Revolution in München
Schiermeier, Franz (Verlag)
978-3-943866-77-3 (ISBN)
Grußwort Hans-Georg Küppers
Revolution in München – Alltag und Erinnerung
Grußwort Simone Burger
100 Jahre Revolution in München
Sebastian Werder
Die Revolution 1918/19 in München
Sebastian Werder / Michael Wittmann
Chronik
Bernward Anton
Alltag während der Revolution
Martin Rühlemann
Unterhaltungskultur – Freizeit und Vergnügen 1918/19
Felix Bellaire
Zur Lebensmittelversorgung während der Revolution
Bernward Anton
Wohnungswesen und Wohnungspolitik
Günther Gerstenberg
Frauen in der Revolution
Bernward Anton
Die Heimkehr der Truppen nach München
Wolfgang Kucera
Die Gewerkschaftsbewegung in der Revolutionszeit
Felix Bellaire
Der Münchner Bierkeller als politischer Raum
Günther Gerstenberg
Humor
Günther Gerstenberg
Demonstrationen
Sebastian Werder
Die „Spanische Grippe“ – eine vergessene Katastrophe
Bernward Anton
Die Erinnerung an die Revolution
Günther Gerstenberg
Chronologie zum Gedenken an Kurt Eisner in München
Sebastian Werder
Einmarsch der Truppen der Reichsregierung
Bernward Anton
Antisemitismus
Bernward Anton
Erinnerungskultur I: Die 1920er und 1930er Jahre
Bernward Anton
Die Bayerische Landesgeschichtsschreibung und die Revolution von 1918/19
Bernward Anton
Erinnerungskultur II: Die Zeit seit 1945
Quellen
Archive, Museen, Periodika, Internet
Literatur
Impressum
Ohne die Einbeziehung von Alltagsgeschichte wirken historische Erzählungen oft abstrakt und fern der Lebensrealität. Dies gilt noch mehr, wenn sich ein Andenken so schwierig und sperrig gestaltet, wie das an die Revolution in Bayern vor hundert Jahren, mit der hierzulande die Demokratie begann. Der vom Archiv der Münchner Arbeiterbewegung herausgegebene Band „Revolution in München – Alltag und Erinnerung“ ist aus einer gleichnamigen Ausstellung in München hervorgegangen. Er erzählt die Geschichte des -Umbruches und seiner Rezeption lebendig, konkret und jenseits von unnötiger Abstraktion. Rezipiert wird etwa die Bedeutung damals neuer Medien wie Film oder Fotografie: Während Münchens schon zu Kriegszeiten florierende Kinokultur von den revolutionären Ereignissen eher unberührt blieb, entwickelte sich die Fotografie recht schnell zu einem Medium gegenrevolutionärer Propaganda, dem im Kampf um die Deutung der bayerischen Revolution jahrzehntelang große Bedeutung zukam. Ein Band, der sich der Alltagsgeschichte widmet, kommt auch an der tragenden Rolle der Münchner Bierkeller als politischer Bühne von Revolution und Gegenrevolution nicht herum. Und selbstverständlich nicht um den in München damals wie heute so wichtigen volkstümlichen Humor. Dabei beschränkt sich dieser gesamtgesellschaftlich ausgerichtete Zugang nicht auf die Zeit der Revolution, sondern ordnet Phänomene in einen oft übergreifenden historischen Kontext ein und trägt damit wesentlich zum Verständnis der geschilderten Ereignisse bei. So wird der in der Revolutionszeit auftauchende virulente Antisemitismus auf die Konzepte moderner Rassenideologie zurückgeführt, nicht ohne einen Blick auf seinen besonderen Nährboden in Münchens esoterisch geprägter Kunst- und Intellektuellenszene zu werfen. Die Lebensmittelversorgung der Stadt in Krieg und Revolutionszeit wird in ihren Wirkungen ebenso unter die Lupe genommen wie Folgen der spanischen Grippe. Besonders beleuchtet wird die Gesellschafts- und Sozialpolitik: In ihr offenbaren sich die riesigen Probleme einer Nachkriegsstadtgesellschaft und die gegensätzlichen ideologischen Vorstellungen der damaligen Akteure. Auf diesem Gebiet zeigen sich bis heute Errungenschaften der Revolution wie die Einführung des Frauenwahlrechtes, des Achtstundentags oder die Mitbestimmung durch Betriebsräte. Die Erinnerung an die bayerische Revolution schwankte lange Zeit zwischen Verdrängung, Verleugnung oder Verklärung. Deren Entwicklung in Politik, Gesellschaft und Wissenschaft wird in der Publikation nachgezeichnet, nicht ohne eine Tendenz zum Wandel in den letzten Jahren festzuhalten. Ich freue mich sehr, dass auch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München dazu beitragen konnte: So erinnern 170 Partnerinnen und Partner aus Münchens Stadtgesellschaft mit über 300 Beiträgen in einem vom Kulturreferat koordinierten Programm unter dem Titel „1918 | 2018. Was ist Demokratie?“ an Revolution und Rätezeit vor hundert Jahren. Durch ihren Ansatz zur Erforschung der in Geschichtserzählungen oft vernachlässigten Lebenswelt ist „Revolution in München – Alltag und Erinnerung“ selbst ein wichtiger Beitrag zu einer -Erinnerung, die der bayerischen Revolution angemessen ist. Dr. Hans-Georg Küppers Kulturreferent der Landeshauptstadt München
Ohne die Einbeziehung von Alltagsgeschichte wirken historische Erzählungen oft abstrakt und fern der Lebensrealität. Dies gilt noch mehr, wenn sich ein Andenken so schwierig und sperrig gestaltet, wie das an die Revolution in Bayern vor hundert Jahren, mit der hierzulande die Demokratie begann. Der vom Archiv der Münchner Arbeiterbewegung herausgegebene Band "Revolution in München - Alltag und Erinnerung" ist aus einer gleichnamigen Ausstellung in München hervorgegangen. Er erzählt die Geschichte des -Umbruches und seiner Rezeption lebendig, konkret und jenseits von unnötiger Abstraktion. Rezipiert wird etwa die Bedeutung damals neuer Medien wie Film oder Fotografie: Während Münchens schon zu Kriegszeiten florierende Kinokultur von den revolutionären Ereignissen eher unberührt blieb, entwickelte sich die Fotografie recht schnell zu einem Medium gegenrevolutionärer Propaganda, dem im Kampf um die Deutung der bayerischen Revolution jahrzehntelang große Bedeutung zukam. Ein Band, der sich der Alltagsgeschichte widmet, kommt auch an der tragenden Rolle der Münchner Bierkeller als politischer Bühne von Revolution und Gegenrevolution nicht herum. Und selbstverständlich nicht um den in München damals wie heute so wichtigen volkstümlichen Humor. Dabei beschränkt sich dieser gesamtgesellschaftlich ausgerichtete Zugang nicht auf die Zeit der Revolution, sondern ordnet Phänomene in einen oft übergreifenden historischen Kontext ein und trägt damit wesentlich zum Verständnis der geschilderten Ereignisse bei. So wird der in der Revolutionszeit auftauchende virulente Antisemitismus auf die Konzepte moderner Rassenideologie zurückgeführt, nicht ohne einen Blick auf seinen besonderen Nährboden in Münchens esoterisch geprägter Kunst- und Intellektuellenszene zu werfen. Die Lebensmittelversorgung der Stadt in Krieg und Revolutionszeit wird in ihren Wirkungen ebenso unter die Lupe genommen wie Folgen der spanischen Grippe. Besonders beleuchtet wird die Gesellschafts- und Sozialpolitik: In ihr offenbaren sich die riesigen Probleme einer Nachkriegsstadtgesellschaft und die gegensätzlichen ideologischen Vorstellungen der damaligen Akteure. Auf diesem Gebiet zeigen sich bis heute Errungenschaften der Revolution wie die Einführung des Frauenwahlrechtes, des Achtstundentags oder die Mitbestimmung durch Betriebsräte.Die Erinnerung an die bayerische Revolution schwankte lange Zeit zwischen Verdrängung, Verleugnung oder Verklärung. Deren Entwicklung in Politik, Gesellschaft und Wissenschaft wird in der Publikation nachgezeichnet, nicht ohne eine Tendenz zum Wandel in den letzten Jahren festzuhalten. Ich freue mich sehr, dass auch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München dazu beitragen konnte: So erinnern 170 Partnerinnen und Partner aus Münchens Stadtgesellschaft mit über 300 Beiträgen in einem vom Kulturreferat koordinierten Programm unter dem Titel "1918 | 2018. Was ist Demokratie?" an Revolution und Rätezeit vor hundert Jahren. Durch ihren Ansatz zur Erforschung der in Geschichtserzählungen oft vernachlässigten Lebenswelt ist "Revolution in München - Alltag und Erinnerung" selbst ein wichtiger Beitrag zu einer -Erinnerung, die der bayerischen Revolution angemessen ist.Dr. Hans-Georg KüppersKulturreferent der Landeshauptstadt München
| Erscheinungsdatum | 08.07.2019 |
|---|---|
| Mitarbeit |
Mitglied der Redaktion: Ludwig Eiber |
| Zusatzinfo | Zahlreiche, großformatige Abbildungen |
| Verlagsort | München |
| Sprache | deutsch |
| Maße | 210 x 297 mm |
| Gewicht | 600 g |
| Themenwelt | Geschichte ► Allgemeine Geschichte ► Neuzeit (bis 1918) |
| Sozialwissenschaften ► Politik / Verwaltung | |
| Schlagworte | Antisemitismus • Gewerkschaften • Kurt Eisner • Lebensmittelversorgung • München • Räterepublik • Revolution • Spanische Grippe • Unterhaltungskultur |
| ISBN-10 | 3-943866-77-7 / 3943866777 |
| ISBN-13 | 978-3-943866-77-3 / 9783943866773 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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