Georg Elser in Deutschland
Seiten
2019
|
1., Aufl.
ça-ira-Verlag
978-3-86259-126-8 (ISBN)
ça-ira-Verlag
978-3-86259-126-8 (ISBN)
Kein Patriotismus ohne Tradition. Entsprechend verwickelt und gewunden wirkt heute die deutsche Vaterlandsliebe. Das neue Deutschland zieht seine Legitimation dabei nicht allein aus dem sündenstolzen Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus. Zu Referenzpersonen der nationalen Traditionsbildung werden ausgerechnet diejenigen, lange verfemten Deutschen, die dem Nationalsozialismus entgegentraten und dafür mit ihrem Leben bezahlten.Gerade die ausgesuchte Erfolglosigkeit des deutschen Widerstands gegen Hitlerdeutschland soll heute seine Reinheit und Würde beglaubigen. Die Devise lautet: Je aussichtloser und individueller, desto sympathischer. Dementsprechend fliegen derzeit nicht dem Widerstand des 20. Juli 1944 die Herzen zu, sondern dem zufällig gescheiterten Hitlerattentäter Georg Elser, der zum authentischen Helden des widerständigen 'anderen Deutschland' avanciert.Das war nicht immer der Fall. Die »unheimliche Konjunktur des Georg Elser« (Sven Felix Kellerhoff) fällt mit dem Ende des Kalten Krieges zusammen. Bis dahin war das 'Bürgerbräu-Attentat' und sein alleiniger Urheber vor allem Gegenstand bemühter Verschwörungstheorien und ideologisch motivierten Übergehens. Der Weg zum gesamtdeutschen Tyrannenmörder der Herzen erscheint in der Rückschau kaum als Bewusstwerden über die ausnehmende Rolle, die der schwäbische Handwerker in der Geschichte des Nationalsozialismus einnimmt. Stattdessen sind projektive Zuschreibungen von links bis rechts Legion.Oftmals verschüttet bleibt aber das Sperrige, was den Attentäter über seine Landsleute erhaben machte: sein Bewusstsein über die nationalsozialistische Ökonomie der Zerstörung. Aus dieser Ignoranz erwächst sowohl die staatsoffizielle als auch die wutbürgerlich interessierte Vereinnahmung des »fähigsten Hitlergegners« (Hellmuth G. Haasis). Gegen diese Tendenzen richtet sich dieser Band.
Individueller Terror – Georg Elser und die Linke
Zur Unterscheidung von Wutbürgertum und Tyrannenmord
Warum Georg Elser kein Vorbild sein kann
| Erscheinungsdatum | 05.11.2019 |
|---|---|
| Verlagsort | Freiburg |
| Sprache | deutsch |
| Maße | 125 x 208 mm |
| Gewicht | 236 g |
| Einbandart | gebunden |
| Themenwelt | Geschichte ► Allgemeine Geschichte ► 1918 bis 1945 |
| Sozialwissenschaften | |
| Schlagworte | Adolf Hitler • Bürgerbräu Keller • Einzeltäter • Georg Elser • Hitler-Attentäter • Individueller Terror • München • Niemöller |
| ISBN-10 | 3-86259-126-3 / 3862591263 |
| ISBN-13 | 978-3-86259-126-8 / 9783862591268 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
| Haben Sie eine Frage zum Produkt? |
Mehr entdecken
aus dem Bereich
aus dem Bereich
Deutschland 1933 bis 1945
Buch | Hardcover (2025)
S. Fischer (Verlag)
CHF 47,60
ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager
Buch | Hardcover (2024)
Kösel (Verlag)
CHF 30,80