RICHTIGE HALTUNG, NACHHALTIGE RICHTUNG (eBook)
232 Seiten
tredition (Verlag)
978-3-347-32344-5 (ISBN)
Andreas Perk, geboren 1964 in Bielefeld, ist gläubiger Christ und war in verschiedenen Leitungsfunktionen von Industrieunternehmen tätig. Er bezeichnet sich selbst als kleinen Weltverbesserer und leidenschaftlichen Alltagsphilosophen. Heute ist er "hauptberuflich" Hausmann, nebenberuflich freiberuflicher Unternehmensberater und neuerdings auch "laienschaftlicher" Buchautor. Mit seiner Frau Karen und seiner Tochter Luisa lebt er in Düsseldorf und Spenge, im Spannungsfeld zwischen Stadt und Land, zwischen rheinischem Frohsinn mit Drang zur Gelassenheit und ostwestfälischem Starrsinn mit Hang zur Verlässlichkeit.
Andreas Perk, geboren 1964 in Bielefeld, ist gläubiger Christ und war in verschiedenen Leitungsfunktionen von Industrieunternehmen tätig. Er bezeichnet sich selbst als kleinen Weltverbesserer und leidenschaftlichen Alltagsphilosophen. Heute ist er "hauptberuflich" Hausmann, nebenberuflich freiberuflicher Unternehmensberater und neuerdings auch "laienschaftlicher" Buchautor. Mit seiner Frau Karen und seiner Tochter Luisa lebt er in Düsseldorf und Spenge, im Spannungsfeld zwischen Stadt und Land, zwischen rheinischem Frohsinn mit Drang zur Gelassenheit und ostwestfälischem Starrsinn mit Hang zur Verlässlichkeit.
VORWORT
Bald ist es so weit. Noch eine Woche und ich werde meinen 50. Geburtstag feiern. Eingeladen habe ich Verwandte, Freunde, Arbeitskollegen, Sportskameraden, Nachbarn und liebe Menschen, die mich auf meinem Lebensweg begleitet haben. Wie bei solchen Veranstaltungen üblich, plane auch ich eine kurze Begrüßungsrede. Sie soll meine gelebten 50 Jahre in irgendeiner Art und Weise rückblickend betrachten, möglichst amüsant, aber gerne auch etwas tiefgründiger.
Überraschenderweise kamen mir bei diesen Überlegungen in den folgenden Tagen mehr und mehr Fragen in den Sinn, die immer tiefer gingen und mich zunehmend in den Bann zogen:
Woran darf ich glauben? Gibt es eine letzte und ewig währende Wahrheit oder ist alles eine Frage der Relativität, der Bewertung durch mich oder die Allgemeinheit? Gibt es ein Richtig und Falsch in jeder Lage, ein Weiß und Schwarz oder immer nur Grautöne, ein Gut und Böse oder vielleicht ist alles doch nur eine Frage der Perspektive, der Situation und der Umstände? Was ist der Maßstab, woran richte ich mein Handeln aus? Was ist meine Orientierungslinie, was mein Kompass? Was treibt mich an oder lässt mich resignieren? Was verleiht mir Sinn, gibt mir Ziel und Aufgabe? Bin ich nützlich, wertvoll und hilfreich? Wem bedeute ich etwas oder bin ich einfach nur da? Was habe ich erreicht? Wer wird an meinem Grab weinen und warum eigentlich?
Fragen über Fragen und dennoch nur ein Auszug aus dem Gesamtkatalog, der mich einige Tage beschäftigte. Doch damit konnte ich nicht wirklich meine lieben Gäste belästigen. Wie man so schön sagt: Du darfst bei solchen Anlässen über alles reden, nur nicht über 5 Minuten. 50 Lebensjahre in 5 Minuten, dann noch unterlegt mit tiefgründigen Gedanken, das funktioniert sicher nicht. Aber eine Rückschau ist doch immer auch eine Bilanz, oder? Was habe ich erreicht, was hat gut geklappt, was würde ich heute anders machen? Zum Bergfest des Lebens stellen sich einfach solche Fragen, nur eben nicht auf dieser Feier.
So habe ich wenigstens nach einem roten Faden gesucht, der sich durch mein Leben zieht, und ich habe diesen dann auch gefunden. Verglichen mit anderen Menschen war ich immer spät dran: Spät eingeschult, spät eine erste Freundin, spät mein Studium beendet, spät geheiratet, spät ein Häuschen gebaut, spät eine Tochter bekommen, spät etwas beruflichen Erfolg erzielt und die späte Erkenntnis, das persönliche Glück lässt sich nicht an diesen Aspekten allein bemessen. Das habe ich in 5 Minuten halbwegs unterhaltsam unterbringen können, doch meine Fragenliste blieb weiterhin unbeantwortet.
Nun, kann ich diese Fragen auf einen Punkt bringen? Gibt es Antworten, auch ohne mich in philosophischen, erkenntnistheoretischen oder wissenschaftlichen Tiefen zu verlieren? Kann ich in einfachen Worten, verständlich und alltagstauglich formulieren, was es bedeutet richtig zu leben? Sollte es vielleicht doch besser heißen gut zu leben? Ist es gar vermessen, beschreiben und erklären zu wollen, was es bedeutet richtig zu leben? Zur Beantwortung dieser Fragen für mich selbst und für diejenigen Menschen, die nicht nur in den Tag hineinleben, sondern mithelfen wollen, eine liebens- und lebenswertere Zukunft zu gestalten, habe ich dieses Buch geschrieben.
Dieses Buch hat den Titel „RICHTIGE HALTUNG, NACHHALTIGE RICHTUNG“. Ich würde mich sehr freuen, wenn die Leserinnen und Leser sich mit mir gemeinsam in den Zug setzen für eine Reise in die nachhaltige Postwachstumsgesellschaft und dabei mit zunehmender Wegstrecke auch zu der Einschätzung gelangen, dass dieser Titel treffend gewählt ist.
Richtig zu leben als Individuum und als Gemeinschaft bzw. Gesellschaft, dieses Thema ist so unerschöpflicht wie letztlich unrealisierbar. Dabei die richtige Haltung einzunehmen und bei den Handlungen möglichst eine nachhaltige Richtung einzuschlagen, ist nach meiner festen Überzeugung in der heutigen Zeit die wahre Königsdisziplin des Lebens und zugleich dringend geboten. Dieses Buch erteilt keine Ratschläge, denn Ratschläge sind bekanntlich auch Schläge. Es dient auch nicht zur ideologischen Missionierung, hat aber unbedingt den Anspruch, durch logische Argumente ein geschlossenes Gedankengebäude zu errichten, um das richtige und nachhaltige Leben zu beschreiben und zu erklären. Dabei wissen wir natürlich alle, wir Menschen sind fehlbar und unvollkommen und leben bekanntlich nicht im Paradies. Man könnte eine Analogie in den Regeln des Straßenverkehrs finden. Diese Regeln entbehren nicht einer gewissen Logik und die Verkehrsteilnehmer haben schon aus eigener Sorge um ihre Gesunderhaltung eine Übereinkunft ihrer Gültigkeit getroffen, ohne diese Regeln zugegebenermaßen zu jeder Zeit und in jedem Einzelfall einzuhalten.
Das richtige Leben ist auch nicht zu verstehen als Vorschrift, als Befehl oder gar Diktat, sondern lässt sich nach meinem Verständnis ausschließlich ableiten aus dem schlichten Anspruch, die Menschheit und unseren Planeten auch für die kommenden Generationen zu bewahren, freilich nicht unbedingt in seiner derzeitigen Erscheinungsform.
Auch wenn niemand verlässlich in die Zukunft sehen kann und unsere Welt bekanntlich seit vielen Jahrzehnten immer wieder jedes Jahr neu am Abgrund steht, müssen wir bei allen stattfindenden Innovationen auf allen denkbaren Feldern unserer Existenz ins Kalkül ziehen, dass unsere Erde Grenzen hat, Grenzen des Wachstums, Grenzen an Ressourcen und natürliche Belastungsgrenzen. Dies wird kein noch so großer Ignorant oder Optimist bestreiten können.
Bereits 1972 haben Forscher des MIT eine Systemanalyse verschiedener Szenarien mittels eines Computermodells im Auftrag des Club of Rome durchgeführt. Das benutzte Weltmodell diente der Untersuchung von fünf Tendenzen mit globaler Wirkung: Industrialisierung, Bevölkerungswachstum, Unterernährung, Rohstoffausbeutung und Zerstörung von Lebensraum. Unter dem Fortschreiten des exponentiellen Wachstums dieser Faktoren und ihrer Verknüpfung in Regelkreisen ergeben sich sehr bedenkliche Entwicklungen für die Menschheit, so die Studie, die unter dem Titel „Grenzen des Wachstums“ veröffentlicht wurde. Nicht alle, aber viele der prognostizierten Entwicklungen sind bisher eingetroffen, so z.B. die Verdoppelung der Weltbevölkerung seit 1972. Verschärfend hinzugekommen ist allerdings noch die Erderwärmung durch Treibhausgase, die in der Studie 1972 noch nicht berücksichtigt wurde oder werden konnte. Im Jahre 2004 veröffentlichten die Autoren ein 30-Jahre-Update mit leichten Veränderungen im Computermodell und aktualisierten Daten und errechneten anhand verschiedener Szenarien mögliche Entwicklungen ausgehend vom Jahr 2002 bis 2100. Die meisten dieser Szenarien endeten mit einem Überschreiten der Wachstumsgrenzen und dem anschließenden Kollaps bis spätestens zum Jahre 2100. Die Fortführung des „business as usual“ der letzten 30 Jahre führe sogar zum Kollaps ab dem Jahr 2030. Erst die Simulation einer überaus ambitionierten Mischung aus Einschränkung des Konsums, Kontrolle des Bevölkerungswachstums, Reduktion des Schadstoffausstoßes und zahlreichen weiteren Maßnahmen ergibt eine nachhaltige Gesellschaft bei knapp 8 Mrd. Menschen, die ihre Systeme noch in Gleichgewichten hält, ohne deren Kipppunkte endgültig zu überschreiten.
Wenn man dieser Studie und ihren Berechnungen vertraut, und dies tue ich uneingeschränkt, dann ergeben sich daraus Implikationen für unser Glauben, Denken und Handeln, als Individuum, Gesellschaft und Menschheit. Ich verstehe meine Ausführungen in diesem Sinne nicht als Ideologie oder Angebot an den Menschen, in einer bestimmten Art und Weise zu leben, sondern geradezu als eine logische Konsequenz, wollen wir unseren Planeten und unsere Menschheit noch möglichst langfristig l(i)ebenswert erhalten.
Mit anderen Worten: Je besser es uns gelingt, richtig und nachhaltig zu leben, umso länger leben wir. Wenn es eine Rettung für uns als Menschheit geben kann, dann muss die Lösung viel einfacher sein, als uns die Wissenschaft, Politik, Empirie oder Medien immer weismachen wollen. Natürlich wird heute immer alles unter dem Aspekt zunehmender Komplexität und Dynamik betrachtet. Alles hängt irgendwie mit allem zusammen, alles ist interessengeleitet und manches von bösen Mächten bestimmt. Da ist sicher auch etwas Wahres dran. Würden wir denn, selbst wenn es nur Menschen mit gutem Willen und guten Absichten gäbe, die unsere systemischen Probleme durchschauen, unsere dringendsten Menschheitsfragen besser lösen? Und was heißt in diesem Sinne besser?
Für mich hieße es, die Lebensdauer unserer Menschheit zu verlängern. Ich bin überzeugt, die Grenzen unserer Problemlösungsfähigkeiten sind noch nicht erreicht. Vielfach wissen wir aber auch bereits, was es zu tun gilt, es hapert schlicht an der Umsetzung. Warum? Mentale Modelle und Denkmuster haben sich so verfestigt, dass Verhaltensänderungen für viele von uns nur schwer möglich werden. Wir Menschen haben...
| Erscheint lt. Verlag | 21.6.2021 |
|---|---|
| Verlagsort | Ahrensburg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Sachbuch/Ratgeber ► Gesundheit / Leben / Psychologie ► Lebenshilfe / Lebensführung |
| Technik | |
| Schlagworte | Degrowth • Gesellschaftsbereiche reformieren • Klimakrise • Nachhaltige Gesellschaft • nachhaltige Lebensführung • Nachhaltigkeit • Postwachstumsgesellschaft • Richtig leben und handeln • soziale Krise • Überleben der Menschheit • Umweltkrise • Zukunftsrelevante Politikfelder • Zukunftssicherung |
| ISBN-10 | 3-347-32344-0 / 3347323440 |
| ISBN-13 | 978-3-347-32344-5 / 9783347323445 |
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