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Wie geht Theater? (eBook)

Theatermanagement in der Praxis
eBook Download: EPUB
2021 | 1. Auflage
216 Seiten
tredition (Verlag)
978-3-347-29655-8 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Wie geht Theater? -  Matthias Almstedt
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Der Autor, promovierter Betriebswirt und Kaufmännischer Direktor eines Drei-Sparten-Theaters, führt in diesem Buch auf eine sehr praxisnahe Weise in das Management von Theaterbetrieben ein. Das Buch richtet sich an Studierende genauso wie an Praktiker*innen, die den Theaterbetrieb aus wirtschaftlicher und administrativer Sicht kennenlernen möchten. Für das Verständnis des Buches sind betriebswirtschaftliche Basiskenntnisse hilfreich, aber nicht Voraussetzung. Das Buch vermittelt einen umfassenden Überblick über die für die Führung eines Theaterbetriebes erforderlichen Management-Kenntnisse und bereitet in vertiefter Form auf die Theaterpraxis vor.

Geboren und aufgewachsen in Hildesheim, studierte Prof. Dr. Matthias Almstedt nach seiner Ausbildung zum Sparkassenkaufmann Betriebswirtschaftslehre an der Georg-August-Universität Göttingen. Am dortigen Institut für Wirtschaftsinformatik wurde er 1998 mit einer Dissertation über computerbasierte Controlling-Informationssysteme für das öffentliche Theater zum Doktor der Wirtschaftswissenschaften (rer. pol.) promoviert. Ab 1999 war er beim Deutschen Bühnenverein in Köln als Betriebswirtschaftlicher Referent des Geschäftsführenden Direktors tätig, bevor er 2002 als Verwaltungsdirektor an die Stadttheater Hildesheim GmbH, ein Dreispartenhaus mit rund 250 Beschäftigten, wechselte. U.a. fiel die Komplettsanierung der Bühnentechnik des Hauses in seine Verantwortung. An der Konzeption und Umsetzung der zum September 2007 vollzogenen Fusion mit der Landesbühne Hannover zum Theater für Niedersachsen war er maßgeblich beteiligt. Im Jahre 2008 wechselte der Matthias Almstedt an die Saarländisches Staatstheater GmbH in Saarbrücken, ein Dreispartenhaus mit rund 450 Beschäftigten. Hier hat er seit dem 1. März 2008 die Position des Kaufmännischen Direktors und Geschäftsführers der Saarländisches Staatstheater GmbH inne. Matthias Almstedt ist an verschiedenen Hochschulen in der Lehre tätig. Unter anderem unterrichtet er seit 2001 als Lehrbeauftragter an der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen das Fach Theatermanagement sowie seit 2010 an der Universität des Saarlandes in den Studiengängen Musikmanagement und Angewandte Kulturwissenschaften. Im September 2015 wurde er an der Universität des Saarlandes zum Honorarprofessor für angewandte Musikwissenschaft ernannt. Beim Deutschen Bühnenverein, dem Bundesverband der Theater und Orchester, ist der Matthias Almstedt Mitglied der Arbeitsgruppe für betriebswirtschaftliche Fragen, stellvertretendes Mitglied im Tarifausschuss sowie Rechnungsprüfer. Außerdem ist er stellvertretendes Mitglied im Verwaltungsrat der Versorgungsanstalt der deutschen Bühnen sowie der Versorgungsanstalt der deutschen Kulturorchester bei der Bayerischen Versorgungskammer.

Geboren und aufgewachsen in Hildesheim, studierte Prof. Dr. Matthias Almstedt nach seiner Ausbildung zum Sparkassenkaufmann Betriebswirtschaftslehre an der Georg-August-Universität Göttingen. Am dortigen Institut für Wirtschaftsinformatik wurde er 1998 mit einer Dissertation über computerbasierte Controlling-Informationssysteme für das öffentliche Theater zum Doktor der Wirtschaftswissenschaften (rer. pol.) promoviert. Ab 1999 war er beim Deutschen Bühnenverein in Köln als Betriebswirtschaftlicher Referent des Geschäftsführenden Direktors tätig, bevor er 2002 als Verwaltungsdirektor an die Stadttheater Hildesheim GmbH, ein Dreispartenhaus mit rund 250 Beschäftigten, wechselte. U.a. fiel die Komplettsanierung der Bühnentechnik des Hauses in seine Verantwortung. An der Konzeption und Umsetzung der zum September 2007 vollzogenen Fusion mit der Landesbühne Hannover zum Theater für Niedersachsen war er maßgeblich beteiligt. Im Jahre 2008 wechselte der Matthias Almstedt an die Saarländisches Staatstheater GmbH in Saarbrücken, ein Dreispartenhaus mit rund 450 Beschäftigten. Hier hat er seit dem 1. März 2008 die Position des Kaufmännischen Direktors und Geschäftsführers der Saarländisches Staatstheater GmbH inne. Matthias Almstedt ist an verschiedenen Hochschulen in der Lehre tätig. Unter anderem unterrichtet er seit 2001 als Lehrbeauftragter an der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen das Fach Theatermanagement sowie seit 2010 an der Universität des Saarlandes in den Studiengängen Musikmanagement und Angewandte Kulturwissenschaften. Im September 2015 wurde er an der Universität des Saarlandes zum Honorarprofessor für angewandte Musikwissenschaft ernannt. Beim Deutschen Bühnenverein, dem Bundesverband der Theater und Orchester, ist der Matthias Almstedt Mitglied der Arbeitsgruppe für betriebswirtschaftliche Fragen, stellvertretendes Mitglied im Tarifausschuss sowie Rechnungsprüfer. Außerdem ist er stellvertretendes Mitglied im Verwaltungsrat der Versorgungsanstalt der deutschen Bühnen sowie der Versorgungsanstalt der deutschen Kulturorchester bei der Bayerischen Versorgungskammer.

Theaterstrukturen in Deutschland

1.1 Die Theaterstatistik als Datengrundlage

Dieses erste Kapitel soll einen einführenden, zahlenorientierten Überblick über die Strukturen der deutschen Theaterlandschaft geben. Die Ausführungen basieren auf der vom Deutschen Bühnenverein, dem Bundesverband der Theater und Orchester, jährlich herausgegebenen Theaterstatistik, die folgende Institutionen erfasst:3

 alle öffentlichen Theater, also diejenigen Häuser, die sich in der Trägerschaft der öffentlichen Hand befinden; Voraussetzung: eigenes Ensemble, kein reiner Gastspielbetrieb;

 diejenigen Privattheater, also sich in privater Hand befindenden Häuser, die ihr Geschäft „professionell“ betreiben, d.h. in einem Umfang Aufführungen auf die Bühne bringen, der mehr als gelegentliches Spielen umfasst und damit zum Ziel auch den eigenen „Broterwerb“ hat, so z.B. große Privattheater mit zum Teil durchaus öffentlichem Charakter, Boulevardtheater, Jugendtheater, Musicalunternehmen etc.; Voraussetzung auch hier: ein eigenes Ensemble;

 weiterhin die selbstständigen Kulturorchester (die anderen, nicht selbstständigen Kulturorchester, die durchaus auch Konzerte anbieten, sind mit bei den öffentlichen Theatern erfasst);

 schließlich die Festspielunternehmen, die nicht kontinuierlich spielen, sondern nur zu ausgewählten (Jahres-)Zeiten Aufführungen anbieten, z.B. die Richard-Wagner-Festspiele Bayreuth, die Bad Gandesheimer Domfestspiele oder die Burgfestspiele Mayen.

Von der Theaterstatistik nicht erfasst werden:

 Theater ohne eigenes Ensemble, sogenannte Bespieltheater,

 private Tourneetheater,

 freie Theatergruppen,

 Laien- und Liebhabertheater.

Der Fokus der nachfolgenden Ausführungen liegt dabei auf den öffentlichen Theatern.

1.2 Trägerschaft

Insgesamt gibt es in Deutschland gut 140 öffentliche Theater. Hiermit sind sowohl reine Schauspielhäuser, reine Opernbetriebe wie auch Mehrspartenhäuser, die mehrere (je nach individueller Zählweise bis zu fünf) Sparten unter einem rechtlichen Dach vereinen. Damit hat die Bundesrepublik Deutschland eine Theaterdichte wie kein anderes Land der Erde.

2014 wurde die Deutsche Theater- und Orchesterlandschaft auf Initiative des Deutschen Bühnenvereins und des Deutschen Musikrats sogar in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Ein Eintrag in dieses Verzeichnis ist die Vorbedingung für eine UNESCO-Nominierung. 2018 wurde dann die Aufnahme für die offizielle Anerkennung der deutschen Theater- und Orchesterlandschaft als immaterielles Kulturerbe bei der UN-Kulturorganisation UNESCO beantragt. Eine abschließende Entscheidung hierüber ist noch nicht gefallen. Das Verfahren dauert an.

Aus der Bezeichnung des jeweiligen Theaters kann man in der Regel dessen Trägerschaft ablesen.

Eine sich in der Hand eines Bundeslandes befindende Bühne trägt häufig den Namen Staatstheater. So ist beispielsweise der Träger des Saarländischen Staatstheaters das Bundesland Saarland, der Träger des Staatstheaters Braunschweig das Land Niedersachsen. Ca. ein Fünftel der deutschen Theater befinden sich in der Trägerschaft eines Bundeslandes.

Ein kommunales, also städtisches Theater wird als Stadttheater bezeichnet. Aus Marketing-/Markengründen ist die Bezeichnung Stadttheater bei vielen kommunalen Theatern in den vergangenen Jahren in den Hintergrund getreten und sie tragen diesen Namen gegebenenfalls noch in der Unterzeile. Stattdessen nennen sie sich häufig nur noch Theater oder Bühnen. Hier einige Beispiele für Namensgebungen kommunaler Theaterbetriebe: Theater Bielefeld; Bühnen Köln; aber: Stadttheater Ingolstadt. Die kommunale Trägerschaft ist am ausgeprägtesten. Knapp 50 % der bundesdeutschen Theater gehören einer Kommune.

Sind mehrere Gebietskörperschaften gemeinsam Eigentümer an einem öffentlichen Theater, so spricht man von einer Mehrträgerschaft. Neben einigen Stadttheatern wie beispielsweise dem Theater Krefeld-Mönchengladbach, aber auch dem Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin sind häufig Landesbühnen, teilweise auch als Landestheater bezeichnet, in dieser Struktur verankert. Deren primäre Aufgabe ist die Bespielung einer bestimmten Region, sie „reisen über Land“. An den Landesbühnen sind regelmäßig deren Sitzstädte, aber auch Gebietskörperschaften, deren Spielstätten von der Landesbühne bespielt werden, beteiligt. So sind z.B. Träger der Burghofbühne Dinslaken, des Landestheaters im Kreis Wesel, neben der Sitzstadt Dinslaken u.a. die Stadt und der Landkreis Wesel sowie die Gemeinde Hünxe. Bei der Badischen Landesbühne in Bruchsal bilden vier Landkreise und 16 Mitgliedsgemeinden aus dem Bespielgebiet sowie das Land Baden-Württemberg den Trägerverband. Gut ein Drittel der bundesdeutschen Theater befinden sich in der Konstruktion einer Mehrträgerschaft.

Aber nicht immer kann man vom Namen des Theaters automatisch auf die Art der Trägerschaft schließen. So ist z.B. die Staatsoperette Dresden keine Beteiligung des Freistaats Sachsen, sondern befindet sich im Eigentum der Landeshauptstadt Dresden.

Auch der Namensbestandteil „National~“ führt regelmäßig in die Irre, so z.B. beim Nationaltheater Mannheim oder beim Deutschen Nationaltheater Weimar. Das erste ist das Stadttheater der Stadt Mannheim und das zweite befindet sich in der gemeinsamen Trägerschaft des Freistaates Thüringen und der Stadt Weimar. Hierzu ist festzuhalten, dass sich kein öffentliches Theater im Eigentum des Bundes, also der Bundesrepublik Deutschland befindet. Zurückzuführen ist dieses auf die im Grundgesetz verankerte Kulturhoheit der Bundesländer.

Eine weitere Besonderheit ist die, dass als einziges Bundesland Nordrhein-Westfalen kein Staatstheater besitzt außer einer gemeinsamen Trägerschaft mit der Landeshauptstadt Düsseldorf am Düsseldorfer Schauspielhaus. Die Deutsche Oper am Rhein mit Sitz ebenfalls in Düsseldorf wird dagegen von den beiden Städten Düsseldorf und Duisburg (zusammen mit dem Freundeskreis der Oper) als Theatergemeinschaft betrieben.

1.1 Rechtsformen

An dieser Stelle wird nur kurz aus quantitativer Sicht in das Thema der Rechtsformen eingeführt. In ausführlicher Form beschäftigt sich das Kapitel 3 mit den einzelnen Rechtsformen.

Für öffentliche Betriebe und damit auch für öffentliche Theater steht eine Vielzahl von Rechtsformen zur Auswahl. Grundsätzlich wird zwischen privatrechtlichen und öffentlich-rechtlichen Rechtsformen unterschieden. Während erstere sowohl für privatwirtschaftliche Betriebe als auch für Betriebe der öffentlichen Hand wählbar sind, sind die öffentlich-rechtlichen Rechtsformen ausschließlich für die öffentliche Hand bestimmt.

Die drei Rechtsformen, in denen mit weitem Abstand am meisten öffentliche Theater geführt werden sind die privatrechtliche Rechtsform GmbH und die beiden öffentlich-rechtlichen Rechtsformen Eigenbetrieb und Regiebetrieb. Die Rechtsform der GmbH haben ca. 40 % der Theaterbetriebe, die beiden öffentlichen Rechtsformen sind ungefähr gleichauf mit 20 bis 25 %.

Hätte man diesen Vergleich zu Beginn dieses Jahrtausends gezogen, so wäre die Reihenfolge eine andere gewesen: Regiebetrieb vor GmbH und Eigenbetrieb. Man kann daran erkennen, dass der Trend bei den öffentlichen Theatern in den letzten Jahrzehnten weg vom Regiebetrieb mit seinem kameralen Rechnungssystem hin zu einer kaufmännischen (doppelten) Buchführung entweder in der Rechtsform eines nicht selbstständigen Eigenbetriebs oder sogar zur GmbH als eigenständige Rechtsform gegangen ist (siehe hierzu auch Kapitel 3).

Des Weiteren sind öffentliche Theater in kleiner Zahl in den Rechtsformen Stiftung, Anstalt des öffentlichen Rechts, eingetragener Verein, Zweckverband und Gesellschaft bürgerlichen Rechts zu finden.

1.4 Besucher

Nimmt man die Gesamtzahl der Besucher, die in der Theaterstatistik für die Bundesrepublik Deutschland erfasst ist, so kommt man auf die stolze Summe von ca. 32. Mio. Besuchern pro Spielzeit. Ca. 18,5 Mio. Besucher davon gehen in die Veranstaltungen der öffentlichen Theater (inkl. der Besucher der Konzerte der in die Theater integrierten Orchester). Konzertveranstaltungen der selbstständigen Kulturorchester und der Rundfunkorchester besuchen jährlich rd. 3 Mio. Besucher. In die Vorstellungen der Privattheater gehen rd. 7,5 Mio. Zuschauer pro Saison. Hier ist festzuhalten, dass ein Großteil dieser Besucherzahl durch die privaten Musicalunternehmen mit ihren Long-Run-Produktionen wie „Der König der Löwen“ in Hamburg oder „Starlight...

Erscheint lt. Verlag 31.5.2021
Verlagsort Ahrensburg
Sprache deutsch
Themenwelt Sachbuch/Ratgeber Beruf / Finanzen / Recht / Wirtschaft Wirtschaft
Technik
Wirtschaft
Schlagworte Arbeitsrecht • Betriebswirtschaft • Controlling • EDV • Management • Marketing • Rechnungswesen • Rechtsformen • Theater
ISBN-10 3-347-29655-9 / 3347296559
ISBN-13 978-3-347-29655-8 / 9783347296558
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