Geister, die ihre Rezepte teilen (eBook)
In zwölf Kapiteln über Menschen und ihre Passionen, über die unendlichen Weiten des Weltraums und jede Menge übersinnlicher Phänomene erfahren wir alles über neue absurde Theorien, verrückte Wissenschaft und skurrile Experimente, über die sich tatsächlich jemand den Kopf zerbrochen hat. Vielleicht verändert die eine oder andere dieser Theorien ja Ihre Sicht auf die Welt?
- Irrsinnig komisch, schier unglaublich - und absolut ernstgemeint: Die paranormalsten Ideen dieses Sonnensystems
- Von hohlen Planeten, verfluchten Flugzeugen und waschechten Zeitreisen - unglaubliche Geschichten aus der Welt der absurden Wissenschaft
- Vom Produzenten und Moderator des erfolgreichen britischen Podcasts 'No Such Thing as a Fish' - Mehr als 700.000 Abonnenten und über 400 Mio. Downloads
Dan Schreiber ist Autor, Podcaster und Moderator und hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Präsentieren faszinierender Fakten mit Comedy zu kombinieren. Er ist der Produzent und Co-Moderator des meistgestreamten Podcasts Großbritanniens, 'No Such Thing As A Fish', der über 400 Millionen Mal heruntergeladen wurde. Außerdem ist er Co-Moderator des Podcasts 'The Cryptid Factor' und Mitgestalter der mit der Rose d'Or ausgezeichneten BBC Radio 4-Panelshow 'The Museum Of Curiosity'. Er lebt in London und hat inzwischen selbst keine Ahnung mehr, woran er glauben soll.
Einleitung
Verrückte Vorstellungen
Hallo und herzlich willkommen zu Geister, die ihre Rezepte teilen – eine weitere Sammlung erstaunlicher Theorien, Ideen, Meinungen und »Fakten« – und weicher Steine1, um Ihre wilde Ecke anzuregen und Ihrem Dinnerparty-Smalltalk mehr Pepp zu verleihen.2
Band 2 setzt da an, wo der erste Band aufgehört hat, und führt meine Mission fort, zu beweisen, dass alle – wirklich ALLE – ein klein wenig durchgeknallt sind.3 Und dass das wiederum überhaupt nicht schlimm ist.
Zwischen diesen Buchdeckeln gibt es eine Menge zu entdecken, zum Beispiel, dass vom Buckingham Palace aus nicht nur die halbe Welt regiert, sondern auch eine strenggeheime Alien-Spezialeinheit geleitet wurde, und zwar von Queen Elizabeths Gatten höchstpersönlich. Sie werden vom bizarren Gerichtsverfahren lesen, bei dem der amerikanische Autor Mark Twain per Ouija-Brett beinahe als Kronzeuge von der »anderen Seite« einbestellt wurde. Sie werden erfahren, wie eine der wichtigsten wissenschaftlichen Institutionen Großbritanniens von einem Mann zusammengehalten wurde, der glaubte, die Erde sei hohl. Und Sie werden merken, wie alles im Leben sich zum Guten wenden kann, wenn man zufällig ein paar prominente Geister als Mitbewohner hat.
Im Haus der Kuriositäten
Bevor ich anfange, stelle ich mich am besten noch einmal vor. Mein Name ist Dan Schreiber, die letzten zwei Jahrzehnte habe ich als professioneller Faktenjäger zugebracht. Jeden Tag grabe ich in der gesamten Menschheitsgeschichte, auf der Suche nach den spannendsten Fakten, von denen Sie vermutlich noch nie gehört haben. In der Regel präsentiere ich meine Funde in Buchform (zuletzt in einem Kinderbuch mit dem Titel Impossible Things [Unmögliche Dinge]) oder in einem der drei Podcasts, die ich hoste: We Can Be Weirdos [Wir dürfen alle Spinner sein] (eine Interviewreihe, in der ich versuche, aufzudecken, an welche seltsamen Dinge meine Gäste glauben4), The Cryptid Factor [Der Kryptid-Faktor] (eine Show rund um Kryptozoologie, inklusive passender, abgedrehter Nachrichtenmeldungen) und No Such Thing As A Fish [Fische gibt’s eigentlich nicht] (eine wöchentliche Sendung, in der meine Co-Hosts und ich unsere liebsten Fakten-Funde der letzten sieben Tage teilen5).
Tagtäglich decke ich Fakten auf, aber nichts reicht an die heran, die einen eiskalt erwischen und bei denen einen das Gefühl nicht loslässt, dass mehr dahintersteckt. Wie letztens, als ich eine Geschichte über Star-Trek-Darsteller Zachery Quinto las. 2009 spielte Quinto in den JJ-Abrams-Reboots Spock, einen Außerirdischen vom Planeten Vulkan. Viele Jahre nachdem er diese Figur erstmals verkörperte, war Quinto zu Gast in der amerikanischen Fernsehsendung Who Do You Think You Are? [Für wen hältst du dich?], wo er etwas Unglaubliches erfuhr: Er war mit einem Stahlarbeiter namens PJ McArdle verwandt, der über 100 Jahre vor ihm lebte und Mitglied der Amalgamated Association of Iron and Steel Workers war, einer Gewerkschaft von Bergarbeitern, die sich die »Söhne des Vulkans« nannten. Und das war noch nicht alles – die Redakteure der Sendung machten sogar einen von McArdle geschriebenen Artikel ausfindig, der die Worte »May it live long and prosper« enthielt – dieselbe Phrase, »Lebe lang und in Frieden«, ist bezeichnend für Spock. »Das war schon irgendwie kosmisch«, äußerte sich Quinto danach.
War er dazu bestimmt, Spock zu spielen? Sind hier höhere Mächte am Werk? Geschichten wie diese deuten darauf hin. Ich weiß nicht, was vor sich geht, Sie wissen nicht, was vor sich geht, niemand weiß, was vor sich geht. Und nur als Vorwarnung, weder Sie noch ich werden am Ende dieses Buches mehr darüber wissen. Ihnen das zu versprechen, wäre wahnsinnig. Ja, Recherchieren ist seit 20 Jahren mein Hauptberuf, aber machen wir uns nichts vor, ich bin kein Wissenschaftler. Ich habe keine besonderen Fachkenntnisse. Ich kann gerade noch meine Heizung entlüften, ich werde bestimmt nicht so tun, als wüsste ich, wie das Universum funktioniert.
Aber solche kosmischen Zufälle regen einen schon zum Nachdenken an. Wie in der Geschichte von Mouldy Mary zum Beispiel.
Mouldy Mary
Wir schreiben das Jahr 1928. Ein Arzt namens Merlin Pryce schaut in einem Büro in Londons St. Mary’s Hospital vorbei, um sich über den Urlaub seines Freundes zu erkundigen, Alexander Fleming. Merlin Pryce war bis 1927 noch selbst in der Pathologie dieser Klinik tätig gewesen, hatte jedoch Anfang 1928 die Stelle gewechselt. Fleming untersuchte gerade ein paar Petrischalen, die er vor dem Urlaub weder entsorgt noch gereinigt hatte, sodass sich auf diesen nun das recht verbreitete Bakterium Staphylococcus aureus tummelte. Das hatte nichts mit Faulheit oder einer Abneigung gegen Putzen zu tun. Im Gegensatz zu anderen Wissenschaftlern seiner Zeit ließ Fleming seine Petrischalen nach der Verwendung absichtlich liegen. Als er Pryce sah, ignorierte er die Schalen jedoch und widmete sich diesem. »Nein«, sagte Pryce, »mach weiter.« Man stelle sich nun vor, was gewesen wäre, hätte Pryce diese Worte nicht gesagt. Hätte er stattdessen gesagt: »Lust auf ein Bier im Pub?«, sähe die Welt jetzt ganz anders aus, denn nur wenige Sekunden später bemerkte Fleming etwas Seltsames und rief: »Das ist ja lustig!« Fleming hatte »Schimmelpilzwasser« entdeckt (welchem er später den heute bekannten Namen Penicillin gab).
Er schlussfolgerte, dass der Schimmelpilz die Staphylokokken irgendwie abgetötet haben musste. Ein wenig von dem Pilzwasser konnte er extrahieren, und der Mykologe Charles J. La Touche stellte fest, dass es sich um Penicilium rubrum handelte. Inzwischen weiß man, es war Penicilium rubens.
Obwohl Fleming den Nutzen von Penicillin belegen konnte und er dies sowohl in einer Vorlesung als auch in einem wissenschaftlichen Artikel kundtat, dauerte es ein Jahrzehnt, bis die Substanz in der Medizin angewandt wurde. Es war Howard Florey, ein Pathologie-Professor in Oxford, der einen Weg fand, Penicillin zu kultivieren und dadurch massenproduzierbar zu machen. Der gebürtige Australier wurde später von Australiens Premierminister Robert Menzies gepriesen: »Was die Weltgesundheit angeht, war Florey der wichtigste Mann, der je in Australien geboren wurde.«6
Eine der frühesten therapeutischen Anwendungen erfolgte 1941 an Albert Alexander, einem Polzisten aus Oxford, der in Folge einer Verletzung schwer erkrankt war. 160 Milligramm Penicillin wurden Alexander verabreicht, und bemerkenswerterweise klang sein Fieber nach 24 Stunden ab. Doch leider reichte die Pilzprobe, an der Fleming die Eigenschaften von Penicillin entdeckt hatte, für eine Behandlung nicht aus. Es brauchte große Mengen des Pilzes, um kleinste Mengen Penicillin zu isolieren, und bei Alexanders Bedarf kamen die Ärzte nicht hinterher, weshalb er einen Rückfall erlitt und verstarb.
Die Ärzte hatten also eine bahnbrechende, lebensrettende Substanz entdeckt, konnten jedoch einfach nicht genug davon isolieren, um sie effektiv zu nutzen.
Es musste ein Weg her, das Zeug in Massen herzustellen. Penicillin war so rar, dass es sogar wortwörtlich wiederverwendet wurde – es wurde aus dem Urin von Behandelten extrahiert und neuen Patienten verabreicht.
Manche Wissenschaftler suchten auch im Ausland nach Möglichkeiten, mehr aus dem Schimmelpilz herauszuholen. Zwei Oxford-Wissenschaftler brachten Proben des ursprünglichen Pilzes nach Peoria, Illinois, und versuchten, aus diesen große Mengen Penicillin zu kultivieren. Aber selbst das scheiterte. Daraufhin fragte man beim Army Transportation Corps an, ob dieses nicht raus in die Welt ziehen und so viel von dem Pilz wie möglich beschaffen und in die Labore nach Peoria schicken könne. Tausende Proben wurden gesammelt und getestet.
Am Ende war der Schimmelpilz, der sich als ergiebige Quelle herausstellte und Abermillionen von Menschenleben rettete, nicht unter den Proben aus Übersee – nein, er wurde direkt die Straße runter entdeckt, von einer Frau, die später als »Mouldy Mary«, also »Schimmel-Mary«, bekannt wurde, und zwar rein zufällig beim Einkaufen.
Um wen es sich bei Mouldy Mary handelt, ist umstritten, denn ihr richtiger Name ist nicht überliefert. Manche behaupten, es handle sich um die Wissenschaftlerin Mary Hunt, die ein Interview über das Geschehnis gab, welches bis heute verfügbar ist. Niemand weiß es so genau. Doch Fakt ist, dass eine Person mit Verbindungen zum Labor an dem Nachbarschafts-Obst-und-Gemüse-Laden vorbeikam und Schimmel an einer Melone feststellte. Der Schimmel sieht ja seltsam aus, muss sich die Person wohl gedacht haben und kaufte die Melone, um sie anschließend ins Labor zu bringen.
Der Schimmelpilz, der auf der Melone wucherte, war Penicilium-Stamm NRLL1951, aus dem sich, wie man herausfand, 50-mal so viel Penicillin isolieren ließ wie aus Flemings ursprünglicher Probe. Weitere Experimente wurden durchgeführt, und den Wissenschaftlern gelang es, mithilfe von Röntgenstrahlen und anderen (geheimen) Methoden bis zu 1000-mal mehr Penicillin aus dem Stamm zu schöpfen. Dadurch waren Labore binnen weniger Jahre imstande, 650 Milliarden Einheiten Penicillin pro Monat zu produzieren.7
Die heldenhafte Melone ist leider nicht erhalten, denn nach Entnehmen der Schimmelprobe beschlossen...
| Erscheint lt. Verlag | 22.1.2025 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Absurde Theorien |
| Übersetzer | Karolin Viseneber, Daniel Müller, Dejla Jassim |
| Sprache | deutsch |
| Original-Titel | The Theory of Everything Else: A Voyage into the World of the Weird |
| Themenwelt | Sachbuch/Ratgeber ► Geschichte / Politik ► Politik / Gesellschaft |
| Sozialwissenschaften ► Politik / Verwaltung | |
| Schlagworte | 2024 • Aliens • eBooks • Faszinierende Fakten • Geister • Hohle Erde • Isaac Newton • Komponist • Neuerscheinung • Nostradamus • NO SUCH THING AS A FISH • Novak Djokovic • Paranormal • Rudolf Steiner • Serien • Supernatural • Theorien • Titanic • Übernatürliches • Übersinnliches • Unerklärliches • Uri Geller • Verschwörungstheorie • weißsagen • Zeitreisen • Zufall • zukunft vorhersagen |
| ISBN-10 | 3-641-32397-5 / 3641323975 |
| ISBN-13 | 978-3-641-32397-4 / 9783641323974 |
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