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OLD IS GREAT - eigentlich (eBook)

Ein Wegweiser zum glücklichen Altern
eBook Download: EPUB
2020 | 1. Auflage
412 Seiten
tredition (Verlag)
978-3-347-20229-0 (ISBN)

Lese- und Medienproben

OLD IS GREAT - eigentlich -  Brigitte Halenta
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Old is great - eigentlich ist ein Wegweiser für glückliches Altern Was man alles tun sollte, um möglichst gesund immer älter zu werden, das können Sie auch in unzähligen anderen Büchern lesen - hier erfahren Sie, was Sie alles nicht tun und vor allem nicht denken sollten. Denn mit unseren Gedanken programmieren wir uns selber alt. Nicht, was wir tun, entscheidet über unsere Gesundheit und Lebenserwartung, sondern wie wir es bewerten. Das Ausmaß, in dem unsere Gedanken und Gefühle unsere Befindlichkeit und unsere Lebenszeit beeinflussen, ist immens. Old is great - eigentlich beschäftigt sich auch mit dem 'eigentlich', weil es immer wieder unsere eigenen inneren Widerstände sind, die es uns schwer machen, auch im Alter das Leben zu genießen. Denn wir tappen, ohne es zu wollen, in viele Fallen. Das Buch möchte auch unsere Aufmerksamkeit schärfen, damit wir es merken, wenn wir uns wieder einmal älter denken, als wir eigentlich sind. Die überachtzigjährige Psychotherapeutin, Brigitte Halenta, führt zwölf Gespräche mit einem Paar im Ruhestand. Annalena und Gregor waren in ihrer Jugend ein Liebespaar, haben sich nun im Alter wiedergetroffen und möchten herausfinden, wie es ihnen gelingen könnte, zusammenziehen und gemeinsam glücklich zu altern. Die Leser*innen können sich entweder mit dem Skeptiker Gregor oder mit der lebenslustigen Annalena identifizieren und mit ihnen Alter als ein Abenteuer erleben, auf dem es immer noch viel zu entdecken gibt.

Brigitte Halenta hat bis 2010 als Psychotherapeutin in eigener Praxis gearbeitet. 2000 erhielt sie für das Drehbuch 'Lavendel ist blau' den Förderpreis der Gesellschaft zur Förderung audiovisueller Werke Schleswig-Holstein. Im März 2007 erschien ihr Roman "DIE BREITE DER ZEIT" stark gekürzt im Orlanda Verlag, Berlin. Seitdem veröffentlichte sie Kurzprosa in Literaturzeitschriften. Die 1. Neuauflage des Romans "DIE BREITE DER ZEIT" erschien 2015 in ungekürzter Form als E-Book . 2016 folgten die Romane "DAS LETZTE WORT HAT DOROTHEE", "LAVENDEL IST BLAU" und "DER EINE". Alle Romane sind inzwischen nicht nur als E-Book, sondern auch als Taschenbuch und Hardcover erhältlich. Anfang 2017 erschien der Roman "EMILIA SCHLIEßT EINE TÜR" und die 2. Neuauflage der Romane "DAS LETZTE WORT HAT DOROTHEE" und "DIE BREITE DER ZEIT" ungekürzt als Taschenbuch, Hardcover und E-Book.

Brigitte Halenta hat bis 2010 als Psychotherapeutin in eigener Praxis gearbeitet. 2000 erhielt sie für das Drehbuch "Lavendel ist blau" den Förderpreis der Gesellschaft zur Förderung audiovisueller Werke Schleswig-Holstein. Im März 2007 erschien ihr Roman "DIE BREITE DER ZEIT" stark gekürzt im Orlanda Verlag, Berlin. Seitdem veröffentlichte sie Kurzprosa in Literaturzeitschriften. Die 1. Neuauflage des Romans "DIE BREITE DER ZEIT" erschien 2015 in ungekürzter Form als E-Book . 2016 folgten die Romane "DAS LETZTE WORT HAT DOROTHEE", "LAVENDEL IST BLAU" und "DER EINE". Alle Romane sind inzwischen nicht nur als E-Book, sondern auch als Taschenbuch und Hardcover erhältlich. Anfang 2017 erschien der Roman "EMILIA SCHLIEßT EINE TÜR" und die 2. Neuauflage der Romane "DAS LETZTE WORT HAT DOROTHEE" und "DIE BREITE DER ZEIT" ungekürzt als Taschenbuch, Hardcover und E-Book.

2. Vorwort

Annalena Himmelblau. Der Name fiel mir sofort ein. Solch einen Namen vergisst man nicht. Sie wartete an der Käsetheke und wippte ungeduldig mit den Füßen. Unverkennbar. Annalena. Ich habe mindestens zwanzig Jahre nicht mehr an sie gedacht. Aber als gestern unvermutet mein Blick auf sie fiel, war sie mir auf der Stelle so gegenwärtig wie an dem Tag, als sie in meine Praxis rauschte: bebend vor Entschlossenheit. Ihre durchaus attraktive Fülle war nachlässig von mehreren Schichten bunter Stoffe verhüllt, ihre fast schwarzen Locken trug sie zu Rasterzöpfen geflochten, die in bunten Bändern endeten. Sie setzte sich auf meiner Couch mit übereinandergeschlagenen Beinen und vorgerecktem Busen in Szene, als sei ich ein Mann, den sie verführen wollte. Das muss Ende der Neunzigerjahre gewesen sein. Zwar war ich eine Frau ohne lesbische Neigungen, aber beeindruckt war ich trotzdem. Es gab nicht viele Patienten, die so viel frischen Wind mit hereinbrachten. So viel Energie, die ein Ziel suchte.

Annalena war auch damals schon nicht mehr die Jüngste. Mitte vierzig schätze ich, aber die Lachfältchen um ihre braunen Augen taten ihrer mediterranen Schönheit keinen Abbruch. Im Gegenteil. Sie waren der Akzent, die liebenswerte Unregelmäßigkeit, die ihr klassisch proportioniertes Gesicht davor bewahrte, langweilig perfekt zu wirken. Therapiebedürftig fühlte sie sich nicht, denn sie war der Meinung, ihr herrschsüchtiger, ewig an ihr herumnörgelnder Ehemann müsse sich nur ändern, dann würde ihr das Leben auch wieder mehr Spaß machen. Annalena war nicht depressiv, sie war wütend. Wir kamen schnell überein, dass sie in einer Gruppe besser aufgehoben sei als in einer Einzeltherapie. So wurde Annalena für zwei Jahre Mitglied in einer der Psychodrama-Gruppen, die ich damals leitete, und begriff schnell, dass man nur sich selbst und nicht die anderen ändern konnte.

Wie ihr Leben weiter verlaufen war, wusste ich nicht. Ob sie ihr Graphik-Studium wiederaufgenommen hatte, ob sie sich von ihrem Mann, der Richter am Landgericht war, getrennt hatte, war nicht mehr zu mir gedrungen. Sie hatte beides vor. Aber offensichtlich musste sie heute mit sechzig plus nicht mehr in einer Protest-Aufmachung gegen alles Bürgerliche herumlaufen. An der Käsetheke zwischen den anderen Wartenden fiel sie höchstens durch ihre Eleganz auf. Sie trug schmale dunkelgraue Hosen und eine aparte violette Tunika. Als sie der Bedienung hinter der Theke ihre Wünsche mitteilte, sah ich ihr römisches Profil, so wie ich es in Erinnerung hatte, nur mit kaum angedeutet erschlafften Hautpartien am unteren Kieferbogen. Der kurze Bob, noch immer dunkel, stand ihr gut.

Ich beschloss, einer Begegnung aus dem Weg zu gehen. Begegnungen mit früheren Patienten sind zwiespältig. Manche sind begeistert, mich zu treffen, und wollen mir sofort erzählen, was sich nach dem Therapieende alles ereignet hat, andere sind unangenehm berührt, weil ich sie an Zeiten des Leidens und der Schwäche erinnere. Zwischen diesen beiden Polen sind alle möglichen Abstufungen denkbar. Aber auch meine Reaktionen haben eine Bandbreite und bewegen sich von erfreut bis peinlich. Letzteres dann, wenn ich mich partout nicht an den Namen erinnern kann und an das Gesicht auch nur noch vage. Nach fünfundzwanzig Jahren Praxis und mittlerweile zehn Jahren Ruhestand nehme ich mir das nicht übel, aber ich möchte niemand kränken. Annalena Himmelblau war eine Lieblingspatientin wie eine große Zahl anderer auch. Ich erinnere mich an ihre Gesichter, ihre Namen und ihre Geschichten. Sie sind allesamt aufbewahrt in einem extra Archiv mit der Überschrift: Meine Jahre als Psychotherapeutin.

Gegenwärtig befinde ich mich in einem Lebensabschnitt, den ich mit Meine letzten Jahre als Autorin überschreibe. Alles, was ich in meinem Leben erlebt und gelernt habe, ist nicht vergessen, sondern fließt jetzt zusammen. Es ist eine reiche Zeit der Ernte, und ich bin glücklich, wenn es mir gelingt, in meinen Romanen meinen Lesern und Leserinnen etwas davon mitzuteilen.

Ich wendete mich also statt der Käsetheke und Annalena den Weinregalen im hinteren Teil des Ladens zu. Ich bin keine gute Weinkennerin, aber für meine Gäste kaufe ich gerne das Beste ein. Über meinem Schwanken zwischen einem Merlot aus Sizilien und einem Kaiserstühler vergaß ich Annalena Himmelblau vollkommen.

Ich bin fasziniert von der Quantenphysik. Zwar bin ich weit entfernt davon, sie zu verstehen, aber das Wenige, das mir davon zugänglich ist, hat schon so ungeheuerliche Implikationen für mein Leben, dass mir manchmal ganz schwindelig wird. Gestern im Supermarkt ging es nur um ein Alltagsphänomen, das, will man nicht den Zufall bemühen, mit quantenphysikalischen Theorien erklärbar wäre. Ich erledigte also meinen Einkauf und dachte dabei an meine Gäste am Abend, für die ich ein kleines Menü plante. Weil mein Supermarkt von beträchtlicher Größe und sehr besucht ist, gibt es am Ausgang sechs Kassen nebeneinander, von denen immer mindestens vier besetzt sind. Das ist mir wichtig. Ich möchte nicht gerne lange warten. Ich suchte mir deshalb wie immer die kürzeste Kassenschlange aus. Drei Kunden waren vor mir. Genau in dem Augenblick, als ich meine erste Weinflasche auf das Band legte, schaute ich unwillkürlich hoch, und mein Blick traf Annalenas Blick. Sie stand in der Nebenschlange und legte genau in demselben Augenblick eine Packung Nudeln auf das Band. Spukhafte Verschränkung hat Einstein das spöttisch genannt. Es war kein Zufall, dass wir uns treffen sollten, es war zwingend.

Über Annalenas Gesicht ging ein Strahlen, sie gestikulierte wild in Richtung der Cafeteria. Schon klar. Es war jetzt unser Schicksal, eine Tasse Kaffee miteinander zu trinken und alte Zeiten heraufzubeschwören. In der Gruppe hatten wir uns geduzt. Ich fühlte mich aber nicht in der Lage, diese fremde Frau, zu der sie in der Zwischenzeit geworden war, mit Du anzusprechen. Ob es ihr ähnlich ging? Ohne uns darüber verbal zu verständigen, siezten wir uns, benutzten aber unsere Vornamen. Eine gute Mischung von alter Vertrautheit und jetziger Fremdheit. Annalena ging mit dem Kaffeepott in der Hand voran auf der Suche nach einem ungestörten Eckchen. Ich folgte, ich leugne es nicht, zögerlich. Ich fühlte mich überrumpelt. Ich hätte mich lieber den Vorbereitungen für meine Gäste gewidmet, als mit einer ehemaligen Patientin, mit der mich nichts mehr verband, ein Gespräch zu führen. Ein Gespräch, das in aller Regel darauf hinauslief, dass die oder der andere seine derzeitige Lebenssituation beschrieb, was ich mit den jeweils richtigen einfühlsamen Bemerkungen begleitete. Mit Lieblingspatienten lief das allerdings dann doch anders, und mit Annalena Himmelblau sowieso. Schnell fand ich wieder an ihrer intensiven Art zu sprechen Gefallen, und ihr ganz eigener Charme bestrickte mich derart, dass mir meine Abend-Einladung ganz aus dem Sinn geriet.

Ich erfuhr, dass der Tod sie – noch gerade rechtzeitig, wie sie ironisch bemerkte – von ihrem nörgelnden Richter erlöst hatte. Jetzt lebte sie schon zehn Jahre allein und überdies komfortabel in dem Haus, das er ihr hinterlassen hatte. Die Witwenpension und gelegentliche Aufträge für Illustrationen enthoben sie aller finanziellen Sorgen. Aber leider sei es nun – genaugenommen seit vier Monaten – mit ihrer inneren Ruhe vorbei. Die Behaglichkeit, mit der sie vor sich hingelebt habe, sei endgültig dahin. Ich muss sie sorgenvoll angesehen haben, denn sie tröstete mich gleich. Nichts Ernstes, nur ein Luxusproblem. Erleichtert stimmte ich in ihr Lachen mit ein. Ich fühle mich nicht mehr zuständig für Ernstes, aber Luxusprobleme interessieren mich schon noch.

Wie konnte es anders sein. Es ging um einen Mann. Es geht immer um einen Mann, respektive um eine Frau. Also um die Liebe und um all die unvernünftigen Wünsche, die sofort mit ihr aufwachen und keine Ruhe mehr geben, bis man sich zugrunde gerichtet hat. Annalena hatte einen Jugendfreund wiedergetroffen. Oder besser gesagt: Der Jugendfreund hatte sie gezielt gesucht und gefunden. Gregor Rehberg. (Meiner Meinung nach sind Jugendfreunde, die im Alter wieder auftauchen, wie ein unverhoffter Sahneklecks auf einem zu schwarzen Kaffee. Man kennt sich noch jung, schön und unbeschrieben, und die Veränderungen, die einem die gelebten Jahre zugefügt haben, wirken im erinnerungsseligem Auge des anderen – wenigstens eine Weile – nur wie hässliche Verkleidungen, die man auch ablegen könnte, bis sie sich dann im Laufe der Zeit als angewachsen erweisen.) Gregor Rehberg also, ein Architekt. Die beiden waren schon zusammen zur Schule gegangen und hatten gemeinsam ein Architekturstudium in Aachen begonnen. Ein Paar wurden sie erst in den letzten Tagen des zweiten Semesters, als Annalena sich entschlossen hatte, doch lieber Graphik Design zu studieren, und schon ein Zimmer in München angemietet hatte. „Es war nur aus Abschiedsschmerz“, sagte Annalena, „ich habe mir weiter nicht viel dabei gedacht, wir haben uns schnell aus den Augen verloren.“

Vielleicht hatte...

Erscheint lt. Verlag 4.12.2020
Verlagsort Ahrensburg
Sprache deutsch
Themenwelt Sachbuch/Ratgeber Gesundheit / Leben / Psychologie Lebenshilfe / Lebensführung
Technik
Schlagworte Ageismen • Alter • Altern • Altersbilder • Altersdepression • Alterserscheinungen • Dankbarkeit • Demenzfalle • Erfolgreiches Altern • Essenz des Lebens • Freiheit des Alters • geschenkte Lebenszeit • Gesundheit • Glück • Großeltern • Jung bleiben • Kohärenzgefühl • Langlebigkeit • Lebenserwartung • Lebenskunst • Liebe • Muße • neue Denkmuster • Neuroplastizität des Gehirns • Psychologie • Ruhestand • Selbstfürsorge • Zufriedenheit
ISBN-10 3-347-20229-5 / 3347202295
ISBN-13 978-3-347-20229-0 / 9783347202290
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