Tiergestützte Interventionen unter tierschutzrelevanten Aspekten. Voraussetzungen - Risiken - Chancen
Diplomica Verlag
978-3-96146-679-5 (ISBN)
Die kommerzielle Nutzung von Tieren beinhaltet jedoch auch immer das Risiko, dass die Tiere instrumentalisiert und nicht artgerecht eingesetzt werden. Dieses Buch befasst sich daher neben den Voraussetzungen, die geschaffen werden sollten, um professionell und qualitativ hochwertig tiergestützt zu arbeiten, auch mit den Risiken, die sich für die Tiere bei fehlender Fachlichkeit ergeben.
Mit entsprechender Qualifikation und einem verantwortungsvollen Umgang mit Mensch UND Tier kann die tiergestützte Arbeit allerdings auch ein wichtiger Bestandteil sein, um den Tierschutz weiter voranzubringen: besonders junge Menschen, die früh die Achtung und den Respekt vor Tieren erlernen, können zukünftig einen wertvollen Beitrag leisten, den Stand der Tiere in der Gesellschaft zu verbessern - dies gilt neben den beliebten Haustieren besonders für die sogenannten "Nutztiere".
Katrin Stoppel, Diplom-Sozialpädagogin / Fachkraft für tiergestützte Interventionen / Therapiebegleithund-Team, ist seit 2002 angestellt im Dortmunder Tierschutzverein, wo sie Kindern und Jugendlichen in freizeitpädagogischen und schulischen Projekten den oftmals verlorenen Bezug zu Tieren und Natur vermittelt. Die Autorin ist Mitglied in den Vorständen des Tierschutzvereins Groß-Dortmund e.V. sowie des Landestierschutzverbandes NRW.
Textprobe: Kapitel 5.1.Ausbildungsmöglichkeiten für Fachkräfte: Die Ausbildungsmöglichkeiten und -institute sind in den letzten Jahren förmlich aus dem Boden geschossen. "Es besteht ein vielfältiges Weiterbildungsangebot zur Tiergestützten Intervention in deutschsprachigen Ländern mit unterschiedlicher Qualität." (Vernooij/Schneider, 2013, S. 7) Dies ist gleichzeitig erfreulich und problematisch. Der wachsende Wunsch nach Fort- und Weiterbildung in diesem Bereich hilft der Anerkennung der tiergestützten Arbeit und erhöht die Qualität der Fachkräfte. Da aber aufgrund fehlender bindender Vorgaben eine Prüfung der Qualität der Ausbildungen nicht möglich ist, gibt es qualitätsvolle und weniger qualitätsvolle Ausbildungsangebote. Als besonders qualitätsvoll hervorzuheben sind an dieser Stelle die ISAAT- bzw. ESAAT-zertifizierten Ausbildungen zur "Fachkraft für tiergestützte Intervention/Pädagogik/Therapie/Fördermaßnahmen", die in Fachkreisen ein hohes Ansehen genießen. Die ESAAT strebt eine EU-weit vereinheitliche Ausbildung an, um die Minimalqualifikationen der Ausbilder festzulegen und Qualitätsstandards zu etablieren. "Ziel [der Fachkraftausbildung] ist die Qualifikation [...] für den professionellen Einsatz von Tieren (insbesondere von Hunden) in der Betreuung von Menschen aller Altersgruppen, im Besonderen von Menschen mit einem erhöhten Förderbedarf (z.B. verhaltensauffällige, behinderte, kranke Menschen) im Sinne der Gesundheitsförderung sowie zur Hebung der Lebensqualität und des Wohlbefindens." Die Weiterbildung qualifiziert zu eigenverantwortlicher tiergestützten Arbeit und vermittelt Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten aus folgenden Bereichen: - Mensch-Tier-Beziehung und -Kommunikation - Theorien zum Verständnis der helfenden und heilenden Wirkung von Tieren - Wissen über physische, soziale und psychische Effekte von Tieren für Menschen - Methoden der pädagogischen und therapeutischen Arbeit mit Tieren in verschiedenen Anwendungsfeldern - Ethische und rechtliche Fragen - Artgerechte Haltung, Versorgung und Betreuung - Verhaltensprobleme und Erkrankungen - Hygienische Voraussetzungen und Hygienepläne - Verhaltensentwicklung und Ausbildungsmethoden von Tieren - Organisatorische, ökologische, ökonomische und administrative Bedingungen (Vgl. Olbrich/Otterstedt, 2003, S. 496ff) Sowohl der eigene Anspruch an die Arbeit als auch der Anspruch der Institutionen, die TGI anbieten (wollen), sollte in Richtung der zertifizierten Weiterbildungsangebote gehen. Eine mangelhafte Ausbildung kann sich negativ für alle Beteiligten, besonders aber für die Tiere auswirken (siehe Kap. 7.1 Mangelnde Ausbildung von Mensch und Tier). Da sich allerdings auch die zertifizierten Ausbildungen je nach anbietendem Ausbildungsinstitut inhaltlich unterscheiden können, z.B. in ihren Schwerpunkten auf bestimmte Tierarten, sollten sich angehende Fachkräfte im Vorfeld grundsätzlich genau über die Inhalte und Schwerpunkte informieren. Die Arbeit in der Reittherapie, die noch mal ein weiteres, großes Feld der tiergestützten Intervention darstellt, setzt darüber hinaus noch spezielle reittherapeutische Ausbildungen voraus, auf die an dieser Stelle nicht weiter eingegangen wird. 5.2. Ausbildungsmöglichkeiten für Hunde: Alle Tiere, die in irgendeiner Weise in der tiergestützten Arbeit eingesetzt werden, können und sollten dementsprechend trainiert werden, um sich an die für sie häufig ungewohnten Situationen zu gewöhnen. Fundierte Ausbildungen gibt es jedoch nur für Pferde und Hunde und inzwischen auch für Lamas, wobei die Einsatzmöglichkeiten selbstverständlich stark variieren. Besonders auf die Ausbildungsmöglichkeiten für Hunde, die sich in den letzten Jahren vervielfacht haben, soll an dieser Stelle näher eingegangen werden. Vorrangig zu nennen sind hier die Ausbildungen zum Therapiebegleithund(team), Schulhund und Besuchshund, da diese Begrifflichkeiten die gängigsten s
| Erscheinungsdatum | 04.12.2018 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Maße | 155 x 220 mm |
| Gewicht | 144 g |
| Themenwelt | Sozialwissenschaften ► Pädagogik ► Sozialpädagogik |
| Schlagworte | Besuchshunde • Brücken-Methode • Hort-Methode • Präsenzmethode • Qualitätsstandards • Schulhunde • Therapiebegleithunde • Tiergerechte Einsatzzeiten • tiergestützte Aktivitäten • Tiergestützte Förderung • Tiergestützte Intervention • Tiergestützte Pädagogik • Tiergestützte Therapie • Tierschutz • Tierschutzgesetz |
| ISBN-10 | 3-96146-679-3 / 3961466793 |
| ISBN-13 | 978-3-96146-679-5 / 9783961466795 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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