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Der Traum

Der Traum

DVD Video
2017
mec film (Hersteller)
428-000002537-1 (EAN)
CHF 27,95 inkl. MwSt
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Alltag in palästinensischen Flüchtlingslagern im Libanon, Menschen gehen ihrer Routine nach. Sie arbeiten im Haus, in Fabriken, in Werkstätten, im Kampf, im Büro, am Meer. Sie erzählen von ihrem Leben und ihren Träumen. Wir hören Lieder und Geschichten aus dem Radio. Alles vermischt sich zum einem wahrhaftigen Bild surrealer Wirklichkeit.
Der Film wurde 1981 gedreht und erst 1987 fertiggestellt. Nach den Massakern vom Sommer 1982 ließ der Regisseur das Material liegen, da er nicht wusste, ob die Menschen, die sich ihm so sehr geöffnet hatten noch am Leben waren.

Dokumentarfilm, Mohamad Malas, Syrien 1987, 45 min, Arabisch mit div. UT-Fassungen
Regie und Buch Mohamad Malas | Kamera Hazem Bayya’a, Hanna Ward | Schnitt Kais al-Zubaidi

Der Regisseur über den Film
„Mir ist es, glaube ich, gelungen eine Sicht zu formulieren, die sich völlig von anderen arabischen und ausländischen Betrachtungen unterscheidet. In erster Linie besteht der Unterschied darin, daß ich die Position des Nachbarn, das heißt eines Arabers und nicht der Palästinenser eingenommen habe. Das hatte zur Folge, daß ich mein Augenmerk mehr auf unsere gegenseitige Beziehungen gerichtet habe und weniger auf den Konflikt mit Israel. Der Zuschauer mag bemerken, wie ich gerade die Alpträume hervorgehoben habe, welche die Araber im Leben der Palästinenser verursacht haben. Mein Anliegen besteht darin, zu zeigen, wie sich die arabische Welt des palästinensischen Falls angenommen hat: erst wollte man sich der palästinensischen Sache bedienen, und als dazu keine Möglichkeit mehr bestand, war man schließlich darum bemüht, ihr Schaden zuzufügen. ( ...) Der Kampf zwischen Israelis und Palästinensern ist ebenso zulässig wie öffentlich, der arabisch-palästinensische Konflikt aber bleibt eine interne Angelegenheit, spielt sich insgeheim ab.“ (11. Internationales Dokumentar Filmfestival München 1996)

Mohamad Malas wurde 1945 in Kuneitra auf den Golan Höhen geboren. Er ist ein international bekannter syrischer Regisseur, der zu den ersten Autorenfilmern seines Landes gehört. Bevor Malas zum Filmstudium am berühmten Gerassimow-Institut für Kinematographie (WGIK) in Moskau ging, arbeitete er von 1965 bis 1968 als Lehrer. Während seiner Zeit am WGIK realisierte er mehrere Kurzfilme und war nach seiner Rückkehr nach Syrien beim syrischen Fernsehen tätig. Dort hat er verschiedene Kurzfilme verwirklicht, unter anderem Quneitra 74 (1974) und al-Zakira (Die Erinnerung) im Jahr 1977. Zusammen mit Omar Amiralay gründete er den Kinoklub Damaskus. Zwischen 1980 und 1981, während des libanesischen Bürgerkriegs, drehte Mohamad Malas den Dokumentarfilm al-Manam (Der Traum) über Palästinenserinnen und Palästinenser in den Flüchtlingslagern im Libanon. Die Regie seines ersten abendfüllenden Spielfilms Ahlam al-Madina (Träume der Stadt) führte er 1983. Das Drehbuch zu dem autobiographischen Coming-of-Age Film, der auf den Festivals in Valencia und Karthago als bester Film ausgezeichnet wurde, schrieb er zusammen mit Samir Zikra. 1990 machte er Nur wa Zilal (Chiaroscuro), einen Dokumentarfilm über Nazih Shahbandar, den Malas als ersten syrischen Filmemacher betrachtet. Der Film wurde von der syrischen Regierung verboten und konnte nur einmal, 1993, im American Cultural Centre in Damaskus gezeigt werden. Malas's zweiter Spielfilm, al-Lail (The Night), entstand 1992. Der autobiographische Film ist im Quneitra der Jahre 1936 bis zum arabisch–israelischen Krieg im Jahr 1948 angesiedelt. Zusammen mit Ahlam al-Madina bildet er die beiden ersten Teile einer bisher unvollendeten Trilogie. Beide Filme wurden auf der Sektion Forum der Berlinale gezeigt. Al-Lail erhielt große internationale Anerkennung und wurde 1992 mit dem Hauptpreis des Internationalen Film Festivals Karthago ausgezeichnet; in Syrien war der Film bis 1996 verboten. Eine weitere Zusammenarbeit mit Omar Amiralay ist der Dokumentarfilm Moudarres aus dem Jahr 1996 über den bahnbrechenden syrischen Maler Fateh Moudarres. Seinen dritten Spielfilm, Bab al-Makam (Passion), realisierte Malas 2005. Ladder to Damascus stellte er 2013 fertig, seine Welturaufführung feierte der Film beim Internationalen Film Festival Toronto.

Der Regisseur über den Film Mir ist es, glaube ich, gelungen eine Sicht zu formulieren, die sich völlig von anderen arabischen und ausländischen Betrachtungen unterscheidet. In erster Linie besteht der Unterschied darin, daß ich die Position des Nachbarn, das heißt eines Arabers und nicht der Palästinenser eingenommen habe. Das hatte zur Folge, daß ich mein Augenmerk mehr auf unsere gegenseitige Beziehungen gerichtet habe und weniger auf den Konflikt mit Israel. Der Zuschauer mag bemerken, wie ich gerade die Alpträume hervorgehoben habe, welche die Araber im Leben der Palästinenser verursacht haben. Mein Anliegen besteht darin, zu zeigen, wie sich die arabische Welt des palästinensischen Falls angenommen hat: erst wollte man sich der palästinensischen Sache bedienen, und als dazu keine Möglichkeit mehr bestand, war man schließlich darum bemüht, ihr Schaden zuzufügen. ( ...) Der Kampf zwischen Israelis und Palästinensern ist ebenso zulässig wie öffentlich, der arabisch-palästinensische Konflikt aber bleibt eine interne Angelegenheit, spielt sich insgeheim ab. (Mohamad Malas)

Erscheint lt. Verlag 22.3.2017
Reihe/Serie mec film edition
Mitarbeit Regisseur: Mohamad Malas
Verlagsort Berlin
Sprache arabisch; englisch; französisch; deutsch; Polish
Original-Titel al-Manam
Maße 130 x 190 mm
Gewicht 250 g
Themenwelt Sozialwissenschaften
Schlagworte Alltag im Flüchtingslager • Flüchtlinge • Palästina • Sabra und Shatila • Syrien
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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