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Live Forever? (eBook)

Die wahrscheinlichsten Wege, wie dein Körper dich umbringen wird, und wie du das Unvermeidliche hinauszögern kannst | Longevity und Langlebigkeit
eBook Download: EPUB
2025 | 1. Auflage
432 Seiten
Riva Verlag
978-3-7453-2641-3 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Live Forever? -  John S. Tregoning
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Bei über 17.000 Krankheiten und unzähligen Giften in unserer Umwelt grenzt es an ein Wunder, dass unser Körper uns am Leben erhält. Solange er sich nicht selbst zerstört, sei es durch Krebs oder Autoimmunerkrankungen. Der international renommierte Biomedizinforscher Professor John Tregoning erklärt, wie wir es trotz aller Widrigkeiten sogar schaffen, länger zu leben. Indem er sich Schritt für Schritt durch den menschlichen Körper arbeitet, erforscht er von Organ zu Organ die wahrscheinlichsten Möglichkeiten, wie unser Körper uns umbringen kann: von vererbten genetischen Voraussetzungen bis zum Herzinfarkt. Er stellt die zahlreichen lebensverlängernden Versprechen der Gesundheitsindustrie auf den Prüfstand und gibt preis, was tatsächlich hilft, um ein längeres und gesünderes Leben zu führen.

Prof. John S. Tregoning ist Professor für Impfstoffimmunologie am Imperial College London, wo er eine Forschungsgruppe zu Infektionskrankheiten leitet. Er hat mehr als 60 wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht und schrieb während der Corona-Pandemie eine regelmäßige Kolumne im renommierten Wissenschaftsmagazin »Nature«. Der Experte für das Immunsystem wurde unter anderem von der BBC und dem »Sunday Telegraph« interviewt und twittert unter @DrTregoning.

Prof. John S. Tregoning ist Professor für Impfstoffimmunologie am Imperial College London, wo er eine Forschungsgruppe zu Infektionskrankheiten leitet. Er hat mehr als 60 wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht und schrieb während der Corona-Pandemie eine regelmäßige Kolumne im renommierten Wissenschaftsmagazin »Nature«. Der Experte für das Immunsystem wurde unter anderem von der BBC und dem »Sunday Telegraph« interviewt und twittert unter @DrTregoning.

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Prolog

Zeit und Gezeiten


Geh nicht gelassen in diese gute Nacht,

Im Alter solltest du brennen und rasen am Ende des Tages,

Stemme dich wütend gegen das Ausflackern des Lichtes.

Dylan Thomas, »Geh nicht gelassen in die gute Nacht«

Die Zeit will, dass du irgendwann den Löffel abgibst. Nicht nur du, sondern jeder, den du jemals kennengelernt hast. Sie will, dass dein Herz aufhört zu schlagen und deine Lunge versagt. Sie will, dass deine Muskeln verkrampfen und deine Knochen schmerzen. Sie will, dass dein Verstand schwindet, dass dein Gehirn schwächer wird und du aus der Welt verschwindest, dass deine einzigen Spuren in den Erinnerungen von anderen zu finden sind.

Aber ich nicht, oder zumindest dachte ich das, als ich jung war, denn wie wir alle in unserer Jugend war ich – in meiner Vorstellung – unsterblich.

Doch dann kommt irgendwann der Moment, an dem wir uns ernsthaft mit unserer Sterblichkeit auseinandersetzen. Bei mir war das am 1. Dezember 2022, kurz nachdem ich mir das erste graue Brusthaar ausgerissen hatte. Dann fiel mir auf, dass die helleren Haare auf meinem Kopf nicht, wie ich mir vorgemacht hatte, blond, sondern ebenfalls grau waren. Zu allem Überfluss hatte ich begonnen, mein Handy weiter von mir wegzuhalten, wenn ich Textnachrichten las – das unvermeidliche Abgleiten in die Weitsichtigkeit. Ich fühlte mich wie an einem Scheideweg: Langsam »ging ich auf die 50 zu« und war damit am Übergang zum zweiten Akt meines Lebens. Ich begann darüber nachzudenken, wie ich wohl eines Tages sterben werde ... und ob man nicht etwas dagegen tun könne. Für immer leben? Nein, natürlich nicht. Traurigerweise siegt die Zeit irgendwann. Die brutale Wahrheit ist, dass wir alle sterben, sogar ich. Jeder, der etwas anderes erzählt, möchte einem etwas verkaufen.

Ich begann also darüber nachzudenken, wie ich wohl sterben werde ... und ob man etwas dagegen tun könne. Als Wissenschaftler hatte ich die Neugierde, das Fachwissen und vor allem die Kontakte für eine Reise zur Selbstfindung. Und ich bin nicht der Erste, der zu Todesursachen forscht. Praktischerweise listet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in den neuesten Leitlinien der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und Verwandter Gesundheitsprobleme (International Classification of Diseases, ­ICD-11) 17 000 mögliche Krankheiten (infektiöse und nicht infektiöse Krankheiten) auf. Viele dieser Krankheiten sind recht selten. Und die meisten davon bringen einen nicht um: Es ist beispielsweise unwahrscheinlich, dass schlafbezogener Bruxismus – also Zähneknirschen im Schlaf – tödlich endet, es sei denn, man wird von seiner Partnerin mit einem Kissen erstickt.

Basierend auf ein paar Annahmen kann ich meinen Marsch in die Sterblichkeit eingrenzen. Erstens wird mein Leben wahrscheinlich mindestens 70 Jahre währen, wie es in Psalm 90,10 geschrieben steht. Tatsächlich liegt meine derzeitige Lebenserwartung als ein in England lebender Mann bei 79,3 Jahren, ganze 2,5 Jahre höher als die meiner walisischen Landsleute, aber 3,8 Jahre niedriger als die Lebenserwartung meiner Frau. Zweitens ist es in einem Land mit hohem Einkommen im 21. Jahrhundert unwahrscheinlich, an einer schrecklichen Infektionskrankheit (siehe Vorgängerbuch des Autors, Infectious1) zu sterben. Drittens ist es unwahrscheinlich, dass ich an einem Trauma sterbe – und selbst wenn es so wäre, kann ich nicht viel dagegen tun.a Der Tod wird mich also wahrscheinlich ereilen, weil eines (oder mehrere) meiner Organe versagen. Wir nennen diese Art von Krankheiten »nicht übertragbar«, weil man sich nicht damit anstecken kann (allerdings stimmt das nicht ganz, wie wir später sehen werden – man kann sich auch mit etwas infizieren, das letztlich zu Organschäden führt).

Die enormen Fortschritte der Wissenschaft bei der Vorbeugung und Behandlung von Infektionskrankheiten haben die durchschnittliche Lebenserwartung im letzten Jahrhundert praktisch verdoppelt. Heute ist für uns alle die Wahrscheinlichkeit, an nicht übertragbaren Krankheiten zu sterben, viel größer als an übertragbaren. Die Verbesserungen in der Infektionsprävention und ihre Auswirkungen auf die Todesursachen werden durch die jüngsten Statistiken der WHO bestätigt. Im Jahr 2022 entfielen drei Viertel aller Todesfälle auf nicht übertragbare Krankheiten.2 Dieser globale Wandel spiegelt sich auch in den Todesursachen im Vereinigten Königreich wider, die sich im letzten Jahrhundert dramatisch verändert haben (Abbildung 1).

Der Rückgang an infektionsbedingten Todesfällen ist zu Recht ein Grund zum Feiern, doch stattdessen steht jetzt, dank der enormen Fortschritte bei der Vorbeugung und Behandlung von Infektionskrankheiten, Organversagen ganz oben auf meiner »Kick-the-Bucket-Liste«. Deshalb wollte ich herausfinden, welche der 79 Organe in meinem Körper wohl versagen könnten. Da die mir verbleibende Zeit drängt, wollte ich sie nicht damit vergeuden, mich mit den 17 000 verschiedenen Krankheiten zu beschäftigen, die in der ICD-11 katalogisiert sind. Um Prioritäten zu setzen, konsultierte ich das Orakel des britischen Lebens – das Office for National Statistics (ONS). Das ONS bietet eine Fülle von Details von Aaron’s Hill bis Zouch, darunter eine Liste der Mangelerscheinungen in Küstenstädten, eine Aufschlüsselung der Internetnutzer (überraschenderweise enthält sie nicht nur die eine Kategorie »jeder«) und natürlich die Tabellen, die ich suchte, nämlich die zum Tod.3 Die fünf häufigsten Todesursachen (ohne Lungenentzündung, was eine Art von Infektion ist) im Jahr 2022 sind in Tabelle 1 aufgeführt.

Abbildung 1. Veränderungen bei den Todesursachen in Abhängigkeit von Zeit und Alter. Darstellung der häufigsten Todesursache in einer Altersgruppe in einem bestimmten Jahrzehnt. Quelle: Office for national statistics. www.ons.gov.uk/peoplepopulationandcommunity/birthsdeathsandmarriages/deaths/articles/causesofdeathover100years/2017-09-18.

Zugegebenermaßen ist Großbritannien ein Land mit hohem Einkommen. In Ländern mit niedrigem Einkommen sterben immer noch viele Menschen (vor allem Kinder) an Infektionen. Die Reihenfolge der Haupttodesursachen für Männer und Frauen unterscheiden sich leicht; diese geschlechtsspezifischen Unterschiede sind Gegenstand einer späteren Untersuchung. Doch das ist, als würde man Liegestühle auf der Titanic umstellen, denn schließlich gehen wir alle, um im Bild zu bleiben, letztendlich unter.

Männer

Frauen

Todesursache

Anzahl

Anteil der Todesfälle in %

Todesursache

Anzahl

Anteil der ­Todesfälle in %

Ischämische Herzkrankheiten (Herzinfarkt)

38 730

13,3

Ischämische Herzkrankheiten (Herzinfarkt)

42 635

15,0

Demenz und Alzheimer

23 332

8,0

Demenz und Alzheimer

20 626

7,2

Bösartige Geschwüre in Luftröhre, Bronchien und Lunge (Lungenkrebs)

14 856

5,1

Bösartige Geschwüre in Luftröhre, Bronchien und Lunge (Lungenkrebs)

16 228

5,7

Chronische Erkrankungen der unteren Atemwege (insbesondere COPD/chronisch obstruktive Lungenerkrankung)

14 690

5,0

Chronische Erkrankungen der unteren Atemwege (insbesondere COPD/chronisch obstruktive Lungenerkrankung)

15 125

...

Erscheint lt. Verlag 13.4.2025
Übersetzer Christina Hackenberg, Hans Freundl
Verlagsort München
Sprache deutsch
Themenwelt Sachbuch/Ratgeber Geschichte / Politik Politik / Gesellschaft
Sachbuch/Ratgeber Gesundheit / Leben / Psychologie Krankheiten / Heilverfahren
Sozialwissenschaften Politik / Verwaltung
Schlagworte Alter • Arzt • Demenz • Diät • Ernährung • Forschung • Gesund • Gesundheit • Gesundheitswesen • Heilung • Herz • Herzinfarkt • Immunsystem • Krankheiten • Krebs • Langes Leben • Langlebigkeit • Lebensbedingungen • Lebensdauer • Lebenserwartung • Lebensqualität • Lebensverlängerung • Longevity • Medizin • Medizinische Versorgung • nicht sterben • outlive • peter attia • Schlaganfall • Sterben • Tod • Todesursachen • wie man nicht stirbt
ISBN-10 3-7453-2641-5 / 3745326415
ISBN-13 978-3-7453-2641-3 / 9783745326413
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