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Israel und Gaza: Der Krieg nach dem 7. Oktober (eBook)

eBook Download: EPUB
2025 | 1. Auflage
139 Seiten
neobooks Self-Publishing (Verlag)
978-3-7575-9847-1 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Israel und Gaza: Der Krieg nach dem 7. Oktober -  Tilman W. Birkenfeld
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Ein Konflikt, der Geschichte schreibt - ein Buch, das einordnet, erklärt und herausfordert. Am 7. Oktober 2023 verübte die Hamas den schwersten Angriff auf Israel seit der Staatsgründung. Das Massaker an Zivilisten, die Geiselnahmen und die gezielte Brutalität markierten eine neue Eskalationsstufe im Nahostkonflikt - mit weltweiten Reaktionen und einer tiefen Zäsur in der politischen Debatte. T. W. Birkenfeld zeichnet die historische Entwicklung von der Staatsgründung Israels über Kriege, Intifadas und Friedensversuche bis zur Gegenwart nach. Er analysiert die Rolle von Hamas und Fatah, die Spaltung innerhalb der palästinensischen Gesellschaft, die innenpolitische Lage Israels sowie das Verhalten der internationalen Gemeinschaft. Mit besonderem Fokus auf die Ereignisse nach dem 7. Oktober zeigt dieses Buch, warum Israels Sicherheit unverzichtbar ist - und was nötig wäre, um aus dem Kreislauf von Terror, Instrumentalisierung und Sprachlosigkeit auszubrechen. Ein sachliches, aber engagiertes Buch für alle, die hinter Schlagzeilen blicken wollen - und verstehen möchten, was war, was ist und was kommen könnte.

T. W. Birkenfeld ist Publizist und Analyst mit Schwerpunkt Nahostpolitik und moderner Antisemitismus. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Geschichte Israels, internationalen Beziehungen und sicherheitspolitischen Fragen. Seine Texte zeichnen sich durch sachliche Tiefe und historisches Bewusstsein aus.

T. W. Birkenfeld ist Publizist und Analyst mit Schwerpunkt Nahostpolitik und moderner Antisemitismus. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Geschichte Israels, internationalen Beziehungen und sicherheitspolitischen Fragen. Seine Texte zeichnen sich durch sachliche Tiefe und historisches Bewusstsein aus.

Kapitel 1 – Vom Exil zur Heimat: Jüdische Geschichte in Europa und dem Nahen Osten


Diaspora, Pogrome, Antisemitismus – die Vorgeschichte einer Heimkehr


Die Geschichte des jüdischen Volkes ist in weiten Teilen eine Geschichte des Exils. Bereits nach der Zerstörung des ersten Tempels in Jerusalem im Jahr 586 v. Chr. durch die Babylonier begannen sich jüdische Gemeinden außerhalb des antiken Israels zu etablieren. Mit der Zerschlagung des jüdischen Aufstands gegen das Römische Reich und der Zerstörung des zweiten Tempels im Jahr 70 n. Chr. setzte sich die Zerstreuung fort. Die Diaspora – das Leben außerhalb der historischen Heimat – wurde zur kollektiven Realität für Generationen. Über Jahrhunderte hinweg bildeten sich jüdische Gemeinschaften in Persien, Nordafrika, später in Spanien, Italien und Mitteleuropa. Trotz aller geografischen Verlagerungen hielten viele Juden an ihren religiösen Traditionen und der Hoffnung auf Rückkehr nach Zion fest.

In Europa waren Juden lange Zeit eine Minderheit unter rechtlicher, sozialer und wirtschaftlicher Beobachtung. Während des Mittelalters wurden sie in zahlreichen Regionen systematisch diskriminiert, aus Städten vertrieben oder mit Sondersteuern belegt. Ihre Rolle als Geldverleiher – eine Tätigkeit, die Christen oft verboten war – nährte Neid und Hass. Immer wieder wurden sie zu Sündenböcken gemacht, insbesondere in Krisenzeiten. Die Pestwellen des 14. Jahrhunderts etwa lösten mörderische Pogrome aus: Man beschuldigte Juden, Brunnen vergiftet zu haben. Ganze Gemeinden wurden ausgelöscht.

Antisemitismus war nicht nur ein Produkt des religiösen Eifers, sondern wurde mit der Zeit immer stärker politisiert und säkularisiert. Der Übergang in die Neuzeit brachte zwar neue Möglichkeiten – etwa durch die jüdische Aufklärung (Haskala) oder die Emanzipation in Teilen Europas –, doch parallel wuchs auch ein moderner Antisemitismus, der sich pseudowissenschaftlich und rassistisch präsentierte. In Ländern wie Russland verschärfte sich die Lage massiv: Zwischen 1881 und 1914 flohen rund zwei Millionen Juden aus dem Zarenreich vor Pogromen, Repressionen und ökonomischer Perspektivlosigkeit, viele in die USA, einige nach Westeuropa und ein kleinerer Teil bereits nach Palästina.

In dieser Gemengelage von Bedrohung und Assimilationsversuch, von Isolation und Selbstbehauptung formte sich eine neue Idee: Die Rückkehr ins eigene Land – nicht bloß als religiöse Hoffnung, sondern als konkretes politisches Projekt. Der Zionismus war geboren.

Ende des 19. Jahrhunderts trat die Vision eines jüdischen Staates in das politische Denken ein. Der Wiener Journalist Theodor Herzl, selbst Zeuge des Dreyfus-Skandals im antisemitisch geprägten Frankreich, wurde zu einer der zentralen Figuren dieser Bewegung. In seinem Werk Der Judenstaat (1896) forderte er ein eigenes Land für das jüdische Volk – nicht als Folge mystischer Prophezeiung, sondern als pragmatische Reaktion auf den strukturellen Hass, dem Juden überall ausgesetzt waren. Herzl war überzeugt: Solange Juden in fremden Gesellschaften als Fremde betrachtet werden, wird es keinen echten Schutz geben. Daher müsse man selbst handeln, selbst gestalten, selbst eine Nation aufbauen.

Schon vor Herzl gab es in Osteuropa kleinere zionistische Bewegungen, etwa die "Chowewei Zion" (Liebhaber Zions), die erste Gruppen von jüdischen Siedlern nach Palästina entsandten. Diese sogenannten "Alijot", die Auswanderungswellen in das damalige osmanisch verwaltete Gebiet, waren oft beschwerlich. Die Lebensumstände in den neuen Siedlungen waren hart, es fehlte an Infrastruktur, Wasser, medizinischer Versorgung. Dennoch wuchs der Zustrom – getragen von der Überzeugung, dass ein jüdisches Leben in Würde und Sicherheit nur in der alten Heimat möglich sei.

Palästina war zu jener Zeit ein vielfach unterschätzter Ort: dünn besiedelt, wirtschaftlich rückständig, politisch marginal. Jüdische Siedler kauften Land – oft zu hohen Preisen – von arabischen Großgrundbesitzern und begannen mit dem Aufbau von Kibbuzim, landwirtschaftlichen Genossenschaften, die auf gemeinschaftlicher Arbeit und Selbstversorgung beruhten. Die Rückkehr war weder romantisch noch reibungslos – sie war von harter Arbeit, Rückschlägen und immer wieder auch von Spannungen mit Teilen der arabischen Bevölkerung begleitet. Doch das Ziel war klar: ein jüdisches Gemeinwesen aufbauen, das selbstbestimmt, demokratisch und zukunftsfähig sein sollte.

Die frühen Zionisten waren keine einheitliche Gruppe. Ihre Ideen reichten von sozialistischen bis hin zu nationalkonservativen Ausprägungen. Was sie verband, war der Glaube, dass das jüdische Volk nicht ewig in Abhängigkeit leben dürfe. Der Antisemitismus in Europa hatte nicht abgenommen, sondern sich gewandelt. Er war in Teilen der Gesellschaft verankert, unabhängig vom politischen System – ob im zaristischen Russland, im deutschen Kaiserreich oder in der französischen Republik. Diese universelle Erfahrung der Ausgrenzung führte zur Erkenntnis, dass es keinen sicheren Ort für Juden geben konnte – außer einen, den sie selbst kontrollierten.

Herzl, dem es zunächst sogar gleichgültig war, wo der jüdische Staat entstehen sollte (er sprach kurzzeitig auch von Argentinien oder Uganda als Optionen), erkannte bald, dass nur Palästina als emotional und historisch aufgeladener Ort geeignet war, breite Unterstützung zu mobilisieren. Mit dem ersten Zionistenkongress in Basel im Jahr 1897 wurde der Grundstein für eine organisierte, weltweite Bewegung gelegt. Herzl schrieb nach dem Kongress in sein Tagebuch: "In Basel habe ich den Judenstaat gegründet. Wenn ich das heute laut sagte, würde ich auf allgemeines Gelächter stoßen. In fünf Jahren vielleicht, jedenfalls in fünfzig, wird es jeder einsehen." Fünfzig Jahre später, 1948, wurde der Staat Israel ausgerufen.

Die frühe zionistische Bewegung, ihre Entwicklung und der Weg nach Palästina


Die Jahre nach dem ersten Zionistenkongress markierten eine Phase intensiver organisatorischer, diplomatischer und praktischer Aufbauarbeit. Was mit Visionen und Worten begann, wurde Stück für Stück in politische Realität überführt. In Europa entstanden zionistische Vereine, Zeitungen und Unterstützerkreise, die Spendengelder sammelten, Bildungsarbeit leisteten und Alijot – Auswanderungswellen nach Palästina – organisierten. Die Idee des „Heimkehrens“ wurde zu einer praktischen Lebensentscheidung, die viele junge Juden vor allem aus Osteuropa trafen. Sie verließen ihre Heimatorte, oft ohne Aussicht auf Rückkehr, um Teil eines Projekts zu werden, das größer war als sie selbst.

Die zweite Alija, ab 1904, war geprägt von jungen idealistischen Pionieren, die oft sozialistisch gesinnt waren. Diese Menschen wollten nicht nur einen jüdischen Staat errichten, sie wollten eine neue Gesellschaft schaffen – frei von Klassenunterschieden, religiösem Zwang oder den sozialen Ungerechtigkeiten, die sie in Europa erlebt hatten. In Palästina bauten sie erste Städte, wie Tel Aviv, errichteten Genossenschaften, schufen landwirtschaftliche Infrastrukturen und entwickelten eine neue Form jüdischer Identität: weltlich, wehrhaft, pragmatisch. Auch die hebräische Sprache, die bis dahin im religiösen Kontext und im Gebet überlebt hatte, wurde zu einer modernen Alltagssprache wiederbelebt – ein kultureller Akt von enormer Symbolkraft.

Doch mit dem wachsenden zionistischen Engagement in Palästina wuchs auch der Widerstand. Zunächst war die arabische Bevölkerung dem zionistischen Siedlungsprojekt eher neutral oder unbeteiligt gegenübergestanden, da es wirtschaftliche Entwicklung brachte und Arbeitsplätze schuf. Doch mit zunehmender jüdischer Präsenz und der wachsenden internationalen Aufmerksamkeit veränderte sich die Lage. Erste Unruhen, Anfeindungen und Übergriffe in den 1920er-Jahren zeigten: Der Weg zur Staatlichkeit würde nicht nur mühsam, sondern zunehmend auch gewaltsam.

Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Zerfall des Osmanischen Reichs kam Palästina unter britische Kontrolle. Das Völkerbundmandat wurde Großbritannien 1920 zugesprochen – mit dem ausdrücklichen Ziel, die sogenannte „Balfour-Deklaration“ von 1917 umzusetzen. In diesem Dokument hatte die britische Regierung öffentlich erklärt, dass sie „die Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina mit Wohlwollen betrachten“ werde. Diese diplomatische Formulierung war für die Zionisten ein historischer Durchbruch, für viele arabische Nationalisten hingegen eine Provokation.

In den Jahren des britischen Mandats (1920–1948) spitzte sich die Lage weiter zu. Die jüdische Bevölkerung wuchs durch mehrere Alijot, die von Pogromen, Nationalismus und später auch dem aufkommenden Faschismus in Europa angetrieben wurden. Parallel dazu formierte sich unter den arabischen Bewohnern Palästinas eine politische Identität, die zunehmend im Gegensatz zum jüdischen Staatlichkeitsprojekt stand. Die Arabische Revolte von 1936 bis 1939 war ein deutlicher Ausdruck dieses Widerstands. Die britische Reaktion fiel brutal aus, aber auch die jüdische Verteidigungsorganisation Haganah begann, sich militärisch zu strukturieren.

Die 1930er-Jahre brachten eine dramatische Zuspitzung: In Deutschland übernahmen die Nationalsozialisten die Macht. Der staatlich organisierte Antisemitismus der NS-Zeit, gipfelnd in der Shoah, führte dazu, dass der Zionismus nicht länger als Utopie erschien, sondern als existenzielle Notwendigkeit. Millionen Juden in Europa suchten verzweifelt nach Fluchtmöglichkeiten – doch viele Staaten hielten ihre Grenzen geschlossen. Palästina war eines der wenigen realistischen...

Erscheint lt. Verlag 20.7.2025
Verlagsort Berlin
Sprache deutsch
Themenwelt Sachbuch/Ratgeber Geschichte / Politik Politik / Gesellschaft
Sozialwissenschaften Politik / Verwaltung
Schlagworte Gaza • Genozid • HAMAS • hisbolla • Iran • Israel • Nahostkonflikt • Palästina • Palestine • Terror
ISBN-10 3-7575-9847-4 / 3757598474
ISBN-13 978-3-7575-9847-1 / 9783757598471
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