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Die entspannte Frau (eBook)

Warum wir Freiräume für echte Erholung brauchen - für ein erfülltes Leben und eine gerechte Gesellschaft
eBook Download: EPUB
2025
325 Seiten
Goldmann Verlag
978-3-641-32265-6 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Die entspannte Frau - Nicola Jane Hobbs
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Raus aus der Erschöpfung!
Obwohl wir die negativen Folgen von Stress und Mehrfachbelastung nur zu gut kennen, haben Ruhe und Erholung in unserer hektischen Welt immer noch einen zu geringen Stellenwert. Nicola Jane Hobbs räumt mit dem Mythos auf, dass Entspannung faul und egoistisch sei. Denn gezieltes Ausruhen und Freiräume sind die Voraussetzung dafür, dass Frauen ihr volles Potenzial entfalten und erfüllt leben.

In sechs Schritten zeigt sie einen neuen Weg auf, wie Frauen Kraft schöpfen, um für sich selbst und andere sorgen zu können. Ihr Buch ist eine Einladung zur Entschleunigung. Es ist ein Aufruf zum Handeln, damit Entspannung und Ruhe zu einem wichtigen Teil unseres Lebens werden. Es ist die Chance, uns von Stress und toxischer Produktivität zu befreien, patriarchale Normen zu durchbrechen und die Art und Weise zu verändern, wie wir leben, lieben, arbeiten.

Nicola Jane Hobbs ist als Ernährungsberaterin und Yogalehrerin tätig und lebt in Brighton. Sie hat Psychologie mit Schwerpunkt Ess-und Bewegungspsychologie und posttraumatisches Wachstum studiert. Als Teenager kämpfte sie jahrelang mit Magersucht und Depressionen. Yoga hat ihr dabei geholfen, ihre Probleme zu überwinden und einen tiefen inneren Frieden zu finden. Dieses Wissen will die Autorin in ihren Kursen und Büchern weitergeben. Ihr Ziel ist es, anderen Menschen dabei zu helfen, mehr Vertrauen in sich selbst und den eigenen Körper zu haben und an Herausforderungen zu wachsen.

Einführung


Als Erwachsene war ich lange Zeit das genaue Gegenteil einer entspannten Frau. Viele Jahre lang glich mein Leben einem wilden Wirbel aus Stress, Zeitdruck und Erschöpfung, weil ich verzweifelt versuchte, mit einer Vielzahl von Verantwortlichkeiten zurechtzukommen, stets ökonomische Zwänge und ein tief sitzendes Gefühl der Wertlosigkeit im Nacken.

Als kleines Mädchen war ich ganz anders. Ich war sensibel, neugierig und verspielt, aber auch ein echter Wildfang. Meine Schwester und ich brachten unsere Tage damit zu, zu lesen, auf Bäume zu klettern und Gänseblümchenketten zu flechten, die sich von einem Ende des Gartens zum anderen spannten. Ruhe und Spiel waren für uns etwas ganz Natürliches. Wir lebten von Augenblick zu Augenblick, ohne jeden Zeitdruck, ohne jeden Begriff von Leistung und Perfektion, ohne jedes Bedürfnis, etwas darzustellen oder es den Leuten recht zu machen. Doch irgendwann auf meinem Weg zum Frausein, so im Alter zwischen acht und dreizehn, machte ich Schluss mit Ruhe und Spiel. Ich fing an, meinen Wert daran zu messen, von wem ich Anerkennung bekam und wie viel ich erreichte. Ich verinnerlichte die gesellschaftliche Botschaft, dass ein »gutes Mädchen« beziehungsweise eine »erfolgreiche Frau« sich durch Selbst-Beherrschung, Selbst-Unterdrückung und Selbst-Aufopferung auszeichnen sollte, und verlor im selben Maß den Kontakt zu meiner inneren Weisheit, zur Stimme meiner Intuition und meiner Authentizität. Ich vertraute meinen Gefühlen nicht mehr und ebenso wenig meinen Bedürfnissen und meinem Körper. Mein entspanntes, neugieriges, verspieltes Selbst lag nun begraben unter einem Berg von »du sollst« und »du musst« mit den passenden patriarchalischen Konditionierungen. Einfach ich selbst zu sein, fühlte sich nicht länger sicher an.

Wie so viele Frauen verhielt ich mich als Erwachsene so, als wäre ich kein Mensch, sondern eine Maschine. Ich war chronisch überarbeitet und tauschte Schlaf gegen Produktivität. Ich war zwanghaft geschäftig, peitschte mich durch Angst- und Erschöpfungszustände und trug dabei noch ständig ein maskenhaftes Lächeln auf dem Gesicht. Ich tat so, als wäre alles in bester Ordnung. Bis eines Tages die Maske zersplitterte. Ob es nun Burn-out oder eine Depression war oder eine später diagnostizierte komplexe posttraumatische Belastungsstörung (K-PTBS) – vielleicht auch eine Kombination aus allen dreien –, ich hatte meine persönliche Belastungsgrenze überschritten. Ich musste für mich eine andere Art finden zu leben, eine andere Art zu sein.

Während ich die dunklen, düsteren Niederungen von Trauma und Erschöpfung durchquerte, vernahm ich den leisen Ruf eines Selbst in mir, das authentischer, intuitiver und mitfühlender war – eines Selbst, das ich als das meiner Kindheit wiedererkannte. Der Archetyp dessen, was ich jetzt als die »entspannte Frau« bezeichne. Sie sprach zu mir in Träumen und Gedichten, als innere Stimme, die zugleich die meine war und etwas, das über mich hinausreichte. An Tagen, an denen ich mich hektisch und erschöpft in einer tranceartigen Geschäftigkeit verlor, flüsterte sie mir mit sanfter, seidiger, doch zart rebellischer Stimme ins Ohr: »Entspanne dich, meine Liebe. Atme tief durch. Es ist völlig ungefährlich, wenn du langsamer machst. Es ist völlig ungefährlich, wenn du dich ausruhst.«

Während ich dieser liebevollen inneren Stimme lauschte, hatte ich das Gefühl, dass die entspannte Frau in mir allmählich zum Leben erwachte. Wobei ich das Wort »entspannt« beziehungsweise »Entspannung« nicht im heutigen, kommerzialisierten Sinn kostspieliger Wellnessurlaube und -produkte verwende. Sondern in seiner ganz ursprünglichen Bedeutung von »ent-spannen«, also Spannung abbauen, herausnehmen, sich davon befreien.

Die entspannte Frau ist eine Frau, die sich freigemacht hat: frei von Spannung, frei für Ruhe, frei zu weinen und Fehler zu machen. Frei, um Hilfe zu bitten, frei, Freude und Vergnügen zu erleben, frei, ihre Gefühle zu spüren, ihre Werte selbst zu bestimmen und mitfühlend auf unvermeidliche Stressfaktoren im Leben zu reagieren. Frei, sich selbst zu vertrauen, für sich selbst zu sorgen und sie selbst zu sein.

Die entspannte Frau ist die Mutter mit postnataler Depression, die den Mut hat, sich Hilfe zu holen. Sie ist die Tochter, die ihren Eltern liebevoll Grenzen setzt, um ihre eigene geistige Gesundheit zu schützen. Sie ist die Kollegin, die Mittagspause macht und pünktlich heimgeht. Sie ist die Partnerin, die offen über die Belastung und die notwendige gerechte Aufteilung der Hausarbeit spricht. Die entspannte Frau ist die Verkörperung unseres authentischen, intuitiven, wilden Selbst. Sie kennt ihren Wert und akzeptiert ihre Macht. Sie vertraut ihren inneren Rhythmen von engagiertem Tun und tiefer Ruhe, von innerer Heilung und äußeren Faktoren, die sie unterstützen, von Halten und Sich-halten-Lassen. Sie fühlt sich frei und sicher in ihrem Körper und in der Welt.

Die entspannte Frau lebt in allen von uns. Der Weg zu ihr ist der Weg heraus aus unseren Fesseln, aus unserer Zähmung, aus unserem Käfig. Der Weg, der uns selbst und einander befreit.

Kein Ort zum Verschnaufen: Warum ich dieses Buch geschrieben habe


In meiner Arbeit als Psychologin und Therapeutin spürte ich immer wieder, dass sich durch das Leben von Hunderten von Frauen, die ich unterstützend begleiten durfte, eine ähnliche Geschichte wie die meine zog. Zwar waren die Erfahrungen dieser Frauen von Fall zu Fall verschieden, doch berichteten sie unisono über Gefühle von Erschöpfung, Überlastung, Einsamkeit, Schuld und Scham; über das Gefühl, festzustecken, den falschen patriarchalischen Glücks- und Erfolgsversprechen auf den Leim gegangen zu sein; über das tiefe Verlangen nach Langsamkeit und Ruhe, nach Authentizität und Nähe, nach wahrer Heilung.

Und während ich den Stimmen dieser Frauen zuhörte und darin den kollektiven Aufschrei der Müdigkeit und Überlastung vernahm, stellte sich mir immer eindringlicher die Frage: Warum leiden so viele Frauen unter einer solch starken Erschöpfung? Was steckt hinter den Angst- und Schuldgefühlen von uns Frauen, sobald es darum geht, uns ein wenig Entspannung zu erlauben? Was sind die individuellen und kollektiven Auswirkungen, wenn Frauen nicht die Ruhe und Muße finden, die sie brauchen? Wie können wir uns selbst und einander davon befreien?

Das wollte ich genauer wissen. Und so machte ich mich an die Recherche und entdeckte – ein unbearbeitetes Gebiet. Jahrzehntelang waren der Wissenschaft Themen, die für uns Frauen wichtig sind, keine Arbeit wert – Menstruation, Menopause, Matreszenz, Mutterschaft, das Zyklische, Rhythmische, Intuitive, das Seelenvolle und Wilde. Jahrhundertelang wurden Körper und Geist der Frau falsch oder gar nicht verstanden. Die meisten psychologischen Theorien sind Ausdruck einer durch und durch männlichen und weißen Sicht. In der vorhandenen psychologischen Literatur suchte ich vergeblich nach dem Thema Ruhe und Entspannung für Frauen. Also begann ich, meine eigenen Studien anzustellen, was 2022 zur Gründung der Online-Community »The Relaxed Woman« führte.[1] Die Community bietet Coachings und Workshops an, die Frauen helfen sollen, sich von Stress und Burn-out zu erholen. Mittlerweile habe ich mich mit Hunderten von Frauen aus allen Ländern über den Archetyp der entspannten Frau ausgetauscht. Wir haben über die Hindernisse gesprochen, auf die sie stoßen, wenn sie sich die so dringend benötigte Ruhe verschaffen möchten. Darüber, wie wir eine Welt gestalten können, in der Frauen sich sicher und wertvoll genug fühlen, um sich auszuruhen. Während ich noch glaubte, die Ursachen und Folgen mangelnder Muße zu erforschen, entfaltete sich vor meinen Augen ein Panorama von Geschichten, die von Gefühlen der Schuld, Scham und Wertlosigkeit berichteten, von Trauma und Burn-out, aber auch von Heilung, Freude und Freiheit, wobei sich die einzelnen Fäden eng ineinander verflochten.

Dabei herausgekommen ist dieses Buch, das du jetzt in Händen hältst. Seine Entstehung verdankt sich den vielen mutigen, Ruhe und Heilung suchenden Frauen, mit denen ich während der vergangenen 15 Jahre gearbeitet habe. Und den Frauen, die in jüngerer Zeit trotz aller Verletzlichkeit ihre Geschichten für meine Forschungen großzügig mit mir geteilt haben. Darüber hinaus hat mich die Arbeit jener Frauen inspiriert, die mir vorangegangen sind: Clarissa Pinkola Estés und ihre überwältigende Kunst des Geschichtenerzählens (die als Erste vor über 20 Jahren den Archetyp der entspannten Frau in mir weckte)[2]; Mary Oliver mit ihren Gedichten, die uns an die Schönheit erinnert, »müßig und gesegnet«[3] zu sein; Saundra Dalton-Smith und ihrem TED-Talk über die vier Arten der Ruhe[4]; Tricia Hersey mit ihrem Buch Rest is Resistance; und Elizabeth Gilbert. Letztere hat darüber geschrieben, wie schwer es ist, in einem weiblichen Körper frei und entspannt zu sein. Während meiner Recherchen habe ich außer ihr...

Erscheint lt. Verlag 19.6.2025
Übersetzer Elisabeth Liebl
Sprache deutsch
Original-Titel The relaxed woman - The heroine's journey to set you free
Themenwelt Sachbuch/Ratgeber Geschichte / Politik Politik / Gesellschaft
Sozialwissenschaften Politik / Verwaltung
Schlagworte Alle Zeit • Beklaute Frauen • Booktok • Burn-out • caroline criado-perez • Die erschöpfte Gesellschaft • die erschöpfung der frauen • eBooks • Energy • Erschöpfung • female empowerment • Female Future Force • Feminismus • Franziska Schutzbach • Frauen • Geschenk Freundin • Geschenk für Mama • Gesundheit • Gleichberechtigung • Leonie Schöler • Mädchen für alles • Mental Load • Müdigkeit • nicole lepera • Radikale Selbstfürsorge • raus aus der mental load falle • Selfcare • Sinn des Lebens • Stress • Teresa Bücker • the relaxed woman • TikTok • Unsichtbare Frauen
ISBN-10 3-641-32265-0 / 3641322650
ISBN-13 978-3-641-32265-6 / 9783641322656
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