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Die nächsten 50 Jahre der Erde (eBook)

eBook Download: EPUB
2023 | 1. Auflage
220 Seiten
neobooks Self-Publishing (Verlag)
978-3-7549-9627-0 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Die nächsten 50 Jahre der Erde -  Lyndon H. LaRouche jr.
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Lyndon H. LaRouche, wichtigster Denker unserer Zeit, schafft hier die konzeptionelle Grundlage, wie der Kampf der Kulturen nachhaltig überwunden werden kann. Vollständig neu übersetzt und überarbeitet. 'Dieser ziemlich umfangreiche Bericht ist erforderlich wegen der Wichtigkeit und Eile, sich mit einer kaum verstandenen, jetzt aber heranstürmenden Gefahr für unsere gesamte Zivilisation zu befassen. Meine Absicht hier ist hauptsächlich die Korrektur eines bedrohlichen Mangels an allgemeiner Aufmerksamkeit für bestimmte, sehr dringende und potenziell tödliche, praktische Implikationen bei den gegenwärtig anstehenden, wahrscheinlich verfehlten Bemühungen zur Führung eines benötigten Dialogs der Kulturen. Dieser Dialog wird höchstwahrscheinlich scheitern, mit katastrophalen Folgen für die Menschheit, wenn nicht gewisse falsche, aber derzeit gängige Vorstellungen dieses Dialogs genau lokalisiert und einige dieser Irrtümer in sorgfältiger Kleinarbeit berichtigt werden, so wie ich dies hier tue.'

Kandidat für die Nominierung zum US-Präsidenten der Demokratischen Partei: 1980, 1984, 1988, 1992, 1996, 2000, 2004. Präsidentschaftskandidat der U.S. Labor Party 1976; unabhängiger Präsidentschaftskandidat 1984. Kandidat für das US-Repräsentantenhaus in Virginia 1990. Gründer und Leiter des Lyndon LaRouche Political Action Committee 2004. Inhaftiert 1989-94 nach einer Verurteilung im Dezember 1988 wegen Verschwörung in einem politischen Schauprozess.

Kandidat für die Nominierung zum US-Präsidenten der Demokratischen Partei: 1980, 1984, 1988, 1992, 1996, 2000, 2004. Präsidentschaftskandidat der U.S. Labor Party 1976; unabhängiger Präsidentschaftskandidat 1984. Kandidat für das US-Repräsentantenhaus in Virginia 1990. Gründer und Leiter des Lyndon LaRouche Political Action Committee 2004. Inhaftiert 1989–94 nach einer Verurteilung im Dezember 1988 wegen Verschwörung in einem politischen Schauprozess.

1.) Die Wernadskij-Lösung


Kompetente Wissenschaft oder ein tatsächlich angestrebter Dialog der Kulturen geht immer von der Annahme aus, dass die Gesamtheit der vorhandenen Überzeugungen jeder nationalen Kultur oder jedes Lehrgebäudes einen bedeutenden Teil an Verkehrtem enthält. Das erste Prinzip der Wissenschaft sollte deshalb sein, sich mit dem Problem der systemischen Falschheit in der vielleicht sogar stolz verteidigten Anschauung – ob wissenschaftlicher oder anderer Art – zu befassen. Besondere Aufmerksamkeit muss sich dabei auf die besonderen Arten von Paradoxa konzentrieren, die im Grenzbereich eines allgemein anerkannten Gedankengebäudes liegen. So wie die jeweiligen Grenzbereiche, die die abiotischen, die lebenden und die menschlichen, kognitiven Systeme der Noosphäre Wernadskijs ihrem Wesen nach und ihren jeweiligen Besonderheiten als universelle physikalische Systeme nach trennen, aus welchen sich das bekannte Universum als ganzes (als Riemannsches integriertes System) zusammensetzt.

Die Erlaubnis zur Anwendung dieser Methode darf nicht davon abhängen, ob es schon klare Anzeichen für irgendetwas bestimmt Verkehrtes in den gerade anerkannten Überzeugungen gibt. Gute Gesundheit heißt nicht nur, dass keine Krankheit sichtbar zu erkennen ist, sondern auch, dass die Existenz von Krankheitsarten entdeckt und verhindert werden, welche wir bisher noch nicht richtig als eigentliche Bedrohung wahrgenommen haben – so wie es im Falle der Erkrankungen durch Retroviren war. Anhand dieser Methode sind wir in der Lage, die Existenz von etwas Verkehrtem aufzudecken, sogar innerhalb dessen, was unangefochten als allgemeingültige Ansicht gilt. Diese Methode ist kein bloßes Flickzeug, das man herausholt, wenn man eindeutig falsche Ansichten entdeckt hat. Es ist eine Denkweise, die bei jeder Gelegenheit alle anderen verdrängen muss.

Die Methode des Lernens aus unser Erfahrung der Zukunft, welche ich in der Einleitung zu dieser Schrift abgesteckt habe, ist nicht neu. Sie ist sehr alt. Bemerkenswerterweise gehört sie in der Naturwissenschaft unausgesprochen zur Methode der Sphärik, welche die Pythagoräer und Platon, neben anderen Vertretern der klassischen[1] griechischen Antike, der von Ägypten entwickelten Astronomie entlehnten. Tatsächlich wurde mit allen kompetent klassischen Strömungen des europäischen wissenschaftlichen Denkens seit jener Zeit diese Methode wieder aufgegriffen – als eine Wahl der Mittel, um die entgegengesetzten, verkommenen Methoden von Eleaten, Sophisten und anderen philosophischen Reduktionisten zu vermeiden. Das ist zum Beispiel die Methode Keplers, die sich darin widerspiegelte, dass er zukünftige Mathematiker beauftragte, die infinitesimale Differentialrechnung zu entwickeln, wie es Leibniz mit einzigartiger Originalität dann wirklich tat.[2]

Diese Entdeckung, aufeinanderfolgend von Kepler, Leibniz und Bernoulli, Gauß, Riemann u. a., ist der Beweis für die Methode, durch die die Menschheit ihre entdeckten Vorwarnungen erlangt und so eine gewisse Art von Erfahrungswissen der noch zu erfahrenden Zukunft erwirbt. Abhängig ist das vom Begriff der Kraft im klassischen griechischen Sinne, wie ihn die Pythagoräer, Platon und seine Akademie u. a. verwendeten[3] – der Begriff eines universellen physikalischen Prinzips, wie wir richtigerweise sagen können. Wernadskijs Entwicklung der Begriffe Biosphäre und Noosphäre ist ein Anwendungsbeispiel der gleichen klassischen Methode der Kräfte.[4]

Der antike Gelehrte Pythagoras (570–495 v. Chr.) | Bild: Wellcome Images

Wie ich in dieser Schrift zeigen werde, bietet diese Sichtweise die einzige vertrauenswürdige Herangehensweise für einen Dialog der Kulturen. Der Fall des angesprochenen Werks Wernadskijs liefert solch einen notwendigen Bezugspunkt, um die Herausforderungen der modernen Volkswirtschaft zu bewältigen, indem man diese Probleme von einem höheren Standpunkt, vom Bereich des Erhabenen aus, angeht.

Es ist in der Wissenschaft bei allen fundamentalen Entdeckungen solcher Kräfte häufig gezeigt worden, dass die größte Konzentration von Verkehrtem gewöhnlich als Ansammlung von Annahmen getarnt ist, welche die irregeführten Vertreter einer irrenden Kultur gewillt waren, als unerschütterliche Qualitäten traditioneller Überzeugungen zu übernehmen, a-priori-Annahmen eingeschlossen. Der kartesische Satz an a-priori-Definitionen, -Axiomen und -Postulaten der Empiristen oder das aristotelische astronomische Schema des Betrügers Claudius Ptolemäus des Römischen Reichs ist typisch für etwas, was oft nicht nur ein intellektuell verhängnisvoller Irrtum, sondern bewusster Betrug ist.[5] Deshalb muss sich die Wissenschaft immer um einen Ausgangspunkt der praktischen Existenz im Universum bemühen, welcher außerhalb des Bezugsrahmens liegt, in dem sich der vermutete Fehler in den Annahmen verbergen mag – ein Bezugsrahmen außerhalb der Reichweite der derzeitig üblichen Überzeugungen des Forschers. Zu diesem Zweck, welche die Natur des einzelnen Menschen und der Menschheit im allgemeinen betreffen, ist Wernadskijs Begriff der Noosphäre ein außerordentlich nützlicher und derzeit äußerst wichtiger Ausgangspunkt für das Verständnis der Probleme, die in nächster Zukunft erkannt und gemeistert werden müssen.

Ein Beispiel: Um die Vorurteile, die eine verdorbene ideologische Trennmauer zwischen Kunst und Wissenschaft geschaffen haben, leichter zu überwinden, wollen wir nun diese Einleitung zur angewandten Naturwissenschaft verlassen, um damit den Fall der klassischen Ironie in englischsprachigen oder anderen Gedichten und Dramen zu vergleichen. Immerhin ist der Dialog der Kulturen im weitesten Sinn des Begriffs selbst Kultur. Was in jedwedem Teil der Kultur als ganzer wahr ist, muss auch in jeder ihrer Abteilungen nachweislich wahr sein.

Wörter zum Leben erwecken


Köstliche Akademikerwitze über „Beerdigungen von Grammatikern“ oder, genauso, die Abneigung des gebildeten Denkers gegen zeitgenössische Stilfibeln sind von klinischer Bedeutung, weil sie die Aufmerksamkeit auf die axiomatischen Wurzeln der gegenwärtig vorherrschenden Unfähigkeit der Volkskulturen lenken: Diese Kulturen sind insofern unfähig, eine Übereinstimmung der Wahrheitsbegriffe zu definieren, welche auf systematisch kohärente Weise für den sprachlichen wie für den naturwissenschaftlichen Gedanken anwendbar wären.[6] Diese Schwäche, die Torheit des Grammatikers, in der Entwicklung des Individuums ist ein wahrscheinlich lähmendes Hindernis auf dem Weg zur Durchführung eines Dialogs der Kulturen und damit auch der Naturwissenschaft.

Gerade wenn es um einen Dialog der Kulturen geht, wären wir töricht, uns auf Vereinbarungen zu verlassen, die auf dem Wörterbuchverständnis toter Wörter eines Grammatikers beruhen. Wir benötigen etwas Lebendes, nicht das tote Wort, dem jeder nach seinem Gutdünken irgendeine willkürliche Bedeutung geben würde. Die Doktrin der "wortwörtlichen Bedeutung" einer Textstelle, wie sie der berüchtigte Richter Antonin Scalia vom Obersten Gerichtshof der USA vertritt, ist ein ausreichend gespenstisches Beispiel für solch pathologisches Verhalten moralisch toter Geister. Um eine Art „intelligenter Kommunikation“ zu ermöglichen, müssen wir Wörter zum Leben erwecken – eine Wiederbelebung, die in jedem steifen Grammatiker jene spezielle Qualität des heiligen Schreckens wieder anfacht, wie er auch Rembrandts Belsazar traf!

„Das Gastmahl des Belsazar“ – Rembrandt van Rijn, 1635.

Um eine tatsächliche Verbindung zwischen einer literarischen oder künstlerischen Kultur in dasselbe System einer wissenschaftlichen Kultur einzuflechten, wie sie Wernadskijs Werk über die Noosphäre verkörpert, betrachte man diejenigen prinzipiellen Merkmale einer literarischen Kultur, die zwischen dem Kulturgedanken im allgemeinen und dem Werk Wernadskijs eine Brücke schaffen können.

Wie Shakespeare wusste und wie jeder fähige Schriftsteller, Dichter und Philosoph immer verstand und wie ich hier zeigen werde, existiert Wahrheit – im Gegensatz zu dem, was Scalia glaubt – nur zwischen dem, was der schlecht gebildete Kopf als offensichtlichen Bruch – Ironie oder Metapher genannt – der nur wortwörtlichen Bedeutungen sehen muss, die zuvor den Wörtern durch die Leichenbestatter toter Geister, die wir als Grammatiker kennen, zugeschrieben worden waren. Die Wahrheit selbst liegt somit nur in diesen offensichtlichen Brüchen, was William Empson in seiner bemerkenswerten Abhandlung Sieben Arten der Mehrdeutigkeit als Prinzip der Ironie behandelt hat.[7] Mehrdeutig, wie beispielsweise die klassische Ironie des großen Dichters manchmal erscheinen mag, ist so begriffene Ironie die einzige, wirksame Methode, durch Äußerungen in einer gemeinsamen Sprache die Fesseln der wörtlichen Bedeutung aufzubrechen, um den Menschen aus der Sklaverei toter Wörter zu befreien und um genaue Vorstellungen wahrer Ideen und lebender Wörter zu vermitteln, die durch die Ironie zum Leben erweckt werden. Für einen Menschen, der wirklich denken kann, ist der Grammatiker somit die perfekte Verkörperung des funktionell Schwachsinnigen, der einem bei der Suche nach wahren Ideen im Wege steht und über den man leicht stolpert. Das soll heißen, dass man wirklich lebendes Wissen nur in den transzendenten Ausdrücken findet, die wir als klassische Ironie bezeichnen.

Die Klärung dieses Punktes ist das Entscheidende, das hier sofort festgehalten werden soll.

Man stelle sich die Frage: Warum ist es für die angemessene naturwissenschaftliche Arbeit notwendig, die Entdeckung eines experimentell nachgewiesenen Naturprinzips mit dem...

Erscheint lt. Verlag 23.5.2023
Verlagsort Berlin
Sprache deutsch
Themenwelt Sozialwissenschaften Politik / Verwaltung
Schlagworte Biosphäre • Eurasien • Noosphäre • Russland • Wernadskij
ISBN-10 3-7549-9627-4 / 3754996274
ISBN-13 978-3-7549-9627-0 / 9783754996270
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