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Weiberfeinde - Weiberfreunde? - Magdalena Drexl

Weiberfeinde - Weiberfreunde?

Die Querelle des femmes im Kontext konfessioneller Konflikte um 1600

(Autor)

Buch | Softcover
442 Seiten
2006
Campus (Verlag)
978-3-593-38001-8 (ISBN)
CHF 72,80 inkl. MwSt
Geschichte und Geschlechter

Herausgegeben von Claudia Opitz-Belakhal, Angelika Schaser und Beate Wagner-Hasel
1595 erschien anonym die Schrift "... dass Frauen keine Menschen sind". Sie löste eine Kontroverse über die Natur und Würde des weiblichen Geschlechts aus. Viele Theologen sahen in der Herabsetzung von Frauen eine Gotteslästerung und verfassten Verteidigungsschriften. Magdalena Drexl zeigt erstmals, wie die Geschlechterdebatte mit anderen strittigen Themen verknüpft wurde und daher im weitesten Sinne politische Funktionen erfüllte. Der brandenburgische Hofprediger Simon Gedicke etwa wollte durch seine Fürsprache Frauen als Patroninnen der lutherischen Kirche gewinnen. Umgekehrt griffen Frauen Argumente aus den Schriften auf, wie zum Beispiel Kurfürstin Anna von Brandenburg, die so ihre Stellung bei Hofe verteidigte.

Magdalena Drexl, Dr. phil., promovierte an der Ruhr-Universität Bochum und ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Aufbauteam des RuhrMuseums in Essen.

Vorwort
Einleitung

I.Texte mit Kontexten
Querelle des femmes-Schriften in Brandenburg und Sachsen und ihre konfessionellen Bezüge

1.Die Argumente und ihre Traditionen

2.Disputatio nova contra mulieres, Qva probatur eas Homines non esse
2.1 Inhalt
2.2 Mögliche Entstehungshintergründe der Disputatio nova
2.2.1 Zur Bezeichnung Antitrinitarier und neue Arianer
2.2.2 Die konfessionelle Situation in Polen, Siebenbürgen und Schlesien
2.2.3 Theologisch einflussreiche Personen in Polen und Siebenbürgen
2.2.4 Der vermutete Verfasser Valens Acidalius und sein gesellschaftliches Umfeld
2.2.5 Zur Geschichte der Drucklegung
2.3 Zusammenfassung

3. Die Antwortschriften der Universitäten Wittenberg und Leipzig
3.1 Die beiden theologischen Fakultäten
3.1.1 Die Universitätsordnungen in Bezug auf Lehrstreitigkeiten
3.1.2 Schriften gegen reformierte, täuferische und antitrinitarische Gruppen
3.1.3 Studenten aus den östlichen Nachbarländern
3.2 Die Admonitio theologicae facultatis in Academia Witebergensi
3.2.1 Verfasser und Adressaten
3.2.2 Inhalt
3.3 Die Refutatio Opposita a3nwny1mov autoris thesibus
3.3.1 Verfasser und Adressaten
3.3.2 Inhalt
3.4 Zusammenfassung

4. Die Verteidigung des weiblichen Geschlechts von Simon Gedicke
4.1 Zum Autor Simon Gedicke
4.2 Die Defensio sexus muliebris
4.2.1 Widmung
4.2.2 Inhalt
4.3 Zusammenfassung

5. Beispiele zeitgenössischer Rezeption
5.1 Andreas Schoppe: Corona Dignitatis Muliebris
5.1.1 Inhalt
5.1.2 Zum Autor Andreas Schoppe
5.2 Gabriel Volck: Mulier homo
5.3 Balthasar Mentzer: Von fürtreffligkeit des Weiblichen Geschlechts
5.3.1 Zum Übersetzer Balthasar Mentzer
5.3.2 Widmung
5.3.3 Inhalt
5.4 Johannes Olorinus Variscus: Ethographia Mundi
5.4.1 Zum Autor Johann Sommer
5.4.2 Ethographiae Mundi. Pars Posterior Malus Mulier
5.4.3 Ethographiae Mundi. Pars Tertia Imperiosus Mulier

6. Zusammenfassung

II. Orte mit Konflikten
Der brandenburgische Hof und Gebrauchsweisen von Querelle des femmes-Schriften

7. Das Kurfürstentum Brandenburg 1580–1620
7.1 Politische Einflüsse auf angrenzende Territorien
7.2 Eheschließungen zwischen regierenden Familien in Brandenburg, Preußen und Sachsen
7.3 Erbschaftskonflikte um Jülich-Kleve-Berg
7.4 Konfessionskonflikte im Kurfürstentum Brandenburg und in den angrenzenden Territorien
7.4.1 Kurfürstentum Brandenburg
7.4.2 Erzstift Magdeburg
7.4.3 Fürstentum Anhalt
7.4.4 Kurfürstentum Sachsen
7.5 Der Konfessionswechsel Kurfürst Johann Sigismunds von Brandenburg
7.6 Zusammenfassung

8. Patronagebeziehungen zwischen Theologen und Fürstinnen
8.1 Zum Konzept der Patronage
8.2 Der Beruf des Theologen
8.2.1 Die Aufgaben eines Hofpredigers
8.2.2 Die Stellung eines Kirchendieners am Hof aus der Eigenperspektive
8.3 Patronagebeziehungen in Brandenburg und Sachsen
8.3.1 Hofprediger im Kurfürstentum Brandenburg
8.3.2 Kurfürstin Sophia von Sachsen
8.3.3 Kurfürstin Katharina von Brandenburg
8.3.4 Kurfürstin Anna von Brandenburg
8.4 Zusammenfassung

9. Kurfürstin Anna von Brandenburg
9.1 Aufgabenbereiche und politischer Einfluss
9.2 Kritik an ihrem religiösen Standpunkt
9.2.1 Der Berliner Aufstand
9.2.2 Die Schrift Der Frantzösische Cato
9.2.3 Theologische Differenzen zwischen Anna und Johann Sigismund
9.3 Zusammenfassung

Schluss

Abkürzungen
Quellen und Literatur
Personenregister

"... eine aufschlussreiche, sehr lesenswerte und zu weiteren Forschungen anregende Untersuchung zu einem spannenden Thema im Schnittpunkt von Konfessionalisierung, Genderforschung und politischer Theorie." (Archiv für Reformationsgeschichte, 15.12.2007)

Erscheint lt. Verlag 24.4.2006
Reihe/Serie Geschichte und Geschlechter ; 52
Verlagsort Weinheim
Sprache deutsch
Maße 140 x 214 mm
Gewicht 615 g
Themenwelt Geschichte Allgemeine Geschichte Neuzeit (bis 1918)
Sozialwissenschaften Soziologie Gender Studies
Schlagworte 17. Jahrhundert • 18. Jahrhundert • Brandenburg • Deutschland • Deutschland, Geschichte; Geistes-/Kultur-Geschichte • Deutschland, Geschichte; Sozial-/Wirtschafts-Geschichte • Geschlechterforschung • Geschlechterrolle / Geschlechterbeziehung • HC/Geschichte/Neuzeit bis 1918 • Hof • Höfische Gesellschaft • Konfession • Sachsen • Theologiegeschichte
ISBN-10 3-593-38001-3 / 3593380013
ISBN-13 978-3-593-38001-8 / 9783593380018
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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