Macht und Ohnmacht der Utopien: Essays zur Geschichte Russlands im 20. und 21. Jahrhundert
2022
ibidem (Verlag)
978-3-8382-1677-5 (ISBN)
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978-3-8382-1677-5 (ISBN)
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1917 errichteten die Bolschewiki in Russland das erste totalitäre Regime der Moderne, das die von Marx und Engels entwickelte Utopie zu verwirklichen suchte.
Im Oktober 1917 errichteten die Bolschewiki in Russland das erste totalitäre Regime der Moderne, den ersten Staat, der die von Marx und Engels bereits im "Manifest der Kommunistischen Partei" entwickelte Utopie zu verwirklichen suchte. Diese Utopie stellte auch die wichtigste legitimatorische Grundlage des von den Bolschewiki errichteten Systems dar. Denn auf eine demokratische Legitimation hatten sie verzichtet, als sie am 19. Januar 1918 die russische Konstituante mit ihrer nichtbolschewistischen Mehrheit gewaltsam auseinanderjagten. 70 Jahre später erlebte indes die bolschewistische Vision von der "lichten kommunistischen Zukunft" eine gänzliche Erosion. So gut wie niemand nahm sie noch ernst - weder die Herrscher noch die Beherrschten. Das nun entstandene legitimatorische Vakuum konnte nur durch die Rückkehr der demokratischen Institutionen gefüllt werden, die die Bolschewiki kurz nach ihrer Machtübernahme von der politischen Bühne Russlands verjagt hatten. Dies ist in der Gorbatschow-Periode auch teilweise geschehen. Der Versuch der kommunistischen Dogmatiker, diesen Prozess rückgängig zu machen, scheiterte im August 1991 kläglich. Aber einige Jahre später verspielten auch die siegreichen Demokraten weitgehend ihr Vertrauenskapital. Damals begann man in Ost und West wiederholt, Parallelen zwischen der Weimarer Republik und dem postsowjetischen Russland zu ziehen. Diesen Entwicklungen sind die Beiträge des vorliegenden Bandes gewidmet.
Im Oktober 1917 errichteten die Bolschewiki in Russland das erste totalitäre Regime der Moderne, den ersten Staat, der die von Marx und Engels bereits im "Manifest der Kommunistischen Partei" entwickelte Utopie zu verwirklichen suchte. Diese Utopie stellte auch die wichtigste legitimatorische Grundlage des von den Bolschewiki errichteten Systems dar. Denn auf eine demokratische Legitimation hatten sie verzichtet, als sie am 19. Januar 1918 die russische Konstituante mit ihrer nichtbolschewistischen Mehrheit gewaltsam auseinanderjagten. 70 Jahre später erlebte indes die bolschewistische Vision von der "lichten kommunistischen Zukunft" eine gänzliche Erosion. So gut wie niemand nahm sie noch ernst - weder die Herrscher noch die Beherrschten. Das nun entstandene legitimatorische Vakuum konnte nur durch die Rückkehr der demokratischen Institutionen gefüllt werden, die die Bolschewiki kurz nach ihrer Machtübernahme von der politischen Bühne Russlands verjagt hatten. Dies ist in der Gorbatschow-Periode auch teilweise geschehen. Der Versuch der kommunistischen Dogmatiker, diesen Prozess rückgängig zu machen, scheiterte im August 1991 kläglich. Aber einige Jahre später verspielten auch die siegreichen Demokraten weitgehend ihr Vertrauenskapital. Damals begann man in Ost und West wiederholt, Parallelen zwischen der Weimarer Republik und dem postsowjetischen Russland zu ziehen. Diesen Entwicklungen sind die Beiträge des vorliegenden Bandes gewidmet.
Andreas Umland, M.Phil. (Oxford), Dr.Phil. (FU Berlin), Ph.D. (Cambridge), Research Fellow at the Swedish Institute of International Affairs in Stockholm, Senior Expert at the Ukrainian Institute for the Future in Kyiv, and Associate Professor at the National University of Kyiv-Mohyla Academy.
| Erscheinungsdatum | 25.02.2022 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Soviet and Post-Soviet Politics and Society |
| Mitarbeit |
Herausgeber (Serie): Andreas Umland |
| Verlagsort | Hannover |
| Sprache | deutsch |
| Maße | 148 x 210 mm |
| Gewicht | 516 g |
| Themenwelt | Sozialwissenschaften ► Politik / Verwaltung |
| Schlagworte | Ideologie • Politischer Wandel • Russland • Sowjetunion • Utopie |
| ISBN-10 | 3-8382-1677-6 / 3838216776 |
| ISBN-13 | 978-3-8382-1677-5 / 9783838216775 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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