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Superagency: Wenn Künstliche Intelligenz zum Alltag wird -  Reid Hoffman,  Greg Beato

Superagency: Wenn Künstliche Intelligenz zum Alltag wird (eBook)

Wie KI die ganze Menschheit auf ein neues Level heben wird
eBook Download: EPUB
2025 | 1. Auflage
320 Seiten
Plassen Verlag
978-3-68932-021-8 (ISBN)
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KI? Von ihr drohen uns natürlich auch Gefahren, aber ... es gibt so vieles, was uns begeistern sollte: personalisierter Unterricht für jedes Kind durch KI-Tutoren; Forscher finden Heilmittel für Krankheiten wie Alzheimer und Krebs; KI-Berater helfen den Menschen, sich in komplexen Systemen zurechtzu­finden und ihre Ziele zu erreichen. Die KI-Insider Hoffman und Beato - der eine ein legendärer Silicon-Valley-Investor, der andere seit 30 Jahren journalistischer Chronist - bieten eine fantasievolle und positive Sicht auf die Möglichkeiten, die die KI der Menschheit eröffnet. In vielen Bereichen werden mit ihrer Hilfe Durchbrüche möglich, von denen wir heute nicht einmal zu träumen wagen. Ein Plädoyer für gesunden Optimismus in Sachen KI.

Reid Hoffman ist Mit­gründer von Linked­In und PayPal. Er ist Vorstands­mitglied ver­schiedener Non-­Profit-­Organisationen. Reid gilt als einer der erfolgreichsten Silicon-­Valley-Investoren aller Zeiten 

Reid Hoffman ist Mit­gründer von Linked­In und PayPal. Er ist Vorstands­mitglied ver­schiedener Non-­Profit-­Organisationen. Reid gilt als einer der erfolgreichsten Silicon-­Valley-Investoren aller Zeiten  Greg Beato ist Technik- und Kultur­journalist. Seine Artikel sind u. a. in The New York Times, ­The Washington Post und Wired erschienen.

EINFÜHRUNG


Im Laufe der Geschichte haben neue Technologien regelmäßig Horrorvisionen von drohender Menschenfeindlichkeit und dem Zusammenbruch der Gesellschaft hervorgerufen. Der Druckerpresse, dem mechanischen Webstuhl, dem Telefon, dem Fotoapparat und dem Automobil wurden erhebliche Skepsis und manchmal sogar gewalttätiger Widerstand entgegengebracht, bevor sie sich als Grundpfeiler des modernen Lebens etabliert hatten.

Im 15. Jahrhundert argumentierten Schwarzseher, dass der Buchdruck die Gesellschaft dramatisch destabilisieren würde, indem er Ketzerei und Fehlinformationen ermöglichte und die Autorität des Klerus und der Gelehrten untergrub. Das Telefon wurde als ein Gerät charakterisiert, das die Intimität persönlicher Besuche verdrängen und eine zu große gegenseitige Offenheit unter Freunden bewirken könnte.1 In den ersten Jahrzehnten des Aufstiegs des Autos behaupteten Kritiker, das Auto zerstöre das Familienleben: Unverheiratete Männer würden lieber auf ein Modell T sparen, als zu heiraten und Kinder zu bekommen, und verheiratete Männer würden sich scheiden lassen, um dem Konsumdruck zu entgehen, den das Auto mit sich brachte.2

Dieselbe Art von Schwarzmalerei gab es in den 1950er-Jahren im Rahmen der gesellschaftsübergreifenden Automatisierung, als immer ausgefeiltere Maschinen dramatische Auswirkungen auf Fabriken und Bürogebäude gleichermaßen hatten und die Gesamtzahl der beschäftigten Bäcker, Metzger, Arbeiter in der Automobilindustrie und Statistiker des US Census Bureaus schrumpfte. Im Jahr 1961 berichtete das Nachrichtenmagazin Time, dass Arbeitsexperten davon ausgingen, dass ohne das Eingreifen von Unternehmen, Gewerkschaften und der Regierung die Zahl der „Dauerarbeitslosen“ durch die Automatisierung weiter ansteigen würde.3 Mitte der 1960er-Jahre führten Unterausschüsse des Kongresses regelmäßig Anhörungen über das Potenzial der Großrechner durch, die Privatsphäre, den freien Willen und die Fähigkeit des Durchschnittsbürgers, sein Leben selbst zu gestalten, zu bedrohen.

Die Arbeitslosenquote in den USA ist heute niedriger als 1961. Der durchschnittliche US-Bürger lebt in einer Welt, in der PCs, das Internet und Smartphones ein neues Zeitalter des Individualismus und der Selbstbestimmung eingeläutet haben, und nicht etwa eine erdrückende autoritäre Unterordnung oder das Ende der Menschheit. Doch mit dem Aufkommen und der fortschreitenden Entwicklung hochleistungsfähiger künstlicher Intelligenz (KI) bleiben die bekannten Ängste vor der Technologie nicht nur bestehen, sondern nehmen zu.

Selbst unter den KI-Entwicklern gibt es Stimmen, die glauben, dass künftige superintelligente KIs einen Grad der Bedrohung für die Menschheit darstellen könnten, der bis zum Aussterben reicht. Andere weisen darauf hin, dass Menschen, die in böser Absicht handeln, zumindest in der Lage sein werden, KI zu nutzen, um katastrophale Schäden anzurichten, lange bevor die Maschinen selbst einen einseitigen Krieg gegen die Menschheit führen. Weitere Befürchtungen betreffen die massive Verdrängung von Arbeitsplätzen, das völlige Obsoletwerden des Menschen und eine Welt, in der eine winzige Clique von Tech-Eliten die gegebenenfalls vorhandenen Vorteile der KI für sich beansprucht.

Die Weltuntergangswarnungen sind dieses Mal anders, betonen diese Beobachter, weil die Technologie selbst dieses Mal anders ist. Die KI kann bereits zentrale Aspekte der menschlichen Intelligenz simulieren. Viele Forscher glauben, dass sie bald die Fähigkeit erlangen wird, mit vollständiger und äußerst ausgefeilter Autonomie zu handeln, und zwar in einer Weise, die sich nicht an menschlichen Werten oder Absichten orientiert.

Roboter und andere hochintelligente Systeme sind in Science-Fiction-Romanen, Comics und Filmen seit Langem als unsere dunklen Doppelgänger und Widersacher präsent. Wenn die heutigen hochmodernen KI-Systeme wie wohlwollende, aber kühle und rationale Studenten auftreten, ist es nur natürlich, dass sie uns an HAL aus 2001: Odyssee im Weltraum, an die Borg aus Star Trek oder – in einer weniger ich-bewussten und offenkundig bedrohlichen Form – an den unerbittlichen Killerroboter aus The Terminator erinnern. Diese Narrative haben unsere schlimmsten Zukunftsvisionen sehr lange geprägt.

Aber sind das die richtigen Narrative? Die Zukunft ist bekanntermaßen schwer vorherzusehen – sowohl für Pessimisten als auch für Optimisten. Die dauerhafte Massenarbeitslosigkeit, die Arbeitsmarktexperten in den frühen 1960er-Jahren voraussahen, trat nicht ein, und es gab auch nicht Die Jetsons und ihre fliegenden Autos – zumindest noch nicht.

So schwer es auch ist, die Zukunft genau vorherzusagen, so schwer ist es auch, sie aufzuhalten. Die Welt verändert sich ständig. Der Versuch, die Geschichte aufzuhalten, indem man den Status quo festschreibt – durch Verbote, Unterbrechungen und andere Bemühungen, bis ins kleinste Detail zu regeln, wer was tun darf –, wird uns Menschen nicht dabei helfen, die Herausforderungen und Chancen zu meistern, die die KI bietet.

Das liegt daran, dass nicht nur Zusammenarbeit, sondern auch Wettbewerb unser Leben maßgeblich bestimmt. Wir formieren uns zu Gruppen jeglicher Art und auf allen Ebenen, um unsere Bemühungen zu verstärken, und setzen unsere kollektive Macht oft gegen andere Teams, andere Unternehmen oder andere Länder ein. Sogar innerhalb unserer eigenen Gruppen von gleichgesinnten Verbündeten kommt es aufgrund unterschiedlicher Werte und Ziele zu Wettbewerb. Und im Allgemeinen ist jede Gruppe und Untergruppe geschickt darin, die Durchsetzung von Eigeninteressen im Namen des Allgemeinwohls zu begründen.

Die Koordinierung auf Gruppenebene, um eine neue Technologie zu verbieten, einzuschränken oder auch nur einzudämmen, ist schwierig. Auf staatlicher oder nationaler Ebene ist dies noch schwieriger. Etwas global zu koordinieren ist wie das Hüten von Katzen – wenn die Katzen bewaffnet wären, zu Stämmen gehörten, verschiedene Sprachen und Götter hätten und Träume für die Zukunft hätten, die über ihre nächste Mahlzeit hinausgingen.

Je leistungsfähiger die Technologie ist, desto schwieriger wird das Koordinationsproblem, und das bedeutet, dass man nie die gewünschte Zukunft erreichen wird, indem man einfach die Zukunft verbietet, die man nicht will. Sich zu weigern, die Zukunft aktiv zu gestalten, funktioniert nie, und das gilt besonders jetzt, da das andere Ende der Welt nur ein paar Klicks entfernt ist. Andere Akteure haben andere Zukunftsvorstellungen im Sinn.

Was sollten wir tun? Grundsätzlich besteht der sicherste Weg, eine schlechte Zukunft zu verhindern, darin, auf eine bessere Zukunft zuzusteuern. Eine solche Vorgehensweise erschwert es, schlechtere Ergebnisse zu erzielen.

Aus Tausenden Jahren Erfahrung wissen wir, dass der Mensch eine Technologie erschaffen wird, wenn er sie erschaffen kann. Wie ich bereits an anderer Stelle geschrieben habe, unter anderem in meinem letzten Buch Ideen auf Knopfdruck, sind wir mindestens ebenso sehr Homo techne wie Homo sapiens. Wir schaffen ständig neue Werkzeuge, um unsere Fähigkeiten zu erweitern und die Welt nach unseren Vorstellungen zu gestalten. Im Gegenzug formen diese Werkzeuge letztendlich auch uns. Dies deutet darauf hin, dass Humanismus und Technologie, die so oft als gegensätzliche Kräfte dargestellt werden, in Wirklichkeit integrative Kräfte sind. Jede neue Technologie, die wir erfunden haben – von der Sprache über Bücher bis hin zum Mobiltelefon –, hat definiert, neu definiert, vertieft und erweitert, was es bedeutet, ein Mensch zu sein.

Wir sind die Initiatoren dieses Prozesses, aber wir können ihn nicht vollständig kontrollieren. Einmal in Gang gesetzt, üben neue Technologien ihre eigene Anziehungskraft aus: Eine Welt, in der es Dampfkraft gibt, funktioniert anders als die Welt, die ihr vorausging. Genau aus diesem Grund sind Verbote oder Beschränkungen allein niemals ausreichend: Sie bedeuten Stillstand und Widerstand in dem Moment, in dem wir auf der Suche nach der bestmöglichen Zukunft vorwärtsdrängen sollten.

Manche würden dies als technologischen Determinismus bezeichnen, aber wir sehen es als eine Art techno-humanistischen Kompass an. Ein Kompass hilft uns bei der Wahl eines Weges, aber im Gegensatz zu einer Blaupause oder einem unveränderlichen Manifest ist er dynamisch und nicht bestimmend. Er hilft uns, uns zurechtzufinden, uns neu zu orientieren und unseren Weg zu finden.

Entscheidend ist auch, dass dieser Kompass ausdrücklich humanistisch ist, denn letztlich wirkt sich jede größere technologische Innovation auf die menschliche Handlungsfähigkeit aus – unsere Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen und Einfluss auf unser Leben zu nehmen. Ein technohumanistischer Kompass zielt aktiv darauf ab, uns Wege aufzuzeigen, auf denen die von uns geschaffenen Technologien die individuelle und kollektive Handlungsfähigkeit auf breiter Basis erweitern und verstärken.

Bei der KI ist diese Orientierung besonders wichtig. Denn was passiert mit der menschlichen Handlungsfähigkeit, wenn diese Systeme und Geräte, denen oft eine eigene Handlungsfähigkeit zugeschrieben wird, in der Lage sind, uns vollständig zu ersetzen? Sollten wir diese Möglichkeit nicht so weit wie möglich hinauszögern? Aus techno-humanistischer Sicht ist es genau umgekehrt: Unser Gefühl für die Dringlichkeit muss der Geschwindigkeit des Wandels entsprechen. Es kann uns nur gelingen, die menschliche Handlungsfähigkeit...

Erscheint lt. Verlag 24.4.2025
Verlagsort Kulmbach
Sprache deutsch
Themenwelt Sachbuch/Ratgeber Geschichte / Politik Politik / Gesellschaft
Sozialwissenschaften Politik / Verwaltung
Schlagworte Agenturen der Zukunft • Chancen durch KI • Erfolg durch künstliche Intelligenz • KI als Superagent • KI-gestützte Agenturen • KI in der Arbeitswelt • KI und digitale Transformation • KI und gesellschaftlicher Fortschritt • KI und Innovation • KI und menschliche Zusammenarbeit • KI und Zukunftsperspektiven • Kollaboration und KI • Künstliche Intelligenz und Zukunft • Mensch-KI-Kollaboration • Neue Arbeitswelt mit KI • Optimismus in der KI-Ära • Positive Entwicklungen mit KI • Positive KI-Zukunft • Reid Hoffman • Reid Hoffman KI-Zukunft • Reid Hoffman Superagency • Reid Hoffman über KI • Superagency • Superagency KI-Zukunft • Superagenturen der Zukunft • Technologische Chancen • Technologische Innovation mit KI • Technologische Zukunftsvisionen • Was KI möglich macht • Wirtschaft und KI • Zukunft mit künstlicher Intelligenz • Zukunftsvision KI
ISBN-10 3-68932-021-6 / 3689320216
ISBN-13 978-3-68932-021-8 / 9783689320218
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