Vergesellschaftung von Hunden (eBook)
284 Seiten
tredition (Verlag)
978-3-347-21918-2 (ISBN)
2. ÜBER DIE SIEBEN STELLUNGEN IN BEZUG AUF DIE BEDEUTUNG IM RUDEL UND IN DER VERGESELLSCHAFTUNG
Der vorrangige Leithund, VLH
Ein VLH-Welpe aus einem strukturierten Wurf, der sich erfolgreich separiert hat im Wurf, ist ein sich relativ wenig bewegender Hund, und wenn, dann nie mitten im restlichen Wurf. Der VLH wird nur kurz mit dem MBH Sozialgesten tauschen manchmal im Vorbeigehen; der V2 wird schon in dem Alter mit Stimulationen beginnen und fordern, dass der VLH sich mit ihm abgibt. Der VLH dosiert sehr gezielt seine Aktivitäten mit V2. Der vordere Leithund ist als einziger Hund ausgestattet mit einem Ortungssinn, einem Radar nach vorne. Dieser Ortungssinn funktioniert auf weiteste Entfernungen, der VLH kann durchblutete Lebewesen auf einige Kilometer Entfernung wahrnehmen, aber auch andere Reize wie Maschinen, Autos etc bemerkt der VLH sehr frühzeitig.
Der VLH (hell) thront auf der Terrasse, beobachtet die Umgebung und nimmt sie mit all seinen Sinnen auf, die V2 (braun) liegt entspannt und abwartend neben ihm
Der VLH (tricolor vorne) hält den V2 (weiß) an seiner hinteren Flanke und führt ihn an.
Dadurch ist er als einziger Hund prädestiniert, Bewertungen nach vorne zu erstellen.
Diese Funktion ist immens wichtig für den Rest der Rudels, denn durch diese Fähigkeit ist es dem VLH möglich, frühzeitig Gefahren festzustellen, und kann dann sein Rudel in großen Bögen um solche Gefahren herumführen, ohne dass das Rudel tangiert wird von dem Reiz.
Die anderen sechs Hunde wissen das, und fordern so vom vorderen Leithund, dass dieser sich möglichst ausschließlich mit dieser Aufgabe befasst, denn nur so ist das Rudel sicher von direkten Konfrontationen mit Reizen aller Art.
Der VLH soll „thronen“, er sitzt oder liegt an strategisch relevanten Aussichtspunkten und ortet die Umgebung ab.
Er beurteilt liegend die Geschehnisse im Rest des Rudels, und greift nur ein, wenn es erforderlich wird, z.B. der MBH seine Unterstützung benötigt.
Zusammen erkunden die junge VLH (braun) und der ältere V2 die Wiese
Der VLH steht in Absprache mit dem NLH, beide tarieren sich aus, und so müssen beide flexibel bleiben in ihren Entscheidungen und können nicht despotisch ihren Kopf durchsetzen.
Der MBH wird anschliessend in die Absprachen einbezogen, damit er sie weitergeben kann an die Bindehunde. An den Absprachen der beiden Leithunde kann man erkennen, ob die Bindehunde alle gut in ihrer Stellung agieren; je ausgewogener das Rudel funktioniert, desto ausgeglichener können die Leithunde sich absprechen
Im Zug führt der VLH den V2 direkt an. Der VLH kann aus seiner Stellung heraus eine enorme Zugkraft entwickeln, und sich dabei völlig auf die Umgebung vor ihm konzentrieren.
Es liegt am MBH, dafür zu sorgen, dass alles anderen Hunde folgen.
Trifft ein VLH auf einen Reiz, so wird er diesen nach Möglichkeit aus der Entfernung bewerten, und dann seitlich aus der Tangente Reiz-VLH treten, und dadurch das Rudel mit sich ziehen, und so an dem Reiz im Bogen vorbei ziehen. Lässt sich eine Konfrontation nicht umgehen, ist normalerweise der MBH als Hund mit der höchsten Sozialkomponente dafür zuständig, oft mit Hilfe seiner Bindehunde. Der VLH kann sich auch aufgebaut dem Reiz entgegenstellen und dadurch auf Abstand halten. In dringenden Fällen wird er den V2 freigeben und direkt schicken.
Dem VLH muss man als Mensch auf einer partnerschaftlichen Ebene begegnen; ihn führen zu wollen, womöglich über Kommandos, wird auf Dauer nicht funktionieren, es kann nur eine Gemeinschaft in Kooperation entstehen mit dem Menschen, wenn der VLH in seinen Anlagen und Fähigkeiten anerkannt wird.
Der zweite vordere Bindehund, V2
Der V2 ist die „rechte Hand“ vom VLH; er ist der Sicherungshund des VLH, und für dessen persönliche Sicherheit zuständig. Sollte dem VLH jemals etwas zustossen, so ist der V2 ausgestattet mit der Fähigkeit des Führen-Könnens; er kann in die Rolle des VLHs schlüpfen, kann nach vorne einen Zug entwickeln und so das Rudel von A nach B bringen. Der V2 hat allerdings keinen Ortungssinn, so dass ihm - wie allen anderen Bindehunden - die Fähigkeit, Reize frühzeitig zu bewerten, fehlt. Sein Führen gleicht also mehr einem Führen „auf gut Glück“, und das wissen die anderen Hunde, weswegen die Zweier nur in Notfällen in diese Führungsrolle gehen sollten.
Die V2 bewegt sich zielorientiert und flott über die Wiese
Auch schiesst ein V2 ohne die Anleitung des VLHs beim Führen über das Ziel hinaus, er wird übertrieben agieren und auch reagieren auf Außenreize, da die Kontrolle des VLHs fehlt.
Durch die Anlage des Führen-Könnens braucht ein Zweier automatisch mehr Freiheit, als im Vergleich dazu die Dreier. Die Eckhunde VLH und MBH wissen das und gestehen den Zweiern mehr Freiheiten zu, sie dürfen ihre Anlage des Führens am jeweiligen Dreier ausleben: V2 führt den V3 im Zug an.
Der sehr junge VLH (hell) sitzt und beobachtet, die V2 (braun) läuft erkundend voraus und wird anschliessend Bericht erstattend zum VLH zurückkehren.
Während die V3 (schwarz) die Umgebung im Blick behält und wächtert, können MBH und N2 entspannt herumschnüffeln.
Auch führt der V2 Aufträge aus, die er vom VLH erhält, erkundet dabei die Umgebung vor dem Rudel und kommt Bericht erstattend wieder zurück.
Außerdem fungiert der V2 als Bindeglied zwischen dem Vorrang VLH - V2 und den anderen fünf Hunden. Im Zug achtet der V2 darauf, dass über die Brücke V2-V3 der Anschluss an den VLH nicht verloren geht. (Auch die anderen Hunde helfen da mit, siehe die jeweilige Stellungsbeschreibung)
Der V2 kann als Partner vom VLH den VLH auch zum Nachdenken bringen, von ihm Flexibililtät in seinen Entscheidungen fordern, und sorgt dafür, dass ein Leithund sich nicht auf seinem Leithundedasein ausruht.
Der dritte vordere Bindehund, V3
Der V3 ist der vordere Sicherungshund des MBHs, und hat aus seiner Stellung heraus die Anlage des Wächterns und des Meldens. Naht sich ein Reiz dem Rudel, wird der V3 sich in die Richtung dem Reiz zugewandt aufgebaut aufstellen und mit einigen kontrollierten tiefen Wuffs den Reiz an die anderen Hunde melden.
Es werden sich dann die Leithunde zur Bewertung aufstellen, und damit ist der Job des Dreiers erledigt, alles weitere übernehmen die anderen Hunde.
Damit der V3 dieses kontrollierte Melden lernt und weiß, welche Reize meldenswert sind und welche nicht, bekommt er ein Belltraining vom MBH. Dazu wird der MBH Reize setzen und der V3 muss dann aufmerksam sein und melden; diese Übung wird innerhalb einiger Tage, manchmal auch Wochen sehr intensiv geübt, und danach wird der Dreier sehr gezielt melden und nicht mehr undifferenziert bellen.
Der MBH (links) behält die anderen Hunde im Blick, während V3 wächtert
Der MBH fordert durch die Vorderkörpertiefstellung die anderen Hunde zur Mitarbeit auf.
Wird entschieden, dass der MBH den Reiz übernehmen muss, so kann der MBH den V3 als Sicherungshund mitnehmen zur Verstärkung.
Der V3 als Dreier ist ein harmoniebedürftiger Hund, er benötigt Anführung und Leitung, er wird unsicher, wenn er Entscheidungen treffen soll. Auch benötigt er eine Körper als haltgebendes Element, er ist gerne eingebettet zwischen den anderen Hunden.
Der VLH kann den V3 in der Überkreuzarbeit im Vorrangteilrudel übernehmen und damit dem MBH helfen.
Als Sicherungshund hat der V3 aber auch die geringste Beißhemmung im Rudel. Bei der Jagd wird der V3 von den anderen Hunden eingesetzt, um den Todesbiss zu setzen.
Der mittlere Bindehund, MBH
Der mittlere Bindehund ist die Steuerzentrale des Rudels. Er übernimmt die Koordination aller Hunde, er trennt den Vorrang vom Nachrang, und er übernimmt die Steuerung aller Bindehunde, damit die beiden Leithunde sich auf ihre Arbeit, das Orten und Bewerten, konzentrieren können.
Darauf wird ein junger MBH auch bestehen, wenn er neu in ein Rudel kommt, dass die Leithunde ihm mit der Zeit diese Arbeit übertragen und ihre Bindehunde N3 und V2 an den MBH übergeben.
MBH (links) und N2 (rechts) kommen vom Schwimmen zurück. Der MBH in Struktur lebend ist nie alleine, er hat immer mindestens einen seiner Bindehunde bei sich.
Ohne einen MBH wird ein Rudel zerfallen, es wird sich der Nachrang und der Vorrang vermischen. Leithunde haben auf Dauer keine Lust, sich ständig um die Bindehunde zu kümmern und setzen dann die Ordnung und Ruhe auch sehr druckvoll um. Der MBH ist als hochsozialer Hund am Aufbau und Erhalt der Struktur maßgeblich beteiligt, und setzt dabei auf die Kooperation, Eigendiziplin und Selbstkorrektur der Bindehunde.
Der MBH stellt sich bei Konfrontation mit Außenreizen dem Reiz entgegen, manchmal nimmt er hierbei einen oder beide Bindehunde N2 und V3 zur Unterstützung mit.
Wenn die...
| Erscheint lt. Verlag | 17.12.2020 |
|---|---|
| Verlagsort | Ahrensburg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Sachbuch/Ratgeber ► Natur / Technik ► Naturwissenschaft |
| Technik | |
| Schlagworte | Hunde • Rudelstellungen • Vergesellschaftung |
| ISBN-10 | 3-347-21918-X / 334721918X |
| ISBN-13 | 978-3-347-21918-2 / 9783347219182 |
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