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Tote Stimmen: Maori Musik

Ursprung und Vergessen. Mythische Rede und Rede der Literatur

(Autor)

Buch | Softcover
128 Seiten
2010 | 30.04.2006
Merve (Verlag)
978-3-88396-222-1 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Tote Stimmen: Maori Musik - Victor Segalen
CHF 13,95 inkl. MwSt
Victor Segalen (1878-1919) war Ethnograph und Dichter. 1901 reiste er nach Tahiti und entdeckte dort für sich die Kultur der Maori. Auf tausenden von Inseln haben vielleicht tausend Jahre lang Stimmen gesungen, ohne dass man genau weiß, auf welchem Wege sie im Fluge einen so großen Raum einnahmen ... ein Brausen schöner, heiserer oder eher sanfter Töne, rauer oder weicher Kadenzen, und einen unaufhörlichen monotonen Singsang ... mit der Ankunft der Weißen: alles wird entstellt, alles wird verfälscht ... Die Stimmen kommen zum Schweigen, ... jene, die überleben, sprechen nur noch in völliger Verleumdung ihrer Vergangenheit. Auf Tahiti, Hawaii, Samoa und Neuseeland nehmen sie lächerliche Formen an und schrauben sich in kategorischem Herunterleiern von Psalmen in die Höhe, die abgeleitet sind vom fürchterlichen lutherischen Choral ...Dann tauchen die abgeschmackten Kirchenlieder der römischen Missionen auf ... schließlich amerikanische Sauflieder: Die Gesänge des Krieges, des Fastens und der Freude fallen auf das Niveau der Yankee-Hymne: sie gesangsvereinen das ist die ganze Geschichte der Maori.Es kann nicht darum gehen, sie wieder zu beleben ... aber wir sollten uns, mit Rücksicht auf das, was die Musik der Maori war, eine Vorstellung machen, was sie hätte werden können. Wir werden also nicht ohne Schmerz und nicht ohne Bedauern die Möglichkeiten klanglicher Schönheit untersuchen, die diese Musik gehabt hat.Der Ursprung muss ausgelöscht, muss vergessen werden ..., damit der solchermaßen außer Kraft gesetzte Ursprung als Grundlage durch die Literatur in Ermangelung von Ursprüngen wieder in Erinnerung gerufen werden kann. (Giorgio Agamben)
Victor Segalen (1878-1919) war Ethnograph und Dichter. 1901 reiste er nach Tahiti und entdeckte dort für sich die Kultur der Maori. "Auf tausenden von Inseln haben - vielleicht - tausend Jahre lang Stimmen gesungen, ohne dass man genau weiß, auf welchem Wege sie im Fluge einen so großen Raum einnahmen ... ein Brausen schöner, heiserer oder eher sanfter Töne, rauer oder weicher Kadenzen, und einen unaufhörlichen monotonen Singsang ... - mit der Ankunft der Weißen: alles wird entstellt, alles wird verfälscht ... Die Stimmen kommen zum Schweigen, ... jene, die überleben, sprechen nur noch in völliger Verleumdung ihrer Vergangenheit. Auf Tahiti, Hawaii, Samoa und Neuseeland nehmen sie lächerliche Formen an und schrauben sich in kategorischem Herunterleiern von Psalmen in die Höhe, die abgeleitet sind vom fürchterlichen lutherischen Choral ... Dann tauchen die abgeschmackten Kirchenlieder der römischen Missionen auf ... schließlich amerikanische Sauflieder: Die Gesänge des Krieges, des Fastens und der Freude fallen auf das Niveau der Yankee-Hymne: sie gesangsvereinen - das ist die ganze Geschichte der Maori.Es kann nicht darum gehen, sie wieder zu beleben ... aber wir sollten uns, mit Rücksicht auf das, was die Musik der Maori war, eine Vorstellung machen, was sie hätte werden können. Wir werden also - nicht ohne Schmerz und nicht ohne Bedauern - die Möglichkeiten klanglicher Schönheit untersuchen, die diese Musik gehabt hat.""Der Ursprung muss ausgelöscht, muss vergessen werden ..., damit der solchermaßen außer Kraft gesetzte Ursprung als Grundlage durch die Literatur in Ermangelung von Ursprüngen wieder in Erinnerung gerufen werden kann." (Giorgio Agamben)

Victor Segalen, 1878 in Brest geboren und 1919 an der bretonischen Küste zu Tode gekommen, war Erforscher fremder Kulturen, Archäologe, Arzt, Ethnologe, Dichter und Reisender. Er publizierte Romane und Essays, Erzählungen und Gedichte. Er reiste in Ostasien, nach Äthiopien und Tahiti, machte Ausgrabungen in China.

Giorgio Agamben wurde 1942 in Rom geboren. Er studierte Jura, nebenbei auch Literatur und Philosophie. Der entscheidende Impuls für die Philosophie kam allerdings erst nach Abschluß des Jura-Studiums über zwei Seminare mit Martin Heidegger im Sommer 1966 und 1968. Neben Heidegger waren seitdem Michel Foucault, Hannah Arendt und Walter Benjamin wichtige Bezugspersonen in Agambens Denken. Als Herausgeber der italienischen Ausgabe der Schriften Walter Benjamins fand Agamben eine Reihe von dessen verloren geglaubten Manuskripten wieder auf. Seit Ende der achtziger Jahre beschäftigt sich Agamben vor allem mit politischer Philosophie. Er lehrt zur Zeit Ästhetik und Philosophie an den Universitäten Venedig und Marcerata und hatte Gastprofessuren u.a. in Paris, Berkeley, Los Angeles, Irvine.

Erscheint lt. Verlag 31.1.2010
Reihe/Serie IMD ; 288
Co-Autor Giorgio Agamben
Übersetzer Maria Zinfert
Verlagsort Berlin
Sprache deutsch
Maße 120 x 170 mm
Gewicht 88 g
Themenwelt Geisteswissenschaften Philosophie
Sozialwissenschaften Ethnologie
Schlagworte Ethnologie • Literatur • Maori • Musik • Polynesien; Völkerkunde • Ursprung
ISBN-10 3-88396-222-8 / 3883962228
ISBN-13 978-3-88396-222-1 / 9783883962221
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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