Das Prinzip der Parteiliteratur (eBook)
240 Seiten
Herbert von Halem Verlag
978-3-86962-566-9 (ISBN)
Dieses Prinzip sah die strikte Unterordnung der Parteipresse unter die Parteiorganisation vor. Lenin hat es als Wesensmerkmal einer revolutionären proletarischen Partei postuliert und es wurde sowohl bei den Bolschewiki als auch in den Parteien der Kommunistischeh Internationale durchgesetzt. Es war, und ist auch weiterhin, Grundlage der Medienpolitik in den Ländern des Staatssozialismus.
Aus emanzipatorischen Zielen und Bedingungen des Klassenkampfes abgeleitet, erwies sich das Prinzip der "Parteiliteratur" in der Praxis als Mittel, nicht nur die Parteimitglieder dem Willen der Parteiführung zu unterwerfen, sondern auch den Alleinherrschaftsanspruch der Partei in der Gesellschaft zu behaupten.
Das belegen von und unter Lenin geschaffene Tatsachen: Die Zerstörung demokratischer Öffentlichkeit in Russland durch rigorose Unterdrückung Andersdenkender, die bis zum Verbot der gesamten Presse, nicht nur der bürgerlicher Parteien, reichte; die Schaffung eines sowjetischen Pressewesens in der Verfügungsgewalt von Parteileitungen, ohne reale Möglichkeiten und Rechte demokratischer Mitwirkung für Parteimitglieder und Volk; Installation eines bürokratischen Systems zentraler Lenkung öffentlicher Information und Reglementierung journalistischer Arbeit sowie einer das ganze Land umspannenden, jegliche Veröffentlichungen erfassenden Zensur. Damit wurden geistige und organisatorische Strukturen geschaffen, aus denen wenige Jahre später der Stalinismus erwachsen konnte.
Hans Poerschke, Prof. Dr., Jahrgang 1937, studierte 1955-1959 Journalistik in Leipzig. 1969 erwarb er mit der in der DDR üblichen Promotion A den Doktortitel, 1982 erfolgte seine Promotion B (gleichwertig der heute üblichen Habilitation). Ab 1970 war Poerschke Dozent für für Wesen und Funktion des sozialistischen Journalismus in Leipzig, bevor er 1983 Professor für Theorie des Journalismus wurde. 1990 wurde er zum (letzen) Direktor der Sektion Journalistik der Universität Leipzig gewählt. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören das Verhältnis von sozialistischer Partei und Presse sowie die Geschichte der marxistisch-leninistischen Journalismustheorie an der Leipziger Sektion Journalistik.
Abkürzungen
Vergesst Lenin! Aber studiert ihn vorher unbedingt. Ein Vorwort
1. Einleitung
2. Auf dem Wege zur Revolution
2.1 Die Stellung der Presse in der Organisation
2.1.1 ... auf und nach dem II. Parteitag
2.1.2 ... auf und nach dem III. Parteitag
2.2 Zwischenbilanz
2.3 Exkurs: Lernen aus deutschen Erfahrungen?
2.4 "Rädchen und Schräubchen" im sozialdemokratischen Mechanismus
2.5 Zwischenbilanz
2.6 Die Presse und die Andersdenkenden
2.7 Fazit
3. Sowjetmacht und Presse
3.1 "Auf den Müllhaufen der Geschichte..."
3.2 Exkurs: Die Sache Gawriil Mjasnikow
3.3 Die Bolschewiki und die Presse der Konkurrenten
3.4 Die Freiheit der bolschewistischen Presse
3.4.1 Herrschaft der Komitees
3.4.2 Unter behördlicher Vormundschaft
3.4.3 Die Zensur
4. Ein Prinzip für alle
5. Fazit
Endnoten
Register
| Erscheint lt. Verlag | 8.10.2020 |
|---|---|
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Sozialwissenschaften ► Kommunikation / Medien ► Journalistik |
| Sozialwissenschaften ► Politik / Verwaltung | |
| Schlagworte | Arbeiterklasse • Bolschewiki • bolschewistisch • Demokratie • Dogmatik • Iskra • Josef Stalin • Karl Marx • Klasse • Kommunismus • KPdSU • Lenin • Menschewiki • Ökonomisten • Partei • Parteiliteratur • Parteiorganisation • Parteipresse • Parteipublizisten • Parteitag • Parteizag • Poerschke • Presse • Pressefreiheit • Proletariat • Revolution • Russland • SDAPR • Sowjetmacht • Sozialdemokratie • Sozialismus • Staatssozialismus • Zentralismus • Zentralkomitee • zentralorgan |
| ISBN-10 | 3-86962-566-X / 386962566X |
| ISBN-13 | 978-3-86962-566-9 / 9783869625669 |
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