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Interkulturelle Soziale Arbeit: Interkulturelle Kompetenz als Schlüsselqualifikation für die Soziale Arbeit - Nicole Marx

Interkulturelle Soziale Arbeit: Interkulturelle Kompetenz als Schlüsselqualifikation für die Soziale Arbeit

(Autor)

Buch | Softcover
112 Seiten
2015
Diplomica Verlag
978-3-95850-968-9 (ISBN)
CHF 62,95 inkl. MwSt
Moderne Gesellschaften wie die BRD charakterisieren sich durch ihre zunehmende kulturelle Vielfalt. Ausgehend von einem erweiterten Kulturverständnis, das den dynamischen Charakter von Kultur betont und die Aufspaltung in Teilkulturen, Subkulturen und Milieus beinhaltet, können Kulturen nicht mehr auf Nationalkulturen reduziert oder als statisch angesehen werden. Aus dieser differenzierteren Perspektive ergibt sich ein neues Verständnis kultureller Vielfalt und interkultureller Begegnung. Entwicklungen wie diese haben zur Folge, dass interkulturelle Erfahrungen heute zum Lebensalltag der Menschen gehören und prägenden Einfluss auf die individuelle und kollektive Identitätsbildung nehmen. Vor diesem Hintergrund wird interkulturelle Kompetenz zu einer notwendigen Qualifikation für Fachkräfte Sozialer Arbeit.
Dieses Buch zeigt, welche gesellschaftlichen Wandlungsprozesse und Erkenntnisse ein erweiterten Verständnis von Interkulturalität und ihren Status als Schlüsselkompetenz der Sozialen Arbeit erfordern.

Textprobe:
Kapitel 3, Im Kontext der interkulturellen Kompetenz relevante gesellschaftliche Entwicklungen und Wandlungsprozesse:
Die globalen und regionalen Wandlungsprozesse werden begünstigt durch den Sozialen Wandel, die Globalisierung, die Migration und eine steigende Mobilität. Diese Phänomene führen zu einer wachsenden gesellschaftlichen Vielfalt sowie einer zunehmenden Dichte und Häufigkeit von interkulturellen Begegnungen. Dazu kommt, dass geographische und soziale Nähe zunehmend unabhängig voneinander werden. Folglich muss man nicht mehr an einem Ort leben, um zusammenzuleben. An demselben Ort zu leben heißt keineswegs, zusammenzuleben (Drechsel 2000: 128). In diesem Zusammenhang spricht Paul Drechsel von einer Anwesenheit des Abwesenden (Drechsel 2000: 128).
Im Folgenden werden deshalb jene Dynamiken genauer erläutert, welche zu oben konstatierter, zunehmender Dichte und Häufigkeit von interkultureller Begegnungen führt. Es bleibt aber anzumerken, dass sie nur einen kleinen Teil der vielfältigen Prozesse repräsentieren, die unseren Alltag, unsere Lebenswelt und unsere Zukunftsperspektiven ständig verändern (Handschuck/Klawe 2004: 15).
3.1, Sozialer Wandel:
Der soziale Wandel ist im Wertewandel und der Pluralisierung der Lebenswelten deutlich erkennbar, und findet sowohl auf lokaler, regionaler als auch globaler Ebene statt. Einführend soll nun die Bedeutung von Werten erläutert werden, da sie eine zentrale Stellung im soziokulturellen Lebenszusammenhang einnehmen. Sie durchziehen in prägender und bestimmender Weise alle Bereiche der Gesellschaft und haben maßgeblichen Anteil an der Steuerung des Verhaltens (Hillmann 2002: 1). Als ein Strukturmerkmal der Kulturen werden Werte sogar als grundlegend für das Denken, Erleben und Handeln angesehen, obwohl sie meist nicht bewusst wahrgenommen werden. Werte können als Maßstäbe betrachtet werden, mit denen Menschen ihre Welt ordnen und gewichten (Maletzke 1996: 80). So bilden die innerhalb einer Kultur ausgebildeten Werte entscheidende Bezugspunkte für Selektionen: Je nach den Werten einer Kultur sind bestimmte Möglichkeiten, Gegebenheiten, Objekte, Phänomene u.a.m. bedeutsam, wichtig, nützlich, erstrebenswert, andere hingegen unbedeutsam, unwichtig, nutzlos, uninteressant. Was in der einen Kultur als Bedeutsam eingeschätzt wird, kann in einer anderen womöglich zurückgewiesen werden (Hillmann 2002: 43). Diese kulturell bedingte Divergenz der Hierarchisierung von Objekten, Phänomenen usw. verweist auf die unterschiedlichen Wertemuster einzelner Kulturen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass diese Orientierungshilfen für das menschliche Handeln und soziale Zusammenleben nicht nur für Subkulturen oder Kulturen gelten, sondern auch auf die ganze Menschheit bezogen werden können (vgl. Hillmann 2002: 50). Dies zeigt sich beispielsweise in Diskussionen um die Universalität der Menschenrechte. Grundsätzlich unterliegen Werteorientierungen weiterhin dem sozialen Wandel und werden im Prozess der Sozialisation von der einen Generation an die Folgenden weitervermittelt (vgl. Maletzke 1996: 80).
3.1.1, Wertewandel und die Pluralisierung der Lebenswelten:
Die Pluralisierung der Lebenswelten bedeutet, dass die heutige Gesellschaft zunehmend komplexer wird und so vom einzelnen nicht mehr hinlänglich zu überblicken ist. (Handschuck/Klawe 2004:17). Dies bedeutet eben auch eine Ausdiffernzierung von Wertemustern und so entsteht eine Neue Unübersichtlichkeit , wie sie Jürgen Habermas (1985) diagnostiziert (Handschuck/Klawe 2004: 17). Als Ursache für den Wertewandel und die Pluralisierung der Lebenswelten können nach Handschuck/Klawe drei parallel verlaufende soziale Wandlungsprozesse herangezogen werden: 1. Der Verlust konsensfähiger, allgemein gültiger Wertemuster, 2. die Auflösung traditioneller Milieus und 3. der beobachtbare Wertewandel in unserer Gesellschaft (Handschuck/Klawe 2004: 18f).
Der Verlust konsensfähiger allgemeingültiger W

Erscheint lt. Verlag 9.3.2015
Sprache deutsch
Maße 155 x 220 mm
Gewicht 191 g
Themenwelt Sozialwissenschaften Pädagogik Sozialpädagogik
Sozialwissenschaften Soziologie
Schlagworte Interkulturalität • Sozialarbeit
ISBN-10 3-95850-968-1 / 3958509681
ISBN-13 978-3-95850-968-9 / 9783958509689
Zustand Neuware
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