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Humans (eBook)

Bewegende Geschichten von Menschen aus der ganzen Welt
eBook Download: EPUB
2020 | 1. Auflage
448 Seiten
Riva Verlag
978-3-7453-1331-4 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Humans -  Brandon Stanton
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Was 2010 mit Humans of New York als fotografische Bestandsaufnahme des Lebens in der amerikanischen Metropole begann, hat sich zu einem globalen Phänomen des Geschichtenerzählens entwickelt, das Millionen von Menschen auf der ganzen Welt begeistert. Nun legt Brandon Stanton den lang erwarteten Nachfolgeband vor: für Humans bereiste er mehr als 40 Länder und führte Interviews über alle Kontinente, Grenzen und Sprachbarrieren hinweg. Mit ungestellten Fotos und radikal ehrlichen Geschichten zeichnet der Band ein bewegendes Porträt unserer heutigen Welt und ihrer Bewohner. Geschichten, die uns Mut machen, nachdenklich stimmen, zum Weinen bringen oder ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Brandon Stanton ist der Schöpfer des New-York-Times-Nr.-1-Bestsellers »Humans of New York«. Sein gleichnamiger Blog wird weltweit von über 30 Millionen Menschen verfolgt. Neben der Präsentation von Tausenden von Fotografien und Geschichten von Menschen aus der ganzen Welt hat der Blog bereits mehr als 12 Millionen Dollar für Einzelpersonen in Not und gemeinnützige Organisationen gesammelt.

Brandon Stanton ist der Schöpfer des New-York-Times-Nr.-1-Bestsellers »Humans of New York«. Sein gleichnamiger Blog wird weltweit von über 30 Millionen Menschen verfolgt. Neben der Präsentation von Tausenden von Fotografien und Geschichten von Menschen aus der ganzen Welt hat der Blog bereits mehr als 12 Millionen Dollar für Einzelpersonen in Not und gemeinnützige Organisationen gesammelt.

EINFÜHRUNG


ES IST NUN FAST FÜNF JAHRE HER, seit Humans of New York – die besten Storys erschienen ist. Ich weiß immer noch nicht, wie ich es genau nennen soll. »Foto-Projekt« scheint mir ein bisschen platt. „»Blog« klingt mir zu digital. Ein Jahrzehnt ist nun vergangen, seit ich an »Humans« zu arbeiten begonnen habe, und das Werk sträubt sich immer noch gegen alle Etiketten, die ich in der Vergangenheit verwendet habe. Selbst der Titel scheint mittlerweile überholt. Da ich nunmehr Geschichten aus mehr als vierzig Ländern gesammelt habe, kann man »Menschen aus New York« auch nicht mehr wörtlich nehmen. Meine Hoffnung ist, dass der jetzt gewählte Name auf eine bestimmte Art des Erzählens verweist.

Als ich 2010 begann, an diesem Projekt zu arbeiten, war das Konzept einfach: Ich wollte auf den Straßen New Yorks 10 000 Menschen fotografieren. Und ich wollte all diese Bilder auf eine Landkarte drucken. Anfangs schien das ziemlich verrückt, weil ich ja keinerlei Erfahrung als Fotograf hatte. Dieses Vorhaben war also kaum umzusetzen, brachte aber einen Vorteil mit sich: Ich ging hinaus auf die Straße. Tag für Tag. Nicht nur, um fotografieren zu lernen. Ich lernte auch, Fremde anzusprechen, ihnen ein positives Gefühl zu vermitteln und sie in ein Gespräch einzubeziehen. Im Laufe der Zeit wurden diese Fähigkeiten für Humans of New York wichtiger als die Fotografie selbst.

Auf diese Weise entstanden Tausende von Porträts und ich kam mit einigen meiner »Motive« ins Gespräch. Ich fing an, Zitate aus diesen Gesprächen als Bildunterschrift zu benutzen. Einige waren witzig, andere tiefsinnig, wieder andere brachen einem schlicht das Herz. Alle jedoch eröffneten mir einen kurzen Blick auf das Innenleben eines x-beliebigen Menschen, dem ich auf der Straße begegnet war. Lange Zeit blieben die Zitate recht oberflächlich. Ich fühlte mich immer noch unbehaglich in Gegenwart fremder Menschen: Ich hatte Angst, ihnen zu nahe zu treten. Schließlich wollte ich sie nicht verletzen und wusste nicht genau, wie weit ich gehen durfte. Ich verbrachte recht wenig Zeit mit den einzelnen Personen. Ein paar einfache Fragen, dann schrieb ich das Erste auf, was den Leuten in den Sinn kam.

Aber mit der Zeit wurden die Gespräche länger und länger, meine Fragen weniger beiläufig, sondern intimer und forschender. Ich wurde mutiger, als ich merkte, dass die meisten Menschen Freude an dieser Art von Zwiesprache hatten. Sie freuten sich über die Gelegenheit, etwas über ihr Leben zu erzählen, selbst einem völlig Fremden. Viele fühlten sich sogar geehrt, dass jemand ihnen zuhören wollte. Oft brachte ich Stunden mit einem Menschen zu, den ich auf den geschäftigen Straßen eben erst kennengelernt hatte. Wir sprachen über die Ereignisse seines Lebens, und ich versuchte zu verstehen, aus welchen Verhältnissen dieser Mensch kommt. Manchmal erzählten mir die Leute Geheimnisse, die sie noch nie jemandem anvertraut hatten. Humans of New York schlug gerade deshalb so ein: wegen der Aufrichtigkeit und Intimität der Geschichten.

Als Millionen von Menschen begannen, Humans of New York in den sozialen Medien zu folgen, wurde mir bewusst, dass es letztlich gar nicht um die Stadt als solche ging. Es war nicht New York, das da so viel Aufmerksamkeit erregte. Es waren die Menschen. Es war die Macht persönlicher Geschichten. Diese Erkenntnis veränderte meine Arbeit. Ich nahm die Arbeitsweise, die ich auf den Straßen New Yorks entwickelt hatte, mit und reiste in andere Länder. Ich fotografierte an vielen verschiedenen Orten. Mit der Hilfe talentierter Übersetzer interviewte ich Hunderte von Menschen in aller Welt. Die Gespräche fühlten sich erfrischend vertraut an. Die Arbeit war letztlich die gleiche. Und das Publikum ließ sich ein auf diese Reise, die mich tatsächlich ständig auf Achse hielt. Das hier vorliegende Buch ist das Ergebnis dieser Reise.

Bevor wir aber zu den Geschichten kommen, eine kurze Anmerkung dazu, was dieses Buch nicht ist:

Der Titel »Humans«, also Menschen, scheint zu signalisieren, dass dieses Buch ein Panorama der gesamten menschlichen Erfahrung präsentieren möchte. Tatsächlich empfand ich diesen Druck. Ich war lange Zeit weit weg von zu Hause. Ich verschob den Abgabetermin um zwei Jahre nach hinten, um so viel als irgend möglich von der Welt zeigen zu können. Aber wie sehr ich mich auch um Vollständigkeit bemühte, Humans war nie als anthropologische Studie gedacht. Daher war es auch nicht mein Bestreben, jedem Land, jedem Volk, jeder Religion, jeder Stimme etwa gleich viel Gewicht zu geben. Das ging einfach nicht. Am Ende ist das Buch das geworden, was es immer schon werden sollte: die gesammelten Gespräche eines einzelnen Fotografen – der so viele Orte bereist und mit so vielen Menschen geredet hat, wie es ihm nur möglich war.

Ich möchte all jenen danken, die sich auf dieses Gespräch mit mir eingelassen haben. Ich bin manchmal so versessen auf meine Arbeit, dass ich es schlichtweg vergesse zu sagen: Ihr seid die Besten überhaupt im Internet. Ihr habt diese magische kleine Ecke im Web geschaffen, in der die Menschen sich sicher genug fühlen, um ihre Geschichten zu erzählen – ohne verspottet, verurteilt oder schikaniert zu werden. Diese Geschichten werden so offen erzählt, weil sie auf warmes Interesse stoßen. Danke für die Ermutigung, die ihr all den Menschen gebt, die ich interviewt habe. Und danke für die Ermutigung, die ihr mir gegeben habt.

Ich hoffe, ihr genießt die Lektüre dieses Buches genauso, wie ich es genossen habe, es zu machen.

»Ich habe meine Kindheit mit Arbeit zugebracht. Ich hatte gar nicht die Möglichkeit, in die Schule zu gehen. Ich habe stets die Jungen beneidet, die eine Schuluniform hatten. Dies ist ihr erster Schulmonat. Sie kommt nach Hause und erzählt mir genau, was passiert ist. Jeden einzelnen Tag. Ich genieße das. Wenn ich ein paar Tage lang nicht zu Hause bin, hebt sie sich alle Geschichten auf und erzählt bei meiner Rückkehr alle auf einmal.«

LAHORE, PAKISTAN

»Ich habe mehr als tausend Kinder durch die Grundschule begleitet. Ich würde immer noch unterrichten, aber leider wurden meine Augen schlechter. Das ist so eine wichtige Zeit im Leben eines Kindes. Es ist die Zeit, in der sie das korrekte Sprechen lernen, Grammatik und überhaupt das Aufpassen. Da bekommt der Baum seine Wurzeln. Wenn man in der Grundschule falsch unterrichtet wird, dann muss man sein Leben lang versuchen, das aufzuholen.«

ST. PETERSBURG, RUSSLAND

»Ich wünschte mir, dass sie Minister werden oder Geschäftsleute. Doch mein Sohn sollte dieses Jahr mit der Schule anfangen, und ich habe kein Geld, um ihn dorthin zu schicken.«

KASANGULU, DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO

»Als ich achtzehn war, kam per Jugendaustausch eine große Gruppe von Studenten aus Großbritannien nach Ghana. Es kostete viel Geld, daran teilzunehmen. Tausende von britischen Pfund. Ich aber durfte umsonst mitfahren, weil sie ein paar Ghanaer brauchten, um wenigstens so zu tun, als hätten sie an kulturelle Vielfalt gedacht. Das Programm war eine Mischung aus Sozialdiensten und Adventure-Ausflügen. Wir fuhren zum Beispiel mit dem Kanu über diesen See. Und ich musste die ganze Zeit daran denken, wie viel Geld mit unseren Naturschönheiten verdient wurde. Und dass der Großteil dieses Geldes nicht in Ghana blieb. Und dann beschloss ich, dass Ghana selbst daran verdienen sollte. Nachdem ich das College abgeschlossen hatte, gründete ich ein Weltklasse-Adventure-Unternehmen. Das ist jetzt fünf Jahre her. Wir haben zwölf Vollzeit-Arbeitskräfte und 25 Adventure-Locations. Und das Beste ist: Wir haben in Ghana eine Adventure-Kultur etabliert. Anfangs bestand unsere Kundschaft zu 70 Prozent aus Ausländern. Mittlerweile sind es zu 80 Prozent Leute aus Ghana. Hinter mir liegt Survival Island. Das ist mein neuestes Projekt, für das ich finanziell ein enormes Risiko eingegangen bin. Wir haben einen perfekten Hochseilgarten eingerichtet, und eines Tages möchte ich hier die längste Seilrutsche der Welt anlegen. Das würde Ghana wirklich auf die Adventure-Landkarte katapultieren.«

ACCRA, GHANA

»Ich glaube, sechzig ist ein gutes Alter, um aus dem Leben abzutreten. Dann hätten die Jungen mehr Raum. Nach sechzig wird ohnehin alles nur immer schlimmer. Danach sind wir einfach alte Pflänzchen, die man nur noch mit viel Dünger aufrechterhalten kann. Die Schmerzen werden jeden Tag schlimmer. Das ist doch nicht natürlich. Denken Sie nur mal an die vielen Leute, die heutzutage in Altersheimen sitzen. Nichts zu tun haben. Keine Zukunft, auf die sie sich freuen können. Das ist doch keine Art zu leben. Jeder bräuchte eine Pille. Das wäre super. Genieß dein Leben, solange du kannst, aber wenn die Schmerzen zu schlimm werden, dann hast du es selbst in der Hand, damit ein für alle Mal Schluss zu...

Erscheint lt. Verlag 8.11.2020
Zusatzinfo 4-farbig
Verlagsort München
Sprache deutsch
Themenwelt Sachbuch/Ratgeber Geschichte / Politik Politik / Gesellschaft
Sozialwissenschaften Politik / Verwaltung
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ISBN-10 3-7453-1331-3 / 3745313313
ISBN-13 978-3-7453-1331-4 / 9783745313314
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