Grenzen & Differenzen
Zur Macht sozialer und kultureller Grenzziehungen. 35. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde, Dresden 2005
Seiten
2007
|
1., Aufl.
Leipziger Uni-Vlg (Verlag)
978-3-86583-088-3 (ISBN)
Leipziger Uni-Vlg (Verlag)
978-3-86583-088-3 (ISBN)
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Grenzen und Differenzen sind zutiefst kulturelle Phänomene. Zielt die Grenze dabei auf den ersten Blick eher auf räumliche Aspekte ab, so wird mit der Erweiterung um Differenzen ihr sozialer Charakter deutlich. Bei Grenzen geht es stets um mehr als feste Markierungen oder Trennlinien; sie können Quelle von Ängsten und Konflikten sein, aber ebenso von Möglichkeiten. Weil sie nie strikte Trennlinien von irgendetwas sind, stellen sie im räumlichen wie im sozialen Sinn Grenzzonen dar, in denen sich spezifische Dynamiken entwickeln. An Grenzen sind Gesellschaften wie Gruppen besonders verwundbar, an ihnen werden Identitäten ent- oder verworfen, an ihnen verschieben und verändern sich kulturelle Kategorien und Bedeutungen. Dies gilt ebenso im abstrakten Bereich der Wissenschaften für Grenzen von Disziplinen, für Diskurse und Konzepte.
Grenzverhandlungen und Grenzverschiebungen sind heute beinahe zu alltäglichen Phänomenen geworden. Grenzen sind also keine statischen Gebilde, sondern Räume der Erfahrung des Unterscheidens und Unterschiedenwerdens. Im Falle von nationalen Grenzen sind Grenzen zwar klar markiert und trennen scheinbar eindeutig das Eine vom Anderen, aber Menschen versuchen immer wieder, Grenzen zu ignorieren und zu überschreiten; insofern werden sie zu Grenzgängern im wirklichen wie im übertragenen Sinn. Grenzen sind also immer auch Deutungen von Menschen und diese Deutungen können sich von vorgegebenen Markierungen unterscheiden. Die dabei entstehenden Handlungsräume sind eingebettet in soziale und kulturelle Praxen, die oftmals eine lange historische Tradition haben. Diesen Handlungsräumen in theoretischer Auseinandersetzung und mittels empirischer Forschung für Geschichte wie Gegenwart nachzuspüren, war das Anliegen des 35. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde in Dresden, dessen Ergebnisse in diesem Band präsentiert werden.
Grenzverhandlungen und Grenzverschiebungen sind heute beinahe zu alltäglichen Phänomenen geworden. Grenzen sind also keine statischen Gebilde, sondern Räume der Erfahrung des Unterscheidens und Unterschiedenwerdens. Im Falle von nationalen Grenzen sind Grenzen zwar klar markiert und trennen scheinbar eindeutig das Eine vom Anderen, aber Menschen versuchen immer wieder, Grenzen zu ignorieren und zu überschreiten; insofern werden sie zu Grenzgängern im wirklichen wie im übertragenen Sinn. Grenzen sind also immer auch Deutungen von Menschen und diese Deutungen können sich von vorgegebenen Markierungen unterscheiden. Die dabei entstehenden Handlungsräume sind eingebettet in soziale und kulturelle Praxen, die oftmals eine lange historische Tradition haben. Diesen Handlungsräumen in theoretischer Auseinandersetzung und mittels empirischer Forschung für Geschichte wie Gegenwart nachzuspüren, war das Anliegen des 35. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde in Dresden, dessen Ergebnisse in diesem Band präsentiert werden.
Johannes Moser (Dr. phil.) ist Professor für Volkskunde und Europäische Ethnologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen unter anderem Stadtforschung, Arbeitskulturen, Transformationsprozesse und Alltagskultur.
| Erscheint lt. Verlag | 14.2.2007 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Schriften zur sächsischen Geschichte und Volkskunde ; 17 |
| Zusatzinfo | schw.-w. Abb. |
| Sprache | deutsch |
| Maße | 170 x 235 mm |
| Gewicht | 1630 g |
| Einbandart | gebunden |
| Themenwelt | Sozialwissenschaften ► Ethnologie ► Volkskunde |
| Schlagworte | Differenz • Grenze • Grenzen • Grenzgänger • HC/Ethnologie/Volkskunde • Interdisziplinarität • Migration • Volkskunde |
| ISBN-10 | 3-86583-088-9 / 3865830889 |
| ISBN-13 | 978-3-86583-088-3 / 9783865830883 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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