Der Unsichtbare Riese (eBook)
248 Seiten
tredition (Verlag)
978-3-347-23088-0 (ISBN)
Bettina R. Ramm lebt und arbeitet in der Nähe von Berlin. Weil sie nach ihrem Studium keinen familienfreundlichen Arbeitsplatz fand, machte sie sich als junge Mutter selbstständig. Das Business lief gut, aber sie fand sich mehr und mehr in einem Hamsterrad aus Stress und Verpflichtungen gefangen. Bis sie 2017 entschied, dass es so nicht weitergehen kann. Weil sie spürte, dass Stress nicht nur ungesund, sondern immer absolut hausgemacht ist, machte sie sich auf die Suche nach einem nachhaltigen Ausweg. Den fand sie Ende 2019 - in einem Verständnis, das alles, was wir bisher über die Welt dachten, auf den Kopf stellt. Seitdem gibt sie dieses Verständnis an ihre Kunden und Klienten weiter und hilft ihnen so, wirksam aus dem Stress auszusteigen und auf ihre eigene Art und mit Leichtigkeit und Liebe in ihrem Business erfolgreich zu sein. Mehr über Bettina Ramm und ihre Arbeit finden Sie auf ihrer Website: www.bettinaramm.com
Bettina R. Ramm lebt und arbeitet in der Nähe von Berlin. Weil sie nach ihrem Studium keinen familienfreundlichen Arbeitsplatz fand, machte sie sich als junge Mutter selbstständig. Das Business lief gut, aber sie fand sich mehr und mehr in einem Hamsterrad aus Stress und Verpflichtungen gefangen. Bis sie 2017 entschied, dass es so nicht weitergehen kann. Weil sie spürte, dass Stress nicht nur ungesund, sondern immer absolut hausgemacht ist, machte sie sich auf die Suche nach einem nachhaltigen Ausweg. Den fand sie Ende 2019 - in einem Verständnis, das alles, was wir bisher über die Welt dachten, auf den Kopf stellt. Seitdem gibt sie dieses Verständnis an ihre Kunden und Klienten weiter und hilft ihnen so, wirksam aus dem Stress auszusteigen und auf ihre eigene Art und mit Leichtigkeit und Liebe in ihrem Business erfolgreich zu sein. Mehr über Bettina Ramm und ihre Arbeit finden Sie auf ihrer Website: www.bettinaramm.com
Das Experiment startet …
Heute ist der 30. Juni eines Jahres, das wohl wie kaum ein anderes die Bezeichnung „außergewöhnlich“ verdient.
Es ist 2020, und wir stecken mitten in der sogenannten C-Zeit.
Sowohl kollektiv als auch für mich persönlich sind sehr viele Dinge in Bewegung geraten. An manchen Tagen fällt es mir schwer zu unterscheiden, was noch Realität ist und was meiner Fantasie entspringt. An anderen sehe ich, dass es tatsächlich keinen Unterschied gibt – denn Realität, wie wir sie zu kennen glauben, gibt es in Wahrheit nicht.
Vor etwa vier Wochen habe ich mir ein Retreat zu den „3 Principles“ gegönnt. Drei ganze Tage lang bin ich in Begleitung meiner Mentorin tiefer getaucht in die Frage, wie die menschliche Erfahrung entsteht, woher mein Stress kommt und wie das Leben noch leichter und genussvoller wird.
Die 3 Principles begleiten mich jetzt seit etwa einem halben Jahr. An manchen Tagen glaube ich, da hat nur jemand auf etwas völlig Banales ein neues Etikett geklebt und es als revolutionär bezeichnet. An anderen Tagen sehe ich ganz klar, dass das Verständnis der 3 Principles unser Leben auf dieser Erde komplett verändern kann.
In diesen drei Tagen jedenfalls habe ich erkannt, dass ich mich nicht die ganze Zeit darum kümmern muss, mein Business zu optimieren.
Ich war lange auf der Suche. Nach einem Business, das fluppt, mit mehr Leichtigkeit läuft und mir wieder so richtig Freude macht. Ich glaubte, ich müsse dazu eine andere Tätigkeit erlernen, etwas völlig Neues anbieten oder wenigstens meine Zielgruppe verändern.
Ich fühlte mich, als würden mir noch unzählige Puzzleteilchen fehlen, um das, was in mir ist, vollständig und rund in die Welt bringen zu können.
Doch im Retreat erkannte ich, dass sich alles bereits direkt vor meiner Nase befand. Alles, was ich tun musste, war weniger darüber nachzudenken, wie ich es besser machen kann, und stattdessen nur noch die Dinge zu tun, die aus meiner Sicht wirklich Sinn ergaben. Die offensichtlich waren.
Ehrlich gesagt, dachte ich immer, „weniger darüber nachdenken“ sei eine der schwierigsten Aufgaben überhaupt. Dieses Nachdenken ist ja eine Angewohnheit. Sie erfolgt völlig automatisch und schien sich in aller Regel absolut außerhalb meines Einflussbereichs zu befinden. Ich dachte einfach, ohne es zu merken.
Doch merkwürdigerweise genügte die Erkenntnis, dass das wirklich Schwierige an meinem Business meine Gedanken waren, und nicht die Tätigkeit, das Angebot oder die Menschen, mit denen ich arbeitete, um eben diese Gedanken zu beenden. Das war fast zu leicht.
Sie tauchten noch hin und wieder auf, ich erkannte sie, wusste – ah, ich brauche darüber nicht nachdenken – und sie verschwanden wieder. Ganz von allein.
Dummerweise schienen die Gedanken wie eine kleine Infektion auf andere Bereiche meines Lebens überzugreifen und diese mit Beschlag zu belegen. Vielleicht waren sie dort vorher auch schon, und mir nur bis dato nicht aufgefallen.
Es heißt, je tiefer wir in die 3 Principles tauchen, desto intoleranter werden wir gegenüber solchen Gedanken. Wir bemerken sie einfach schneller. Sie wirken wie die Mücke, die um unsere Ohren summt, in diesem leisen, hohen Ton. Haben wir sie einmal bemerkt, bemerken wir sie immer wieder und immer schneller.
Je mehr wir sehen, wie die Welt wirklich funktioniert, desto weniger stressresistent sind wir, desto „süchtiger“ werden wir nach der Leichtigkeit, die dieses Verständnis mit sich bringt.
Und so ist mir in den letzten Tagen mehr und mehr aufgefallen, wie mein Pferd, das ich mir Anfang des Jahres gekauft habe, und seine Krankheit, die vor einigen Wochen so richtig heftig ausgebrochen ist, all meine Kraft und Aufmerksamkeit aufsaugen.
Und ich will das nicht mehr.
Meine Gedanken kreisen ununterbrochen um dieses Thema, für das ich noch keine Lösung gefunden habe. Dabei bin ich mir so sicher, dass ich eine brauche, um wieder glücklich und frei sein zu können.
Und immer, wenn ich doch einmal loslasse, und das Thema einfach für eine Weile vergesse, bereue ich es, weil es sich danach noch heftiger zeigt.
So zu tun als ob nichts ist, hilft also nicht.
Im Februar habe ich mein Pferd gekauft und abgeholt. Im März fing er an zu husten, immer wieder einmal ein bißchen. Als er im April noch immer hustete, holte ich die Tierärztin. Sie gab ihm eine Spritze und mir einen Hustenlöser, den ich ihm füttern sollte. Zunächst schien der Husten sich zu bessern.
Doch exakt an seinem Geburtstag am 13. Mai erhielt ich eine Nachricht von einer anderen Pferdebesitzerin: Dein Pferd bekommt schwer Luft. Er fiept richtig beim Atmen.
Er bekam eine Cortison-Spritze, weitere Hustenlöser und es wurde eine Blutuntersuchung gemacht, die ergab, dass es sich um eine allergische Reaktion handeln müsse, da keine Infektion nachweisbar war.
Ab diesem Tag begann ich, seine Atmung akribisch zu beobachten. Da es schlimmer zu werden schien, wenn neues Heu gekommen war, war meine große Hoffnung, dass es mit dem Weidegang besser werden würde. Das Gegenteil scheint der Fall zu sein.
Ich möchte hier nicht groß auf die Details eingehen, was ich alles versucht habe, und wie viele Gedanken und Ideen mir durch den Kopf gegangen sind. Es waren sehr viele, vom Wechsel des Stalls über Bachblüten, Akupunktur, mehr Bewegung und Meridian-Massagen, bis hin zur Inhalation von abschwellenden Mitteln oder einfach nur Kochsalz.
Ich glaube, ich brauche nicht erwähnen, wie anstrengend das ist. Pausenlos über das Thema nachzudenken. Bei jeder Idee abzuwägen, ob sie umgesetzt werden soll oder nicht. Der Rückschlag, wenn auch die nächste Idee wieder nicht fruchtet. Die Sorgen, die ich mir um ihn mache – wenn ich bei ihm bin, und wenn ich nicht bei ihm bin. Die vielen Menschen um mich herum, die mir sagen, was ich tun und lassen soll (und das zweifellos nur gut meinen).
Und daneben muss ich mich ja auch noch um die unzähligen anderen Probleme kümmern, die sich wie verhext in meinem Alltag zu vermehren scheinen.
Gestern schließlich hatte ich einen Tag, wie ich ihn gut kenne: Trotzig habe ich mich in mich selbst zurückgezogen, die Welt gehasst, mich verweigert. Sie kostet mich zu viel Kraft, die ich manchmal einfach nicht habe. Und dann will ich nicht mehr hier sein, dann verliere ich meine ganze Freude am Sein.
Ich funktioniere an solchen Tagen, aber nicht mehr als nötig. Ich habe furchtbare Laune – und seltsamerweise geschehen an solchen Tagen immer wieder auch noch die schlimmsten Dinge, die meine Sicht auf die Welt zu bestätigen scheinen. Bestimmt kennst du das auch.
Heute Morgen bin ich recht spät aufgestanden. Ich wollte mich ja der Welt verweigern, aber das Brötchen, das mein Mann heute vom Bäcker geholt hat, lockte dann doch. An meiner Zahnbürste klebte ein Zettel: Kannst du bitte die Pferde füttern fahren? Falls du es nicht schaffst, wecke mich. Von meiner Tochter. Die über Nacht Besuch da hat, daher kam Wecken für mich nicht in Frage.
Ich erinnerte mich daran, dass sie gestern aus Unachtsamkeit meine gute Jacke viel zu heiß gewaschen hatte (und hinterher alle Schuld von sich wies). Ich ärgerte mich und dachte, dass ich heute nicht zu den Pferden fahren würde.
Mein Pferd erhält zur Zeit noch drei Mal am Tag eine Kräutermischung, eine Art Hustensaft, die bislang jedoch wirkungslos war. Heute Morgen dachte ich, dass es vielleicht an der Zeit sei, das abzusetzen, da es mich nur Zeit kostet, aber nicht hilft.
Doch nach dem Frühstück beschloss ich, doch zu den Pferden zu fahren. Der Kräutersaft war fast leer, warum dann also nicht bis zum Ende füttern? Es konnte sich nur noch um Tage handeln. Wegwerfen wollte ich den Rest auch nicht. Und wenn ich ganz ehrlich bin, freue ich mich immer, wenn ich mein Pferd sehe.
Als ich am Stall ankam, wurde ich rundum wiehernd begrüßt. Wir haben zwei Pferde, eines meine Tochter, eines ich, die dort mit fünf anderen Pferden in einer der beiden Herden stehen.
Zur Zeit sind wir noch dabei, die Pferde anzuweiden. Jedes Frühjahr werden Pferde schrittweise vom Heu auf frisches Gras umgestellt. Bei uns gehört eine riesige Weide zum Offenstall, die den Pferden im Sommer ganztägig zur Verfügung steht. Pferde müssen jedoch schrittweise von Heu auf frisches Gras umgestellt werden.
Normalerweise wäre das Ende Juni längst erledigt, aber dieses Jahr hat sich durch Corona und die strikten Regeln für das Betreten des Stalls alles nach hinten verschoben.
Die Pferde werden in diesen Tagen vormittags auf die Weide gelassen und am frühen Abend wieder auf den Paddock geholt. Heute Morgen kam ich etwa eine halbe Stunde vor Öffnung der Weide an, daher die große Freude bei den Pferden. Sie glaubten, ich würde sie auf‘s Gras lassen.
Leider haben wir feststellen müssen, dass unsere Herde das Heu, das ihnen nachts zur Verfügung steht, nicht mehr anrührt. Es ist zwar optisch ok, aber es scheint nicht gut zu riechen. Das ist problematisch, weil die Pferde...
| Erscheint lt. Verlag | 18.5.2021 |
|---|---|
| Verlagsort | Ahrensburg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Sachbuch/Ratgeber ► Gesundheit / Leben / Psychologie ► Lebenshilfe / Lebensführung |
| Schulbuch / Wörterbuch ► Lexikon / Chroniken | |
| Technik | |
| Schlagworte | 3 Principles • 3 Prinzipien • Burnoutprävention • Entspannungstechniken • Leichtigkeit erleben • Stressprävention • stress reduzieren |
| ISBN-10 | 3-347-23088-4 / 3347230884 |
| ISBN-13 | 978-3-347-23088-0 / 9783347230880 |
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