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Kunst als Kritik der politischen Ökonomie - Tobias Ertl

Kunst als Kritik der politischen Ökonomie

Melanie Gilligans Filme gegen den Kapitalismus

(Autor)

Buch | Softcover
240 Seiten
2026
diaphanes (Verlag)
978-3-0358-0777-6 (ISBN)
CHF 41,95 inkl. MwSt
  • Noch nicht erschienen (ca. September 2026)
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Wie macht man Filme gegen den Kapitalismus? Im Zentrum dieses Buches steht die These, dass dem »gesellschaftlichen Verhältnis« (Marx) des Kapitals ein historisches Darstellungsproblem innewohnt, das jede künstlerische Repräsentation oder Kritik ökonomischer und sozialer Wirklichkeit vor spezifische Herausforderungen stellt. Die Kritik der politischen Ökonomie bestimmt den Kapitalismus als dynamischen und notwendig krisenhaften gesellschaftlichen Zusammenhang, der sich kognitivem Wissen und empirischer Erfahrbarkeit strukturell entzieht. Als gesellschaftliches Verhältnis ist das Kapital unsichtbar und damit der ästhetischen Darstellung nicht einfach zugänglich.
Melanie Gilligans zwischen 2008 und 2022 entstandene Videoarbeiten stellen diese Hypothese auf die Probe. Gilligans Werk, in dem marxistische Theorie auf zeitgenössische Fernsehästhetik trifft, wird erstmalig einer ausführlichen Analyse unterzogen. Unter Rückgriff auf kunstwissenschaftliche, sozialtheoretische, ökonomie- und medienhistorische sowie ästhetische Methoden und Ansätze wird das Werk als Übersetzung der Kritik der politischen Ökonomie in das Medium der Kunst gedeutet. Auch wenn das Kapital selbst nicht darstellbar ist, lässt sich doch seine Undarstellbarkeit reflektieren und künstlerisch bearbeiten.

Tobias Ertl ist Kunsthistoriker und arbeitet derzeit als Postdoc im Forschungsprojekt »Real Abstractions: Reconsidering Realism’s Role for the Present«. 2023 wurde er an der Universität Fribourg (CH) promoviert, wo er auch als Wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig war (2019–2023). Im Zentrum seiner Forschung und Lehre steht das Verhältnis von Kunst und Gesellschaft – sowohl im Hinblick auf materialistische Kunst- und Sozialtheorien der Gegenwart als auch im Rahmen kritischer Perspektiven auf die Kunstgeschichtsschreibung. Aktuell arbeitet er an einem Buchprojekt mit dem Titel »Cultural Bolshevism: The Crisis of Political Art in Late Weimar Germany«.

Erscheint lt. Verlag 15.9.2026
Verlagsort Zürich
Sprache deutsch
Maße 128 x 200 mm
Themenwelt Sozialwissenschaften Politik / Verwaltung Politische Systeme
Schlagworte Film und bildende Kunst • Gegenwartskunst • Kapitalismuskritik • künstlerische Praxis • Politische Ökonomie • Videokunst
ISBN-10 3-0358-0777-9 / 3035807779
ISBN-13 978-3-0358-0777-6 / 9783035807776
Zustand Neuware
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