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Die Kunst, schwierige Gespräche zu meistern (eBook)

Effektiv argumentieren, hitzige Diskussionen entschärfen und Gesprächspartner überzeugen
eBook Download: EPUB
2020 | 1. Auflage
288 Seiten
Riva Verlag
978-3-7453-1040-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Die Kunst, schwierige Gespräche zu meistern -  Peter Boghossian Dr.,  James Lindsay
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In den Zeiten von Trump, AfD und Social-Media-Shitstorms scheint es fast unmöglich geworden zu sein, ein vernünftiges Gespräch mit einem Gegenüber zu führen, das eine andere Meinung vertritt. Hitzige Debatten über kontroverse Themen führen oft zu Beschimpfungen und Schuldzuweisungen, was jede Möglichkeit eines produktiven Diskurses verhindert. In Die Kunst, schwierige Gespräche zu meistern zeigen die Kommunikationsexperten Dr. Peter Boghossian und Dr. James Lindsay originelle Wege, wie Sie effektiv diskutieren, schlichten, behutsam überzeugen und so konstruktive Diskussionen führen können - auch wenn die Geister gespalten sind. Die Autoren erklären, wie Sie auch mit dem stursten Gegenüber eine offene und gelungene Debatte führen können. Mit sieben Grundprinzipien für ein gelungenes Gespräch, fünf Möglichkeiten, jemanden umzustimmen, und fünf Kompetenzen für emotional aufgeladene Themen sind Sie künftig für jede Diskussion gewappnet - ob mit Experten, Extremisten, Spinnern oder Politikern. Dieses Buch ist das unverzichtbare Handbuch für jeden, der ein Klima von Respekt, Verbundenheit und Empathie aufbauen und überzeugend auftreten will.

Dr. Peter Boghossian ist Dozent an der Fakultät für Philosophie der Portland State University und wissenschaftliche Hilfskraft in der Abteilung für Allgemeine Innere Medizin an der Oregon Health Science University. Er ist Speaker des Center for Inquiry (CfI) und der Richard Dawkins Foundation für Vernunft und Wissenschaft. Er lebt in Portland, Oregon. Dr. James Lindsay ist promovierter Mathematiker und Autor zweier religionskritischer Bücher. Er lebt in Knoxville, Tennessee.

Dr. Peter Boghossian ist Dozent an der Fakultät für Philosophie der Portland State University und wissenschaftliche Hilfskraft in der Abteilung für Allgemeine Innere Medizin an der Oregon Health Science University. Er ist Speaker des Center for Inquiry (CfI) und der Richard Dawkins Foundation für Vernunft und Wissenschaft. Er lebt in Portland, Oregon. Dr. James Lindsay ist promovierter Mathematiker und Autor zweier religionskritischer Bücher. Er lebt in Knoxville, Tennessee.

Eins


Wenn Gespräche schwierig scheinen


In diesem Buch geht es darum, wie man effektiv mit Leuten kommuniziert, die radikal andere Überzeugungen vertreten als man selbst. Wir leben in einem zerklüfteten, polarisierten Zeitalter und reden kaum noch miteinander. Die Auswirkungen dieser Tendenz sind vielfältig und schwerwiegend; es breitet sich eine Angst aus, seine Meinung nicht mehr offen und ehrlich sagen zu dürfen, man ist unfähig, Probleme gemeinschaftlich zu lösen, und Freundschaften gehen in die Brüche.

DIE UNTERHALTUNG MIT EINEM ARSCHLOCH


Vor knapp zwanzig Jahren unterhielt sich einer der beiden Autoren dieses Buchs, Peter Boghossian, mit einer Kollegin – einer weißen Frau, die sich selbst als Liberale beschrieb (nennen wir sie SDL) – über Affirmative Action, also Maßnahmen zur Gleichstellung der Geschlechter am Arbeitsplatz. Wie es bei Gesprächen über kontroverse Themen oft der Fall ist, kochten die Emotionen schnell hoch. Werfen wir einen Blick auf die konkrete Situation:

SDL: Du bestreitest die ganze Zeit, dass sie [Affirmative Action] gerecht ist.

Boghossian: Ja, weil es auch so ist. Für wen soll sie denn bitte schön gerecht sein?

SDL: Das habe ich doch schon gesagt. Für traditionell unterprivilegierte Gruppen wie Afroamerikaner. Sie fangen nicht bei null an, sondern mit einem dicken Minus. Sie hatten nicht dieselben Chancen wie du und ich.

Boghossian: Aber warum muss man deswegen nachhelfen?

SDL: Du klingst wie eine kaputte Schallplatte. Weil sie Amerikaner sind und weil sie etwas Besseres verdienen. Du verstehst das nicht, weil du niemals in ihrer Lage warst. Du hattest eine gute Ausbildung und weißt nicht einmal ansatzweise, mit welchen Problemen sie sich täglich herumschlagen müssen.

Boghossian: Okay, nehmen wir an, du hast recht. Das glaube ich zwar nicht, aber gehen wir mal davon aus. Welche Beweise kannst du vorlegen, dass Affirmative Action tatsächlich hilft, die Benachteiligung auszugleichen?

SDL: Ich habe keine Beweise dafür. Die Maßnahme ist richtig, weil …

Boghossian: Du hast also keine Beweise. Du bist völlig von etwas überzeugt, was du nicht beweisen kannst.

SDL: Du hörst überhaupt nicht zu.

Boghossian: Doch, sehr genau sogar. Ich versuche nur herauszufinden, wieso du felsenfest von etwas überzeugt bist, das du gar nicht beweisen kannst. Glaubst du, dass Afroamerikaner mit Clarence Thomas jemanden haben, der ihre Belange besser vertreten kann? Glaubst du, dass es gut war, ihn zum Richter des Obersten Gerichtshofs zu berufen, oder wären Schwarze mit einem liberalen weißen Mann besser dran?

SDL: Du bist ein [Kraftausdruck] Idiot. Echt jetzt. Ich kann gar nicht glauben, dass du auch noch Lehrer bist.

Boghossian: Tut mir leid, dass du so denkst. Wenn du deine Überzeugungen besser verteidigen könntest, würdest du dich vielleicht nicht so sehr über jemanden ärgern, der dir ganz einfache Fragen stellt.

SDL: Was bringst du deinen Schülern bei?

Boghossian: Du bist nicht meine Schülerin. Reg dich doch nicht so auf.

SDL: Du bist ein Arschloch. Mit dir rede ich nicht mehr.

Sie hatte recht. Peter hörte nicht zu, er verdrehte ihr die Worte im Mund, und er benahm sich wie ein Arschloch. In diesem kurzen Wortwechsel fiel er ihr ins Wort und reagierte auf ihre Äußerungen mit dem Wörtchen »aber« (was vermutlich noch der verzeihlichste Fehler war), wechselte das Thema und ging nicht auf ihre Fragen ein. Er wollte um jeden Preis gewinnen – und seine Kollegin in intellektueller Hinsicht vorzuführen –, sodass er das Gespräch ruinierte und den Weg zu künftigen produktiven Gesprächen verbaute. SDL ließ ihn stehen und beendete das Gespräch, aber sie hätte es womöglich früher beenden sollen.

Gespräche mit Personen, die völlig andere Ansichten über Religion, Politik oder Ethik haben, sind schon immer eine Herausforderung gewesen. Unter diesem Gesichtspunkt war eigentlich abzusehen, dass das Gespräch zwischen Peter und SDL holprig sein würde, aber es hätte nicht dermaßen schlecht verlaufen müssen. Es gibt gute und schlechte Arten, sich mit Leuten zu unterhalten, die völlig andere Überzeugungen haben als man selbst, und bessere Ansätze sind nicht nur theoretisch vorstellbar, sondern auch praktisch umsetzbar. Weil unser gegenwärtiges kulturelles Umfeld sehr polarisiert ist, ist es allerdings alles andere als einfach, über diese Differenzen hinweg produktive Gespräche zu führen.

Seit Peters Gespräch mit SDL vor fast zwanzig Jahren sind unsere Gesprächsräume immer weiter auseinander gebrochen, und es fällt uns zunehmend schwerer, uns mit anderen zu unterhalten, die völlig verschiedene Ansichten haben. Die Vorwürfe und Unterstellungen scheinen endlos zu sein: Liberale streiten sich mit Konservativen,1 Gläubige mit Atheisten, Demokraten mit Republikanern (in den Vereinigten Staaten), Sekte A mit Sekte B, eine Gruppierung mit einer – oder allen – anderen und der wütende, reaktionäre oder radikale Rand mit der verwunderten und erschöpften Mitte.

Über diese und viele andere Lager hinweg haben die Menschen Probleme, miteinander zu kommunizieren. Man hat sich für eine Seite entschieden und sein Schlachtfeld abgesteckt. In diesem Bereich wissen nur wenige, wie man mit »der anderen Seite« spricht, und viele glauben, dass Andersdenkende eine existenzielle Bedrohung darstellen – und mit ihrer Präsenz das Dasein aller anderen bedroht. Und es scheint, als gäbe es weder eine Lösung noch einen Ausweg. Wir wissen nicht einmal, wie man beim Abendessen im Kreis der Familie mit Meinungsverschiedenheiten umgeht, und trotzdem geraten wir mit Bekannten und in den sozialen Medien immer wieder in hitzige Diskussionen. Viele versuchen, dieses Problem zu umgehen, indem sie heikle Gesprächsthemen ausklammern. Das ist in Ordnung und unter bestimmten Bedingungen vielleicht auch die einzig richtige Entscheidung. Aber diese Lösung ist kein Allheilmittel, sondern bietet sich nur im Einzelfall an. Man muss auch wissen, wie man diese schwierigen – und bisweilen sogar unmöglich scheinenden – Gespräche führt.

WAS IST EIN SCHWIERIGES GESPRÄCH?


Wenn wir über »schwierige Gespräche« sprechen, meinen wir damit Gespräche, die aussichtslos wirken, weil die Fronten sehr verhärtet sind und der Eindruck entsteht, dass die verschiedenen Ideen, Werte, politischen Ansichten oder Weltanschauungen der beteiligten Parteien sich nicht miteinander vereinbaren lassen. Wir meinen damit keine Gespräche, die in Situationen stattfinden, in denen ein oder mehrere Teilnehmer absolut nicht bereit sind, mit Ihnen zu sprechen. Extremfälle – zum Beispiel Menschen, die gewalttätig sind oder Gewalt androhen oder die sich weigern, zu sprechen oder auch nur zuzuhören – fallen nicht darunter. Wenn sich jemand weigert, mit Ihnen zu reden, ist jeder Gesprächsversuch von vornherein zum Scheitern verurteilt. Kein Buch der Welt kann Ihnen beibringen, jemanden, der partout nicht mit Ihnen reden will, zu einer Konversation zu zwingen. Dieser Fall tritt jedoch sehr selten ein. In der Regel werden sich die meisten Leute mit Ihnen über die meisten Themen unterhalten wollen.

Obwohl produktive Diskussionen mit Menschen, die völlig andere Überzeugungen haben als man selbst, extrem schwierig sein können, sind sie nur in den allerseltensten Fällen wirklich unmöglich. Je überzeugter jemand eine bestimmte Ansicht vertritt, umso mehr will er in der Regel darüber reden. Die Schwierigkeit besteht in diesen Fällen nicht darin, dass jemand das Gespräch mit Ihnen verweigert; es ist vielmehr so, dass ein Austausch hoffnungslos scheint, weil Ihr Gegenüber nicht mit, sondern zu Ihnen spricht. In diesen Fällen erfüllen Sie die Rolle eines Gefäßes, in das er seine Ideen füllt, oder eines Gegners, der zur Rede gestellt und zur Strecke gebracht werden muss.

Die Kunst, schwierige Gespräche zu meistern zeigt Ihnen, wie man mit jedem Menschen Gespräche führen kann, der mit Ihnen reden will, auch wenn solche Personen und Gespräche auf den ersten Blick unmöglich scheinen. Vielleicht ist die Person wütend, oder vielleicht sind Ihre politischen Differenzen so groß, dass eine vernünftige, höfliche Diskussion unmöglich scheint. Aber wenn jemand bereit ist, mit Ihnen zu reden – auch wenn er ein Extremist, glühender Glaubensanhänger oder überzeugter Parteianhänger ist –, wird Ihnen dieses Buch beibringen, effektiv mit solchen Zeitgenossen zu kommunizieren.

Natürlich ist es einfacher, nicht mit Leuten zu diskutieren, die andere Ansichten vertreten als man selbst, aber es ist nicht immer möglich, ihnen aus dem Weg zu gehen. Vielleicht sucht jemand das Gespräch mit Ihnen; vielleicht geraten Sie mit Freunden oder...

Erscheint lt. Verlag 12.4.2020
Verlagsort München
Sprache deutsch
Themenwelt Sozialwissenschaften Kommunikation / Medien Kommunikationswissenschaft
Sozialwissenschaften Politik / Verwaltung
Schlagworte Anleiten • Anleitung • Anleitungen • auf die Nerven gehen • aufzeigen • Beispiel • Beispiele • Bekannter • Bekanntschaft • Beraten • Buch • buch neuerscheinung 2020 • Erörtern • Erörterung • Faden • Fremde • Fremder • Führen • Führung • Gegenstand • Gegenüber • Gerüst • Gesellschaft • Gespräch • Gespräche • Gespräche führen • gespräch führen • Gesprächsführung • Gesprächsleitfaden • Gesprächspartner • Gesprächsregeln • Gesprächsstoff • Gesprächsthema • GUT • Gute Manieren • Handbuch • Helfen • Hilfe • Hilfestellung • Humor • humorvoll • kennen • kennen lernen • Konversation • konversation betreiben • langweilig • Lehren • Leitfaden • Lernen • lösen • Lösung • Lösungsansatz • Manieren • Muster • Nerven • nervig • neuerscheinung 2020 • Partner • Rat • Ratgeber • Reden • Regel • Regeln • Retten • roter Faden • Sachverhalt • schlecht • Smalltalk • Small Talk • Sprechen • synonym thema • Thema • thema gegenstand • thema synonym • Thematik • Thematiken • thematisieren • thematisieren synonym • Themen • Trick • Tricks • Umgang • umgehen • unmöglich • unterhalten • Unterhaltung • Unterhaltungen • unzumutbar • verdeutlichen • verdeutlichung • Verständnis • Verstehen • Vorlage • Vorschlag • vorschlagen • zumuten
ISBN-10 3-7453-1040-3 / 3745310403
ISBN-13 978-3-7453-1040-5 / 9783745310405
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