Teenagermütter - Schwangerschaften in der Adoleszenz. Pädagogisch relevante Präventions- und Interventionsangebote
Diplomica Verlag
978-3-96146-912-3 (ISBN)
Textprobe:Kapitel 2.3,Die Entscheidung für/gegen die Austragung des Kindes:Kommt es aufgrund der oben genannten Hintergründe zu einer ungewollten Schwangerschaft im Teenageralter, so stellt das für die Jugendlichen eine erhebliche Krisensituation dar. Das junge Mädchen gerät in den Schwangerschaftskonflikt und muss nun eine Entscheidung hinsichtlich der Austragung des Kindes machen. Möchte es das Kind auf die Welt bringen oder möchte es einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen?Zunächst einmal ist die Begrifflichkeit der 'ungewollten Schwangerschaft' zu klären. In der Umgangssprache wird der Ausdruck 'ungewollt' synonym mit Wörtern wie 'unerwünscht', 'ungeplant' und 'unerwartet' verwendet. Jedoch ist die Gleichstellung dieser Begriffe zu undifferenziert und allgemein, um den langen Verlauf einer Schwangerschaft, vom Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs über die Empfängnis bis hin zur Geburt des Kindes bzw. bis zum Abbruch der Schwangerschaft, verbunden mit all den widersprüchlichen Wünschen, Emotionen und Einstellungen, zu explizieren. Eine Schwangerschaft kann zum einen vor oder nach der Empfängnis geplant sein, zum anderen kann sie eindeutig oder nicht ausdrücklich gewollt sein. Diese Einstellungen zum Kind können in der Entwicklung des Schwangerschaftsprozesses oder im Zusammenhang mit der Geburt variieren. Das bedeutet, dass ein ungeplantes Kind zu einem absoluten Wunschkind werden kann, genauso wie eine gewollte oder beabsichtigte Schwangerschaft möglicherweise nicht mehr erwünscht ist oder abgebrochen wird. Eine ungeplante Schwangerschaft kann also positiv mit der erwünschten Geburt des Kindes enden. Daher muss zwischen den Begriffen 'ungeplant' und 'ungewollt' differenziert werden.2.3.1, Der Schwangerschaftskonflikt: Minderjährige Mädchen erhalten zuzeiten erst nach mehreren Wochen oder auch Monaten die Gewissheit, schwanger zu sein. Viele haben gar nicht mit der Möglichkeit einer Schwangerschaft gerechnet oder den Gedanken daran verdrängt. Manche Mädchen haben große Angst vor dem positiven Ergebnis eines Schwangerschaftstests und schieben die Durchführung dessen oder den Besuch bei einem Frauenarzt möglichst lange auf. Teilweise wird eine Schwangerschaft nicht bemerkt, da der Monatszyklus bei Teenagern noch sehr unregelmäßig ist und das Ausbleiben der Regelblutung keine Beachtung findet. Sobald die Mädchen erfahren, dass sie schwanger sind, geraten sie in den Schwangerschaftskonflikt.Der Schwangerschaftskonflikt beinhaltet jedoch nicht nur die Entscheidung für oder gegen die Austragung des Kindes. Wichtig ist die Unterscheidung von äußeren Schwierigkeiten und innerem Konflikt. Das bedeutet, dass der Wunsch nach einem Kind, trotz des Entschlusses keines zu bekommen, unbewusst vorhanden sein kann. Ebenso ist eine geplante Schwangerschaft von verborgenen Sorgen und Ängsten begleitet. Der Wunsch und der Entschluss zu einem Kind sind somit zwei verschiedene Erscheinungen.Für schwangere Frauen und speziell für schwangere Minderjährige sind besonders die Personen aus ihrem nahen persönlichen Umfeld und deren Einstellungen zur Schwangerschaft entscheidend, denn diese beeinflussen maßgeblich den Entscheidungsprozess. Die möglichen Reaktionen, wie Akzeptanz und Unterstützung, unter Druck setzen und Ablehnung der Bezugspersonen, können individuell unterschiedlich sein und lassen sich in vier Grundmodelle einordnen:1. Die Schwangere und ihre Bezugspersonen stimmen überein und lehnen das Kind ab. 2. Die Frau und ihr persönliches Umfeld stimmen überein und haben dem Kind gegenüber ambivalente Einstellungen.3. Frau und Bezugspersonen sind gegensätzlicher Meinung. Die Frau möchte das Kind nicht zur Welt bringen, doch die Bezugspersonen sind gegen eine Abtreibung bzw. wollen das Kind. Diese Situation ist für die Schwangere sehr schwierig, weil sie ihre Entscheidung gegebenenfalls gegen den Willen ihres Umfelds durchbringen und mit Missbilligung rechnen muss.4. Die schwangere Frau und ihre Umwelt stimmen nicht überein. Die
| Erscheinungsdatum | 05.09.2022 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Maße | 155 x 220 mm |
| Gewicht | 203 g |
| Themenwelt | Sozialwissenschaften ► Pädagogik ► Sozialpädagogik |
| Schlagworte | frühe Schwangerschaft • Jugendalter • Junge Mütter • Schwanger • Schwangerschaft • Teenager |
| ISBN-10 | 3-96146-912-1 / 3961469121 |
| ISBN-13 | 978-3-96146-912-3 / 9783961469123 |
| Zustand | Neuware |
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