Pädagogik bei geistiger Behinderung und Verhaltensauffälligkeiten
Klinkhardt, Julius (Verlag)
978-3-7815-1355-6 (ISBN)
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Das Buch bietet eine Übersicht und sorgfältige Reflexion der wichtigsten heilpädagogischen Arbeitsformen
Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Behindertenhilfe, aber auch Eltern, pädagogische und therapeutische Fachkräfte sowie Lehrerinnen und Lehrer in Förderschulen und allgemeinbildenden Schulen klagen über Verhaltensauffälligkeiten bei Menschen mit geistiger Behinderung.
In diesem Buch - einem Standardwerk der Heilpädagogik für die Arbeit mit geistig behinderten Menschen - werden aus der Beschreibung und Analyse von Verhaltensauffälligkeiten praxisorientiert pädagogische Konsequenzen für Wohneinrichtungen, Werkstätten für behinderte Menschen und das schulische Arbeitsfeld aufgezeigt. Den herausragenden Stellenwert hat hierbei ein Ansatz, der an den Stärken behinderter Menschen anknüpft und einen prominenten Beitrag zur Gewinnung von mehr Lebensqualität verspricht.
Das Buch bietet eine Übersicht und sorgfältige Reflexion der wichtigsten heilpädagogischen Arbeitsformen. Es erbringt den Nachweis, dass es sehr wohl pädagogische Konzepte gibt, die im Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten tragfähig sein können. In dieser - völlig überarbeiteten und stark erweiterten - Neuauflage wurden unter anderem neue und aktuelle Methoden und Konzepte für die heilpädagogische Praxis eingearbeitet.
Das Buch richtet sich als eine wegweisende und zugleich praktisch dienliche Hilfe an alle, die in der Arbeit mit geistig behinderten Menschen tätig sind.
Professor Dr. Georg Theunissen ist Ordinarius für Geistigbehindertenpädagogik, Martin-Luther-Universität Halle Wittenberg.
1;INHALTSVERZEICHNIS;6
2;Vorwort zur vierten neu bearbeiteten und stark erweiterten Auflage;10
3;1 Geistige Behinderung - Begriff und Theorieentwicklung;12
3.1;1.1 Einleitende Bemerkungen;12
3.2;1.2 Definitionsansätze, Beschreibungsversuche und Sichtweisen;16
3.3;1.3 Geistige Behinderung aus der Subjekt-Perspektive;34
3.4;1.4 Geistige Behinderung als komplexes soziales Phänomen von sich wechselseitig bedingenden und verstärkenden Faktoren;36
3.5;1.5 Schlussfolgerungen;48
4;2 Verhaltensauffälligkeiten bei Menschen mit geistiger Behinderung;50
4.1;2.1 Einleitende Bemerkungen;50
4.2;2.2 Erklärungsansätze;55
4.3;2.3 Multidimensionales Assessment;64
5;3 Funktion und Sinn auffälligen Verhaltens;78
6;4 Fachdienste für seelische Gesundheit;88
7;5 Das pädagogische Modell;100
7.1;5.1 Zum Menschenbild und zu den Leitprinzipien;100
7.2;5.2 Zur Alltagsarbeit;112
7.3;5.3 Zur Speziellen Pädagogik;146
8;6 Pädagogische Hilfen für den Unterricht mit geistig behinderten und verhaltensauffälligen Schülern;284
8.1;6.1 Einleitende Bemerkungen;284
8.2;6.2 Situations-Assessment und unterrichtsverändernde Maßnahmen;285
8.3;6.3 Spezielle Einzelhilfe;292
8.4;6.4 Gruppenbezogene Maßnahmen;295
9;7 Anmerkungen;300
10;8 Literaturverzeichnis;328
4 Fachdienste für seelische Gesundheit (S. 87-88)
Bevor wir in Kapitel 5 das pädagogische Modell vorstellen möchten wir zunächst den Standort und die Bedeutung unserer Konzeption im System der psychosozialen Hilfen für Menschen mit geistiger Behinderung kurz skizzieren. Nach unserer Auffassung stellt die (Heil-)Pädagogik durch Beratungsangebote und Handlungskonzepte ein Dienstleistungssystem für seelische Gesundheit dar, welches mit anderen Hilfesystemen oder speziellen Fachdiensten (Anmerkung 16) kooperativ vernetzt sein sollte.
Ausgangspunkt unserer Ausführungen ist das Postulat, dass im Falle von Krisen und Verhaltensauffälligkeiten Fachdienste für seelische Gesundheit erreichbar sein sollten. Dabei denken wir insbesondere an sachkundige professionelle Helfer aus dem Lager der Pädagogik, Sozialarbeit, Psychiatrie und Psychologie, die hauptamtlich und/oder auf Honorarbasis den Bedarf an psychosozialer Unterstützung abdecken sollen. Zweckmäßig ist ein mobil und ambulant organisiertes Angebot, zum Beispiel über eine Anlauf- oder Kontaktstelle, an die sich betroffene Menschen mit Behinderungen wie auch Eltern behinderter Kinder, Lehrkräfte oder Mitarbeiter aus integrativen und Behinderteneinrichtungen bei psychosozialen Problemen wenden können (hierzu Wüllenweber & Theunissen 2001; 2004; Theunissen 2003b). Folgende Aufgaben sollten von den Fachdiensten (entsprechend ihrer beruflichen Ausbildung und Qualifikation) wahrgenommen werden:
- Beratung
In Abgrenzung zur Therapie ist Beratung immer dann angezeigt, wenn schwierige (lebensverändernde) Entscheidungen anstehen, ein Bedürfnis nach Handlungsorientierung und -sicherheit besteht oder Antworten auf Lebens- und Sinnfragen gesucht werden. Sie kann sich sowohl an relevante Bezugspersonen (Eltern, Angehörige, Gruppenpersonal, Bekannte) als auch direkt an den jeweiligen Menschen mit geistiger Behinderung wenden. Ein Schwerpunkt ist zweifellos die Elternberatung. Hier geht es häufig um die Bearbeitung psychosozialer Probleme im Zusammenhang mit Loslösungs- oder Autonomieprozessen, um die Überwindung einer "familienzentrierten", infantilisierenden Überbehütung und Ver- sorgung, um das Erkennen "krankmachender" und entwicklungsfördernder Lebensbedingungen, um Beziehungskonflikte bzw. kritische interpersonelle Grundmuster (Erziehungsstile), um verbesserte Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit schwierigen Verhaltensweisen sowie zum Durchstehen von Krisenzeiten, um die Bewältigung von Schuldgefühlen, Ängsten oder auch Kränkungen durch Umkreispersonen sowie um eine zukunftsorientierte Einstellung zum Erwachsensein des behinderten Angehörigen. Im Unterschied zu früher wird heute ein Beratungskonzept favorisiert, das als "systemische Konsultation" (Voß & Werning) die ratsuchende Person als kompetenten Interaktionspartner ernst nimmt und darin unterstützt, selbstverantwortlich zu eigenen Entscheidungen und Handlungsalternativen zu gelangen (auch Theunissen 1992, 168ff.; Lingg & Theunissen 2000).
Weitere Formen der Beratung erstrecken sich je nach Problemlage oder Beratungswunsch auf eine mittel- oder langfristige (wohn-)gruppenbegleitende Praxis- oder Fachberatung, die mit therapeutischen oder speziellen pädagogischen Angeboten verknüpft sein kann. Ebenso denkbar ist eine kurzfristige Krisenberatung oder eine (interdisziplinäre) Praxisberatung im Rahmen sog. Fallbesprechungen. Darüber hinaus kann Beratung auch in Form von Einzel- oder Teamsupervision durchgeführt werden. Eine Praxisberatung ist gerade in der Arbeit mit verhaltensauffälligen geistig behinderten Menschen sehr zu empfehlen. Wesentliche Aufgaben der (Praxis-)Beratung beziehen sich in der Regel auf Hilfen zum Erkennen und zur (Auf-)Lösung von Problemsituationen, auf die Bewusstmachung eigener normativer Orientierungen und Vorstellungen, die den Umgang mit behinderten Menschen erschweren oder die eigene Konflikte in der Begegnung hervorrufen bzw. ver
| Reihe/Serie | Prävention /Integration /Rehabilitation |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Maße | 148 x 210 mm |
| Gewicht | 447 g |
| Einbandart | kartoniert |
| Themenwelt | Sozialwissenschaften ► Pädagogik ► Sonder-, Heil- und Förderpädagogik |
| Schlagworte | Geistig Behinderte • Geistige Behinderung • HC/Pädagogik/Sonderpädagogik • Heilpädagogik • Sonderpädagogik • Verhaltensauffälligkeit • Verhaltensauffälligkeit / Auffälliges Verhalten |
| ISBN-10 | 3-7815-1355-6 / 3781513556 |
| ISBN-13 | 978-3-7815-1355-6 / 9783781513556 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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