Sozialarbeit des Südens
Paulo Freire Verlag
978-3-86585-916-7 (ISBN)
Konzepte aus dem Süden fordern nördliche Betrachtungsweisen heraus, denn sie fokussieren auf Ressourcen und Kompetenzen von Gemeinschaften, nutzen Methoden der Nachbarschaftsorientierung und der Selbstorganisation. Einen wichtigen Beitrag leisten traditionelle Unterstützungsstrukturen und das indigene/ lokale Wissen der (erweiterten) Familien und Gemeinschaften. Hier ist die Idee von “self-reliant development” zentral, denn nur dann, wenn die kulturellen, historischen und (sozio-)politischen Kontexte reflektiert werden, können langfristig wirksame und angepasste Lösungen gefunden werden.
Indigenisierung ist ein weiterer Begriff, mit dem sich dieser Band auseinandersetzt. Er beschreibt zunächst, wie aus dem Norden importierte Methoden der Sozialen Arbeit (in Subsahara-Afrika) an den lokalen Kontext angepasst wurden. In der weiteren Debatte aber ging es mehr um “bottom-up” Ansätze aus dem Süden im Sinne von Authentisierung, mittlerweile aber steht die gegenseitige Beeinflussung, also auch die Veränderung der Mainstream-Sozialen Arbeit durch Ansätze aus dem Süden, im Vordergrund. Widerstreitende Positionen gibt es auch hier: Wird auf der einen Seite betont, dass die “reinen” indigenen/ traditionell-lokalen Formen sozialer Unterstützung aufgrund sozio-kultureller Überformungen kaum mehr auszumachen seien, vertritt die andere Seite, dass eine Indigenisierung im Sinne von Rekonzeptualisierung das Anliegen indigener Völker, nämlich ihr Streben nach dem Erhalt ureigener Ansätze, verwässere.
Zusammengefasst hat diese Publikation die folgenden Anliegen:
•die unterschiedlichen Definitionen von indigen/ lokal zu diskutieren
•indigenes/lokales Wissen aus einer postkolonialen, anthropologischen und theologisch-spirituellen Perspektive zu betrachten und es in den Zusammenhang internationaler Sozialer Arbeit und vergleichender Sozialforschung zu stellen
•die Relevanz von indigenem/ lokalem Wissen und seinen Transfer in die Praxis für die Theorie-Debatte zugänglich zu machen
•Soziale Arbeit mit indigenen/lokalen Gemeinschaften zu reflektieren
•Beispiele indigenen/ lokalen Wissens im Hinblick auf grundlegende Werte, philosophische Hintergründe und auf ihren Gewinn für die Profes¬sion zu analysieren und gemeinschaftliche Entscheidungsfin¬dungsverfahren (circles, conferencing) für eine kultursensible die So¬ziale Arbeit nutzbar zu machen
•die Haltung von Schlüsselpersonen, Praktiker*innen und Adressat*innen gegenüber dem Einsatz von indigenen/ lokalen Ansätzen geauer zu betrachten und mögliche Hindernisse für eine Implementierung zu identifizieren
•last but not least: sowohl den Beiträgen der Kolleg*innen aus dem Globalen Süden Raum zu geben sowie auch dem wissenschaftlichen Nachwuchs, der sich für diese Themen stark macht
Ute Straub, Gerhard Rott & Ronald Lutz: Vorwort; Introduction; Prologo
Introductions
Ronald Lutz & Alexander Stauss: Border Thinking
Mark Lawrence: Seeing them all? Thinking about institutions, indigenization, and the political ecologies of slums
Stefan Silber: Among Sisters. What Postcolonial Studies
have to say to Liberation Theology
Gerhard Rott: Wertschätzung des indigenen Wissen
durch die katholische Kirche – Genese und aktueller Stand
Straub, Ute: A Relational Worldview – an indigenous
perspective and it’s impact on (extended) Social Work
Indigenized Approaches
Janestic Twikirize: Retracing old paths: Child Care Reform and traditional African Approaches
Kefilwe Ditlhake: Ubuntu/Botho culture: an indigenous African value system and community development
Laetitia Petersen: Indigenised Transformation of the Social Work Curriculum
Lengwe-Katembula J Mwansa & Mompoloki M Bagwasi:Social Work Education and Training in the Aftermath of Colonialism in Africa: The Case of Zambia
Kefilwe Johanna Ditlhake: Centering Decolonisation
Analysis for Indigenous Social Work Education and Practice in South Africa
Marianna Ganje: Green Social Work and Indigenous
Approaches: A comparison
Social Work Practice
Lilly Wildfang: Postcolonial feminist perspectives on women’s empowerment in the context of social development - an example in Kampala, India
Amirtham Thomas & Manuel Hilaria Soundari: Social Work Practice with Indigenous Farming Community in South India
Martin Haus: Participatory rural appraisal and participatory statistics as part of local social work. The example of governmental primary education in Bihar, India
Vladimir Betancur Arias: Liberar la Madre Tierra y liberar el corazón la misma cosa son. Decolonización y lucha por la vida en los procesos comunitarios indígenas del Cauca, Colombia
Hong-Jae Park: Modernising filial piety. The Asian tradition of intergenerational support and its implications for social work practice
Adrian von Breda: Resilience and culture in South Africa: The case of ‘acceptance’
Spirituality and Religion
Ute Straub: Spiritualität und Religion - eine politische Dimension in der Sozialen Arbeit?
Stefan Silber: Transforming Liberation Theology. A postcolonial approach
Anika Dittmann: Feminismen muslimischer Frauen in Deutschland und deren Wahrnehmung
Eva Skoczynski: Die Wiederentdeckung der Religionen. Brasilien als Trendsetter
| Erscheinungsdatum | 01.02.2020 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Internationale Sozialarbeit ; 16 |
| Verlagsort | Oldenburg |
| Sprache | englisch; deutsch; spanisch |
| Maße | 150 x 210 mm |
| Gewicht | 620 g |
| Themenwelt | Sozialwissenschaften ► Pädagogik ► Sozialpädagogik |
| Schlagworte | Dekolonisierung • Indigenes Wissen • Sozialarbeit |
| ISBN-10 | 3-86585-916-X / 386585916X |
| ISBN-13 | 978-3-86585-916-7 / 9783865859167 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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