Heimat
Indes. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft 2018, Heft 04
Seiten
2019
Vandenhoeck & Ruprecht (Verlag)
978-3-525-80025-6 (ISBN)
Vandenhoeck & Ruprecht (Verlag)
978-3-525-80025-6 (ISBN)
INDES 4/2018 thematisiert die derzeitige Konjunktur des Heimat-Themas und ihre vielfältigen Ursachen
Der Begriff "Heimat" ist derzeit in aller Munde. Wenig verwunderlich mag noch erscheinen, dass die zuletzt auch in Deutschland mit Aplomb emporgekommene politische Rechte die Notwendigkeit von kultureller Identität, völkischer Gemeinschaft und nationaler Heimat als Arznei gegen das vermeintliche Gift von grenzüberschreitender Globalisierung und wissensgesellschaftlicher Vereinzelung propagiert. Überraschend mutet dagegen die aktuelle Konjunktur des Heimat-Themas im Spektrum links-liberaler Parteien, Literaten, Kulturschaffender an. Besteht die auf den ersten Blick anachronistisch anmutende Attraktivität der Idee der Heimat darin, dass sie sich "am mentalen Verkehrsknotenpunkt von Globalisierung, romantischem Neo-Konservatismus und neuen politischen und gesellschaftlichen Konfliktlinien" (Koppetsch) befindet? Verbindet sich die Heimat-Renaissance also mit der Frage nach Sicherheit und der Suche nach verlässlichen Bindungen in Zeiten des digitalen und ökonomischen Wandels? Oder spielen Flucht- und Migrationsbewegungen diesbezüglich die entscheidende Rolle, dies im Sinne einer Verlustangst bei Teilen der deutschen Gesellschaft angesichts der Zuwanderung von ethnisch, sprachlich, kulturell Fremden? Lässt sich dergleichen gar historisch verallgemeinern, korrespondieren Heimat-Boomphasen also generell mit tiefgreifenden gesellschaftlichen, ökonomischen und/oder kulturellen Transformationen - vom Aufkommen der Heimat-Bewegungen gegen Ende des 19. Jahrhunderts bis hin zur "Ostalgiewelle" in den 1990er Jahren? Grundsätzlicher noch: Was ist das überhaupt, Heimat? Diesen Fragen geht die INDES in diesem Heft nach.
Der Begriff "Heimat" ist derzeit in aller Munde. Wenig verwunderlich mag noch erscheinen, dass die zuletzt auch in Deutschland mit Aplomb emporgekommene politische Rechte die Notwendigkeit von kultureller Identität, völkischer Gemeinschaft und nationaler Heimat als Arznei gegen das vermeintliche Gift von grenzüberschreitender Globalisierung und wissensgesellschaftlicher Vereinzelung propagiert. Überraschend mutet dagegen die aktuelle Konjunktur des Heimat-Themas im Spektrum links-liberaler Parteien, Literaten, Kulturschaffender an. Besteht die auf den ersten Blick anachronistisch anmutende Attraktivität der Idee der Heimat darin, dass sie sich "am mentalen Verkehrsknotenpunkt von Globalisierung, romantischem Neo-Konservatismus und neuen politischen und gesellschaftlichen Konfliktlinien" (Koppetsch) befindet? Verbindet sich die Heimat-Renaissance also mit der Frage nach Sicherheit und der Suche nach verlässlichen Bindungen in Zeiten des digitalen und ökonomischen Wandels? Oder spielen Flucht- und Migrationsbewegungen diesbezüglich die entscheidende Rolle, dies im Sinne einer Verlustangst bei Teilen der deutschen Gesellschaft angesichts der Zuwanderung von ethnisch, sprachlich, kulturell Fremden? Lässt sich dergleichen gar historisch verallgemeinern, korrespondieren Heimat-Boomphasen also generell mit tiefgreifenden gesellschaftlichen, ökonomischen und/oder kulturellen Transformationen - vom Aufkommen der Heimat-Bewegungen gegen Ende des 19. Jahrhunderts bis hin zur "Ostalgiewelle" in den 1990er Jahren? Grundsätzlicher noch: Was ist das überhaupt, Heimat? Diesen Fragen geht die INDES in diesem Heft nach.
PD Dr. Frank Uekötter lehrt geisteswissenschaftliche Umweltforschung an der University of Birmingham. Für sein Buch »Die Wahrheit ist auf dem Feld. Eine Wissensgeschichte der deutschen Landwirtschaft« wurde Frank Uekötter mit dem Forschungspreis des Deutschen Museums für das Jahr 2010 ausgezeichnet.
Habbo Knoch ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität zu Köln.
Jens Gmeiner ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Göttinger Institut für Demokratieforschung.
Dr. Matthias Micus ist Akademischer Rat am Göttinger Institut für Demokratieforschung.
| Erscheinungsdatum | 11.03.2019 |
|---|---|
| Co-Autor | Ulrike Guérot, Jürgen Heizmann, Elmar Wiesendahl, Gregor Kreuzer, Michael Bröning, Stephan Lessenich, Arthur Schlegelmilch, Frank Uekötter, Klaus Dörre, Claus Leggewie, Fritz Reusswig, Liane Bednarz, Habbo Knoch, Jens Gmeiner, Matthias Micus |
| Zusatzinfo | mit einigen Abb. |
| Verlagsort | Göttingen |
| Sprache | deutsch |
| Maße | 165 x 250 mm |
| Gewicht | 278 g |
| Themenwelt | Sozialwissenschaften ► Politik / Verwaltung ► Politische Theorie |
| Schlagworte | 21. Jahrhundert • Deutschland • Fremdheit (Motiv) • Heimatgefühl • Heimatvertriebener • Migration • Politikwissenschaften |
| ISBN-10 | 3-525-80025-8 / 3525800258 |
| ISBN-13 | 978-3-525-80025-6 / 9783525800256 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
| Haben Sie eine Frage zum Produkt? |
Mehr entdecken
aus dem Bereich
aus dem Bereich
Leben und letzte Reise eines Revolutionärs
Buch | Hardcover (2025)
C.H.Beck (Verlag)
CHF 36,40
Weltherrschaft und Menschheitsethos
Buch | Hardcover (2025)
Suhrkamp (Verlag)
CHF 67,20