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Die Grenze

Wachstum wohin?
Buch | Softcover
278 Seiten
2022
Angelika Lenz Verlag
9783943624700 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Die Grenze - Stephan Mögle-Stadel
CHF 34,85 inkl. MwSt
Radikaler Klimawandel gesellt sich zur Bevölkerungsexplosion. Menschen- & Luft-Massen, bewegt von starken Winden, ziehen über aller Länder Grenzen hinweg. Kein Stacheldraht kann sie aufhalten, kein nationales Stoppschild kann sie behindern. Wir alle existieren in einem gemeinsamen, planetaren Atem-Meer. 1972, vor 50 Jahren, erschien der erste Bericht des Club of Rome: „The Limits of Growth“. „Die Grenzen des Wachstums“ warnte unsere Spezies, so weiterzumachen. Growth bedeutet nicht nur Wachstum, sondern auch „Zunahme“ der Belastung sowie Zell-„Wucherung“ (Krebs-Geschwür).
Die äußeren, ökologischen, biologischen und industriellen Grenzen wurden fast besinnungslos überschritten. Wie konnte dies geschehen? Wieso haben wir, nach Auschwitz, global ein Treibhaus-KZ geschaffen? Jeder UmWelt- & Selbstzerstörung geht eine Selbst-Störung voraus. Der CoR vergaß, die inneren, tiefen-psychologischen Grenzen & Wucherungen zu berücksichtigen. Der Autor, einst CoR-Mitarbeiter, fragt nach der Psycho-Historie der Globalen Krise. Ein Requiem.

1. Kapitel: Einleitung
50 Jahre und kein bisschen weise – Die Grenze
der Wirksamkeit von »Die Grenzen des Wachstums«9

2. Kapitel
Die Hospitalhof-Rede: Globale Krise, Menschheits-
Ethik und noch ein paar ungeklärte Fragen20

3. Kapitel
Auszug aus dem Hospitalhof-Vortrag
Club of Rome – Erdpolitik und eine planetare Ethik
von Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker28

Anschluss-Gespräch Weizsäcker und Mögle-Stadel
„Die notwendigen Dinge, die zu tun sind“35

4. Kapitel
Ökokrise: „Wir brauchen ein neues Wertesystem!“
Interview mit Alexander King (CoR-Präsident 1989)
und mit Kurt Furgler (CoR-Vize-Präsident 1989) zu
„Die Möglichkeit Gutes und Schlechtes zu tun“48

5. Kapitel
„(Wie) Ist die Erde noch zu retten?“ Gespräch über einen
Weg zwischen Globaler Krise und totaler Katastrophe
mit Herbert Gruhl, Rudolf Bahro, Rüdiger Lutz59
6. Kapitel
„Ist die Erde noch zu retten?“ Ein Essay aus dem Jahre 1989
für das Jahr 2022. Eine systemische Betrachtungsweise:
Erde als Wirtskörper & Homo sapiens als Neuro-Virus90

7. Kapitel
Ansätze zur Hoffnung
Interview mit dem Zukunftsforscher Prof. Robert Jungk
„Wenn sich nichts ändert, ist es vorbei. Aber die Kräfte
der Veränderung wachsen.“105

8. Kapitel
Die Grenzen des Wachstums
50 Jahre Bewusstseinsarbeit: Rückblick,
Gegenwart und (k)eine Zukunftsperspektive?113

mit einem Offenen Brief von Prof. Yehezkel Dror
an seine Kollegen & Kolleginnen vom Club of Rome121

9. Kapitel
(Wie) Ist die Erde noch zu retten?
Die Hamburger Fernseh-Diskussion mit Prof. Heinz
Haber, Monika Griefahn (Greenpeace), Prof. Michael
Braungart, Dr. Johannes B. Köppl (Whistleblower)129

10. Kapitel
Die Apokalypse – das sind wir selbst
Wie Dschingis Aitmatow die Zeichen der Welt deutet138
11. Kapitel
Greta hieß damals Franziska –
Schülerstreik schon vor 24 Jahren
Ein tiefenpsychologischer Blick auf Greta Thunberg143

12. Kapitel
Braucht Weltwirtschaft Weltgeist?
Keynote Speech World Spirit Forum in Arosa
mit Systemischer Organisationsaufstellung von Wirtschaft,
Staat und Geistesleben/Ethik-Sektor als globale Akteure149

13. Kapitel
Die Globale Krise – Warum wollen wir sterben?
I. Das Zenkoan des kollektiven Suizids einer Spezies166
II. Kollektive Psychodynamik & Humanistische Psychologie176
III. Globalisierungs-Krise als gehirn(r)evolutionärer Prozess
in der Autobiografie von Gaia187
IV. Der Sonne Korona. (The broader view) Eine Vorrede194

14. Kapitel
Kann es mit S-KI eine bessere Zukunft geben?
I. Von der Futurologie zur Supra Kybernetischen Intelligenz200
II. Erwachen? Homo HIC & Supra Kybernetische Intelligenz205

15. Kapitel
Science Fiction als Futurologie-Versuch
Prä-kognitive Elemente in Zukunftsromanen214

16. Kapitel
USA – Imperiale Überdehnung
Die drei sozio-historischen Strömungen der USA219
17. Kapitel
Feindbild Russland Inszenierung
Eine psycho-historische Betrachtungsweise225

18. Kapitel
Kein »Der Krieg des Charlie Wilson«238

19. Kapitel
30 Jahre kosmopolitischer Humanismus
Am 9. November 1989 verweigerte ein Humanist
seinen Kriegsdienst infolge einer Systemanalyse240

20. Kapitel
Blickpunkt Zukunft Gespräch
S. Mögle-Stadel im Gespräch mit Werner Mittelstaedt,
Chefredakteur der Zeitschrift „Blickpunkt Zukunft“
„... die eigentliche, kosmopolitische Aufgabe der
Deutschen ...“, „Die Grünen wissen zumeist nicht von
der kosmopolitischen Dimension ...“249

21. Kapitel
Schlusswort. Im Abspann eines Filmes?261

Danksagung, DVD-Liste & Kontaktadresse274

Über den Autor / Publikationen276

Die Grenze. Wachstum wohin?
Kollektive Selbst(zer)störung. Eine Antwort an den Club of Rome

Zum 50. Jahr nach Erscheinen des legendären Club of Rome (CoR) Berichts »Die Grenzen des Wachstums« von 1972 legt der Autor Stephan Mögle-Stadel ein 278 Seiten Werk mit 20 Farbfotos und Grafiken vor. Um den Club ist es in den letzten Jahren still geworden. Insgesamt wurden bis heute 34 wirtschafts- und naturwissenschaftlich orientierte CoR-Berichte publiziert. Die beiden bedeutsamsten der letzten 10 Jahre dürften »2052. Eine globale Prognose für die nächsten 40 Jahre« von Jørgen Randers und »Wir sind dran. Was wir ändern müssen, wenn wir bleiben wollen« von Ernst Ulrich von Weitzsäcker gewesen sein.
Der Autor von »Die Grenze« stellt die Frage, warum die vom CoR geforderte Umkehr bislang nicht stattgefunden hat? Und er stellt diese Frage dezidiert sozialpsychologisch und psychoanalytisch. Darauf weist schon der Untertitel des neuen Buches hin. Sein Autor arbeitete in den 1990er Jahren im Bereich Presse und Events für den Club und war einige Jahre Mitglied in einer Tochterorganisation und der deutschen CoR-Landesgesellschaft. Schon 1996 publizierte Mögle-Stadel mit »Die Unteilbarkeit der Erde« ein Buch, das im Untertitel die Bezeichnung "Eine Antwort an den Club of Rome" trug.
Damals ging es um eine fehlende Weltbürgerschaft als Basis der CoR- "Wirksamkeit" und um die Problematik einer fehlenden, offenen und ökologischen Weltregierungs-Instanz, um der globalen Überlebenskrise wirksam zu begegnen. Mit Gastbeiträgen des US-Vize-Außenministers, des Begründers der kritischen und humanistischen Futurologie Prof. Ossip Flechtheim und des CoR-Mitglieds Prof. Yehezkel Dror.
In dem aktuellen Buch widmet sich der Essayist, Journalist, Pädagoge und Geschichtslehrer den tiefenpsychologischen und systemischen Hemmnissen, die eine angemessene und präventive Reaktion auf die globale Krise, wovon die Klimakatastrophe nur ein Teilbereich ist, erschweren oder sogar verhindern. Das Buch beinhaltet eingangs ein öffentliches Vortrags-Gespräch zwischen Autor und CoR-Mitglied Ernst Ulrich von Weizsäcker über Erdpolitik und eine planetare Ethik. Dem folgen Interview-Gespräche mit dem CoR-Gründungsmitglied Alexander King und dem Zukunftsforscher Robert Jungk aus dem Jahr 1989. Und "überraschenderweise" lesen diese sich topaktuell, was – leider - dafür spricht, wie wenig sich in der Lösung der Öko-Krise, die der Autor auch als Ego-Krise bezeichnet, getan hat. Mein persönlicher Favorit ist aber die Transkription einer Fernsehdiskussion der Mitgründer der Grünen und Pioniere der ökologischen Überlebensfrage: Herbert Gruhl (Autor »Ein Planet wird geplündert« 1975), Rudolf Bahro (»Logik der Rettung. Wer kann die Apokalypse aufhalten?« 1987) mit Rüdiger Lutz (Co-Initiator der Zukunftswerkstätten) und dem Autor.
In diesem langen Beitrag wird das Wesen der Überlebensfrage außergewöhnlich tiefgründig beleuchtet und – zutreffende - Prognosen bis in unsere Zeit gemacht. Alleine schon deswegen würde ich das Buch kaufen und an meine Kinder und Enkel verschenken.
Es sind unter dem Kapitel "Wie Ist die Erde noch zu retten?" auch Auszüge aus einer weiteren TV-Diskussion enthalten, welche der Autor als Redakteur moderierte, mit u.a. Prof. Heinz Haber, den Gründer der Zeitschrift "Bild der Wissenschaft" und Autor von »Stirbt unser blauer Planet?« (1973) sowie »Eiskeller oder Treibhaus. Zerstören wir unser Klima?« (1989) und der damaligen Greenpeace-Deutschland-Chefin Monika Griefahn. Das Buch zeigt einen beachtlichen Querschnitt aus über 30 Jahren Diskussion der Öko-Krise und der CoR-Themen.
In weiteren Kapiteln befasst Stephan Mögle-Stadel sich u.a. mit dem Phänomen Greta Thunberg und der heute vergessenen Schülerstreik-Bewegung aus den 1990er Jahren. Im 12. Kapitel wird eine systemische Organisationsstellung des Autors zur Globalisierungskrise bei einem internationalen Kongress dokumentiert, wo Akteure für Staat, Wirtschaft und Kultur auf der Bühne interagieren. Im seinen Essays im 13. Kapitel fragt der Autor "Warum wollen wir sterben? Das Zenkoan des kollektiven Suizids einer Spezies" und erörtert die "Globalisierungs-Krise als gehirn(r)evolutionären Prozess in der Autobiographie von Gaia".
Weitere Texte widmen sich u.a. der Entwicklung einer der allgemeinen menschlichen Intelligenz überlegenen Supra-KI (Quantencomputernetzwerk) und was dies für uns bedeutet. So stellt der Autor auf S. 217 die Frage: "wem wir die Menschheitsvertretung anvertrauen, ..., wenn es in spe darum geht, einen neuen Sozialvertrag zwischen technologischer Intelligenz und biologischer Intelligenz auszuhandeln" und befasst sich mit prä-kognitiven Elementen in Zukunftsromanen im Kapitel "Science Fiction als Futurologie-Versuch". Der Text "USA - Imperiale Überdehnung" schildert die drei sozio-historischen Strömungen in der US-Außenpolitik und entstammt der Zusammenarbeit des Autors mit dem verstorbenen Futurologie-Lehrstuhlinhaber Flechtheim und dem noch lebenden Politologie-Prof. Dror. Dazu gibt es auf Seite 221 eine ganzseitige, farbige Grafik, welche diese Verhaltensmuster in der US-Politik bildlich veranschaulicht.
In den Kapiteln 17 und 18 (von insgesamt 21) beschreibt der Autor die Traumata-Geschichte Russlands in einer "psychohistorischen Betrachtung" und verdeutlicht, wie es zur Inszenierung eines Feindbildes kommt. Da dies schon vorab in WoD Der Humanist veröffentlicht wurde, schließe ich mich den Leserbrief-Kommentar (S. 85, Heft 4, 2022) an: "Leider werden diese Fakten von den ... Medien nicht publiziert." Im letzten Kapitel findet das Buch einen brisanten Abspann, wenn der Autor in einem Gedankenexperiment skizziert, wie die globale Überlebenskrise durch fünf Maßnahmen zu bewältigen wäre. Da braucht es nochmals gute Nerven beim Lesen. Fazit: Ein außergewöhnliches Buch, das es so bislang auf dem Buchmarkt nicht gab.
Hermann Waldinger

Erscheinungsdatum
Verlagsort Neu-Isenburg
Sprache deutsch
Maße 148 x 210 mm
Gewicht 373 g
Themenwelt Sachbuch/Ratgeber Geschichte / Politik Politik / Gesellschaft
Sozialwissenschaften Politik / Verwaltung Politische Systeme
Schlagworte Bevölkerungsexplosion • Club of Rome • Globale Krise • Grenzen des Wachstums • Klimawandel • Psycho-Historie • Selbstzerstörung • Wachstum
ISBN-13 9783943624700 / 9783943624700
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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