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Musizieren auf Rhythmusinstrumenten an der Geistigbehindertenschule - Björn Weuster

Musizieren auf Rhythmusinstrumenten an der Geistigbehindertenschule

Buch | Softcover
80 Seiten
2015
Diplomica Verlag
978-3-95934-696-2 (ISBN)
CHF 55,95 inkl. MwSt
Der Rhythmus ist ein allgegenwärtiges Phänomen, das natürliche Prozesse wie beispielsweise zeitliche Faktoren, körperliche Vorgänge und Musik ordnet und strukturiert. Durch Zyklen wie Tag und Nacht oder die Mondphasen wird der Mensch von äußeren Rhythmen beeinflusst. Er selbst ist ein polyrhythmisches, organisches System, was durch rhythmische Prozesse wie Atmung und Puls zum Ausdruck kommt. Menschen mit geistiger Behinderung fehlt oftmals das Gefühl für Rhythmus als strukturierendes und ordnendes Element. Es ist didaktische Aufgabe der Geistigbehindertenschule, diese Prozesse erfahrbar zu machen. Musikalische Rhythmen nehmen dabei Einfluss auf den Eigenrhythmus.
Musik für Menschen mit geistiger Behinderung wird im Spannungsfeld zwischen Therapie und Pädagogik, zwischen 'Erziehung durch Musik' und 'Erziehung zur Musik' diskutiert. Daraus ergeben sich unterschiedliche Zielsetzungen, die sich jedoch durch gemeinsames Musizieren in der Geistigbehindertenschule vereinbaren lassen.
Mit der vorliegenden Arbeit soll verdeutlicht werden, welchen Stellenwert das Musizieren auf Rhythmusinstrumenten in der Schule haben könnte, aber noch nicht hat.

Textprobe:
Kapitel 4, Förderbereiche - Heilpädagogische Wirkung des Trommelns:
Die Einheit von Musik, Rhythmus und Körper ist bereits aus der Rhythmik bekannt.
Förderung ist aus ganzheitlicher Perspektive als Sinnesschulung zu verstehen, die sich mit der Absicht auf den ganzen Menschen bezieht, die Entwicklung wichtiger Fähigkeiten zu fördern. [...] Der Rhythmus ist hier als musikalischer Rhythmus zu sehen. Die Konsequenz ist aber nicht, dass damit nur der Lebensbereich Musik gefördert wird. Das Trommeln trägt vielmehr zu einer Festigung rhythmischer Strukturen bei, die sich positiv auf alle dargestellten Lebensbereiche auswirkt.
Das Musizieren und der Rhythmus und somit auch das Trommeln können also für die Entwicklung vieler Fähigkeiten einen enormen Beitrag leisten. Amrhein stellt heraus, dass "in jedem Akt musikalischen Verhaltens" Zusammenhänge zwischen der "psychomotorischen, affektiven, kognitiven und sozialen Erlebnisdimension" bestehen (AMRHEIN 1980, S.316).
Diese Erlebnisdimensionen finden Ausdruck in der Bewegungs-, Ausdrucks-, Wahrnehmungs- und Kommunikationsfähigkeit.
Dies sind zugleich musikalische, sowie lebensnotwendige Fähigkeiten.
Amrhein spricht von Zusammenhängen der o.g. Erlebnisdimensionen, die es an dieser Stelle sehr schwer machen, die vier Bereiche getrennt voneinander darzustellen. Gerade der Aspekt Wahrnehmung greift sehr stark in die anderen Bereiche über. Daher werde ich versuchen, mit einer anderen Gliederung dem Sachverhalt gerecht zu werden.
4.1, Sensomotorik:
Der von Amrhein angeführte Begriff Psychomotorik` wird im therapeutischen, pädagogischen und psychologischen Bereich synonym für den Begriff Sensomotorik` verwendet (vgl. HIRLER 1999, S.41). Im ursprünglichen Sinne bezeichnet Psychomotorik die Einheit emotionaler Wahrnehmung und motorischer Handlung. Somit spiegelt sich ein Teil der psychomotorischen Erlebnisdimension` in der nonverbalen Kommunikation und dem Ausdrucksverhalten, der affektiven Erlebnisdimension, z.B. in Form von zuneigenden und abweisenden Gesten wider. Diese Aspekte greife ich später separat auf. Dennoch sei hier betont, dass gerade in diesem Bereich die Beobachtungsgabe der Pädagogen gefragt ist. Haltung, Bewegung und gerade die Kraft und der Enthusiasmus, mit der die Instrumente bearbeitet werden, können sehr viele Aussagen über den Gefühlszustand, die Sicherheit (im sozialen Gefüge der Gruppe) etc. machen.
Die Betonung des Zuganges zum Kind über die sinnliche Wahrnehmung macht im Zusammenhang mit der Bewegung beim Trommeln die unmittelbare Verknüpfung zwischen den Sinnen und der Motorik, also die Sensomotorik, zum zentralen Aspekt der folgenden Ausführungen. In den Richtlinien des Landes NRW wird die Entwicklung von Fähigkeiten im Bereich Bewegung sogar vollständig mit dem Begriff Sensomotorik` abgedeckt (vgl. MINISTERIUM FÜR SCHULE UND WEITERBILDUNG DES LANDES NRW 1996, S.20).
Beim Trommeln wird die taktile, visuelle und akustische Wahrnehmung angesprochen, benötigt und gefördert.
Beispielsweise erfordert das Folgen eines Dirigenten, visuell Aufgenommenes in Bewegung umsetzen zu können. Ein zielgerichtetes Schlagen, das besonders beim Umgang mit mehreren Klangkörpern gleichzeitig (z.B. Schlagzeugset) erforderlich ist, kennzeichnet die Auge-Hand-Koordination.
Die Motopädagogik und andere Methoden, die die Förderung der Motorik zu ihrer Aufgabe machen, vernachlässigen sehr stark die Verbindung von Akustik und Bewegung (vgl. HIRLER 1999, S.33). Die Schlagbewegungen beim Trommeln im Hinblick auf Tempo und Anschlagsdynamik erfordern eine gezielte Verbindung von Gehörtem und der Bewegung. Um sich überhaupt auf der Trommel musizierend in einen Rhythmus einschwingen zu können, ist die Ohr-Hand-Koordination also unabdingbar.
Mit der Beschreibung der Sensomotorik werden nicht alle Bereiche der Bewegung und Wahrnehmung abgedeckt.
4.2, Körperliche Aspekte:
Das in der Pädagogik der Rhythmik formulierte Ziel, sich in Rhyth

Erscheint lt. Verlag 6.8.2015
Sprache deutsch
Maße 155 x 220 mm
Gewicht 143 g
Themenwelt Sozialwissenschaften Pädagogik Sonder-, Heil- und Förderpädagogik
Schlagworte Geistigbehindertenpädagogik • Musik • Musikpädagogik • Rhythmus • Schulunterricht • Sonderpädagogik
ISBN-10 3-95934-696-4 / 3959346964
ISBN-13 978-3-95934-696-2 / 9783959346962
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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