No Pain, No Gaines (eBook)
256 Seiten
REDLINE Verlag
978-3-96267-405-2 (ISBN)
Chip Gaines ist Fernsehstar, Bestsellerautor und Unternehmer. Der Renovierungsprofi betreibt zusammen mit seiner Ehefrau Joanna die erfolgreiche Einrichtungs- und Lifestye-Marke »Magnolia« und verwandelt mit seinem Team baufällige Ruinen in Traumhäuser. Der Durchbruch gelang ihnen mit der erfolgreichen HGTV-Doku-Soap »Fixer Upper«.
Chip Gaines ist Fernsehstar, Bestsellerautor und Unternehmer. Der Renovierungsprofi betreibt zusammen mit seiner Ehefrau Joanna die erfolgreiche Einrichtungs- und Lifestye-Marke »Magnolia« und verwandelt mit seinem Team baufällige Ruinen in Traumhäuser. Der Durchbruch gelang ihnen mit der erfolgreichen HGTV-Doku-Soap »Fixer Upper«.
KAPITEL 1
NO PAIN, NO GAINES
Ich glaube daran, die Ärmel hochzukrempeln und anzupacken. Damit meine ich tatsächliche körperliche Arbeit. Die Art von Arbeit, bei der einem vor Erschöpfung alles wehtut, die einen gleichzeitig aber mit Stolz erfüllt, wenn endlich der Kopf aufs Kissen sinkt. Das habe ich immer so gehandhabt. Es ist einfach ein Teil meiner Erbmasse.
Als ich noch ein Junge war, der sich in der Schule abmühte, stach ich auf diese Weise heraus. Vielleicht war ich nicht dazu bestimmt, die Schulabschlussrede zu halten, aber ich wusste, ich konnte mich immer auf meine Fähigkeit verlassen, härter zu arbeiten als alle anderen.
Seit meiner Kindheit habe ich unzählige Sommer damit verbracht, die Feinheiten jeder nur erdenklichen Sportart zu erlernen. Ich latschte mir von morgens bis abends die Füße platt, von Tür zu Tür, und verkaufte Bücher. Ich schnitt Bäume zurück und mähte ganze Hektar an Rasen von der Morgen- bis zur Abenddämmerung in der brütenden Texashitze. Heute renoviere ich 100 Jahre alte Häuser und versetze sie in ihren wunderschönen Originalzustand. Ich baue neue Häuser von Grund auf. Wenn ich schwitze und meine Muskeln schmerzen, fühle ich mich lebendig. Wenn ich am Ende des Tages nach Hause komme und mein Hemd und meine Stiefel sind sauber, komme ich mir komisch vor. Ich fühle mich unruhig, als hätte ich mir etwas verwehrt. Aber wenn ich physisch hart gearbeitet habe, wenn ich etwas gegeben habe und tatsächlich spüren kann, was es mich gekostet hat, dann ist das für mich gut investierte Zeit. Das sind die Tage, die für mich einen echten Wert haben.
Ich erinnere mich daran, wie mich mein Großvater J. B. als Zehntklässler auf der Highschool mit auf seine Ranch nahm. Ich sollte ihm helfen, ein paar Pfostenlöcher für einen Zaun zu graben, den er geplant hatte. J. B. musste noch eine Besorgung machen, also setzte er mich dort ab und sagte mir, ich solle mich an die Arbeit machen, bis er gegen Mittag wieder zurück sei.
Ich bin sehr wettbewerbsorientiert, versuche immer, mich zu beweisen. Das habe ich von meinem Vater. Wenn bei uns zu Hause die Post kam, gab es ein Wettrennen darum, wer sie zuerst ins Haus geholt hatte. Wenn wir eine Pizza bestellten, gab es einen Wettbewerb, wer sie am schnellsten aufessen konnte. J. B. zog mich immer damit auf, dass ich ein Junge aus der Stadt war. Als er mich also dort zurückließ, dachte ich mir: Dem werd’ ich’s zeigen. Jetzt grabe ich mal ein paar Löcher.
Wenn Sie schon mal eine spezielle Schaufel für Pfostenlöcher gesehen haben, dann wissen Sie, dass es kein sehr benutzerfreundliches Werkzeug ist. Man hat links und rechts von sich einen Schaufelgriff und unten zwei schmale Schaufeln, die aufeinandertreffen. Wenn man sie in die Erde stößt, zieht man diese beiden Griffe auseinander und das schließt die Lücke zwischen den beiden Schaufelblättern. Man schaufelt ein bisschen Erde damit auf und lässt sie neben das Loch fallen. Hört sich einfach an, denn man muss die Erde ja nicht zehn Meter weit schleppen. Man bewegt sie nur ein paar Zentimeter. Man schaufelt Erde, man lässt sie fallen. Das geht so lange, bis man etwa einen halben Meter tief ist. Dann hat man wegen der dünnen Schaufelblätter ein Loch, das etwa 15 bis 20 Zentimeter Umfang hat.
Ich machte mich an die Arbeit und merkte sofort, dass die Erde sich wie Beton anfühlte. Kein Problem, dachte ich. Man muss hierbei nicht viel nachdenken und braucht keine Strategie. Es ist einfach nur eine Menge harter Arbeit. Und wie man hart arbeitet, weiß ich.
Ich blieb also dran und als ich bei Loch Nummer vier war, brannten meine Arme. Die Erde, die ich schaufelte, war hart wie Fels. Bei Loch Nummer fünf spürte ich die Blasen, die sich langsam auf meinen Händen bildeten, und ich wusste, das würde noch laaange dauern. Der Aufprall, wenn die Pfostenlochschaufel auf die steinharte Erde traf, sorgte dafür, dass die Blasen juckten, bis sie schließlich platzten. Und als sie geplatzt waren, fühlte es sich nicht nur an, als müsste man sich Zentimeter um Zentimeter durch harten Beton graben, sondern auch, als müsste man das tun, während man ein brennend heißes Werkzeug hält und die Hände in Flammen stehen. Je mehr ich arbeitete und mich mit den Löchern abplagte, desto langsamer kam ich voran und desto weniger schien ich zu erreichen.
Ich hob den Kopf und sah die lange Reihe an Löchern, die noch zu graben waren. Es war gerade mal eine Stunde vergangen. Als ich anfing, dachte ich, ich hätte zu diesem Zeitpunkt bestimmt schon zwölf bis fünfzehn Löcher gegraben.
Ich musste etwa eine Viertelstunde auf Händen und Knien durchschnaufen. Ich war frustriert und es war mir unglaublich peinlich. Wo hatte ich mich da hineinmanövriert? Es waren noch ein paar Stunden, bis J. B. zurückkam, also stand ich auf und schleppte mich zum nächsten Pfosten. Möglicherweise standen mir ein paar Tränen in den Augen.
Als J. B.s Pick-up-Truck wieder auftauchte, wurde ich rot. Ich hatte nur zehn Löcher gegraben, seit er mich am Morgen abgesetzt hatte.
Aber, wer hätte das gedacht – er hüpfte aus dem Pick-up, kam zu mir und sagte mir, was für großartige Arbeit ich geleistet hätte. Ich hatte nicht aufgegeben und deswegen war er stolz auf mich. Meine Blasen und meine schmerzenden Muskeln bewiesen, dass ich alles gegeben hatte.
Es wirkte vielleicht für mich nicht so, als hätte ich die Aufgabe toll erledigt, aber J. B. sah das anders. Trotz der beschämenden Anzahl an Löchern war meine Anstrengung schon Beweis dafür, wie hart ich gearbeitet hatte. Ich hatte vielleicht ein oder zwei Pfosten weniger geschafft, aber wissen Sie was? An diesem Abend ging ich stolz ins Bett und am nächsten Morgen war ich bereit, es wieder zu tun.
Wie ich Ihnen schon gesagt habe – ich komme gerne ins Schwitzen. Das war schon so, als ich noch ein kleiner Dreikäsehoch war, der sich für einen großen Macher hielt und Süßigkeiten und Capri-Sonne am öffentlichen Tennisplatz verkaufte oder seinen Eltern im Garten half. Später schwitzte ich jede Menge, als ich Runden ums Baseballfeld rannte und Überstunden in meine diversen kleinen Geschäftsideen steckte. Sie haben mich vermutlich schon schwitzen sehen, als Joanna und ich die Sendung Fixer Upper drehten. Dafür schäme ich mich nicht. Ich zucke nicht mal mit der Wimper, wenn ich Ihnen erzähle, wie es mir fast den Garaus machte, ein paar Pfostenlöcher zu graben. Darauf bin ich stolz. Schon immer wusste ich tief in meinem Innersten, dass harte Arbeit großartige Resultate bringt, auch wenn es nicht wirklich danach aussieht.
Joanna und ich haben unser gesamtes Leben auf dieser Einstellung aufgebaut. Wir haben Jahrzehnte an harter Arbeit und Ellbogenschmalz in das gesteckt, was wir tun, und nun widmen wir uns der vielleicht bisher härtesten Aufgabe: ein Fernseh-Network aufzubauen. Wir hatten noch ein paar Monate bis zum Launch, als mir klar wurde – und ich schwöre, es war so kristallklar, wie ich es Ihnen jetzt schildere –, dass dieses Medien-Network, das wir aufbauen, nicht ohne das Netzwerk an Menschen möglich gewesen wäre, die ihr Leben in Joanna und mich und die Arbeit, die wir tun, investiert haben. Einige, als wir jung waren, und andere, die heute an unserer Seite arbeiten. Ich sagte zu Jo: »Ich glaube, ich will ein Buch darüber schreiben, wie wir unser Netzwerk aufgebaut haben.«
Jo und ein paar wenige Leute aus unserem Verlagsteam haben freundlich darauf hingewiesen, dass es bereits eine Menge Bücher auf dem Markt über Networking gebe und ich würde hinzufügen, die meisten davon sind vermutlich von Menschen geschrieben worden, die viel schlauer sind als ich. Bücher, die mit Sicherheit eine Tonne sehr hilfreicher Tipps enthalten, aber die meisten dieser Bücher konzentrieren sich darauf, wie man netzwerkt. Dabei geht es um den Vorgang des Networking. Wie man in die Welt hinausgeht und die mächtigen Menschen trifft, die die eigene Karriere wie ein Turbo beschleunigen. Aber das ist überhaupt nicht das, worauf ich aus bin und auch nicht das, was Sie in diesem Buch finden werden. Ich bin mehr am Netzwerk an sich interessiert – der Gruppe von Menschen mit Herz und Leidenschaft, die leben und lieben und versuchen und scheitern, und die alle Seite an Seite neben einem stehen, während man das Gleiche tut.
Harte Arbeit liefert tolle Ergebnisse, auch wenn es nicht wirklich danach aussieht. #makesense
Der Titel dieses Buchs sollte ursprünglich Ein Netzwerk bauen lauten. Aber ich kam immer wieder vom Kurs ab. Jedes Mal, wenn ich über mein eigenes Netzwerk an Menschen nachdachte, dachte ich über die Umstände nach, die uns zusammengeschmiedet hatten. Und das waren sicher keine »Networking«-Veranstaltungen gewesen.
Mein Netzwerk wurde durch eine Reihe kleiner Momente aufgebaut. Momente, in denen mir jemand Freundlichkeit statt Ärger entgegenbrachte und ich beschloss, diese Freundlichkeit weiterzugeben. Augenblicke, in denen jemand mir sagte,...
| Erscheint lt. Verlag | 17.4.2022 |
|---|---|
| Übersetzer | Philipp Seedorf |
| Verlagsort | München |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Sachbuch/Ratgeber ► Geschichte / Politik ► Politik / Gesellschaft |
| Sozialwissenschaften ► Politik / Verwaltung | |
| Schlagworte | Beziehung • Erfolg • Fixerupper • joanna gaines • Netzwerk • Ohne Fleiß kein Preis • SIXX • Team • Verbundenheit • Vertrauen • Zusammenarbeit |
| ISBN-10 | 3-96267-405-5 / 3962674055 |
| ISBN-13 | 978-3-96267-405-2 / 9783962674052 |
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