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Bessere Frühförderung durch psychomotorische Entwicklungsförderung im Wasser - Christiane von Reth

Bessere Frühförderung durch psychomotorische Entwicklungsförderung im Wasser

Buch | Softcover
120 Seiten
2015
Diplomica Verlag
978-3-95934-636-8 (ISBN)
CHF 62,95 inkl. MwSt
Mit dieser Arbeit wird ein Konzept zur psychomotorischen Entwicklungsförderung im Wasser vorgelegt, das zur Prävention und Rehabilitation in die Angebotsstruktur der Frühförderung integriert werden kann. Es soll gezeigt werden, welche Chancen der Entwicklungsförderung ein solches Angebot für nahezu alle Formen und Ausprägungen von Behinderungen sowie für jede Altersstufe bietet und weshalb die psychomotorische Entwicklungsförderung im Wasser deshalb verstärkt als ergänzende Maßnahme in der Frühförderung eingesetzt werden sollte.
Der Arbeit wird das Paradigma der Entwicklungsförderung zu Grunde gelegt, das weder der Therapie noch der Pädagogik vollständig zugeordnet werden kann, sondern ein eigenständiges Paradigma bildet. Daher werden keine vorwiegend therapeutischen Aspekte in den Mittelpunkt gestellt, wie der Titel dieser Arbeit zunächst vermuten lässt. Vielmehr fließen Aspekte aus den Bereichen Therapie und Pädagogik in die vorliegenden Überlegungen zu einem Konzept der psychomotorischen Entwicklungsförderung im Wasser ein.

Textprobe:
Kapitel 4, Psychomotorische Entwicklungsförderung:
4.1, Entstehung der Psychomotorik in Deutschland:
Mitte der fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts beobachtete Ernst J. Kiphard, im Rahmen seiner Arbeit am Westfälischen Institut für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Heilpädagogik in Gütersloh, dass sich im Sport das "freie bzw. unmerklich gelenkte Spielgeschehen" sowie ein "fröhliche[s] Miteinander" (Kiphard in: Zimmer 1999, 16) weitaus positiver auf die psychische Verfassung und das Selbstbewusstsein der dort behandelten Kindern auswirke, als leistungsbezogener Wettbewerb. Daraus folgerte er, dass "durch die Übungen im leiblichen Bereich ein besonders guter und kindgemäßer Zugang zum Psychischen gelingt" (Kiphard 2000, 12).
Aus dieser Erkenntnis entwickelte er, gemeinsam mit dem Kinderpsychiater Helmut Hünnekens, das Konzept der "psychomotorischen Übungsbehandlung bei entwicklungsrückständigen Kindern". In Ermangelung geeigneter psychomotorischer Testverfahren entwickelte er zudem Verfahren, die "über eine Organ- und Funktionsdiagnostik hinausgehen" (Schilling 1993, 55) wie 1970 den Trampolin-Koordinationstest (TKT), 1974 den Körperkoordinationstest für Kinder (KTK) und 1975 das "sensorische Entwicklungsgitter" (Schäfer 1998, 82). Dabei unterstützten ihn seine Mitarbeiter Ingrid Schäfer und Georg Kesselmann, sowie der Psychologe Friedhelm Schilling.
Kiphard unterschied in der von ihm begründeten "Übungsbehandlung" neun Übungsgruppen, die "in ontogenetischer Sequenz, je nach funktionellem Reifungszustand für jede Teilretardierung gesondert angeboten werden" (Kiphard in: Irmischer & Fischer 1993, 82). Diese beinhalteten Übungen für zahlreiche motorische und sensorische Teilbereiche (vgl. ebd., 82).
Ziel des Ansatzes war, "funktionelle Reserven und Kompensationsmöglichkeiten im Zentralnervensystem zu aktivieren (Kiphard in: Fischer 1991, 19).
Die Aufgliederung in verschiedene Teilbereiche zeigt die anfänglich noch stark medizinisch-klinische Orientierung seines Konzepts. Sie stieß sowohl in der Diskussion um die Ganzheitlichkeit von Fördermaßnahmen, wie auch in der Entwicklungspsychologie auf Kritik (vgl. Irmischer & Fischer 1993, 82), da eine derartige Aufteilung Gefahr läuft, lediglich Fertigkeiten im Sinne einer "Symptombehandlung" zu üben, die sich nicht von der Fördersituation in den Alltag übertragen lässt.
Trotzdem fand der Gedanke, durch Bewegung und ihren hohen Motivationsgrad eine ganzheitliche Förderung von Kindern zu erzielen, schnell eine breite Anhängerschaft und übte Einfluss auf andere pädagogische und therapeutische Konzepte wie z.B. die Ergotherapie aus (vgl. Eggert 2000, 10).
Die Bildung des "Aktionskreis spezielle Bewegungspädagogik und psychomotorische Therapie" 1974 führte durch Kongresse und Veröffentlichungen, sowie Entwürfe für berufsbegleitende Fortbildungen und Studiengänge zu einem immer stärkeren Interesse in der Fachwelt und schließlich zur Gründung des "Aktionskreis Psychomotorik e.V." am 1. April 1976.
Dies war der Beginn der wissenschaftlichen Fundierung von Psychomotorik (vgl. Schäfer 1998, 84). Durch das Engagement von Schilling konnte sich das Fachgebiet "Motologie", das sich mit "Motorik als Grundlage der Handlungs- und Kommunikationsfähigkeit des Menschen, ihrer Entwicklung ihrer Störungen und deren Behandlung" beschäftigte (Schilling in: Fischer 2004, 18), im Jahre 1983 als Studiengang der Philipps-Universität Marburg etablieren. Das Fachgebiet wurde unterteilt in die beiden Praxisbereiche "Motopädagogik" und "Mototherapie", deren Basis die "Motogenese" mittels "Motodiagnostik" darstellt (vgl. Fischer 2004, 18).
Eggert weist darauf hin, dass sich der Terminus "Motopädagogik" gegen die ursprüngliche Bezeichnung "Psychomotorik" durchgesetzt habe, man in neuester Zeit aber wieder von diesem abweiche und zu dem international verbreiteten Begriff der "Psychomotorik" zurückkehre (Eggert 2000, 10). Viele Autoren wie

Erscheint lt. Verlag 12.5.2015
Sprache deutsch
Maße 155 x 220 mm
Gewicht 202 g
Themenwelt Sozialwissenschaften Pädagogik Vorschulpädagogik
Schlagworte Bewegungstherapie • Heilpädagogik • Psychomotorik • Systemtheorie
ISBN-10 3-95934-636-0 / 3959346360
ISBN-13 978-3-95934-636-8 / 9783959346368
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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