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Alltägliche Bewältigungs- und Widerstandspraktiken Schwarzer Menschen in Deutschland, Frankreich und Kanada (eBook)

Eine anerkennungstheoretische Studie
eBook Download: PDF
2024 | 1. Auflage
XXXV, 232 Seiten
Springer VS (Verlag)
978-3-658-43956-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Alltägliche Bewältigungs- und Widerstandspraktiken Schwarzer Menschen in Deutschland, Frankreich und Kanada -  Annette Hilscher
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In diesem Buch wird die Fragestellung untersucht, inwiefern Schwarze Menschen soziale Missachtung erfahren und welche Bewältigungs- und Widerstandspraktiken sie dabei entwickeln. Die Studie wurde in Deutschland, Frankreich und Kanada durchgeführt, drei Rechtsstaaten im Globalen Norden. Die der Untersuchung zugrundeliegende Vorannahme bestand darin, dass sich Missachtungserfahrungen Schwarzer Menschen von Land zu Land unterscheiden sowie in Abhängigkeit von den jeweiligen politischen Normen zu verstehen sind, welche ihren Ausdruck unter anderem in der aktuellen Gesetzgebung zu Antidiskriminierung und Gleichbehandlung finden. Die Studie arbeitet mit der Theorie der Anerkennung nach Axel Honneth. Diskriminierungserfahrungen werden im Anschluss an diese Theorie als Erfahrungen sozialer Missachtung verstanden. Diesem Verständnis nach ist die Missachtung nicht möglich, ohne zuvor gesehen zu werden - jedoch nicht adäquat gemäß den durch gelungene Sozialisation erworbenen normierten Regelnsozialer Interaktion, sondern als 'Wahrnehmungsdeformation'. Missachtung wird folglich als negative Form der Anerkennung verstanden. Den Kern der Arbeit bildet eine eigene empirische Studie, die auf einer Reihe ausführlicher Gruppendiskussionen und biographisch-narrativer Interviews mit Schwarzen Menschen basiert.



Annette Hilscher ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und Sprecherin des Arbeitskreises 'Feldforschung' am Institut für Sozialforschung Frankfurt.

Vorwort 6
Danksagung 9
Einleitung 11
Aufbau der Studie 23
Inhaltsverzeichnis 26
Abkürzungsverzeichnis 31
Tabellenverzeichnis 32
1 Einordnung in den Forschungsstand: Fokussierung auf kollektive Erfahrungen unter Einbezug der Akteur:innenperspektive 33
1.1 Ein Vergleich dreier normativer Ordnungen 33
1.2 Perspektiven auf ‚Race‘ im Lichte der Critical Race Theory 36
1.2.1 ‚Race‘ als Konstrukt: sozialkonstruktivistische Perspektive 40
1.2.2 Rassismus ohne ‚Race‘: Subtilität und Kulturalisierung des Rassismus 41
1.3 Strukturelle, institutionelle und interaktionelle Diskriminierung 44
1.3.1 Strukturelle und institutionelle Diskriminierung im Rahmen einer Ordnung globaler Ungleichheit 45
1.3.2 Interaktionelle Diskriminierung: der soziale Prozess der Rassifizierung 48
1.4 Fokussierung auf kollektive Erfahrungen und die Akteur:innenperspektive 50
2 Anerkennungstheorie als sozialphilosophischer Rahmen 54
2.1 Zum Verhältnis von Theorie und Empirie 55
2.1.1 Grounded Theory: sensibilisierende theoretische Konzepte 55
2.1.2 Dokumentarische Methode: Grundlagentheorien und „Denkräume“ 57
2.1.3 Kritische Sozialforschung: enge Verschränkung von Theorie und Empirie 57
2.1.4 Intersektionale Analyse und (selbst-)reflexive Forschungshaltung als ergänzende Perspektiven 62
2.2 Zentrale sensibilisierende Konzepte 64
2.2.1 Die Dialektik sozialer Anerkennung und Missachtung 64
2.2.2 Erfahrungen sozialer Missachtung im Rahmen einer Theorie sozialen Leidens 68
2.2.3 Die Dialektik von individueller Bewältigung und kollektivem Widerstand 69
3 Überblick über die nationalstaatlichen normativen Ordnungen 72
3.1 Zu den impliziten normativen Rahmen 74
3.1.1 Deutschland: eine de facto multikulturelle Gesellschaft 74
3.1.2 Kanada: eine multikulturelle Einwanderungsgesellschaft 75
3.1.3 Frankreich: eine republikanisch-assimilatorische Gesellschaft 79
3.2 Zu den expliziten normativen Rahmen im Recht 81
3.2.1 Europäisches Antidiskriminierungs- und Gleichbehandlungsrecht seit 2000 84
3.2.2 Aktuelle Konzepte in Kanada: starke Rechte für Betroffene 88
3.3 Vergleich der unterschiedlichen Konzepte 89
4 Qualitativ-rekonstruktive Studie zu Orientierungen und Handlungspraktiken Schwarzer Menschen im Umgang mit Missachtungserfahrungen 91
4.1 Methodologische und methodische Herangehensweise: eine Verbindung von Grounded Theory und Dokumentarischer Methode 91
4.2 Gruppendiskussionen als Erhebungsinstrument (Deutschland und Kanada): Möglichkeitsraum für Partizipation und Reflexion 95
4.3 Biographisch-narrative Interviews als Erhebungsinstrument (Frankreich): Analyse der Milieuzugehörigkeit 101
4.4 Öffnungs- und Schließungsmechanismen des Feldes: Feldzugang und die Akquise von Forschungsteilnehmenden 102
4.5 Positionierungen im Feld: Die Forscherin als weiße Mutter eines Schwarzen Kindes und als Wissensproduzentin 105
4.5.1 Positionierung als weiße Mutter eines Schwarzen Kindes 106
4.5.2 Positionierung als Wissensproduzentin 108
4.6 Theoretisches Sampling: Sozialraumorientierung 109
4.7 Anonymisierung, Pseudonymisierung, informierte Einwilligung und Geltungsanspruch der Studie 111
5 Rekonstruktion sozialer Missachtungserfahrungen Schwarzer Menschen 113
5.1 Zwischen Exzellenz und Resignation: Die Gruppe Schwarze Deutsche im urbanen Raum (Deutschland) 116
5.2 Fürsorge innerhalb der Gemeinschaft: Die Afrikanische Frauengruppe im periurbanen Raum (Deutschland) 121
5.3 Spiel mit Identitäten: Die Gruppe Boys im urbanen Raum (Kanada) 125
5.4 Enttäuschte Aufstiegserwartungen und Rückbesinnung auf die Gemeinschaft: Die Gruppe Erweiterte Familie im periurbanen Raum (Kanada) 127
5.5 Liberale Intellektuelle als Avantgarde der Metropole: Ein Künstler und ein politischer Aktivist im urbanen Raum (Frankreich) 129
5.6 Prekäre am Rand der Metropole: Ein Sicherheitsdienstmitarbeiter und ein Arzt im periurbanen Raum (Frankreich) 131
5.7 Soziale Missachtungserfahrungen Schwarzer Menschen in Demokratien des Globalen Nordens 134
6 Diskursive Praktiken bei der Verhandlung von Missachtungserfahrungen 135
6.1 Entindividualisierung: Missachtungserfahrungen als strukturelle, historische und global gerahmte Erfahrung 138
6.2 Dethematisierung: Missachtungserfahrungen als das präsente Unausgesprochene 141
6.3 Abwehr der Opferrolle: Abwehr der Stigmatisierung durch die Überwindung von Dichotomien 145
6.4 Komik: Subversive Umkehr von Missachtungserfahrungen 146
6.5 Diskursive Praktiken zur Erlangung von Distanzierung und Ermächtigung 149
7 Praxeologische Typenbildung (Sinngenese) 150
7.1 Typ I Vergemeinschaftung: Care innerhalb von reziproken Netzwerken (Afrikanische Frauengruppe, Erweiterte Familie und Prekäre) 155
7.1.1 Beziehungsmodus der Vergemeinschaftung 155
7.1.2 Vorstellung eines guten Lebens: ein wertvolles Mitglied einer Gemeinschaft sein 157
7.1.3 Orientierung an Care 158
7.2 Typ II Individualisierung: leistungsorientierte und autarke Lebensgestaltung (Schwarze Deutsche, Boys und Liberale Intellektuelle) 160
7.2.1 Beziehungsmodus der Individualisierung 161
7.2.2 Vorstellung eines guten Lebens: Erfolg in Bildung und Beruf 162
7.2.3 Orientierung an Leistungsgerechtigkeit 162
7.3 Vergleich von Typ I und Typ II: Praktiken des Umgangs mit Rassifizierung und sozialer Missachtung 163
8 Hinweise auf die Soziogenese 168
8.1 Sozialräumliche Segregation: Vergemeinschaftung in der Peripherie und Selbstermächtigung im Zentrum 170
8.1.1 Vergemeinschaftung aufgrund eingeschränkter Wahlmöglichkeiten im periurbanen Raum 172
8.1.2 Selbstermächtigung durch freie Wahl des Wohnorts im urbanen Raum 173
8.2 Typik der Geschlechterverhältnisse 175
8.2.1 Praktiken der Vermeidung, Angleichung und (Für-)Sorge bei Frauen 177
8.2.2 Praktiken der Provokation und Resignation bei Männern 178
8.3 Schwarze Körperlichkeit zwischen abweichender Exotisierung und sozialer Unsichtbarkeit 179
9 Ländervergleich 181
9.1 Empirische Rekonstruktion von Länderunterschieden 181
9.1.1 Bezeichnungspraktiken im Spannungsfeld zwischen Selbst- und Fremdbezeichnungen 182
9.1.2 Bezugnahmen auf die Gesetzeslage und die politischen Normen 186
9.1.3 Rassifizierung als symbolischer Ausschluss aus der nationalen Gemeinschaft 187
9.2 Diskussion des Ländervergleichs 188
9.2.1 Schwarze Deutsche auf der Suche nach symbolischer Anerkennung 189
9.2.2 Schwarz-Sein als Mosaikstein unter anderen im heutigen Kanada 190
9.2.3 Marginalisierung Schwarzer Menschen im heutigen Frankreich 192
10 Einordnung der empirischen Ergebnisse in den sozialphilosophischen Rahmen: Möglichkeiten der Bearbeitung und Überwindung von Missachtungserfahrungen 197
10.1 Anerkennung der Schwarzen Lebenslage 198
10.2 Sphären und Modi der Anerkennung 201
11 Systematisierung der Begrifflichkeiten von Bewältigung und Widerstand als alltägliche Handlungspraktiken 204
11.1 Verbaler Widerstand durch selbstermächtigende diskursive Praktiken 206
11.2 Emotionaler Widerstand durch Fürsorgepraktiken 207
11.3 Materieller Widerstand durch alltagspraktische Unterstützung 209
11.4 Widerstand als diskursive, emotionale und materielle Alltagspraktik 210
11.5 Die moralische Ökonomie der Sorge 212
12 Schlussbemerkung 215
Transkriptionsregeln 217
Literaturverzeichnis 218

Erscheint lt. Verlag 16.3.2024
Reihe/Serie Frankfurter Beiträge zur Soziologie und Sozialpsychologie
Zusatzinfo XXXV, 207 S. 4 Abb.
Sprache deutsch
Themenwelt Sozialwissenschaften Soziologie
Schlagworte Anerkennungstheorie • Antidiskriminierungs- und Gleichbehandlungsrecht • critical race theory • Intersektionalität • Kritische Migrations- und Rassismusforschung • Sozialraumanalyse
ISBN-10 3-658-43956-4 / 3658439564
ISBN-13 978-3-658-43956-9 / 9783658439569
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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