Der Habitus der Überlebenskunst (eBook)
278 Seiten
Waxmann Verlag GmbH
978-3-8309-6619-7 (ISBN)
Die theoretischen und empirischen Untersuchungen zu den Kompetenzen in Hamburg lebender junger Flüchtlinge aus Afrika greifen die im dritten Band der Reihe "Bildung in Umbruchsgesellschaften" vorgestellten Ergebnisse eines Forschungsprojekts auf und vertiefen sie. Der Autor befasst sich mit der Fragestellung, wie es Menschen trotz widrigster Lebensbedingungen und in schwierigen Lebenssituationen dennoch gelingt, ihre individuellen Potenziale zu entfalten, subjektive Strategien der Bewältigung zu entwickeln und Kompetenzen zu erwerben. Im Rahmen eines struktur- und handlungstheoretischen Ansatzes wird in der Beantwortung dieser Frage die vorherrschende, psychologisch orientierte Untersuchung individuellen Bewältigungshandelns (Coping) zu einer gesellschaftstheoretischen Sichtweise erweitert und nachgewiesen, dass der Kompetenzerwerb primär im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Strukturen sozialer Ausschließung erfolgt.
Prof. Dr. Louis Henri Seukwa, Professor für Erziehungswissenschaften an der Fakultät für Wirtschaft und Soziales der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg; Arbeitsschwerpunkte: erziehungswissenschaftliche Migrationsforschung, Postkoloniale Theorien, Resilienz- und Bildungsforschung unter Bedingungen von Flucht und Asyl, interkulturelle Bildungsforschung, Bildungsprozesse im nonformalen und informellen Sektor.
Inhalt 7
Verzeichnis der Abbildungen und Tabellen 11
Vorwort 13
Einleitung 15
Zur Problemstellung 15
Stand der Forschung und Erkenntnisinteresse 17
Zur Methodologie 26
Der topische Ansatz 26
Der ontogenetische Ansatz 27
Der Ansatz der Gouvernementalität 28
Der empirische Ansatz 29
Zur Untersuchungsgruppe „Flüchtlinge“ und zum Forschungsrahmen „Afrika“ 30
Zielsetzung und Präzisierung der Fragestellung 31
Theoretische Zugänge 33
Aufbau der Arbeit 35
Erster Teil: Begriffsklärung epistemologischer Annäherung 37
Kapitel 1 Die Kompetenz: Topischer Ansatz 38
1.1 Begriffsanalyse: der alltägliche Gebrauch des Begriffs der Kompetenz 38
1.1.1 Anwendungsfelder 38
1.1.1.1 Realitätsbereiche 39
1.1.1.2 Das relationale Kriterium 39
1.1.1.2.1 Die funktionale Relation 40
1.1.1.2.2 Die soziale Relation 41
1.1.1.2.3 Das Machtverhältnis 41
1.1.1.3 Der Objektivismus 42
1.1.1.4 Bewertung des Diskussionsstands 44
1.1.1.5 Kompetenz und Polysemie: die in der empirischen Forschunggewonnenen Erfahrungen 46
Kapitel 2 Konzeptualisierung der dem Kompetenzbegriff inhärenten Schwierigkeiten 48
2.1 Was ist unter „Universalienstreit“ zu verstehen? 48
2.2 Die Antworten 50
2.2.1 Der Nominalismus 50
2.2.2 Über die Realität der Universalien 53
2.2.3 Der immanente aristotelische Realismus 55
2.2.4 Schlussfolgerungen 56
Kapitel 3 Ontogenetische Analyse der Kompetenz 58
3.1 Die Linguistik: Chomsky und die Sprachtheorie 58
3.1.1 Kompetenz – Performanz 63
3.1.2 Die generative Grammatik als Instrument für die Analyse der Kompetenz 64
3.1.3 Die Hypothese der angeborenen Kompetenz 66
3.2 Die Psychogenese 68
3.2.1 Piaget: Die Konstruktion der kognitiven Strukturen 68
3.2.2 Der strukturalistische Ansatz des kognitiven Systems und die Begründung des Konstruktivismus 68
3.2.3 Die Mechanismen der Bildung von kognitiven Strukturen beim Kinde 71
3.2.3.1 Die „Instrumente“ der Konstruktion 71
3.2.3.2 Stufenweiser Aufbau der kognitiven Strukturen 72
3.2.3.3 Die Konstruktionsmechanismen der kognitiven Strukturen 74
3.2.4 Begründung der für die strukturalen Konstruktionen charakteristischen logischen Notwendigkeit 76
3.2.5 Piagets Theorie der Kompetenz und des Lernens 81
3.3 Wygotsky: die soziokulturelle Entwicklung der Kompetenz 82
3.3.1 Der genetische Forschungsansatz 83
3.3.2 Die instrumentale Vermittlung 89
3.3.3 Der Co-Konstruktivismus 91
3.3.4 Soziale Interaktion, Lernen und Entwicklung der höheren geistigen Fähigkeiten: „die nächste Entwicklungszone“ 92
3.4 Bourdieu: die Soziogenese der Kompetenz 96
3.4.1 Die Ökonomie als Schlüssel zu den sozialen Phänomenen 97
3.4.2 Die Metapher des Marktes 98
3.4.3 Die Kompetenz als Kapital 99
3.5 Zusammenfassung der Ergebnisse und Konsequenzen aus der Begriffsklärung 101
Zweiter Teil: Über die Sozio-Kontextualität von Kompetenzen 105
Kapitel 4 Konstruktion und Spezifikation „Afrikas“als Rahmen der Untersuchung 106
4.1 Zur Notwendigkeit der Konstruktion des Forschungsraumes 106
4.2 Konstruktionen von Afrika 110
4.2.1 Das Gleiche und das Verschiedene: die Konstruktion der Taxonomien und die diskursive Macht 111
4.2.2 Die Erfindung der „afrikanischen Kunst“ und die diskursive Konstruktion des Primitiven 116
4.2.3 Die Konstruktion der afrikanischen Gesellschaften als a-historische 119
4.3 Der Kulturalismus 124
4.4 Konsequenzen 129
Kapitel 5 Charakteristische Züge des Umbruchs in den afrikanischen Gesellschaften: die postkoloniale„Gouvernementalität“ 134
5.1 Vorbemerkungen 134
5.1.1 Präzisierung des Analysegegenstands 134
5.1.2 Zum Ansatz: die Gouvernementalität 135
5.1.3 Zu den benutzten Quellen und deren Kritik 136
5.2 Das Befehlssyndrom 138
5.3 Die Lähmung der schöpferischen Sprache 142
5.4 Der verdinglichte Körper 145
5.5 Macht, Gewalt und Produktion 148
5.6 Die Privatisierung des Staates 151
Dritter Teil: Kompetenzen und Migration 161
Kapitel 6 Die von Afrika mitgebrachten Kompetenzen 162
6.1 Zur Methode 162
6.1.1 Die Datenerhebung und ihre Problemstellungen 162
6.1.2 Problematische Fragen: Herkunftsland, Alter, Vergangenheit, informelles Lernen 163
6.1.3 Zur Qualität und Aussagekraft der Stichprobe 166
6.1.4 Zur Auswertung der Daten 167
6.2 Kompetenzen im formellen Sektor 168
6.2.1 Schulische Organisation im subsaharischen Afrika 168
6.2.2 Spektrum der Schulerfahrungen 173
6.2.3 Skizze der Problematik der Schule im postkolonialen Afrika 178
6.2.4 Schule und Kompetenzen im postkolonialen Afrika 180
6.2.5 Schlussfolgerungen zu den im formellen Sektor gewonnenen Kompetenzen 186
6.3 Kompetenzen im informellen Sektor 188
6.4 Zusammenfassung der Resultate der Auswertung des empirischen Materials im Hinblick auf im formellen und informellen Bildungssektor in Afrika erworbene Kompetenzen Formulierung der zweiten Arbeitshypothese
Kapitel 7 Anschlussmöglichkeiten bzw. -hindernisse für mitgebrachte Kompetenzen 203
7.1 Transfer mitgebrachter Kompetenzen nach Selbsteinschätzungen der Jugendlichen 203
7.1.1 Vom Nutzen mitgebrachter Kompetenzen 203
7.1.2 Auswertung dieser positiven Selbsteinschätzung der Jugendlichen 208
7.1.3 Von den Hindernissen, mitgebrachte Kompetenzen zu nutzen 209
7.1.4 Auswertung dieser negativen Selbsteinschätzung der Jugendlichen 213
7.1.5 Die Beziehung zwischen den im deutschen Kontext geäußerten Bildungs- und Berufswünschen zu den in Afrika erworbenen Erfahrungen 213
7.1.6 Die Beziehung zwischen den Lernerfahrungen im formellen und im informellen Sektor 214
7.2 Hindernisse für die Nutzung mitgebrachter Kompetenzen 215
7.2.1 Gesetzliche Hindernisse 216
7.2.2 Strukturelle Hindernisse 217
7.3 Resümee der Auswertungen zur Anwendung der mitgebrachten Kompetenzen 218
Kapitel 8 Auf der Suche nach dem Habitus der Überlebenskunst 220
8.1 Zur Methode 220
8.1.1 Präzisierung und theoretische Verortung der Fragestellung 220
8.1.2 Zum Erhebungsverfahren und den damit verbundenen Schwierigkeiten 222
8.1.3 Anpassung der Methode 223
8.1.4 Zur Auswertung und Analyse 225
8.2 Kurze Vorstellung des Interviewpartners (Meme) 226
8.3 Themenmatrix: „Meme“ 226
8.4 Ausdrucksformen eines Habitus der Überlebenskunst 228
8.4.1 Äußeren Schwierigkeiten als Herausforderung begegnen 228
8.4.2 Optimale Nutzung der Bildungszeit oder: von der Kunst, die Gelegenheit zu ergreifen 230
8.4.3 Über die Kunst trotz ungewissen Ausgangs weiterzumachen 231
8.4.4 Soziale Kontakte als (Re-)Stabilisierungsfaktor in Tagen der Verzweiflung 233
8.4.5 Das Vertrauen der Vorsicht unterordnen 235
8.4.6 Die Dialektik des Geschlossenen und des Offenen oder: die Kunst des Zukunftsentwurfs in der absoluten Ungewissheit 237
8.4.7 Realistische Zielsetzung oder die Träume den Plänen unterordnen 238
8.4.8 Den Widrigkeiten des Lebens trotzen 239
8.5 Zusammenfassung der Resultate und ihrer Beschreibung anhand von Modellen 243
8.5.1 Die Ressourcen und ihre Funktionen 244
8.5.2 Die Aktionsmodi 245
8.5.3 Das Formale der Mikroprozesse 246
8.5.4 Die Modelle 247
8.6 Überlebenskunst als Habitus: die Problematik des Kompetenztransfers 250
Schlussbemerkungen 253
Kompetenz und Kontextabhängigkeit: zur Überwindung von Kulturalismus 253
Der unanfechtbare Zeuge 256
Die Kompetenz als Habitus der Überlebenskunst 258
Konsequenzen aus den analytischen Befunden aus erziehungswissenschaftlicher Sicht 260
Im afrikanischen Kontext 261
Im deutschen Kontext 264
Literatur 271
| Erscheint lt. Verlag | 1.3.2006 |
|---|---|
| Übersetzer | Angelika Oppenheimer |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Geisteswissenschaften |
| Sozialwissenschaften ► Pädagogik | |
| ISBN-10 | 3-8309-6619-9 / 3830966199 |
| ISBN-13 | 978-3-8309-6619-7 / 9783830966197 |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
| Haben Sie eine Frage zum Produkt? |
Größe: 4,1 MB
Digital Rights Management: ohne DRM
Dieses eBook enthält kein DRM oder Kopierschutz. Eine Weitergabe an Dritte ist jedoch rechtlich nicht zulässig, weil Sie beim Kauf nur die Rechte an der persönlichen Nutzung erwerben.
Dateiformat: PDF (Portable Document Format)
Mit einem festen Seitenlayout eignet sich die PDF besonders für Fachbücher mit Spalten, Tabellen und Abbildungen. Eine PDF kann auf fast allen Geräten angezeigt werden, ist aber für kleine Displays (Smartphone, eReader) nur eingeschränkt geeignet.
Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür einen PDF-Viewer - z.B. den Adobe Reader oder Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür einen PDF-Viewer - z.B. die kostenlose Adobe Digital Editions-App.
Zusätzliches Feature: Online Lesen
Dieses eBook können Sie zusätzlich zum Download auch online im Webbrowser lesen.
Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.
aus dem Bereich