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Das Leben ist kein Kinderwunschkonzert (eBook)

Der harte Weg zum Mutterglück

(Autor)

eBook Download: EPUB
2025
417 Seiten
Heyne Verlag
978-3-641-33751-3 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Das Leben ist kein Kinderwunschkonzert - Marie Benken
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Kinderwunsch und Wirklichkeit - ein sehr persönlicher und zugleich fundierter Bericht von Journalistin und Podcasterin Marie von den Benken

Warum werden andere einfach so schwanger – und bei uns klappt es jahrelang nicht, obwohl wir alles dafür tun? Was habe ich falsch gemacht? Sind wir vielleicht doch nicht füreinander bestimmt?

Diese und andere Fragen quälen Marie, als sie und Alex endlich bereit sind für ein Kind – und die Schwangerschaft ausbleibt. Über Jahre.

Marie entscheidet sich für den Schritt in eine Kinderwunschklinik und begibt sich auf eine Reise, auf die man sich kaum vorbereiten kann: medizinisch fordernd und seelisch kräftezehrend. Zum Glück mit einem guten Ende: Nach 8 Jahren wird sie tatsächlich schwanger.

Marie erzählt offen und eindrücklich von Jahren des Hoffens und der Rückschläge, von Schwangerschaft und Geburt, von Entscheidungsmomenten und vom größten Glück. Darüber hinaus beleuchtet sie Themen wie Endometriose, späte Mutterschaft, Egg Freezing, Adoption und Pflegekinder. Fachleute aus Medizin und Psychologie ergänzen ihre Perspektive um fundiertes Wissen. Persönliche Erfahrungsberichte anderer betroffener Frauen sowie Stimmen von Lola Weippert, Janine Kunze, Anna Adamyan und Jule Lobo erweitern den Blick auf die vielen Facetten des Themas.

Ein berührendes Buch über Träume, Zweifel und die Kraft, trotzdem weiterzugehen. Bis zum ganz persönlichen Glück. Für alle, die selbst betroffen sind, jemanden begleiten – oder sich einfach für ein Happy End begeistern können.

Marie von den Benken (geb. 1989) studierte Public Relations in Hamburg. Seit 2011 ist sie als »Regendelfin« auf X und Instagram aktiv, wo ihr über 266.000 bzw. 218.000 Menschen folgen. Seit 2013 arbeitet sie als Autorin und Kolumnistin, unter anderem für die FAZ, den Stern und ntv, wo sie über gesellschaftliche, politische, medien- und popkulturelle Themen schreibt. Sie engagiert sich für den Tierschutz, den Kampf gegen den Klimawandel und unterstützt ausgewählte Organisationen wie den Weißen Ring und die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung. Seit September 2024 hostet sie auf RTL+ den Kinderwunsch-Podcast »MAMA CRUSH«.

… das ich mir damals selbst gewünscht hätte


Man muss keine Expertin sein, um zu ahnen: Ein Vorwort mit einer schlechten Nachricht zu beginnen, ist taktisch ein eher mittelmäßig genialer Schachzug. Aber was soll ich sagen: Ich möchte schonungslos ehrlich sein.

Dieses Buch ist nicht der Storch. Es wird dir kein Kind bringen. Es macht dich nicht schwanger – und es entscheidet auch nicht, ob du bereit bist, Mutter oder Vater zu werden. Aber es ist genau das Buch, das ich mir damals verzweifelt gewünscht hätte. Als bei mir das Gedankenkarussell Fahrt aufnahm, weil ich einfach nicht schwanger wurde. So easy, quasi im Vorbeigehen, wie es bei allen anderen um mich herum doch auch funktionierte.

Euphorische Entscheidungen vs. bittere Realitäten


Heute, wo ich dieses Vorwort schreibe, liegt dieser Tag mehr als neun Jahre zurück – der Tag, an dem ich mit meinem Freund Alex total euphorisch beschlossen habe: Wir sind bereit! Ja! Wir wollen Eltern werden. Also stürzten wir uns rein in diese Zeit aus Vorfreude, Hoffnung und Erwartungen.

Damals habe ich keine Sekunde daran gezweifelt, dass alles ganz schnell gehen würde. Ich habe nur noch in hollywoodreifen Szenarien gedacht. Romantische Momente, in denen wir es erfahren und teilen würden. Wie wir Apotheken leer kaufen und Schwangerschaftstests aneinanderreihen, bis es keinen Zweifel mehr gibt – und uns dann in den Armen liegen. Wie wir diese frohe Botschaft unserer Familie und engen Freunden weitersagen. Aber das Leben verläuft eben selten wie in einem Hollywood-Blockbuster. Denn statt Champagnerkorken knallten bei uns erst mal nur Türen. Vor allem, wenn wieder ein Zyklus verstrichen war, ohne dass es geklappt hatte. Mit jedem Monat verblasste die Euphorie in uns ein wenig mehr – und mit ihr die Zuversicht. Vor allem bei mir. Ersetzt wurde sie nach und nach durch Angst. Angst, irgendwas stimmt nicht mit uns. Mit mir. Mit Alex. Mit unseren Träumen. Aus »Hurra, bald sind wir Eltern« wurde schleichend ein »Warum wir? Warum ich? Was habe ich falsch gemacht? Warum werden wir so hart bestraft?«

Niemand hat gesagt, dass es leicht ist


Gleichzeitig entwickelten sich auch Spannungen zwischen uns beiden. Intensive emotionale Situationen können auf eine gewisse Weise zusammenschweißen. Das Gefühl jedoch, eigentlich von Anfang an nur von einer schweren Enttäuschung zur nächsten zu stolpern, ohne jeglichen Ansatzpunkt, warum das so ist oder was man ändern könnte, belastet nach einer Weile schwerer, als man ahnt. Die Diskussionen über das Schwangerwerden endeten immer öfter im Streit. Wir wollten nicht aufgeben, aber uns gingen die Optionen aus. Und mit ihnen auch nach und nach die Überzeugung, alles würde gut werden. Wir manövrierten uns in eine Sackgasse, die sich anfühlte wie eine Multiple-Choice-Frage:

A) schwanger werden

B) auseinanderbrechen

Alex war immer der Typ »Ach komm, das wird schon!«, ich immer Team »Ich bin nicht mehr 21, uns rennt die Zeit weg!« Dahinschwindende Träume sind kein Nährboden für die Aktivierung der ruhmreichsten Verhaltensweisen in einem Menschen. Zumindest nicht, was mich betrifft. Ich wurde fragiler, verletzlicher, unsicherer und unzufriedener. Das zu kompensieren, darauf zu reagieren, dafür hatte ich kein Rezept. Mein Nervenkostüm wurde dünner, mein Akzeptanzreservoir für Beschwichtigungen glich einem Trockendock. Ich wollte nicht mehr diskutieren, nicht mehr getröstet werden, nicht mehr akzeptieren. Ich wollte verdammt noch mal endlich schwanger sein – oder wenigstens begreifen, wieso es ausgerechnet bei mir nicht klappen wollte. Dabei entdeckte ich auch ein paar sehr unangenehme Züge an mir, die ich so noch nicht kannte. Vorfreude wich Verdrängung, Harmonie wich Hilflosigkeit. Es war keine einfache Zeit für Alex und mich. Wir schwammen blind durch einen Ozean von Unwägbarkeiten, für den es kein Navigationsgerät gab. Unsere Kräfte ließen nach: nicht nur die körperlichen, sondern auch die emotionalen und mentalen.

Der Wendepunkt: Recherche statt Verzweiflung


Drei Jahre nach unserem Entschluss, Eltern werden zu wollen – zu einer Zeit, in der ich mich schon längst als junge Mutter gesehen hatte –, saß ich in der Realität mit einem weiteren negativen Schwangerschaftstest auf der Couch. Ich versuchte, irgendwie meine Tränen zurückzuhalten. Die Fragen begannen bohrender, eindringlicher und existenzieller zu werden. Diese kleinen Plastikstäbchen, diese Schwangerschaftstests, waren in den vergangenen zwölf Monaten von Botschaftern der Freude zu verhassten Feinden geworden. Mit Schwangerschaftstests ohne Happy End hätte ich inzwischen den Eiffelturm nachbauen können. Zumindest als stattliches Modell. Diese Zweifel, dieses Unverständnis und diese Enttäuschungen stellten meine gesamte Gedankenwelt auf den Kopf. Die hoffnungsvolle Bald-Mutter, die schon das Kinderzimmer plante und Spielplätze in der näheren Umgebung begutachtete, verwandelte sich in eine Kämpferin mit Tunnelblick, die nicht im Gefühl der totalen Verzweiflung untergehen wollte. So konnte es nicht weitergehen.

Albert Einstein hat mal gesagt, die Definition von Wahnsinn sei, immer wieder das Gleiche zu tun, aber auf ein anderes Ergebnis zu hoffen. Bevor ich also in den Wahnsinn abdriften würde, versuchte ich, die Reißleine zu ziehen. Aber wie? Als Erstes stellte ich mir die Frage »Warum ist es bei uns noch nicht so weit?« nicht mehr in einer das Universum für seine Ungerechtigkeiten anprangernden Art und Weise. Stattdessen begann ich, ihr mit Logik, Wissen und jeder verfügbaren medizinischen Hilfe zu begegnen. Trauer und Enttäuschung würden meine Chancen nicht verbessern, schwanger zu werden. Fach- und Detailwissen hingegen vielleicht schon.

Acht Jahre, zwei Geburten


Am Ende dauerte es bei mir acht Jahre. Acht Jahre, in denen ich wahnsinnig viel Zeit, intensivste Emotionen und nicht enden wollende Recherchen in die Beantwortung all dieser Fragen gesteckt habe, die sich in so einer Situation unweigerlich ergeben.

Auf meiner Reise zum Wunschkind habe ich viele Abstecher gemacht. Bin viele unvorhergesehene Routen gegangen. Manche mehrfach. Manche unsicher. Manche voller Zuversicht.

Ich habe in acht Jahren vermutlich so ziemlich jede denkbare Abzweigung genommen, jeden Umweg beschritten und jeden Fehler gemacht, ausgeleuchtet, analysiert und dokumentiert. Diesen Wissensvorsprung möchte ich weitergeben.

Als ich meine erste Firma eröffnete, hat ein guter Freund meines Vaters, der selbst einige erfolgreiche Firmen gegründet hatte, zu mir gesagt: »Als Unternehmerin wirst du viele Fehler machen. Die Kunst ist, jeden Fehler nur ein Mal zu machen und dann daraus zu lernen.« Nun ist ein Kinderwunsch sicher kein Start-up. Überhaupt stellt sich doch die Frage, ob du auf diesem besonderen Weg überhaupt Fehler machen musst. Dazugelernt hat ja bereits jemand. Teilweise schmerzhaft, teilweise verzweifelnd, teilweise erfolgreich. Ich nämlich. Dieses Buch wird dir helfen, die ein oder andere Sackgasse gar nicht erst anzusteuern.

Auch bei Büchern wichtig: Erwartungsmanagement


Ein Kinderwunsch hat viele Facetten. Er fängt nicht damit an, dass man hofft, eine gesunde, starke Eizelle möge möglichst schnell von einem flinken Spermium überrumpelt und befruchtet werden. Meist kommen schon vorher viele Gedanken auf: Kann man in diese Welt überhaupt noch Kinder setzen – in eine Welt der drei Ks: Kriege, Katastrophen, Klimawandel? Ist es verantwortbar, ein Kind in eine Zukunft zu stellen, die so unvorhersehbar geworden ist? Auch solche Fragen gehören zum Kinderwunsch.

Ich habe Antworten gesucht und gefunden – und werde sie hier teilen, denn vielleicht sind auch dir solche Überlegungen bekannt. Ganz abgesehen von allen weiteren, die folgen, wenn dein Ja zur Familienplanung einmal gefallen ist: Was kann man selbst tun, um die Chance auf eine Schwangerschaft zu erhöhen? Wann ist es vielleicht aber auch Zeit, sich medizinische Unterstützung zu holen? Was sind mögliche Gründe für Unfruchtbarkeit? Und was genau verbirgt sich hinter künstlicher Befruchtung – wann ist sie sinnvoll, was kostet sie und wie sind die Erfolgsaussichten – auch in höherem Alter? Und sollte selbst dieser Weg keine Lösung sein: Wie steht es um Adoption oder ein Pflegekind, und welche Informationen sind dafür entscheidend? Wie geht man damit um, wenn ein Kinderwunsch da ist, der passende Partner aber noch fehlt oder die Karriere gerade im Fokus steht? Wie lässt sich vorsorgen, damit die Zeit nicht davonläuft, falls man sich später allein oder zu zweit für ein Kind entscheidet?

Alle Antworten, alle Ergebnisse, alle Optionen, alle Erkenntnisse, alle Erlebnisse, alle Begegnungen und alle Erfahrungen der letzten acht Jahre habe ich in diesem Buch gesammelt. Genau deswegen ist es auch das Buch geworden, das mir damals geholfen hätte. Ich sagte es eingangs bereits: Es wird dich nicht schwanger machen. Aber das ist okay. Ein Kochbuch macht dich schließlich auch nicht satt.

Als ich mich entschloss, meine Erfahrungen in dieses Buch einfließen zu lassen, wusste ich, es würde sehr emotional werden. Ich würde viele Momente nochmals durchleben, die nicht unbedingt zu den schönsten meines Lebens gehören. Aber ich wusste auch: Meine Geschichte kann helfen. Jedenfalls, wenn es mir gelingt, über die Emotion hinaus Antworten zu liefern – von mir, von Fachleuten aus der Medizin und Psychologie, von Freunden und Prominenten. Denn unterschiedliche Erfahrungen können dabei helfen, sich ein eigenes Gesamtbild zu machen. Ich bin in meinem Leben immer gut...

Erscheint lt. Verlag 10.9.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Sachbuch/Ratgeber Geschichte / Politik Politik / Gesellschaft
Sozialwissenschaften Politik / Verwaltung
Schlagworte Adoption • Beziehung • Beziehungsratgeber • eBooks • Eizellenspende • Endometriose • Erfahrungsbericht • Fertilität • fruchtbarkeitsklinik • Gesundheit • Hormontherapie • ich bin dann mal preg • influencerin • IVF • Kinderlos • Kinderlosigkeit • Kinderwunsch • Kinderwunschbehandlung • Kinderwunschklinik • Künstliche Befruchtung • mama crush • Medizin • Ovulation • Partnerschaft • PCOS • Persönliche Geschichte • Podcast • Ratgeber • Samenspende • Schwanger • Schwangerschaft • schwanger werden • Spermienanalyse • Unerfüllter Kinderwunsch • Unfruchtbar • Unfruchtbarkeit • ungewollte Kinderlosigkeit • zyklusmonitoring
ISBN-10 3-641-33751-8 / 3641337518
ISBN-13 978-3-641-33751-3 / 9783641337513
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