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Null Steuern durch Auswandern? Das ist der Preis, den Sie dafür zahlen müssen. -  Alexander P. Letzsch

Null Steuern durch Auswandern? Das ist der Preis, den Sie dafür zahlen müssen. (eBook)

Sind Nachbars Wiesen wirklich grüner? Praktische Hinweise und Überlegungen zum Auswandern für Private und Unternehmer im 21. Jahrhundert.
eBook Download: EPUB
2025 | 1. Auflage
352 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-7693-4851-4 (ISBN)
Systemvoraussetzungen
27,99 inkl. MwSt
(CHF 27,35)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
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In Deutschland Null Steuern auf 100.000 EUR Einkommen zahlen? Das geht und dafür müssen Sie nicht gleich auswandern. Das Auswandern beschäftigt viele Leute gerade in wirtschaftlich und politisch schwierigen Zeiten, sei es als Unternehmer oder auch als Privatperson. Das Buch räumt mit Mythen zum Auswandern und zu den Steuern auf, gleichzeitig werden die Möglichkeiten im Rahmen der aktuellen Zeiten aufgezeigt. Der Autor, Jurist und Betriebswirt, hat selbst in zahlreichen europäischen Ländern studiert, gelebt und gearbeitet. Viele Beispiele aus der Beratung von Unternehmen und Unternehmern in internationalen Fragen, inklusive des steuerlich induzierten Auswanderns oder der Unternehmensstrukturierung, reichern die Ausführungen an. Es werden dem Leser zahlreiche Informationen, Ideen und Entscheidungshilfen an die Hand gegeben, um die für ihn richtigen Entscheidungen zum Thema Auswanderung und unternehmerische Internationalisierung selbst treffen zu können.

Der Autor hat an den Universitäten Mannheim und Louvain-la-Neuve Rechtswissenschaften studiert. Später hat er an der HEC Paris mit Studien in Kapstadt und Bengaluru noch erfolgreich einen eMBA in Betriebswirtschaft hinzugefügt. Er war als Anwalt und Fachanwalt für Steuerrecht in Deutschland, Belgien und der Schweiz tätig bevor er in die Finanzwirtschaft wechselte und bei internationalen Finanzinstitutionen vorrangig hochvermögende Kunden und Unternehmer betreute. Seit 2017 ist er als Unternehmer und Unternehmensberater für diese Kunden und ihre Unternehmen europaweit tätig. Er spricht neben Deutsch auch fließend Französisch und Englisch.

Einführung


Viele Menschen träumen davon, in einem anderen Land zu leben. Nur wenige setzen dies am Ende auch um.

Was sind die Gründe dafür, woran hakt es?

Seit über 25 Jahren berät der Autor Klienten in Fragen der Migration. Dabei hat sich herausgestellt, dass lediglich nur 10 % aller Anfragenden am Ende auch den Schritt in ein anderes Land umsetzen können oder wollen.

In den meisten anderen Fällen liegt es daran, dass die Lebenssituation der Menschen nicht dazu geeignet ist, so einfach aus einem Land in ein anderes umzuziehen.

Es gibt sogar Menschen, die träumen davon in keinem Land - oder in einem nicht mehr als drei Monate pro Jahr - zu wohnen. Meist ist dies von dem Wunsch getragen, überhaupt keine Steuern mehr zu zahlen. Denn sie folgen einer Überlegung, wonach niemand in einem Land steuerlich ansässig werden soll, wenn er sich dort nur für drei Monate aufhält. Dies folgt dem Gedanken des Touristenvisums.

Ob dies so richtig ist, müssen Fachleute im Einzelfall im Bezug zu dem jeweiligen Land prüfen. Das bedeutet aber für den Betroffenen erhöhten Stress. Entweder muss er alle drei Monate umziehen und sich eine neue Bleibe suchen oder er hat gar Wohnungen in mindestens vier verschiedenen Ländern der Welt inne.

Damit beginnt aber schon das Problem, jede Wohnung, soweit er jederzeit darüber verfügen kann, kann ein sogenannter steuerlicher Anknüpfungspunkt sein1. Ob damit dann die gewünschte steuerliche Freiheit am Ende erreicht wird, mag dahingestellt sein. Es dürfte wohl eher so sein, dass diese Person sich mit vier verschiedenen Steuerbehörden in am besten noch vier verschiedenen Sprachen und Kulturkreisen auseinandersetzen „darf“.

Ein ganz anderer Ansatz ist sicherlich das Wohnschiff MS The World2: Dieses wurde im Jahre 2003 an ihre Besitzer übergeben und diese leben in Appartements auf dem Schiff, welches sich andauernd auf einer Kreuzfahrt rund um die Welt befindet. Spätestens außerhalb der Zwölf-Meilen-Zone eines jeweiligen Landes sind die Bewohner des Schiffes dann frei von jeglicher Steuerhoheit. Streng genommen könnte man auch noch eine Steuerhoheit des Flaggenstaates des Schiffes annehmen; dieses ist auf den Bahamas registriert, aber die Bahamas gehören wohl eher zu den Staaten, die sich um solche Spitzfindigkeiten weniger kümmern möchten und zudem ein 0%-Einkommenssteuerland sind.

Spätestens jedoch mit der Pandemie im Jahre 2020 kam das Erwachen: es wurden die Passagiere und Bewohner an Land gesetzt. Von März 2020 bis Juli 2021 durfte keiner mehr an Bord kommen. Es gab darüber hinaus Diskussionen, in welchen Häfen des Schiff liegen dürfte. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sind dann die Träume der „ewigen“ Nicht-Ansässigkeit in einem Land jäh zerplatzt.

Auch das Streben nach dem amerikanischen Pass – so wie es in den sechziger und siebziger Jahren in Europa aufgrund des kalten Krieges en vogue war – bedeutet nicht immer etwas Gutes. Ein Revival erlebte der amerikanische Pass später mit Bürgern der ehemaligen Sowjetunion seit dem Wegfall des Eisernen Vorhangs. Es bildete sich ein regelrechter Geburtstourismus Richtung USA heraus. Es gab spezialisierte Berater, die wussten, wie man es anstellen muss, damit der Nachwuchs in den USA geboren werden kann. Die Vereinigten Staaten von Amerika sind eines der Länder, die bislang jedem dort Geborenen das Recht auf einen amerikanischen Pass zubilligen, egal welche Staatsbürgerschaft die Eltern zum Zeitpunkt der Geburt hatten.3

Soweit, so gut, jetzt hat der Nachwuchs einen amerikanischen Pass und damit auch die Möglichkeit, jederzeit in die USA einzureisen. Das ist nämlich der Vorteil, den ein solcher Pass mit sich bringt, gerade auch in Krisen- und Kriegssituationen. Alle anderen müssen sich dann als Immigrant an der Grenze anstellen und darauf hoffen, dass sie einen Immigrantenstatus bekommen, mit dem sie in den USA leben können. Viele werden die Bilder von Ellis Island4 in den USA kennen, dort wurden bis 1954 alle Immigranten nach New York zunächst einmal in dieses Auffanglager gesteckt, bis über den Immigrationsantrag jedes einzelnen entschieden wurde.

Ganz vergessen wird bei der Frage nach dem Pass aber die Frage nach den damit verbundenen steuerlichen Konsequenzen. So ist kaum einem bekannt, dass die USA eine weltweite Einkommenssteuerpflicht kennen, die an das Innehaben der Staatsbürgerschaft oder der Green Card geknüpft ist.

Im Allgemeinen denkt man in Europa, dass durch Wegzug in ein anderes Land die Steuerpflicht in dem Land des Wegzuges beendet wird. Auch wenn es hier noch einige Tücken und Fallstricke gibt, so ist das im Gemeinen grob richtig. Der US-amerikanische Staatsbürger, auch wenn er eine Doppelstaatsbürgerschaft hat, kann sich der Steuerpflicht in den USA nicht einfach durch Wegzug entledigen. D. h. er muss für die Zeit seines Lebens in der er einen US-Pass besitzt und damit Staatsbürger der USA ist auch jährliche Einkommenssteuererklärungen in den USA abgeben.

Die Nichtabgabe von Einkommenssteuererklärungen in den USA ist darüber hinaus kein Kavaliersdelikt - auch wenn auf den ersten Blick keine einzige Einnahme mit Bezug auf die USA erzielt wurde.5

Wenn man darüber Bescheid weiß, so könnte man denken, dass dies kein Problem ist. Der Teufel steckt aber im Detail, trotz bestehenden Doppelbesteuerungsabkommen6 können eventuell in dem einen Land steuerfreie Einkommen in dem anderen Land steuerpflichtig sein und umgekehrt. So kann es zu einer steuerlichen Mehrbelastung kommen, die ungewollt ist - Lücken der Steuerfreiheit sind dagegen eher selten.

Vollkommene Relevanz besitzt diese steuerliche Verpflichtung aber im Bereich der Vermögensverwaltung. Fonds, ETFs und andere Anlagemöglichkeiten werden meistens für ein Land spezifisch konzipiert. Gerade weil es umso schwieriger ist für zwei Länder steuerliche Berichtspflichten und deren steuerlichen Auswirkungen zu berücksichtigen gibt es kaum solche Anlagemöglichkeiten.

Damit werden Banken in Europa vor ein Problem gestellt. Nicht zuletzt haften sie auch für eine ordentliche Besteuerung des US-Bürgers7 – damit werden sie den Inhaber eines amerikanischen Passes ungern als ihren Kunden sehen. Neben der steuerlichen Problematik, erhöhten Berichtspflichten8 und der möglichen Verwicklung bei Steuervergehen spielt es auch noch eine Rolle, dass US-Bürger durch regulatorische Maßnahmen im Bereich des Vertriebes9 geschützt sind und jeder der dagegen verstößt, sich mindestens haftbar macht.

In der Schweiz wurden Anleger, die auch über einen US-Pass verfügten, konsequent vor die Tür ihrer Bank gesetzt.10 Nicht zuletzt der lange Arm der US-Behörden bei der Vollstreckung ihrer Gesetze hat dazu geführt. Die Strafen für eine Bank, die gegen US-amerikanische Gesetze verstoßen hat, konnten teilweise existenzbedrohend sein11.

Der einzige Weg aus diesem Dilemma ist die Aufgabe der US-Staatsbürgerschaft, verbunden mit einer möglichen „Wegzugsbesteuerung“ in Form einer „Sailing Permit“.12

Damit wird deutlich, dass man bei aller Planung auch die Kehrseite der Medaille berücksichtigen muss. In der Regel gibt es keine Lösung, die allen Ansprüchen gerecht wird – nur die individuelle Lösung kommt dem nahe.

Hinzu kommt, dass die Corona-Pandemie in den Jahren 2020 bis 2022 zahlreiche Annahmen der Vergangenheit widerlegt hat. So war selbst in der EU die Reisefreiheit eingeschränkt und nicht jeder Pass öffnete jede Tür.

Der Überfall Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 hatte dann noch zahlreiche weitere Erkenntnisse gebracht, die viele strategische Planungen im Bereich der Wohnsitznahme oder Vermögensplanung relativiert haben.

Natürlich darf man bei allem nicht vergessen, dass der EU-Bürger insofern privilegiert ist, weil er aufgrund der Personenfreizügigkeit vom Polarkreis bis zur Straße von Gibraltar einfach seinen Wohnsitz nehmen kann.

Die Zusammenschau der Erfahrungen im Bereich der Wohnsitznahme im Ausland und der Auswirkungen der Pandemie, inklusive dem Krieg in der Ukraine, ermöglicht es uns heute neue Überlegungen anzustellen und Feinjustierungen vorzunehmen.

Mit diesem Buch wird der Versuch unternommen, alle Faktoren des Auswanderers, der Steuerflucht, des „Nomad Capitalists13“, der europäischen Wirtschaftsflüchtlinge, Zweitwohnungsinhaber und sonstiger Weltenbummler zu begreifen und für den Leser verständlich zu machen.

Am Ende werden verschiedene Entscheidungsfaktoren für die unterschiedlichen Betroffenen herausgearbeitet. Gegebenenfalls kann Hilfestellung geben werden, wie man sich an verschiedene Fragen herantastet und diese für sich beantwortet, aber gleichzeitig soll mit vielen Vorurteilen und Mythen aufgeräumt werden, die sich über die letzten Jahrzehnte entwickelt haben.

Keinesfalls ist dieses Buch aus der Motivation eines „Preppers“ heraus entstanden und so soll es...

Erscheint lt. Verlag 12.3.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Sozialwissenschaften Politik / Verwaltung
ISBN-10 3-7693-4851-6 / 3769348516
ISBN-13 978-3-7693-4851-4 / 9783769348514
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