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Bier auf Wein, das lass sein! (eBook)

Die unsinnigsten Regeln und Ermahnungen

(Autor)

eBook Download: EPUB
2012 | 1. Aufl. 2012
175 Seiten
Eichborn (Verlag)
978-3-8387-2026-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Bier auf Wein, das lass sein! - Jürgen Brater
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'Wenn der Automat die Münze nicht nimmt, musst du sie auf Metall reiben.' - 'Wenn du abnehmen willst, treib möglichst viel Sport.' - 'Lies nicht bei schlechtem Licht, du verdirbst dir die Augen.'

Jeder von uns hat solche Ratschläge und Sprüche tausendmal gehört. Aber stimmt das eigentlich, was uns da dauernd erzählt wird? Jürgen Brater hat den Wissensschatz des gemeinen Volks auf seinen Wahrheitsgehalt abgeklopft und meldet zu unserer grenzenlosen Erleichterung: das meiste davon ist Quatsch. Er erklärt, warum wir von drei oder sieben Hornissenstichen nicht sterben, ohne Angst bei Gewitter in der Badewanne bleiben und auch gefahrlos Spinat aufwärmen dürfen.

__  Abnehmen  __


Wenn du abnehmen willst, treib möglichst viel Sport!


Die entscheidenden Faktoren beim Abnehmen sind bekanntlich weniger essen und sich mehr bewegen. Daraus jedoch den Schluss zu ziehen, man könne gar nicht genug Sport treiben, ist falsch. Denn seine Fettverbrennung kurbelt am effektivsten an, wer zwischen den einzelnen Aktivitätsphasen immer wieder längere Pausen einlegt, wer sich also eher weniger statt mehr abstrampelt. Versuche japanischer Wissenschaftler haben nämlich eindeutig bewiesen, dass der Kalorienverbrauch bei sportlicher Betätigung mit Erholungsintervallen intensiver ist als bei ununterbrochenem Training. Denn gerade in der Pause zwischen den Trainingseinheiten schüttet die Nebenniere weit mehr Adrenalin aus als während ununterbrochener Quälerei. Und von Adrenalin weiß man seit Langem, dass es die Fettverbrennung wirksam unterstützt. Außerdem sinken während eines Intervalltrainings die Insulinwerte deutlich stärker als während einer Dauerbelastung. Und wenig Insulin bedeutet, dass im Blut nicht allzu viel Zucker vorhanden ist, sodass der Organismus gezwungen ist, zur Energieproduktion vermehrt Fett zu verbrauchen.

Falls Sie also auch gerne ein paar Pfunde weniger hätten, jedoch keine Lust haben, stundenlang zu joggen oder im Fitnesszentrum literweise Schweiß zu vergießen, können Sie getrost aufatmen. Körperliches Training hilft zweifellos beim Abnehmen, aber weniger ist dabei oft mehr.

Nimm statt Zucker Süßstoff, das spart Kalorien!


Wer aus Angst vor zusätzlichen Pfunden anstelle von Zucker Süßstoff in den Kaffee schüttet, sollte einmal mit Schweinemästern sprechen. Die benutzen nämlich ganz ähnliche Substanzen, um ihre Tiere möglichst rasch dick und fett zu bekommen. Und unser Organismus reagiert auf den Süßstoff genauso wie der Körper der Borstentiere. Denn süßen Geschmack wertet unser Gehirn seit Urzeiten als Signal, dass im Blut gleich Zucker auftauchen wird, und erteilt der Bauchspeicheldrüse umgehend den Befehl: »Insulin ausschütten!« Das ist ein Hormon, das den Zucker rasch in die Zellen befördert, wo er zur Energieerzeugung »verbrannt« wird. Folge: Der Blutzuckerspiegel sinkt auf den Ausgangswert.

Nun erscheint im Blut aber gar kein Zucker, sondern Süßstoff, und mit dem weiß das Insulin nichts anzufangen. Da es aber nur eines kann, nämlich Zucker in die Zellen zu transportieren, tut es das eben notgedrungen mit dem bereits vorhandenen, und die Blutzuckerkonzentration rauscht in den Keller. Das löst nun in unserem Gehirn sofort ein Hungergefühl aus, das uns zwingen soll, das Defizit schnell zu beheben. Der Süßstoff – eigentlich dazu gedacht, Kalorien zu sparen – macht uns also hungrig und veranlasst uns dazu, möglichst rasch möglichst viel zu essen.

Wer abnehmen will, sollte deshalb wenig Zucker zu sich nehmen, das ist durchaus sinnvoll. Ihn jedoch durch Süßstoff zu ersetzen, bringt einen fatalen Prozess in Gang, an dessen Ende das Körpergewicht höher ist als zuvor.

__  Aufhören  __


Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist!


Ein geradezu klassisches Sprichwort! Und dennoch schon deshalb höchst zweifelhaft, weil man ja in der Regel gar nicht weiß, ob es gerade am schönsten ist oder ob nicht noch etwas Schöneres nachkommt. Oder anders ausgedrückt: Wann es am schönsten war, weiß man immer erst dann, wenn es wieder schlechter ist. Und dann ist es nicht mehr möglich, dem Rat des Sprichworts zu folgen. Tatsache ist, dass derjenige, der sich bemüht, stets dann aufzuhören, wenn es nach seiner Meinung am schönsten ist, eine ganze Menge besonders Erfreuliches versäumt.

Deshalb also: Bitte jetzt nicht mit der Lektüre dieses Buchs aufhören!

__  Augen  __


Lies nicht bei schlechtem Licht, sonst verdirbst du dir die Augen!


Eines gleich vorweg: Diese Regel ist nicht ganz und gar sinnlos, denn tatsächlich können die Augen von Kindern und Jugendlichen durch sehr häufiges und lang andauerndes Lesen bei extrem schlechtem Licht – beispielsweise nächtelang mit der Taschenlampe unter der Bettdecke – Schaden nehmen. Und zwar deshalb, weil sich die Augenlinse bei der im Dunkeln stark verminderten Tiefenschärfe erheblich anstrengen muss, um das Licht so zu bündeln, dass es auf der Netzhaut ein scharfes Bild ergibt. Damit die Linse weniger hart arbeiten muss, passt sich das Auge der Belastung allmählich an, indem es ein wenig in die Länge wächst. Dadurch bekommt der Betroffene zunehmend Schwierigkeiten, weit Entferntes scharf zu sehen, das heißt er wird mehr oder minder kurzsichtig.

Aber das passiert, wie gesagt, nur bei extrem langer Beanspruchung der Augen – und auch nur, solange diese noch »jung« sind. Bei Jugendlichen, die nicht Nacht für Nacht stundenlang bei schlechtem Licht lesen – und wer tut das schon? – und bei Erwachsenen sind als Folge der vermehrten Anstrengung der Augenlinse dagegen keinerlei Schäden zu befürchten. Allenfalls ermüden die Augen rascher oder schmerzen vielleicht ein wenig, mehr passiert nicht.

Schiele nicht absichtlich, sonst bleibt dir das!


Manche Omas drohen ihren Enkeln bis heute mit erhobenem Zeigefinger: »Schiel bloß nicht absichtlich, sonst bleiben die Augen so stehen!« Sie selbst haben es während ihrer Kindheit so gelernt und seither sorgfältig vermieden, ihre Augäpfel Richtung Nasenspitze nach innen zu rollen. Dabei macht das den Augen nicht das Geringste aus! Weltweit gibt es keinen einzigen verbürgten Fall eines Augenschadens als Folge absichtlichen Schielens. Allenfalls ist es denkbar, dass ein bereits vorhandener, verborgener Sehfehler den Eltern nach einem bewussten Verdrehen der Augen zum ersten Mal auffällt.

Wer also Spaß daran hat, mit beiden Augen die Nasenspitze zu fixieren und dadurch seine Mitmenschen zu belustigen, der sollte das getrost tun. Einen bleibenden Schaden braucht er nicht zu befürchten – auch dann nicht, wenn er während des Schielens fürchterlich erschrickt oder die Uhr zwölf Mal schlägt.

__  Auto  __


Wenn ein Frontalzusammenstoß droht, bremse, so fest du kannst!


Ein Frontalzusammenstoß – etwa beim Überholen oder weil ein entgegenkommendes Fahrzeug plötzlich auf die eigene Spur gerät – ist so ziemlich das Schlimmste, was einem Autofahrer passieren kann. Viele treten in einem solchen Fall mit aller Kraft auf die Bremse und tun das selbst dann noch, wenn sie erkennen müssen, dass sie dadurch einen Crash nicht vermeiden können. Doch ein solches Verhalten ist grundfalsch!

Eine Vollbremsung – sie ist grundsätzlich natürlich vollkommen in Ordnung – ergibt nur dann einen Sinn, wenn noch Chancen bestehen, einen Zusammenprall zu verhindern. Ist dies nicht möglich – etwa, weil ein sich näherndes Fahrzeug unmittelbar vor der Begegnung auf die Gegenfahrbahn wechselt oder weil die Geschwindigkeit der beiden beteiligten Autos zu hoch ist –, so ist jedes weitere panische Bremsen Unfug! Das einzig Richtige ist in einem solchen Fall, den Blick bewusst von dem Entgegenkommenden abzuwenden und sich schnellstmöglich nach einer Ausweichmöglichkeit umzusehen; so viel Zeit bleibt in der Regel noch. Und dann nichts wie runter von der Straße und hinein in die Wiese, die Böschung oder den Acker! Das funktioniert bei einem mit ABS ausgerüsteten Fahrzeug sogar mit getretener Bremse, während es ansonsten erforderlich ist, den Fuß vor dem Lenkeinschlag kurz vom Pedal zu nehmen.

Sicher, es kann passieren, dass man sich bei diesem Manöver überschlägt. Das ist jedoch im Vergleich zu einem Frontalzusammenstoß das weitaus geringere Übel. Die Fahrgastzellen der heutigen Autos sind so steif, dass bei einem Überschlag in der Regel nicht allzu viel passiert – jedenfalls viel weniger als bei einem Crash mit einem Entgegenkommenden. Wer es sich angewöhnt, sich während längerer Autofahrten immer wieder einmal Gedanken zu machen, wohin er im Notfall ausweichen würde, trainiert sein Gehirn auf eine solche Situation und gewinnt im Ernstfall wertvolle Sekunden, um das einzig Richtige zu tun: zuerst mit aller Kraft bremsen, dann aber unbedingt und unter allen Umständen ausweichen!

Schalte den Motor nicht ständig ein und aus, das kostet nur unnötig Benzin!


Dass ein Automotor, solange er nicht läuft, kein Benzin verbraucht, ist jedem klar. Dennoch lassen viele Fahrer den Motor auch bei längerem Stehen – etwa vor einer roten Ampel oder einer geschlossenen Bahnschranke – eingeschaltet, weil sie der Meinung sind, beim anschließenden Anlassen würden sie mehr Kraftstoff verbrauchen, als sie während der Ausschaltphase eingespart hätten. Das aber stimmt mitnichten!

Moderne Motoren benötigen für den Anlassvorgang – sofern dabei nicht unnötigerweise kräftig Gas gegeben wird – kaum mehr Benzin als im Leerlauf. Bei einer Standzeit von einer Viertelminute oder länger – und davon gibt es jede Menge – ist es daher im Hinblick auf den Spritverbrauch, aber auch auf den Schadstoffausstoß überaus sinnvoll, den Motor auszuschalten, um ihn erst kurz vor dem Weiterfahren – ohne Gas geben! – wieder in Gang zu setzen.

Fahre niemals untertourig, das schadet dem Motor!


Dass ein Automotor umso mehr Benzin verbraucht, je höher er dreht, wissen die meisten Autofahrer. Dennoch scheuen sie sich, frühzeitig hoch zu schalten, weil sie irgendwo einmal gelernt haben, untertouriges Fahren würde dem Motor zusetzen und ihn auf Dauer zerstören. Das aber stimmt schon lange nicht...

Erscheint lt. Verlag 17.8.2012
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Comic / Humor / Manga Humor / Satire
Technik
Schlagworte Culture Clash • Humor • Komisch • lustig • lustiges Sachbuch • Unterhaltung • witzig • witzige Bücher
ISBN-10 3-8387-2026-1 / 3838720261
ISBN-13 978-3-8387-2026-5 / 9783838720265
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