hier erstmals zusammen mit dem Historienzyklus und der gesamten ortsfesten Ausstattung einer genauen architektur- und kunsthistorischen Analyse unterzogen wird.
Jan Pieper, geboren 1944, war von 1982 bis 2013 Professor für Baugeschichte. Er studierte Architektur in Berlin und Aachen und an der Architectural Association School of Architecture, London, danach Architekturgeschichte (Arts and History) an der London University. Nach langjähriger Tätigkeit als Mitarbeiter von Gottfried Böhm habilitierte er sich für das Fach »Geschichte der Architekturtheorie« am Institut für Kunstgeschichte der RWTH Aachen unter der Ägide von Hans Holländer. Von 1988 bis 1993 war er Direktor des Instituts für Architektur- und Stadtgeschichte der Technischen Universität Berlin. Danach war er bis 2013 Ordinarius für Baugeschichte an der RWTH Aachen University. Jan Pieper veröffentlichte zahlreiche Forschungsarbeiten zur vergleichenden Architekturgeschichte, die auf langjährigen Aufenthalten in Süd- und Südostasien während der 60er und 70er Jahre beruhen. Seit 1982 liegt der Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit in Forschungen zur italienischen Renaissance und ihrer Rezeption nördlich der Alpen, insbesondere in Frankreich.
| Erscheinungsdatum | 11.07.2022 |
|---|---|
| Zusatzinfo | größtenteils farbige Abbildungen, Dokumentenanhang und Tafelteil mit 120 Tafeln |
| Verlagsort | Aachen |
| Sprache | deutsch |
| Maße | 218 x 302 mm |
| Gewicht | 4500 g |
| Themenwelt | Technik ► Architektur |
| Schlagworte | Architekturgeschichte • Freskenmalerei • Gartenarchitektur • Gartenpalast • Girolamo Genga • Hängende Garten • Italien • Memoriale • Pesaro • Sforza • Versunkene Garten • Villa |
| ISBN-10 | 3-943164-07-1 / 3943164071 |
| ISBN-13 | 978-3-943164-07-7 / 9783943164077 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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