Der Bauplan der Megalithanlage vom Ritten (eBook)
120 Seiten
tredition (Verlag)
978-3-347-23044-6 (ISBN)
Geboren 1945 in Deutschland. Aber in der Kindheit und in der Jugend in Südtirol aufgewachsen. Seit 1955 immer in der Sommerfrische in Wolfsgruben am Ritten; 1964 Abitur am Naturwissenschaftlichen Lyzeum in Brixen abgeschlossen. Auswanderung 1969 von Bozen nach München und Ausbildung als Softwareentwickler. Einsatz im Systemdienst von Rechenzentren und in der Entwicklung von Datenkommunikationssystemen. Hobbys: Fossilien und Mineraliensucher; Kulturastronomie; Unterstützung geowissenschaftlicher Fördervereine für Museen in München. Vertiefung des Wissens für einige Semester in ausgewählten Themen der Paläontologie, Geologie, Mineralogie, Geophysik und Archäologie als Gasthörer an den beiden Münchner Universitäten.
Geboren 1945 in Deutschland. Aber in der Kindheit und in der Jugend in Südtirol aufgewachsen. Seit 1955 immer in der Sommerfrische in Wolfsgruben am Ritten; 1964 Abitur am Naturwissenschaftlichen Lyzeum in Brixen abgeschlossen. Auswanderung 1969 von Bozen nach München und Ausbildung als Softwareentwickler. Einsatz im Systemdienst von Rechenzentren und in der Entwicklung von Datenkommunikationssystemen. Hobbys: Fossilien und Mineraliensucher; Kulturastronomie; Unterstützung geowissenschaftlicher Fördervereine für Museen in München. Vertiefung des Wissens für einige Semester in ausgewählten Themen der Paläontologie, Geologie, Mineralogie, Geophysik und Archäologie als Gasthörer an den beiden Münchner Universitäten.
4. Kalender und Kalenderanlagen
4.1 Der Mechanismus eines prähistorischen Mondkalenders
Beispiel: Der Mondkalenderstein vom Albula Pass in der – Schweiz
Der Albula Pass in der Schweiz verbindet die Orte Bergün im Albulatal mit La Punt im Oberengadin. Im Jahre 15 v. Chr zog Tiberius, der ältere Bruder von Drusus, über diesen Pass. Zweck des Feldzugs war wahrscheinlich die Sicherung der Alpenpässe und der Bau von Stützpunkten nördlich der Alpen. Der römische Feldzug führte zu großen kulturellen Veränderungen in den eroberten Gebieten.
Abb. 17: Der Albula Pass
Abb. 18: Der Albula Pass
Auf einer Exkursion 2006 mit dem Megalithiker Georg Brunner zeigte er seinen Teilnehmern einen Mondkalenderstein auf dem Albula Pass.
Abb. 19: Der Mondkalenderstein am Albula Pass
Abb. 20: Der Mondkalenderstein am Albula Pass
Dieser Mondkalenderstein hat 30 Löscher. Hirten in der Prähistorie haben in wohl angelegt.
Mit einem Sock in einem Loch wurde der Tag der Mondphase angezeigt. Beim Mond ist die synodische Periode die Zeitspanne zwischen zwei gleichen Mondphasen. Beim Erdmond wird sie auch Lunation genannt. Der gemittelte Wert heißt synodischer Monat und beträgt 29,5306 d oder 29 Tage, 12 Stunden, 44 Minuten; er stellt die Grundgröße für den Monat der Zeitrechnung in einem Mondkalender dar. Das nennt man einen Kalender mit Stecksystem.
Wenn ein Treffen (Wiedersehen) z. B. in 8 Mondmonaten, 8 Lunationen vereinbart wurde, wurde wie folgt gerechnet:
29 Löcher weiter
30 Löcher weiter
29 Löcher weiter
30 Löcher weiter
29 Löcher weiter
30 Löcher weiter
29 Löcher weiter
30 Löcher weiter
Ergebnis: 29 +30+29+30+29+30+29+30 = Summe = 256 Löcher weiter,
Durchschnitt, Division 256 durch 8 = 29,5
Die Abwechslung der 29 und 30 Lunationen ergibt im Durchschnitt 29,5 Tage, genau ein synodischer Mond Monat.
4.2 Der Mechanismus eines prähistorischen Sonnenkalenders
Beispiel: Der Sonnenkalender vom Ritten
Bei einem Sonnenkalender als Stecksystem müssen es 365 Löcher und ein Reserveloch für ein Jahr mit Schalttag vorhanden sein, das 366 Tage hat. Das Mauerwerk südlich des Plattner Hofes mit seiner Ellipse ist sehr verdächtigt für so ein Stecksystem.
Abb. 21: Luftbildarchäologie: Eine Ellipse und ein Kreis sind gut zu erkennen. Dem zuständigen Archäologen für das Gebiet Ritten konnte ich die Aussage abringen, dass hier ein Mauerwerk im Untergrund zu sehen sei.
So ein Sonnenkalender mit 365 / 366 Tagen wird unterteilt in die 4 wichtigen Abschnitte des Jahres nach den Sonnenaufgängen.
| Frühjahrs-Tagundnachtgleiche | F-TNG |
| Sommer-Sonnenwende | SA-SSW |
| Herbst-Tagundnachtgleiche | H-TNG |
| Winter-Sonnenwende | SA-WSW |
Beispiel für das Jahr 2011, ein Gemeinjahr mit 365 Tagen:
| Winter-Sonnenwende: | 22. Dezember 2010 | Tage dazwischen sind angegeben. |
| 1. Abschnitt: | Frühjahrs-Tagundnachtgleiche: | 21. März 2011 | 89 Tage |
| 2. Abschnitt: | Sommer-Sonnenwende: | 21. Juni 2011 | 92 Tage |
| 3. Abschnitt: | Herbst-Tagundnachtgleiche: | 23. September 2011 | 94 Tage |
| 4. Abschnitt: | Winter-Sonnenwende. | 22. Dezember 2011 | 90 Tage |
Summe der einzelnen Abschnitte in Tagen 365 Tage
Wegen der gesamten Himmelsdynamik ändert sich aber auch die Dauer der einzelnen Jahreszeiten. Dadurch stimmten die Vorhersagen der Priesterastronomen mit der Zeit nicht mehr.
Die Horizontastronomie ist eine uralte Kulturtechnik schreibt Dr. Burkhard Steinrücken, 16 17 1. Sprecher des Initiativkreises Horizontastronomie im Ruhrgebiet e.V. und auch Leiter der Westfälischen Volkssternwarte und Planetarium Recklinghausen.
„In der Frühzeit der Menschheitsgeschichte war die Beobachtung der am Landschaftshorizont wandernden Auf- und Untergänge der Sonne die einzige Möglichkeit zur Einrichtung eines Sonnenkalenders, der die praktische und rituelle Zeitordnung einer Gesellschaft regelt.
Bauliche Überreste vergangener Kulturen zeigen noch heute, dass astronomische Konzepte eine bedeutsame Rolle im sozialen und religiösen Leben unserer Vorfahren spielten.“
In einem Sonnenkalender unterteilten die Menschen früher Kulturen das Sonnenjahr nach den Sonnenwenden und den Tagundnachtgleichen. Eine Sonnenwende findet zweimal im Jahr statt. In unserer Zeit erreicht die Sonne bei der Sommer-Sonnenwende am 21. Juni am Mittag ihren Höchststand über dem Horizont. Ebenfalls in unserer Zeit erreicht die Sonne zur Winter-Sonnenwende am 21. oder 22. Dezember ihre geringste Mittagshöhe über dem Horizont. Auf der Südhalbkugel sind die Verhältnisse umgekehrt. Die Sonnenwenden markieren den Beginn des astronomischen Sommers bzw. des astronomischen Winters.
Diese maximale Deklination erreicht die Sonne jedes Jahr zweimal: einmal nördlich und einmal südlich des Himmelsäquators.
Zwischen den Sonnenwenden überschreitet die Sonne jeweils den Himmelsäquator und steht dann senkrecht über dem Äquator der Erde. Diese Zeitpunkte sind die Äquinoktien oder Tag- undnachtgleichen. Die Äquinoktien und Sonnenwenden stellen den Beginn der jeweiligen astronomischen Jahreszeiten dar. In der frühen Astronomie unterteilten die Menschen das Jahr nach den Äquinoktien und Sonnenwenden und zählten die Tage dazwischen. Das ergab also die 4 Jahreszeiten.
Wegen der gesamten Himmelsdynamik ändert sich aber auch die Dauer der einzelnen Jahreszeiten. Dadurch stimmten die Vorhersagen der Priesterastronomen mit der Zeit nicht mehr.
Aber der Landschaftshorizont alleine reicht nicht aus um den Tag der Sonnenwenden genau zu bestimmen. Dazu sind beispielsweise Messungen mit dem Schattenstab notwendig.
Die geteilte Sonne vom Ritten ist vom großen Menhir in Wolfsgruben in unsere Zeit 13 Tage nach der Frühjahrstagundnachtgleiche zu sehen, in Schaltjahren sind es 12 Tage nach der Frühjahrstagundnachtgleiche.
Weitere Berechnungen:
• Die Kalenderdifferenz der damaligen Tagundnachtgleiche zur heutigen Tagundnachtgleiche in unserer Zeit kann zur Rückrechnung zum damaligen Äquinoktium verwendet werden. Der Frühlings- und Herbstpunkt ist der Schnittpunkt der Ekliptik mit dem Himmelsäquator. Wegen der unterschiedlichen Jahreslänge beim tropischen Jahr von 365,242199 Tagen und beim siderischen Jahr von 365,256366 Tagen verschiebt sich der Frühlingspunkt der Erde bei einem Umlauf um die Sonne. Bei dieser Rückrechnung muss auch die Veränderung der Ekliptik Schiefe, das ist die Neigung der Erdachse gegen die Ebene der Umlaufbahn um die Sonne berücksichtigt werden. Sie schwankt zwischen 21.9° bis 24,5° in einem 40.000 Jahre Zyklus. Mit geeigneter Software könnte mit dieser Kalenderdifferenz das Alter der Megalithanlage am Roarer Windspiel astronomisch bestimmen werden. Das wäre für die Archäologie eine äußerst wichtige Berechnung. Eine mögliche Berechnung und Simulation werden in Kapitel 11 gezeigt.
• Diese Technik der archaischen Sonnenbeobachtung mit Visierlinien von einem wichtigen Standort am Roarer Windspiel (so wird der Standort des großen Menhirs in Wolfsgruben bezeichnet) zu sichtbaren Peilpunkten am Landschaftshorizont ist schon aus Zentralasien bekannt und von W. Schlosser und J. Cierny in 18 beschrieben worden.
• Erst aus der Beobachtung dieses Astro-Ereignisses ergibt sich für die ganze Megalithanlage ein richtiger Sinn: Diese Menhirreihen oder Menhirachsen dienten als solare Kalenderanlage, da damals wie heute alle 3 wichtigen solaren Ereignisse (Sommersonnenwende, Wintersommerwende und Äquinoktium) mit Hilfe dieser Menhire beobachtet und vorausgesagt werden konnten.
Abb. 22: Das verdächtigte Mauerwerk mit der Ellipse. Die Ausrichtung der Ellipse mit den Punkten A2, A1, den Brennpunkten F2, F1 und dem Mittelpunkt M1 zum Sonnenaufgang zur Sommer-Sonnenwende
Abb. 23: Die Ellipse und der Kreis sind nur auf einem schwarz /weiß Foto der Landeskartografie Südtirol zu...
| Erscheint lt. Verlag | 15.2.2021 |
|---|---|
| Verlagsort | Ahrensburg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Geisteswissenschaften |
| Technik | |
| Schlagworte | Astronomie • Geometrie • Höhenwinkel • Kalenderanlage • Kultlinien • Kulturastronomie • Mathematik • Megalithkultur • Menhire • Ötzi • Prähistorie • Ritten • Roarer Windspiel • solares Dreieck • Sonnenobservatorium • Südtirol • Wolfsgruben |
| ISBN-10 | 3-347-23044-2 / 3347230442 |
| ISBN-13 | 978-3-347-23044-6 / 9783347230446 |
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